Hallo!
Haltet ihr es für möglich, dass eine Steigerung der Trainingsumfänge, vor allem längere Läufe, Schwindel auslösen kann?
Seit ein paar Wochen (ungefähr nach dem ersten 30-er) fühle ich mich regelmäßig schwindelig - benommen - wie "auf Drogen"... Kann es sein, dass dem Gehirn langfristig die Nährstoffe fehlen? Ich habe auch tendentiell wenig Kohlenhydrate zu mir genommen...
Also teste ich aktuell "Carboloading". Einmalig viel Brot/Süßkram hilft allerdings nicht nachhaltig; da wurde es mir nur schlecht.
Eine Blutuntersuchung hat keine Hinweise gegeben. Langsam bin ich echt irritiert von meinem "Rausch" :-(

wann...

...wird dir schwindelig? nach dem laufen? oder einfach so am tag zwischendurch?
und wenn du kohlenhydrate zu dir nimmst, welcher art? es gibt "sinnvolle" (kartoffeln, vollkronreis, vollkornbrot, müsli, bananen, etc) und weniger "sinnvolle" (zuckerhaltiges wie marmelade, nutella, milchschokolade z.b.).
hast du auch genügend getrunken? nach dem laufen ist ein alkoholfreies weizenbier das mittel der wahl, um den mineralstoff-haushalt wieder auf vordermann zu bringen.

es kann aber auch am sehr warmen wetter gelegen haben, da macht der kreislauf schon mal schlapp...
____________________
laufend wünscht gute besserung: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegen kommt." (theodor fontane)

Nicht nach dem Laufen...

...eher so zwischendurch. Manche Tage sind besser, manche weniger gut. Während des Laufens - und anschließend ist alles gut. Meist merke ich es in den folgenden Tagen vermehrt.
Zu wenig Flüssigkeit schließe ich eigentlich aus, da ich (für mein Empfinden) genug trinke (vielleicht zu viel?), aber ich werde auch diesen Aspekt weiter im Auge behalten.
Danke schon mal!

Blutdruck?

Sollte der recht niedrig sein, dann könnte etwas Salz ggf. helfen.

Du kannst zusätzlich zur

Du kannst zusätzlich zur Nahrung gern am Tage so 1-2 g zusätzlich Salz zu dir nehmen. Hilft im groben auch gut. das ein oder andere zusätzliche mg Zink, Magnesium oder Calcium sind auch angebracht...

Gruß
Sven

Blog auf www.SchnelleGurke.de
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don't feed the Troll >XXX°>

Salzverlust

nicht unterschätzen, insbesondere beim heißem Wetter!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Schwierig

Schwierig, das aus der Ferne zu beurteilen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten.
Hier nur ein paar Ideen:

Am Wahrscheinlichsten erscheint mir auch ein Schwindel durch Hyponatriämie (Salzmangel). Du schwitzt beim Laufen bei den hohen Temperaturen und gleichst danach dein Flüssigkeitsdefizit mit Schorle, Wasser etc. aus. Damit verdünnst du den Mineralgehalt im Blut und damit auch im Gehirn.
Nicht jedermanns Sache, ich weiß: aber ich nehme mir bei der Hitze bei langen Läufen gesalzene Gemüsesaftschorle in meinem Trinkgurt mit ;-)

Auch ein niedriger Blutzucker kann zu Schwindel führen. Süßigkeiten sind aber kontraproduktiv. Damit erhöhst du den Blutzucker kurz und intensiv. Die Folge ist eine hohe Insulinausschüttung und sofort verschwindet der Blutzucker in den Körperzellen und das Hirn hat unter Umständen Energiemangel, denn das verwöhnte Hirn deckt seinen Energiebedarf ausschließlich aus Zucker. Also Carboloading bitte nur mit mittel- und langkettigen Kohlenhydraten (Brot, Kartoffeln, etc.).

Hast du was auf dem Kopf beim Laufen? Auch zuviel Sonne (leichte Hirnschwellung) kann zu Schwindel führen, quasi wie bei einem leichten Sonnenstich. Letztlich kann eine Überhitzung auch ohne Sonne zum "Sonnenstich" führen. Das Hirn ist auch diesbezüglich recht empfindlich.
Tipp: Mal Fieber messen nach dem Lauf.

Gute Besserung wünscht
Uhrli

in meiner Glaskugel sehe ich...

nach 30km jedenfalls keinen Salzmangel. Wenn du dich vorher gescheit ernährst, kannst du in dieser kurzen Zeit deinen Salzhaushalt gar nicht so stark ausschwitzen. Selbst wenn du von oben bis unten weiß gepudert bist- das ist überschüssiges Salz, der Körper ist froh es loszuwerden.
Vielleicht bist du unterzuckert? Habe ich auch manchmal. Dann esse ich zuerst ne Dattel (damits fix besser wird) und dann bisschen Müsli (damits langfristig gut bleibt). ...keep it simple...

Wiegen?

