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Ist weniger mehr? Ist weniger besser?
Vor ca 15 Paar Schuhen, alle samt flach und flexibel, hatte mich der natural running bug erwischt. Ich versprach mir eine bessere Körperhaltung, einen effizienteren Laufstil und insgesamt weniger Belastung für meinen Körper- damit ich auch mit 80 noch da draußen rumgeistern kann.
Meine Füße fanden es erst mal klasse, dünne, flache Schläppchen, viel Gefühl fürs Terrain. Wer weniger Sohle hat, läuft automatisch aufrechter und leichter, koordiniert seine Laufbewegung anders. Auf der Ferse aufkommen - das passiert einem vielleicht 3x, zu schmerzhaft ist der Aufprall und oh, Wunder- der Körper vermeidet es in Zukunft und weicht auf Mittelfuß oder Vorfuß aus.
Ich testete mich durch alle möglichen Schuhe, von New Balance zu Merrell, von INOV zu montrail und brooks. Manche Schuhe habe ich nach 10km ins Regal gestellt, an einigen (INOV8 & montrail) bin ich hängen geblieben. Doch mit der Zeit und einem gesteigerten Kilometerumfang muckte der Körper, speziell mein Großzehengelenk. Zuerst dachte ich, es sei das Alter und normaler Verschleiß. Vielleicht eine unentdeckte Krankheit, Disbalancen im körpereigenen Haushalt, wer weiss.
Für das Training für meinen 100 Meiler hatte ich mir 4 Wochenenden mit 4 langen Läufen (80,80,105,100km) vollgepackt. Ich hatte festere Schuhe gekauft (montrail fluidfeel 9mm drop) und der erste Lauf war auch ganz okay, halb Asphalt, halb Naturwege, das Zehengelenk indes schwoll wieder an. War der Schuh zu hoch, zu eng, zu unflexibel? Mhh? Naja,der nächste 80ger folgte am Wochenende darauf und wieder schwoll das Gelenk an, es war blöd. Die Woche drauf war dann 24h Lauf und ich packte vorsichtshalber unzählige Schuhe ein. Darunter auch ein paar Hokas. Lange Rede...das Gelenk schwoll richtig fett an, Asphalt mag es gar nicht, ich wechselte die Schuhe am laufenden Band, alles Kagge, nichts half. Um wenigstens ein paar Kilometer zusammenzusammeln zog ich am Ende die Hokas an. Das fand der Zeh ganz toll, zumindest schmerzte er nicht mehr so heftig. Ich kam mir vor wie in moonboots. Unförmig und plump. Trotzdem in Gedanken bestellt ich schon mal ein neues Paar Hokas, die alten sind nämlich leider ne halbe Nummer zu klein gekauft...egal.
Eine Woche später noch ein 100km Lauf mit wenig Asphalt mit dem montrail Schuh. Wenig Asphalt mochte das Gelenk aber es schwoll trotzdem an. Für meinen 100 Meiler sah ich schwarz. 100km mit einem Gelenk, das nicht laufen will und einen ab km 50 bei jedem Schritt darauf aufmersam macht, ist schon unangenehm. Aber 100 Meilen? Das konnte ich mir nicht vorstellen und es musste eine Lösung her. Ich bestellte tatsächlich ein Paar Hokas und lief im Urlaub 120km (nicht am Stück:)) mit ihnen. Ein Großteil davon am Strand. Das sah lustig aus und fühlte sich so gar nicht richtig an. Der Sand rutschte unter den Füßen weg, aber ich stolperte nicht und unangenehm war es auch nicht. Aber das Zehengelenk war ruhig. Keine Schwellung, gar nichts. Anscheinend war es von natural running, dünnen Sohlen und viel Kontakt mit dem Untergrund nicht zu begeistert und quittierte jeden Lauf mit einer Schwellung und großer Empfindlichkeit.
Dann stand der 100 Meiler an. Ich lief die ersten 48km mit den montrail Schuhen und wechselte dann auf die Hokas. Die habe ich die restlichen 116km, mit wechselnden Socken, anbehalten. Das Zehengelenk war begeistert und schwoll nicht an, auch die Knie, die Schenkel und der ganze restliche Körper, fanden die Hokas gut und quittierten dies mit wenig Muskelkater.
Was das jetzt für mein natural running bedeutet, kann sich jeder selbst ausdenken.... Mir fehlt ein wenig der Kontakt zum Untergrund, das Gefühl für die Strecke, der Verstand ist noch nicht begeistert- aber mein Zeh weint dem natural running keine Träne nach.
Body rules
und deshalb habe ich mir noch ein paar Hokas bestellt. Bin ich bekehrt worden? ...so ganz noch nicht...ein Zehner geht immer...
Aber vorerst werde ich mein natural running experiment auf die absolute Kurzstrecke beschränken.

4.6
Gesamtwertung: 4.6 (5 Wertungen)

Glaub ich sofort...

trau mich noch nicht ran, an die Dinger, aber wir sind nun mal nicht für Ashpalt gemacht und da glaube ich nach wie vor daran, dass es ungesund für Knochen und Gelenke ist, Asphalt auch noch ganz ohne Dämpfung längere Strecken zu laufen.

