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Mein Juli war ereignisarm? So war es geplant und so ist es wettkampfmäßig auch gewesen. Doch ereignisarm war der Juli dann doch nicht. Er hatte einige Höhen und Tiefen.

Mein Lieblingsspielzeug: Rad
Was waren die Höhen? Sicherlich die tollen, längeren Ausfahrten mit dem Radverein. Die Tour nach Spa und zurück war wirklich sehr schön. 122 km kamen da aufs Tacho und direkt am Tag danach noch mal 82 km mit herrlicher Aussicht von der Dürener Höhe auf die Kölner Bucht. Die RTF von Huchem-Stammeln hatte auch noch mal 92 km und war sehr anstrengend. Wenn man die Anstiege am Rursee hart fährt, dann kann man das Laktat in die Beine rauschen hören.

Mein Ziel: Cologne 223
Ein weiterer Höhepunkt war meine Anmeldung für Cologne 226 für 2014. Weil ich die Anmeldung noch vor dem 2013 erledigt hatte, konnte ich den Super-Early-Bird-Tarif buchen… trotzdem: Ein Schnäppchen ist was anderes. Die Buchung habe ich mit Krankheitsversicherung abgeschlossen - also bekomme ich das Startgeld zurück, wenn ich wegen Verletzung oder Krankheit nicht antreten kann.

Etwas profan war die Anmeldebestätigung. Sie sah nicht anders aus, als bei einem beliebigen Wald- und Wiesenlauf über 10 km in einem Eifelkaff. Nun gut, was hatte ich erwartet? Etwas Pompöses natürlich. Schließlich ist diese Anmeldung ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer für die Menschheit… Ok, das kann man auch anders sehen, aber ICH – und ich bin für mich systemrelevant – sehe es so. :-)

Nun steht der Termin also fest und ich kann mich daran machen, meinen spezifischen Trainingsplan für 2014 inklusive der Vorbereitungswettkämpfe zu planen. Das mache ich wohl nach dem Urlaub.

In meiner Bibel „Going Long“ habe ich gelesen, dass man beim Iron-Man idealerweise eine Woche vor Start am Wettkampfort eintreffen soll. Nun ja… von Aachen nach Köln sind es mit dem Auto keine 70 km. Ob das nicht etwas übertrieben ist? Aber 2 Übernachtungen werde ich in Köln wohl machen. Der Iron-Man beeinflusst meine Urlaubsplanung schon sehr….

Ich werde am 7. September 2014 um 7 Uhr in Köln ins Wasser springen… und so Gott will, um ca. 20 Uhr durch das Ziel laufen.

Mein wohlverdienter: Urlaub
Urlaub heißt bei mir schon längere Zeit „Trainingslager“. Diesen Namen habe ich dem Urlaub aber nur intern, als in meinem Kopf gegeben. Es stößt auf sehr ausbaufähiges Verständnis bei meiner Restfamilie.

Kollegen behaupten, ich würde immer verrückter. Unser Vorstand meint, ich sei ein Sportfanatiker. Andere sagen, das sei untertrieben.

Worauf ich aber hinaus wollte: Ich habe für Februar 2 Wochen Mallorca gebucht – als Radtrainingslager, mit Miet-Bike und geführten Touren. Hotel hat ein Sportbecken mit 25m-Bahnlänge.Und das Beste: Alleine !!! Dafür werde ich natürlich bei Restfamilie noch büßen müssen, das ist klar.

Wie selbstverständlich bestanden: Prüfungen
Bin nun Silver-Level-Instruktor für SchwinnCycling und *tusch – tätärätäää* Fachwirt für Versicherungen und Finanzen.

Daran ist das Beste, dass mein Samstag nicht mehr durch lästiges Studieren blockiert ist und das Rennrad seine ihm gebührende Zeit einnehmen kann.

Haken dran. Das ist erledigt.

Trainingstagebuch

Mein Gewicht halte ich nun konstant unter 83 kg. Es tendiert aber weiter nach unten, so dass ich wohl zum Jahresende unter 80 kg liegen werde. Ich mache jedoch keine Diät – im Gegenteil: ich esse viel jedoch fast nur gutes Zeug. Also beobachte ich meine Gewichtsentwicklung sozusagen aus der Metaperspektive des unbeteiligten Ökotrophologen.

Der Fahrrad-Streak zur Arbeit fand nicht statt. Der organisatorische Aufwand erschien mir so groß… größtes Problem: keine Dusche im Betrieb. Dass der Streak ausgefallen ist, finde ich nicht so schlimm. War wohl ein Motivationsirrweg.

Geniale Tage gab es immer, wenn ich frei von jeder Verantwortung für andere, machen konnte, was ich will. An einem Samstag war ich alleine zu Hause. Da bin ich morgens geradelt, habe dann bis abends entspannt und dann noch eine kurze Radeinheit absolviert. Training und Entspannung an einem Tag… Luxus pur.

Es gab im Juli aber auch Tage, da hätte ich besser im Bett liegen bleiben sollen. Da das aber nicht geht, durfte ich deren Negativität voll auskosten.

Zitate aus dem Trainingstagebuch:

Ich stelle fest, dass ich auf Dienstreisen bei denen ich mehrtägige Seminare gebe, so kaputt bin, dass ich dem inneren Schweinehund nicht gut standhalten kann. Ich hatte „Schwimmen“ auf dem Plan, doch es wird wohl nur ne halbe Stunde Cardio.

Meine Güte, was bin ich müde. Gut, dass ich nächste Woche „Recovery“ habe.

