Benutzerbild von philsoic

Hallo zusammen,

ich trainiere gerade fleißig für meinen nächsten Marathon im September in Berlin. Da hoffe ich dann auch eine Zeit unter drei Stunden zu erreichen. Was vor einem Jahr noch recht unwahrscheinlich schien, kommt mir nach meiner Zeit von etwa 3:04 h beim Spreewaldmarathon dieses Jahr nun zum greifen nah vor. Besonders weil ich da nicht in der gewünschten Form war und meinen Trainingsplan aufgrund eines Praktikums vorzeitig beenden musste.
Nun wollte ich, bevor ich mich vor Übermut komplett kaputt mache, mal nachfragen was ihr von einem 45 - 50 km Trainingslauf in der Vorbereitung haltet.
Und außerdem interessiert mich noch wie es mit der Verpflegung auf einem so langen Lauf aussieht. Bisher habe ich eigentlich immer einen Riegel oder so auf meine 30+ Läufe genommen. Da ich aber letztens hier irgendwo gelesen habe, dass es bei einem langen Lauf nicht darum geht den Beinen zu zeigen wie lang so ein Lauf sein kann, sondern darum seinen Körper zu zwingen sich die Energie aus den Fettspeichern zu holen, habe ich es letztes Wochenende mal ohne Riegel versucht und es hat super geklappt. Ist das auch für 15 km mehr zu empfehlen oder einfach zu riskant?

Ich bin auf eure Meinungen gespannt.
Gruß
Philipp

Überdistanz im Marathontraining

Meine Meinung:

Ist es möglich? Bestimmt!

Ist es nützlich? Wahrscheinlich nicht ...

Ist es nötig (für Sub3)? Auf keinen Fall!

Ist es schädlich (für die M-Vorbereitung)? Möglicherweise. Regenerationszeit ...

Ist Verpflegung sinnvoll? Bei so einem langen Kanten sicherlich, damit die Frage "Ist es schädlich?" nicht doch noch mit "Ja!" beantwortet werden muss.

Ist Verpflegung auf "normalen" Long-Jogs (> 30km, <=36km) sinnvoll?
Trinken, je nach Temperatur, jetzt im Sommer sicherlich.
Nahrungsaufnahme: Eher nicht so sinnvoll aus den von Dir genannten Gründen.
Dies ist zumindest die verbreitete Meinung (und auch meine) - es wurde here@jogmap letzthin aber auch schon die gegenteilige vertreten ... Bzw. auch eine abweichende ...

P.S.:
Ich sah gerade Deine 10er-PB im Profil - falls die noch aktuell ist, hättest Du mit 3:04 Dein Tempo-Potential ja echt komplett ausgereizt. Daraus folgernd: ich denke, Langzeit-Ausdauer ist eher nicht so Dein drängenstes Problem.
Was die Nützlichkeit eines Überdistanzlaufs noch fragwürdiger werden lässt ...
Werd' lieber noch was schneller auf den Unterdistanzen - für Sub3 setzt man normalerweise "eine sichere 38-tief auf 10" an.

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC

Vielen Dank für eure schnellen Antworten!

Nachdem ich meine Fragen nochmal lese kommen sie mir irgendwie schon selbst blöd vor.
Es stimmt schon, die Gefahr sich zu verletzen ist einfach zu groß und der zu erwartende Effekt dafür zu gering. Wie ein bekloppter Kilometer zu schrubben wird mich auf Dauer sicher nicht weiter bringen.
Ich werde mich wohl weiter an meine 30er halten und tatsächlich etwas mehr für die Schnelligkeit tun. Musste in letzter Zeit merken, dass die irgendwie nachgelassen hat.

Nun, die meisten werden sagen,...

die Überdistanz brauchst Du nicht, im Gegenteil, das Risiko die Knochen zu überlasten ist zu hoch und so weiter...
Ich kenne aber viele, die, nachdem sie nach den ersten Marathons eine Überdistanz, also einen kleinen Ultra gelaufen sind, den Marathon kopfmäßig als einfacher betrachteten und diesen auch viel gelöster angingen und schwups auch noch bessere Zeiten erreichten.
Könnte also hilfreich sein, aber eben auch mit Risiko!

45-50 km ohne essen kann funktionieren, kann Dir aber auch nen netten Hungerast und Hammermannbegegnung bescheren, jenachdem, was Du trinkst.
Trinkst Du Iso oder diese Sportdrinks, bekommt Dein Körper immer noch was (Zucker/Kohlehydrathe), wenn auch wenig, zum mitverbrennen.
Nur mit Wasser wird Dein Magen schon irgendwann zu grummeln anfangen und dann gibts irgendwann nen Einbruch.

Es geht schon bei einem langen Lauf darum, den Beinen, vor allem den Knochen zu zeigen, dass sie sich dafür entsprechend gewöhnen und umbauen/verstärken müssen!!
So mal eben nen 50er ohne entsprechendes Training kann Dir ganz schnell Überlastungen/Ermüdungsbruch o.ä. bringen.

