3 Läufe in 50 Stunden, eigentlich zu viel, zu kurz hintereinander und unvernünftig für mich als Neuling – aber, um es vorweg zu nehmen, es hat ohne schwerwiegende Folgen funktioniert. Nur schwere Beine (schwerer als gewöhnlich) aber noch nicht einmal ein Muskelkater sind mir heute geblieben!

Aber zurück zum Beginn. Meine Gögatin kam am Samstagvormittag auf die Idee, am späten Nachmittag noch auf das „Shamrock Castle“ Festival zu fahren. Spontan ist eigentlich nicht so meine Art aber es wird von „Fiddlers Green“ als Hauptband gestaltet und zu denen hege(n) ich(wir) eine ganz besondere Verbundenheit! Also wurden die Kids kurzfristig bei Ihren Freunden zur Übernachtung angemeldet und wir waren nach dem Kindergartenabschluss unserer Jüngsten (jetzt kommt die auch schon zur Schule, wie die Zeit vergeht!) auf dem Weg nach Bammersdorf.
Geplant war eigentlich mein erstes Fahrtspiel über 8km, aber das geht Sonntag auch noch!

Nach 2 Vor-Bands, die wir noch mitbekamen (Sorry dafür, aber wir kamen wegen den Fiddlers), einem gemütlichen Abend mit Sonnenuntergang auf dem Festivalgelände (familiäre Stimmung, lecker Bratwurst, Knoblauchbrot, rundum schöne Sache dort und im nächsten Jahr wird auch gezeltet - nur Alkohol in Form von Wisky und Guinness habe ich mir nicht gegönnt) – einer grandiosen Nacht mit den Fiddlers und einer langen Rückfahrt, fielen wir um 4:00 Uhr in unser Bett.

Sonntagmorgen - 9:00 Uhr - zu früh zum Aufstehen,
Sonntagmittag - 12:00 Uhr - die Kids müssen wieder eingesammelt werden,
Sonntagnachmittag – 14:00 Uhr – bin einfach so weggenickt - Siesta,
Sonntagabend – Unwetter, Blitz, Donner, Wasserfluten, Hagel.

Ich war echt down, am Boden zerstört, geknickt, denn das erste Fahrtspiel war nicht mehr zu machen. Der erste Lauf der ausfallen würde, seit mehr als 8 Wochen. Das erste mal meinem Plan wirklich untreu werden!? Ich war drauf und dran den Lauf wirklich ausfallen zu lassen. Eine weitere Nacht Schlaf und eine Entscheidung – Nein, dass geht wirklich nicht- später wurde am Montag auf der Arbeit der Lauf-Plan etwas umkonzipiert und anschließend in die Tat umgesetzt:

Montagabend – leichter Regen – ideale Bedingungen für mein 1. Fahrtspiel.
Zuerst gings immer den Berg runter, was für die 2 km locker Einlaufen sehr gut war. Dann kamen 2 Steigerungsläufe ca. 100-150m vom Trab- bis zum Sprinttempo. Hier macht sich das Lauf-ABC eindeutig bemerkbar, denn die Knie kommen deutlich höher als sonst. Dann der erste „längere Tempobereich“. Auf einer kleinen Steigung geht es in flottem Tempo ca. 400m bis zum Waldrand. Alles läuft gut und die eigene Grenze wird noch nicht erreicht. Das zweite Tempostück geht dann etwas schneller durch, weil es hier bretteleben ist. Die Länge bleibt in etwa die selbe aber die Atmung nur knapp unterhalb der Hechelzone. Der 3. schnelle Abschnitt führt dann wieder bergan, ist etwas länger und zeigt mir dann auch meine derzeitige Grenze auf, denn ca. 50m vor dem ausgemachten Ziel breche ich ab. Die Lunge jauchzt, die Pumpe wummert, die linke Wade beginnt leicht zu zwicken und die Vernunft meldet sich. Das 6. Tempostück fällt dann aus, wegen des zwar schwächer werdenden aber immer noch spürbaren Zwickens. Auf dem letzten km geht dann doch noch eine kleine Steigerung (ca. 100m), denn die Wade meldet wieder grünes Licht. Ich bleibe aber unter der möglichen Endgeschwindigkeit, sicher ist sicher.
Zwischen den Belastungen gab es natürlich immer wieder Trabpausen, die ich wirklich bis zur absoluten Erholung ausgedehnt habe.

Insgesamt 8,1km in 50min mit Pace 6:15.

Dienstagabend – leichte Bewölkung, nicht zu warm – ideal für mich, den Hund und meine Lieblings-Wald-Runde. Einfach im absoluten Wohlfühlbereich rollen lassen, vorbei am Wildgehege mit den Rehen und Hirschen, ein kleines Stück entlang am plächernden Bach und vorbei am Rinderzüchter (ein ganz sauberer Betrieb – Respekt), rein in den noch feuchten, kühlen Wald, 1 Reh und 2 Hasen aufgeschreckt, die Nachbarin beim Kräuter schneiden getroffen, den Jäger auf dem Hochsitz rein durch meine Anwesenheit geärgert und dann der Sonnenuntergang beim Einlaufen in den Heimathafen, so entspannt kann laufen sein.

