Hallo(Ultra-) Läufergemeinde,

ich habe eine Frage.
In meinem Kopf reift seit einiger Zeit die Idee und der Wille als Fernziel irgendwann mal einen 100er zu laufen.

Wie lange sollte man sich Zeit nehmen und lassen um so ein Ziel gesund umzusetzen?

Ich bin 2010 und 2011 recht viel (für meine Verhältnisse) gelaufen und habe dann im Herbst 2011 auch meinen ersten und bisher einzigen Marathon in Frankfurt gefinisht (3:48:21). Und es hat sich sehr gut angefühlt :-)

Kurz zuvor kam mein erstes Kind zur Welt und das Laufen wurde nach dem Marathon erstmal hinten angestellt. Heute bereue ich es, dass ich nicht irgendwie weiter Laufen gegangen bin, denn als ich dann endlich Anfang 2013 wieder mit dem Laufen angefangen habe, waren die 10km schon eine Herausforderung. Mittlerweile ist auch der zweite Nachwuchs auf der Welt. Diesmal habe ich aber einen Weg gefunden um zu Laufen. Morgens um 4 Uhr, wenn die Familie schläft kann ich km machen ohne Familienzeit zu kürzen. Das hätte ich damals schon so machen sollen, aber manche Erkenntnis braucht leider Zeit.

Ich bin also endlich wieder regelmäßig am Laufen, 3 mal in der Woche, je Lauf zwischen 10 und 15km, mit steigender km-Tendenz. Da mag das Ziel 100km am Stück vielleicht komisch klingen, aber es ist auf jeden Fall ein Fernziel.

Daher auch meine Frage, wie lange man in etwa braucht, um sich langsam und stetig aufzubauen um dieses Ziel eines Tages zu verwirklichen? Und wie wird man zum 100km-Läufer, durch stetiges steigern der km-Umfänge und irgendwann, wenns konkret wird mit Hilfe eines Trainingsplans?

100km am Stück...

das ist schon eine echte Hausnummer!
Da reicht ein Marathon bei weitem nicht aus, ist aber sicherlich ein kleiner Schritt in diese Richtung.

100km am Stück ist auch ein Traum von mir, der mir immer mal wieder im Kopf rumgeistert.
Um so einen Lauf bewerkstelligen zu können, ohne dem Körper zu großen Schaden zuzufügen (ungesund ist das allemal!!), muss ein entsprechendes Training und auch viel Zeit einkalkuliert werden.
Der Körper muss sich umbauen, was Jahre dauern kann.

Die Frage ist bei Dir aber auch, warum willst Du 100 km schaffen?
Und was kommt danach?
Deinen Mara hast Du geschafft, gut geschafft....und dann aufgehört.
Aus gutem Grund.
Du weißt selbst jetzt am allerbesten, wieviel Zeit allein schon für ein Marathontraining drauf geht.
Ist das wirklich mit Familie und zwei kleinen Kindern zu bewerkstelligen.
100km-Training wird evtl. noch mehr, je nach dem, was Du für Ziele hast.

Ich würde mir erst noch mal kleinere Ziele (kleine Ultras 50-70 km) stecken und den Körper langsam an die längeren Strecken gewöhnen.
Trainingsumfänge kann man nicht einfach linear stetig steigern, zwangsläufig wird Dir Dein Körper zeigen, wo in dem Moment mal Schluss ist.
Das heißt aber nicht, dass da die Grenze für immer sein muss.

Arbeite Dich langsam und vorsichtig wieder hoch, fang mit HM wieder an, dann irgendwann wieder einen Mara, vielleicht auch mal einen langsamen Mara als Training und dann gibts schöne 50km-Ultras in Rodgau oder Bottrop oder schöne Trailläufe oder Stundenläufe (6-/12-/24-h-Läufe), wo man ohne Druck mal die Km-Menge erhöhen kann und jeder Zeit aussteigen kann, wenn irgendwas ziept oder nicht mehr geht.

Es ist völlig was anderes, über 3-4 h hinaus länger laufend unterwegs zu sein.

Ich wünsche Dir viel Glück, gute körperliche Konstitution und Verträglichkeit mit der Familienzeit, denn bedenke, diese Zeit mit den Kleinen kommt nie mehr zurück.