Meine Knochen halten das auch nicht aus und eine ältere befreundete Dame erzählte mir von Ihrer älteren Freundin, die ihr Leben lang erfolgreich Ultras gelaufen ist, dass ihr größter Fehler war, zu viel Asphalt gelaufen zu sein.

Auf dem Trail ist das glaub ich wieder ganz anders, denn da muss die Muskulatur sowieso viel mehr halten und ausgleichen und vielseitiger arbeiten, als bei immer gleichem Schlurfschritt auf gradem Asphalt.

Daher sag ich niemals nie! ;o)

Die leichteren Schuhe mit teils ganz wenig Sprengung trag ich im Training oder max. bis HM.
Bei den Maras und Ultras zieh ich dann doch lieber noch die Sofas, wie Nimbus oder Salomon L-Laps5+6 soft/hard an.

Wenn die Hokas das Problem lösen, ist doch alles gut!! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Hallo Mainrenner,

deine Laufleistung ist schon beeindruckend und sicher bist du auch fit wie sonst kaum eine(r). Natural-running fordert allerdings auch einiges an Muskulatur, die uns mit den Jahren durch zu viel Schuh abhanden gekommen ist. Sehnen und Bänder wurden natürlich auch verwöhnt / entlastet. Von daher, denke ich, ist es halt ein langwieriger Prozeß das Fahrgestell insgesamt auf die leichten Treter einzustellen. Ich laufe jetzt kürzere Strecken mit ganz leichten und flachen Schlappen und je weiter ich trabe desto gedämpfter wähle ich die Pneus. Nach und nach ziehe ich dann die km an. Ob das bei deinen Ultras auch funktioniert weiß ich allerdings nicht. Mir kam aber schon mal einer beim Marathon mit Vibran Zehenschuhe vorbei gestiefelt und ganz barfuß sind ja auch manchmal welche unterwegs. Also gehen tut vieles. Ich würde es geduldig weiter probieren und nur nach und nach die km erhöhen aber immer bevor dein Zeh bockig wird die Komfortsohle anlegen.
Viel Erfolg und km weiterhin.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Ich habe zwar keine Hokas,

kann aber bestätigen, dass auch meine Füße sich im Zweifelsfall immer in meinen Nimbus von Asics wohlfühlen. Auch hier nicht gerade viel Bodenkontakt, aber ein gutes Gefühl, das Richtige zu tun. Und für die Kurzstrecken kann man ja gut und gerne die flachen, schnellen Flitzer aufbrauchen. ...Hokas...hm...ich werde neugierig;-)

Lieben Gruß
Tame

Leuchtet sehr ein!

Aber was sind Hokas, liebe Mainrennerin?
Ich habe übrigens auch schon den Verdacht gehabt, daß meine komischen Dysbalancen erst nach Gebrauch der Leichtschuhe aufgetreten sind!

Hmpf

nicht meine Erfahrung, aber 1) habe ich nicht halb so viele Langstreckentrails wie du in den Knochen und 2) ist jeder Jeck bekanntlich anders ;-))

Meine Probleme mit Füßen, Zehen usw. sind verschwunden, seit ich leichte Schuhe ohne Einlagen und Stütze laufe. Nun kenne ich die Hokas gar nicht. Aber der vermasselte ZST zeigte mal wieder, dass ich mit gut gedämpften Schuhen (Salomon Mission) keine Trails laufen kann, weil mir der Bodenkontakt fehlt. Dann werde ich unsicher. Mit den leichten Schuhen fühle ich den Boden und laufe wesentlich sicherer (immer noch wie der Elefant im Porzellanladen und mit der Eleganz einer Wildsau), allerdings kriege ich über kurz oder lang das Problem jeden Stein in der Fußsohle zu spüren. Für die Waldautobahnen (Rennsteig) reichen mir die Mizuno Precision, weil die eine schön harte Sohle haben (sie werden nicht mehr hergestellt, erfuhr ich diese Woche!!!!). Trailgeeignet sind sie aufgrund mangelnden Profils nicht, weshalb ich im Moment den Salomon Ultra Sense teste (technisch der völliger Overkill für meine Trailfähigkeiten, aber lassen wir das...). Ob die sich auf Langstrecken bewähren vermag ich noch nicht zu beurteilen...

Wenn du in den Hokas super läufst - warum andere Schuhe anziehen? Ist doch egal, was drauf steht, Hauptsache, es funktioniert!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Natur Pur

Ich laufe zwar momentan (dieses Jahr) sehr wenig, habe aber die letzen beiden Male mal gewagt, Schuhe und Socken ganz weg zu lassen: Barfuss geht auch... aber eben nur auf sauberen (geteerten) Wegen... Allzuviel Hornhaut für steinige Wege fehlt eben doch noch... :-)

Musste mir erstmal

Hokas googeln. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das ein idealer Schuh für Ultras ist. Laufe meine langen Läufe auch am liebsten mit gedämpften Schuhen.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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