Was für ein Drecks- und Scheisstag. Es geht mir im Kopf nicht gut…

Wer also sagt, dass so eine Vorbereitung immer nur töfte ist, der hat einfach keine Ahnung. Wie sagte der große Fussballphilosoph: „Es gibt Tage, da verlierst Du und es gibt Tage, da gewinnen die anderen.“

Die schlechten Tage erinnern mich daran, wie sehr man die guten Tage in allen Lebensbereichen genießen soll. Eine schlechte Verfassung an bestimmten Tagen gehört zum Menschsein dazu. Das kann körperlich sein oder eben auch mental.

Diese Tage zu überwinden und als das einzuordnen, was sie letztlich sind – nämlich von heute aus betrachtet: Vergangenheit – das ist für mich eine weitere wesentliche Erfahrung auf meinem Weg bis zum 7. September 2014 ca. 20 Uhr.

Und danach sehen wir weiter…

Statistik

Einheiten Juli 2014 insgesamt:
Swim: 8
Bike: 14
Run: 17
Qi-Gong: 7
Stetching: 4
Allgemeine Athletik: 5

Das machen:
11 km geschwommen (Summe 2013 = 91,15 km)
589 km geradelt (... 3.283 km
174 km gelaufen (... 1.074 km)

Ich bin mit meinem Training im Juli zufrieden. Wie bei jedem Fazit kann ich sagen: Es wäre noch mehr drin gewesen, wenn ich kein Mensch, sondern eine Maschine wäre. Also: alles gut.

Aussicht I (kurzfristig)

Es steht jetzt am Wochenende mein letzter A-Wettkampf für 2014 an: die Olympische Distanz beim Triathlon in Regensburg. Ich will es da noch mal richtig krachen lassen. So soll mein Krawall-Tria aussehen:
Swim = sub 40 Minuten
Bike = sub 1 Stunde 20 Minuten
Run = sub 50 Minuten

Ich werde im August zum ersten Mal die 180 km Rad fahren, was der Wettkampfdistanz fürs Radfahren der Langdistanz entspricht. Dafür ist eine RTF ideal und ich werde sie alleine, also im Wind fahren. Die RTF hat zwar wesentlich mehr Höhenmeter als die Wettkampfstrecke in Köln, aber finde ich gut, denn so kann ich mir in Köln noch sicherer sein, die Distanz zu packen.

Und dann noch ein Lauf, den ich melden werde: mein erster Berg-Ultra über 52 km im Karwendelgebirge. Es gibt auf Jogmap ja Leute, die mit Berg-Ultras gute Erfahrungen gemacht haben. Wollen wir uns nichts vormachen: Berg-Ultras gelten bei der Mehrzahl unserer Mitmenschen als (freundlich) unnormal oder (weniger freundlich) als Ausdruck exzessiver hirnverbrannter Schwachsinnigkeit. Ich freue mich darauf.

Aussicht II (langfristig)

2013
Zeitfahren: Rund um Schmidt
Bedburger City Lauf
2. Aachener Firmenlauf
Bodensee-Marathon
Rursee-Marathon
ATG-Winterlauf
Sylvesterlauf DLC Aachen

Werde das alles aus dem Training heraus laufen, also ohne Ambitionen auf Bestzeiten oder anderen Heldentaten.

Sieben Monate Training für die LD 2014 liegen hinter mir. Es hat mir wohl nicht geschadet.

4.333335
Gesamtwertung: 4.3 (6 Wertungen)

systemrelevant

für mich das Wort des Monats Juli ;-))

(die profane Anmeldebestätigung kann ich nur bestätigen ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

exzessiver hirnverbrannter Schwachsinn

Ich finde, davon kann man gar nicht genug haben!

Diesen Nach-Dienstreisen-Ausgelutscht-Effekt kenne ich auch. Ich schiebe es in erster Linie aufs älter werden.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin eine Deine Ambitionen erduldende Familie ;-)

exzessive hirnverbrannte

exzessive hirnverbrannte Schwachsinnigkeit? Ist doch harmlos....
Erst letzte Nacht musste ich mir von einem Kollegen sagen lassen, ich sei völlig bekloppt und ich hätte wohl meinen Verstand im Wald gelassen! :-D
Du siehst, du befindest dich in guter Gesellschafft!
Mach weiter so, das klappt schon!!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Im Wald...

... ist der Verstand gut aufgehoben. Wer Verstand hat, ist oft im Wald. :-)

"Wenn Du eines Tages vor den großen Schiedsrichter trittst, so wird er Dich nicht fragen, ob Du gewonnen hast, sondern wie Du gespielt hast."

Mich ereilt diese komische Müdigkeit

komischerweise wenn ich irgendwo untätig rumsitze. Letztens bei einem abteilungsinternen Meeting - weggenickt. Die Kollegen machten sich drüber lustig, aber bei der Hitze streikt mein Kreislauf ohne Betätigung und mein Blutdruck verharrt im oberen Bereich bei zweistellig. Da hilt nix- kein Kaffee, keine Cola, kein gar nichts. Und Schlaf bei dem Wetter - wird auch überbewertet. Ich kann bei der Hitze extrem schlecht schlafen - bei den aktuellen Wochenumfängen kommt da Rekom zu kurz.

Wünsche Dir für Deine weiteren Vorhaben viel Spaß und in Köln dann die volle Dröhnung! Leider bist Du danach kein "Ironman", sondern nur "Langdistanz-Finisher" - vielleicht ist deshalb auch die Anmeldebestätigung so profan? :duckundwech:

Langdistanz...

... hört sich aber auch seriöser an.
So ein wenig nach Understatement finde ich.

Wenn ich lese,

was du alles schönes geschafft hast würde ich sagen: "Es gibt Tage, da gewinnst du und es gibt Tage, da verlieren die anderen" ;-) Nein, die 7 Monate haben dir nun wirklich nicht geschadet. Nur weiter so!!!

Lieben Gruß
Tame

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