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Problem ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Es ist mehr ein selbstgemachtes Problem für jemanden wie mich, der aus der Laufdaten-Statistik fast genauso viel Vergnügen zieht, wie aus dem Sport selbst.

Damals im Prägarminium war es noch sehr einfach: Ich hatte bei jedem Lauf meine Polar S625X an meiner Seite – früher einmal das Top-Modell für Läufer – barometrischer Höhenmesser inclusive. Was sie anzeigte, war für mich Gesetz. Und ich denke immer noch, dass es bei der Höhenmessung normalerweise keine genauere Alternative zur barometrischen Methode gibt.
Bis ich eines Tages bei einem Longjog im Dänischen Flachland in ein jämmerliches Unwetter geriet. Der Luftdruck ist offenbar vor und während des Unwetters dermaßen gesunken, dass meine Polar „dachte“, ich sei auf einen Berg gelaufen. Am Ende des Laufes hatte ich sage und schreibe 960 Höhenmeter auf dem Tacho – gefühlt waren es vielleicht 30. Danach war nichts mehr wie vorher. Ab sofort war ich bei der Höhenmeterkontrolle von Zweifeln verfolgt. War während des Laufes das Wetter auch stabil? – schließlich will ich ja nicht zu viele Höhenmeter in meiner ewigen Statistik dokumentieren. Ich könnte vor der Nachwelt, die sich vermutlich brennend für meine Daten interessiert, als Betrüger dastehen.

Die Offenbarung der Wahrheit hinsichtlich der Höhenmeter-Dokumentation erschien leider auch nicht im Garminium. Hier platzte die Seifenblase meiner Technikgläubigkeit schon sehr früh. Nach dreißig Sportplatzrunden standen immerhin 150 Anstiegsmeter zu buche. Offenbar waren den Punkten auf dem Sportplatz um 5 Meter abweichende Höhenangaben zugeordnet.

Der heutige Longjog geriet quasi zum Technikcheck – allerdings nicht ohne Tücken.
Ich war ausgerüstet mit meiner alten Polar, die ich (eben wegen der Höhenmessung) an den Gürtel gehängt hatte. Da ich ohnehin ein Hörbuch hören wollte, war auch das Handy dabei. Und wenn es schon dabei ist, wird auch die Runtastic-App aktiviert. Und am Arm natürlich meine Garmin 310XT.

Die erschütternden Ergebnisse:
Polar S625X: 890 Anstiegsmeter
Runtastic: 1308 Anstiegsmeter
Garmin (mit aktivierter Höhenkorrektur aus Garmin Connect): 1022 Anstiegsmeter.

Ich finde die Unterschiede gewaltig.
Die erste Tücke: als ich loslief, war der Himmel vom nächtlichen Gewitter noch von schweren Regenwolken verhangen. Als ich dreieinhalb Stunden später ankam, war strahlend blauer Himmel. Hat sich die Polar wieder ins Bockshorn jagen lassen und das besser werdende Wetter als Abwärtslauf (bzw. eben Nicht-Aufwärtslauf) interpretiert?
Die zweite Tücke: meine Garmin hatte ich bei einer kurzen Rast angehalten und wie es so ist: vergessen wieder einzuschalten. Erst nach etwa zwei Kilometern mäßigen Aufs und Abs hab ich es gemerkt.
Dennoch bin ich geneigt, denn Mittelwert aus Garmin und Polar zu verwenden und den Runtastic-Wert als Phantasiezahl einzuschätzen.

Die Frage an die Statistik-Freunde.
Ich suche nach einer zuverlässigen Methode, die Höhenmeter zu bestimmen.
Wie sind eure Erfahrungen?
Welche Ausrüstung nutzt ihr?
Gibt es was Neues, was ich noch nicht kenne?

Danke für Tipps.

Schöne Grüße
Uhrli

Kein Tipp!

Ich weiß, dass es dir nicht weiter hilft aber ich löse das Problem, indem ich immer nur flache Strecken laufe. Was anderes ist hier leider nicht möglich.

Gruß

Sirius
...der immer schön flach rennt.

auch kein Tipp

... aber ich habe neben meiner Garmin 210 auch ein Oregon 450, welches einen barometrischen Höhenmesser verfügt. Diesen kann ich sogar kalibrieren, wenn ich meine korrekte Ausgangshöhe kenne.
Ich werde mal einen Lauf machen, bei dem ich die beiden Werte mit dem Jogmap-Wert vergleiche und dann berichten.
Noch besser wäre natürlich ein Lauf, bei dem die korrekten Höhenmeter bekannt sind (hier leider Fehlanzeige).
Vielleicht läßt sich so eine einigermaßen verlässliche Formel für die Abweichung der GPS-Uhren erkennen.