Lieben Gruß Carla-Santana
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Erstmal mit kleinen Brötchen anfangen!

Du solltest Dich jetzt zuerst mal wieder an die Marathondistanz heranarbeiten. Dazu wirst Du wahrscheinlich auch öfter als 3x die Woche trainieren und auch die Distanzen der Läufe mal auf 30-35 km erhöhen müssen. Der nächste Schritt wäre dann mal ein 50 km Wettkampf oder ein 6h Lauf. Es kommt bei den 100 km nicht so aufs Tempo an, sondern mehr darauf sich die Kräfte vernünftig einzuteilen. Bei so einem 100er bist Du sicherlich 10 und mehr Stunden unterwegs, da ist auch mentale Stärke gefragt, wenn Dein Kopf Dir sagt, dass Du aufhören sollst.
Ich würde es ganz langsam angehen lassen und erst wenn ich die kürzeren Distanzen drauf habe nach den 100 km schielen.

@carla-santana

Wie??? Du hast noch keinen 100er???

Toll, da geben Zwei gute Ratschläge, die selbst noch nie 100 km gelaufen sind!
Es geht nichts über ein gesundes Halbwissen ;-)

*grins* :o)))

stimmt Gaz, oder gefährliches Halbwissen! ;o))

Nö, ich versuche, die Dosis erst mal langsam zu erhöhen, damit ich nicht an einer Überdosis für immer eingehe!
Brauche ja auch noch Herausforderungen für morgen und übermorgen! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

wie läuft man 100km?

Mhh, also ich habe 2008 angefangen zu laufen (so 2,5km am Stück:)), 2009 bin ich meinen ersten Marathon gelaufen (in 4:56h oder so ähnlich)- dann noch 9 Marathone bis zum Ende des Jahres. Keinen auf Tempo, sondern nur ankommen. Dann habe ich mir 2010 RennsteigSuperMarathon gegönnt. Auf dem Weg dorthin 3x 50km eingebaut und danach den Brüder Grimm Lauf im Juni, wo man an 3 Tagen ( Fr.16km, Sa. 15km,17km, So.16km,17km ) insg. 81km zügig läuft.(Der Lauf war auch dazu gedacht, mal zu sehen, wie schnell mein Körper in der Lage ist sich zu erholen) Im Juli habe ich mir dann meinen ersten 100er in Thüringen zugetraut- nur ankommen war die Devise. Das Zeitlimit in Thüringen ist großzügig, die Strecke nicht ganz flach und sehr abwechslungsreich. Einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Geschafft habe ich es auch, ohne große 'Probleme'. 100km sind immer anstrengend aber schön war es auch. Zwischenzeitlich habe ich 8x 100km auf meiner LaufErfolgsliste, davon aber nur 2 auf Tempo- Tempo kostet einfach zu viel Körner und zu lange Erholungszeit hinterher. Ich gehe lieber öfter laufen als schneller. Zum Rantasten an die Distanz sind auch 6h, 12h oder 24h Läufe ganz nett. Da kann man dann auch gleich seine Birne auf Ultra einstellen. Die muss nämlich auch mitmachen wollen- der Körper alleine schafft das nicht, bzw wenn der Kopf nicht will, kann der Körper so fit sein wie er möchte, dann geht gar nix. Aber das musst du selbst ausprobieren. Ich wünsche dir viel Erfolg.
...keep it simple...

Nun ja,

da scheint das wohl doch recht individuell zu sein. Ich trabe seit 2005 regelmäßig durch die Gegend, reihe mich aber auch noch in die Gruppe der nicht 100 km gelaufenen. Da scheint mir mainrenner also so mehr der Senkrechtstarter für diese Distanz. Was sie meint entspricht etwa dem was mir welche erzählt haben die sowas mal gemacht hatten. Die Kunst dabei ist langsam zu laufen. Damit ist das ein Grund warum das nix für mich ist, vorerst zumindest. Ein weiterer ist - die Familie muß sicher voll und ganz dahinter stehen. Da ist nix mit mal früh vorm aufstehen bissl um Block wetzen. Ob´s am Ende wirklich gesund ist, da scheiden sich wohl auch die Geister, aber das war ja nicht die Frage.
Kurzum: Meiner Meinung mußt du viel Zeit und Geduld haben, eine Familie die da 100% dahinter steht, Gelenke, Sehnen Bänder ohne Einschränkung funktionstüchtig und du mußt bewußt langsam laufen können.
Also dann mal viel Erfolg.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Sehr gute Tipps