Ich würd mal vor und direkt nach dem langen Lauf auf die Waage steigen. Wenn du nicht übermäßig viel unterwegs getrunken hast, ist ein Gewichtsverlust von (bei mir sinds zwischen 1-2kg) normal. Das ist das Wasser, das man ausschwitzt.
Die Hyponaträmie wird erst zum Problem, wenn man beim Laufen wenig schwitzt und folglich zwar die Salze aus dem Körper raus kommen, nicht aber das Wasser (Gewichtsverlust deutlich geringer!).
Aber das sowas bei 30km auftritt, davon hab ich noch nie was gehört.

Wurde schon auf Eisenmangel getestet? Kommt ja bei (laufenden) Frauen häufiger mal vor...Dr. Google sagt zumindest, dass Schwindel auch ein Symptom davon sein kann.

So muss sich ein guter Rausch anfühlen...

Hey,

da kann ich dem Beitrag von Urhli nur zustimmen. Bei mir war es damals definitiv Mangel an Salz und Mineralien. Ich habe mich langsam gesteigert und bin mal nüchtern meinen ersten 34er gelaufen in einem gemütlichen Tempo und auf einer schönen waldigen Laufstrecke. Ich fühlte mich auch topfit und auch der Strecke gewachsen. Ab KM 26 hab ich dann noch nie in meinem Leben so intensiv die Farben um mich herum wahrgenommen z.B. das Grün der Blätter der Bäume war schon so extrem grell oder das Braun des Waldboden so extrem dunkel und ich hatte das Gefühl mir platzt gleich das Auge von der ganzen Farbenvielfalt.
Ich dachte erst, du halluzinierst oder hab unterwegs bewußtseinserweiterte Pilze eingeatmet. Zuhause hab ich dann direkt etwas Salz eingeworfen und siehe da der Effekt ließ nach. Ich habe den Verlust an Salz und Mineralien über das Schwitzen ziemlich unterschätzt, da der Schweiß während meines Laufs mich angenehm runtergekühlt hat. Und nach einem Blick in den Spiegel hab ich auch das Resultat meines Laufs gesehen. In meinem Gesicht haben sich weiße Salzkristallablagerungen durchgezogen. Daher war der Salzmangel in meinem Körper für mich sehr einfach nachzuvollziehen.
Zu Carboloading und Kohlenhydrate im allgemeinen:
Ich würde Abstand von der Carboloading Fresserei abraten. Essen wird beim laufen zu sehr überschätzt, ein ordentlicher Flüssigkeitshaushalt ist bei solchen großen Laufumfängen in der Woche oder vor Wettkampfvorbereitung weit aus wichtiger. Den Blutzuckerspiegel mal hochzujagen und dann wieder schnell fallen zu sehen hat mir früher Probleme bereitet und wirkt auch kontraproduktiv.
Für die Zukunft würde ich mich nicht verrückt machen lassen mit den vielen möglichen Ansätzen der richtigen Laufvorbereitung was die Ernährung angeht sondern auf meinen Körpergefühl hören und möglichst nicht bis zur Ohnmacht laufen. Solche Wahnsignale des Körpers sind halt bei Anstengung normal, die der Körper zuvor nicht gekannt hatte.

Der feine Unterschied!

Es gibt Carboloading und es gibt Carboloading. Ersteres verschafft dem Läufer einen wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteil, vorausgesetzt es wird richtig durchgeführt, und letzteres ist eine sinnlose Fresserei von irgendwelchem zuckerhaltigem Zeugs.
Ich schwöre ja auf Saltin und mache das vor jedem Wettkampf, bei dem ich länger als 2 Stunden unterwegs bin. Ich wurde noch nie enttäuscht und war immer top fit am Wettkampftag!
Beim Training komme ich mit Low Carb hervorragend klar! Aber auch das muss trainiert werden.
Aber wenn das Schwindelgefühl nicht schon auf den letzten Kilometern auftritt, sondern erst Tage danach, sollte man doch annehmen, dass gerade bei den heutigen Essgewohnheiten, die ja in der Regel sowieso viel zu salzig sind, der Mineralien-Haushalt wieder aufgefüllt worden ist!

zum

angeblich untersalzt sein gibts hier einen schönen podcast:
http://trailrunnernation.com/2013/03/dr-tim-noakes-are-we-waterlogged/
...keep it simple...

@mainrenner

I've just listened to the interview! This is so interesting and answered many questions I had about drinking during my long runs. I've never had the urge to drink a lot during long runs of 30km and more, so I never did, and I've never had the feeling that I was getting dehydrated. So, listening to my body was exactly right. I guess I have to buy that book to learn more about drinking and running :-)))

@ChrKoelker manchmal kann

man es kaum glauben, was er da so erzählt aber er hat einen fundierten medizinischen Hintergrund und sammelt seit langer Zeit Daten zum Thema. Ich bin deshalb geneigt, zu glauben, was er da mitteilt. Das Buch ist auch gut, sehr umfangreich und manchmal bisschen zu genau (Falldaten).
Auf jeden Fall, ist es richtig, wenn Du auf deinen Körper hörst. Der gesunde Menschenverstand wird nämlich gern mal ausgeschaltet, wenn die Pulsuhr läuft und der Trainingsplan sklavisch abgearbeitet werden muss.
...to infinity and beyond...

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