Insgesamt 4,9km in 38min mit Pace 7:46.

Mittwochabend – Sonnenschein, 25 Grad – ideal für den langen Lauf mit Markus und der zweite, praktische Test meines neuen Laufgürtels mit Trinkflaschen. Ein wenig Sorgen mache ich mir schon, denn die Muskeln sind am Anfang noch etwas verhärtet, aber nachdem ich Markus aufgegabelt hatte und das erste Waldstück kommt ist alles wie gewohnt und die Sache rollt. Wir haben angesichts der neuen, täglichen Belastung vereinbart etwas langsamer zu laufen und das ging auch voll auf. Da macht sich dann seine 20-jährige Erfahrung deutlich bemerkbar, denn ich würde die Geschwindigkeit niemals so genau dosieren können. Wir liefen etwas langsamer als das letzte Mal (Pace war vorige Woche bei 6:08) und waren wirklich entspannt unterwegs. Viele Themen wurden durchgesprochen und diskutiert, weshalb ich einen neuen Begriff prägen möchte – das „Lange-Lauf-Kränzchen“. Zur Not könnte ich den Kaffee jetzt sogar im Laufgurt mitnehmen. Nachdem ich meinen Laufpartner dann ordnungsgemäß zu Hause wieder abgegeben hatte, fehlten noch ca. 3km auf dem Tacho, also gings nochmal den Berg hoch, zum Brunnenhaus-Museum – ein wirklich friedlicher und beruhigender Ort - und dann ab nach Hause. Diesmal konnte ich mich auch etwas einbremsen, denn ohne Markus werde ich hintenraus immer etwas schneller. Die beiden Flaschen mit jeweils 0,2l Wasser waren auch sehr gut bemessen (insgesamt gehören 4 dazu ), denn der letzte Schluck wurde 1,5km vor dem Zieleinlauf eingenommen. Zu Hause angekommen verriet mir der Blick auf die Stoppuhr: Eine Prämiere hatte stattgefunden! Der erste Lauf über 2h Gesamtzeit. Später am Computer stellte sich dann noch heraus - wieder 1,5km mehr als geplant – und die Erkenntnis - ich bekomme die Länge bei ungeplanten Strecken einfach nicht hin!

Insgesamt 18,5km in 122min mit Pace 6:33.

Ich habe den 3-Tage-Lauf-Versuch also gut überstanden. In der Auswertung musste ich aber ein wenig bescheissen und den ersten Lauf auf Sonntag eintragen, damit die km zur letzten Woche gerechnet werden. Dort waren Sie schließlich geplant und man glaubt ja schließlich nur einer Statistik, die man selbst gefälscht hat!

Soviel zu meinen letzten Trainingläufen. Jetzt sind es noch 2 ½ Wochen bis zum ersten 10km Wettkampf, den Ivenacker Eichenlauf und so langsam werde ich unruhig. Ich habe heute an den Veranstalter eine Internetanfrage geschrieben, um weitere Infos zu bekommen und meine Meldung zu bestätigen. In der Hinsicht ist mein geplanter Saisonhöhepunkt im Oktober (Glauchauer Herbstlauf) übrigens vorbildlich. Da gibt es tagesaktuell eine Teilnehmerliste!

Ich freue mich schon auf die weiteren Erlebnisse, die da kommen.

Der laufende Anfänger
Angus Schuan.

0

Ach kuck, die Fiddlers...

...die hab ich auch mal geliebt, über 30x hab ich die gesehen zwischen 1998 und 2004. Dann haben sie musikalisch irgendwie ihren Reiz für mich verloren und ein Versuch, mit ihnen auf einem Festival vor ein paar Jahren nochmal Spaß zu haben, schlug fehl. Da geht es hin, ein weiteres Stück Jugend. ;)
Bei mir beeinflussen Festivals die Lauferei ganz anders: indem sie das Training jeden Sommer mehrfach unterbrechen mit 1 Tag Packen, 3-5 Tagen Festival und 1-2 Tagen "Reha" danach. Zwar hab ich selbst in Wacken AUF dem Campingplatz schon Leute joggen sehen, aber die Disziplin hätte ich echt nicht und die Duschmöglichkeiten sind auch nicht überall so gut wie dort. Aber da sind meine Prioritäten klar, Festival geht vor.
Klingt gut was du da machst. Nimms nicht zu schwer wenn deine langen Läufe ne Spur zu lang werden - solange deine Knochen das verkraften und es nur 1,5 km sind und keine 5 oder 10, wirds so schlimm nicht sein. Es sollte halt nicht ausarten und wenn was weh tut, musst du drauf hören. Viel Glück beim Eichenlauf!