gibt's hier! Ebenso auch Trainingspläne, die sehr gut veranschaulichen, was verlangt wird, bzw. einem zeigen, ob man schon "reif" für die 100 km ist. Das Training selbst ist gut machbar, auch später, wenn die Umfänge rauf gehen. Allerdings brauchst du dazu einen freien Kopf, einen freien Rücken und vor allem kein schlechtes Gewissen, wenn du am Sonntag "schon wieder" zu einem langen Lauf aufbrechen musst. Doch hier liegt der Hund begraben.

Von daher gesehen, warte lieber mit dem 100er, bis euer Nachwuchs aus dem Gröbsten draußen ist. Solange die Kids noch sehr klein sind, werden sie so manche Planung über den Haufen werfen und somit so manches Training vereiteln. Denn wenn sie mal krank werden, dann meist an Sonn- und Feiertagen, wenn die Arztpraxen zu haben. ;-)

Du bist ein Ultraläufer...

...wenn Du irgendwo am Start stehst und bereit bist, weiter und länger zu laufen, als Du es Dir vorstellen kannst.

Insofern ist Ultralauf eine reine Kopfsache. Damit das aber am Tag X gut geht, brauchst Du - zumindest aus meiner Sicht - die entsprechenden Trainingskilometer im Vorfeld.

Übertreibt man das Training, ist man erst mal aus dem Rennen - durchaus auch für längere Zeit. Hier kann ich das ein oder andere Lied von singen...

Wie ich meinen ersten 100er erlebt habe, ist an dieser Stelle bei Jogmap beschrieben. In den Vorbereitungs-Blogs habe ich auch ein bisschen zum Taining beschrieben.

Auch wenn Du Blut geleckt hast - gehe das Thema bitte ruhig an. HM, M, 50 km als Ultra-Einstieg oder ein 6h-Lauf, dann noch ein bis ... Zwischenstationen als Vorbereitung für die dreistelligen Kilometer.

Und jetzt mal unter uns: Distanzen werden - genauso wie Dddembo - doddaaaaaal überbewertet. Das, was wirklich zählt, ist das Irgendwo-da-draußen-im-Laufschritt-unterwegs-sein mit einem Lächeln im Gesicht - weil man den Kopf frei bekommt, locker vor sich hin läuft und das tut, wofür das Herz schlägt.

Ich behaupte: Du hast Zeit! Geh' raus und laufe! Ziel: Regelmäßig dreimal die Woche. Danach laaangsam Zeiten / Distanzen steigern. Und halte uns auf dem Laufenden...


Lauf

was der Holgi sagt, man sollte schon ettliche Kilometer in den Beinen haben, aber am Tag X geht es um den Kopf, nicht den Körper.

Marathon sollte für Dich keine Grenze sein, sondern eine - wenn auch recht lange - Trainingseinheit. Es gibt genügend die Laufen zwischendurch mal 100 so an einem Samstag weil sie nicht wissen was sonst mit dem Tag anfangen.

Aber viel Laufen und sich die Trainingspläne ansehen die MagnumClassic verlinkt hat.

Beeindruckend finde ich übrigens die Vorstellung das die Gazelle noch keinen 100er gelaufen ist, weil mich da interessieren würde wie schnell die im Ziel ist.

Ach und das Pferdchen ist noch keinen 100er gelaufen? Naja als Ironwomen, macht man sowas wahrscheinlich nicht mehr...

Also geh raus, lauf, hab Spaß und mach das was die hier alle geschrieben haben, langsam rantasten, 50er oder Rennsteig oder so. Dann schönen netten 100er suchen und ab die Post, aber erst im nächsten/übernächsten Jahr, einfach um die KM in die Beine zu bekommen.