Die Kohlehydrathespeicher sind ja meist schon nach 1,5 - 2,5 h leer, so dass ab da ohne Essen angeblich voll auf Fettstoffwechsel gelaufen wird.
Dieser Stoffwechsel ist ja nun nichts für Tempoleistung, sondern mehr für die Ausdauer, damit es immer weiter geht. Aber auch der braucht auf Dauer etwas Zündholz von außen, wenns unbegrenzt weiter gehen soll.

Im Mara willst Du ja Vollgas, also musst Du zwangsläufig sowieso zufüttern, um bestmögliche Ergebnisse zu erziehlen.
Da würde ich ehr nach dem optimalen Futter suchen! Denn wenn das nicht passt, kann Dir Dein Körper auch schnell nen ganz fetten Strich durch die Rechnung machen.
Ich glaube nicht, dass Du mit einem Lauf über 40 km ohne Essen für Deinen Marathon noch mehr Trainingseffekt erreichen kannst bzgl. Stoffwechselgewöhnung.
Das wird Quälerei für nix und laugt den Körper schon ganz schön aus.
Bis 35 km brauch ich im Training auch nix essen, wenn mans gewöhnt ist, geht das schon ohne Probleme, aber ob das drüber unbedingt sein muss?!?
Ick wees nich...:o)

Viel Erfolg bei Deinem Training und PB-Versuch!
Und bleib gesund!

Lieben Gruß Carla-Santana

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

schon oft gefragt

wenn du es für dich wissen willst ob du so was kannst: bitte.
Nützlich im Sinne eines Trainings ist es nicht.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Geheime Staatsreserve...

Ich würde nen Riegel, Gel... what ever einpacken, jedoch erst mal nicht nutzen. Bei den momentanen Temperaturen Wasser und dünnes Iso mitführen, den Riegel... im Hinterkopf wissend und im Fall des Falles parat.
Und ich würde für den M keinen Lauf darüber hinaus machen. Hab die Tage nen TP bekommen, für Berlin. Da ist 1x 32, 1x 26 und ein paar 22 km drin. Gut, ein Tria ist auch noch bei, der nicht unter 3 Std abgehen wird. Dennoch.
Selbst Greif hat viel zu laufen im Plan, glaub 7-8x 35, davon 5x mit Endbeschleunigung... 3-15km steigernd alle 3km. Versuch das mal, bringt vllt mehr als Überdistanz.

Viel Erfolg in Berlin. Ich starte von H wie hinten. :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.

DonCarracho hat alles gesagt...

... allerdings sind 4 Minuten Verbesserung ein Haufen Holz. Du musst knapp 6 sec pro Kilometer schneller laufen.

Ich habe 6 Jahre gebraucht um von 2:50:32 h unter die 2:50 zu kommen. Irgendwas war immer am Marathontag was dann nicht gepasst hat und wenn alles gepasst hat, war es eine psychologische Sperre im Kopf.

Mit mehr Kilometern in der Vorbereitung habe ich es auch mal in den 6 Jahren probiert... Ergebnis: Ich habe ab Kilometer 38 Wandertag eingelegt. Kopf und Beine wollten nicht mehr.

Trotzdem, viel Glück, vielleicht klappt es ja doch mit der sub 3h.

Nochmals vielen Dank.

Das mit der Temposteigerung beim 30er habe ich auch schon mal gehört und werde es sicher mal versuchen.

Und es stimmt schon, sich um vier Minuten zu steigern klingt zwar angesichts eines dreistündigen Laufs nach nicht viel aber wenn man sich an seiner Leistungsgrenze befindet, ist das schon ein ordentlicher Happen, den man da zulegen muss.

Ich werde mein Laufpensum einfach beibehalten, keine verrückten Sachen wie eine Überdistanz versuchen, ein wenig auf Tempoarbeit und -härte setzen und das beste für Berlin hoffen. Wenn es klappt, wäre das super, wenn nicht habe ich halt weiterhin ein Ziel für das es sich zu trainieren lohnt. :)

Danke noch mal an alle für die hilfreichen Tipps und das leichte Ausbremsen meines Übermuts. :)

Mein längster Lauf ...

... vor meinem sub3h-M war 32km.
Für die Zeit mußt du Dembo kloppen. Du mußt Tdl und Intervalle laufen und ein paar ldl's. Aber das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Dembo! Mit einem Überdistanzlauf könnte es sein du benötigst zu lange zum Regenerieren und wenn du dir die Zeit nicht nimmst, könntest du dich dann in den Demboeinheiten zerschroten.
Du willst "nur" M laufen - keinen Ultra.
Ich würde es lassen. Es hilft nicht.
;-)

@Schalk: Alles richtig mit

@Schalk: Alles richtig mit dem Dembo (R). Ergänzend dazu der Hinweis, dass einige Trainingsphilosophien (Greif) sehr stark auf die Bedeutung von 35er Läufen setzen und explizit den Trainingseffekt im Bereich 30-35 besonders betonen. Sinngemäß: "Lassen Sie sich nicht einreden, dass es auch 30km tun, es müssen 35km sein!" Und bei denen soll man gerne mal hinten raus 5km "Dembo (R) kloppen"

Aber viele Wege führen nach Rom (sub 3). Der 50er Weg führt m.M.n aber auch woanders hin.

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Ziele:

Badwaterrun :P

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