Festival hin oder her...

..., aber Deine Serie jede Woche 3x laufen ist futsch. Du bist nur 2x gelaufen und schiebst den einen Lauf in die alte Woche. Was hast Du davon?
Irgendwann geht jede Serie mal zu Ende, aber deswegen tricksen, ginge für mich garnicht.

@Salia

Ja die Fiddlers. Seit 2007 hat sich die Musik etwas gewandelt, ist schneller geworden, rockiger! Lass es doch auf einen neuen Versuch ankommen! Ab Oktober gibt es eine neue Tour zum neuen Album! Nach dem Erstkontakt vom WE würde ich sagen, es lohnt sich!

Ein Festivalgänger war ich bisher nie, aber die Atmosphäre in Bammersdorf hat mir doch sehr gut gefallen! Ein sehr gemischtes Publikum, familiärer, unaufgeregter Charakter im Vorbereich des Schlosses, auch viele Kinder waren vor Ort. Ich denke wir werden es nächstes Jahr mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel mal ausprobieren!

Um das zu lang werden der Läufe komme ich scheinbar nicht herum! Ich habe mich damit abgefunden, auch weil die letzten Kommentatoren hier kein großes Problem darin sehen. Stolz bin ich darauf, dass ich das Tempo zum Schluss des langen Laufes selbstständig in geregelten Bahnen halten konnte und nicht, wie sonst, zu schnell geworden bin! So langsam kommt etwas Tempogefühl auf, woran mein Laufkamerad Markus sicherlich nicht ganz unbeteiligt ist.

Gruß Angus Schuan.


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

PS: gerade sehe ich, dass ich die 500km Marke diese Jahr überschritten habe! Ein Grund, das zu feiern und heute Abend ...

... einen weiteren Lauf folgen zu lassen!

@gazelle123

Diese Serie hat weiterhin Bestand, denn ich habe bereits vor 4 Wochen auf 4 Läufe pro Woche erhöht und liege mittlerweile auch deutlich über 30km/Wo (Diese woche sollen es 35 werden)! Auch wenn ich den Lauf aus der letzten Woche raus rechne komme ich noch auf 3 Läufe und 26,4km.

Aber irgendwie bin ich über diese Anfangszielsetzung (also 3 Läufe und mehr als 20km/Wo) schon weit hinausgeschossen und hab schon fast nicht mehr daran gedacht! Trotzdem ist es auch für mich sehr ärgerlich, dass der Schweinehund am Sonntag gesiegt hat, obwohl diese Serie weiter besteht! Asche auf mein Haupt ... ich gelobe Besserung!!!

Hin und wieder brauch ich eben einen Tritt in den A....llerwertesten. Danke dafür! Ich hoffe weiterhin auf deine Kommentare, denn ich will doch nur ....

...lernen!

Angus Schuan.


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

Genau das ist es ja eben...

...sie sind schneller und rockiger geworden. Das "rockiger" allein wäre kein Problem, ich meine, ich bin immerhin Metalfan, da kanns nicht rockig genug sein. Als damals die ersten vom Sound her "härteren" Songs kamen wie Queen of Argyll, fand ich das auch gut. Aber irgendwie sind sie mir in den letzten Jahren im Schnitt zu schnell geworden, zu hektisch, da bleibt das Feeling ein bisschen auf der Strecke. Und das Songwriting hat sich verändert und gefällt mir nicht mehr so. Vielleicht hab auch ich mich verändert? ;)

Hab auch schon Läufe am

Hab auch schon Läufe am Montag nachgeholt und dann hier für Sonntag eingetragen...nicht um irgendjemanden zu bescheißen, sondern weil es sonst in der Wochenkilometer-Ansicht nicht schön auszuwerten gewesen wäre. Sonst hätten in Woche 1 schlicht mal nur 10 km gestanden und in Woche 2 40, obwohl in beiden Wochen vergleichbare Läufe auf dem Plan standen. Nur weil ein Lauf einen Tag verschoben wurde. Das verzerrt die Auswertung und bildet im Grunde nicht ab, was ich trainiert habe. Möchte doch in Woche 4 den "Einschnitt" in den Kilometern bei der Regenerationswoche erkennen können, ohne erst lange rumzurechnen. ;) Wem schadet man damit? Niemandem, höchstens sich selbst, weil in Woche 2 dann ein Regenerationstag fehlt. Ich finds nicht verwerflich. Verwerflich ist, wenn man Kilometer einträgt, die man gar nicht gemacht hat.
Die Alternative wäre, den Wochenanfang auf Dienstag zu legen und sich grundsätzlich die Option vorzubehalten, den Sonntagslauf am Montag nachzuholen, das geht hier aber nicht.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links