Noch mehr Halbwissen ;-))

Ich bin meinen ersten 100er gelaufen ohne vorherigen Ultra, das heißt, ich kam direkt vom Marathon. Meine Bestzeit lag zu der Zeit bei 4:09. Lange Läufe in der Vorbereitung fielen weitgehend flach, da ich drei Monate vorher das Sprunggelenk gebrochen hatte (nicht beim Laufen...). Bin dann einfach mit Galloway durch: vier Kilometer laufen, einen Kilometer flott gehen. Das traf dann auch die Verpflegungsstellen. Mit 13:30 h war ich im Ziel, also etwas mehr als die übliche Rechnung 3xMarathonzeit ;-)) Der zweite war Biel ein Jahr später, da hatte ich Doppeldecker trainiert: also samstags 20km, sonntags 30km oder so. Länger als 30km bin ich im Training nie gelaufen. Rennsteig habe ich da gemacht in dem Jahr, knapp unter 10h, fand ich sensationell ;-) Biel lief gar nicht: war froh, dass ich lebend ankam. Aber sechs Wochen später Leipzig lief es bombig (11:46h), seither habe ich es nicht mehr gewagt.

Schau zu, dass du in der Woche etwa an das Pensum herankommst: also 100km mal in einer Woche läuftst. Mehr als 80km kamen und kommen bei mir allerdings selten zusammen. Die Ultras sind eine Kopfsache, man muss es wollen, denn der Körper will irgendwann nicht mehr ;-)

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Danke für Euer Feedback

WOW!

Erstmal vielen Dank für Eure Tipps, Tricks und Links zu dem Thema und Danke fürs ernst genommen werden, da ich ja noch einige km von diesem Ziel entfernt bin!

Durch die Links werde ich mich jetzt nach und nach „durcharbeiten“.

Ich hatte ja eh vor, es mit Ruhe und bedacht angehen zu lassen und das scheint sich ja im Großen und Ganzen mit Euren Erfahrungen und Tipps zu decken. Und vor allem passt das auch super zu meiner familiären Situation :-)

Fest steht auf jeden Fall die Reihenfolge der Prioritäten: 1. Familie + Freunde; 2. Arbeit; 3. Laufen

Ich werde wohl einfach dran bleiben und mit zunehmender Selbstständigkeit der Kleinen meine Umfänge erhöhen sofern keine Verletzungen oder Krankheiten dazwischen kommen. Ich denke bis zu einem Marathon lässt sich die Fitness schon steigern, ohne die Familie damit zu belasten, zumindest wenn man den Marathon mit dem Ziel „Ankommen“ laufen will und nicht mit einem harten Zeitziel. Aus meiner Erfahrung bisher profitiert die Familie aber auch vom Laufen, denn ich bin auf jeden Fall ausgeglichener wenn ich laufen gehe, auch wenn ich dafür morgens um 4 raus muss. Und mit zwei kleinen Kindern bin ich an wenig Schlaf auch schon ganz gut gewöhnt :-)

Ich habe auf jeden Fall keinen Zeitdruck, was das Erreichen irgend eines Laufziels angeht. Ich will das einfach nur für mich machen und wissen, ob ich auch über Marathon hinaus gehen kann und ob ich da auch Spass dran habe. Spass soll da bei mir immer im Vordergrund stehen.

Und bis ich soweit bin, werde ich mit Freude weiterhin Eure Laufberichte lesen und mich bei Fragen immer mal wieder hier einklinken, denn mit so einem freundlichen Feedback hätte ich nicht gerechnet!

Geschafft

Falls das nach so langer Zeit überhaupt noch jemand liest:
Wollte nur Bescheid geben, habe am 30.01.16 meinen ersten 50KM-Lauf gefinished! Hat mit 05:06h zwar nocht ganz für unter 5h gereicht (die letzten 10km habens versaut :-) ) aber zufrieden bin ich damit trotzdem. Speziell weil der längste Lauf in der Vorbereitung wegen Krankheit gerade mal 25km lang war.

Aber ich bin wieder im Rennen :-)

doch doch

Tipps zum Ultra bleiben wohl auch noch nach drei Jahren aktuell, daher hab ich mir den Thread hier durchgelesen.
Umso schicker, dass es drei Jahre später auch noch ein Ergebnis gibt!
Hoffe hier auch noch von deinem 100er zu lesen!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

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