Ich meine Klada hätte zu diesem Thema schon mal eine halbwegs passable Lösung gehabt und hier gepostet, kann es aber gerade nicht finden.

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Karte?

Je nach dem wo du läufst gibts vielleicht detaillierte (Wander-) Karten mit Höhenlinien, so wie ich sie vom Bergsteigen kenne. Dann kann man die Höhenlinien zählen und erhält so einen sicher richtigen Wert (vllt nicht auf 10 hm genau, aber immerhin genauer als das was deine Uhren zum Besten geben ;).
Ist zwar etwas mühsam, wenn du öfter mal wo anders läufst oder es oft auf und ab geht, aber für die "Hausrunden" sicher zweckmäßig und einfach.

Tja

wenn Du vor Luftdruckänderungen Angst hast, dann wirst Du wohl mit einem geeichtem Barometer an Start und Ziel bei bekannter Höhe den Luftdruck bestimmen müssen und damit die Messung korrigieren. Nur dieses Verfahren wird die auch nicht helfen wenn sich der Luftdruck inzwischen wieder in die entgegengesetzte Richtung geändert hast. Dann helfen Dir nur genaue topographische Karten weiter......

"Das Leben geschieht einem, während man damit beschäftigt ist, andere Pläne zu schmieden", John Lennon
Wir sind BORN.Verstand ist zwecklos. Sie werden bekloppt

Ich hab die Lösung! ...

... Höhenmeter einfach mal nicht überbewerten.
Reicht im Training für 100Meilen und reichlich Höhenmeter.
Was willst du mehr?
;-)

Garmin 910XT

gab mir zumindest bislang (Ok, so lange habe ich sie noch nicht) ziemlich genau die Höhenmeter der Ausschreibung (Rennsteig z.B.). Allerdings schaffe ich es auch auf dem Sportplatz ein paar Höhenmeter einzulaufen ;-)))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Wird bei Wetterumschwüngen

mit handelsüblichen Geräten kaum zu vermeiden sein. Läufst Du dieselbe Strecke halt nochmal bei konstantem Wetter oder guckst in GPSies oder so nach.

Ich mach's wie schalk: Höhenmeter werden völlig überbewertet. Gestern meinte noch jemand zu mir ich würde die Berge so hochrennen - ich hatte nur eine pisselige Brücke gesehen. Berge? Komplette Fehlanzeige! Dafür muss ich schon in die Alpen fahren.

Wenn du dir bei Google Earth

Wenn du dir bei Google Earth mal die Karte aus der Nähe anguckst, siehst du, wie weit es da mit der Genauigkeit her ist.
Da kannst du auf einem See Höhenmeter sammeln...
Zudem werden häufig in Wegnähe befindliche Gebäude und Baumkronendächer als Höhenmeter gezählt (Satellitendaten halt).

Barometer können schon versagen, wenn du eine Hügelkette passierst. Der Druckunterschied von der einen zur anderen Seite kann da leicht 100 Meter und mehr vorgaukeln.

Wie schon geschrieben wurde, einigermaßen brauchbare Daten wirst du nur mit gutem topografischen Kartenmaterial und viel Rechnerei hinbekommen.

Höhenmeter

Nun, so ganz genau wirst Du es wohl nur herausbekommen, wenn Du das Gelände in einer topografischen Karte vermisst oder es von einem Institut für viel Geld vermessen läßt.
Wenn Du allerdings etwas Ungenauigkeit zulassen möchtest, halte ich das Garmin Verfahren mit der Korrektur für das Verfahren mit der höchsten Genauigkeit bei geringstem Aufwand.

Gestatte Dir etwas Toleranz. Die Frage bleibt ja auch selbst bei genauester Geländemessung offen, ob Du exakt daher gelaufen bist, wo Du das Gelände vermessen möchtest.
GPS ist auch nie ganz genau und so sind schnell mal 10 Meter mehr oder weniger auf dem Tacho.
Was macht es aus?
In der Summe wird der Mittelwert sicher der Realität sehr nah sein.

Was aber letztlich zählt, ist doch Deine eigene Fitness - und sicher weniger die Statistik für die Nachwelt oder ...?

Höhenmeter

Der Garmin macht durch das "Connecten" eine Abgleich mit einer Höhendatenbank. Aber auch dabei ist das GPS Signal nur auf ca. 5-10m genau.
Dies gilt für alle GPS Messverfahren.
Nimmst Du den Mittelwert aller drei, siehst Du, daß der Garmin ziemlich genau in der Mitte liegt.

Du kannst es aber überprüfen:
Lauf doch mal eine ausgewertete Strecke bei stabilen Wetterverhältnissen, oder werte die gelaufene Strecke mit 890/1022/1308HM) einmal "zu Fuss" aus.
Dann siehst Du welches System am genauesten ist.

Ich tippe auf den Garmin.

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