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Hallo zusammen!

Gestern war es soweit: zum ersten Mal für mich Fünf-Seen-Lauf in Schwerin (selbiger in der 29. Auflage), zum ersten Mal eine Distanz von 30km zu überwinden. Kurz: Vorhaben geschafft, wunderbare Laufveranstaltung erlebt.

Fünf-See-Lauf Schwerin

Bereits am Freitag sicherten 'fabitheunderdog' - der auf der 10km-Strecke antrat - und ich die Startunterlagen im Zielgebiet am Lankower See. Schon hier zeigte sich, dass diese Veranstaltung bestens organisiert ist. Keine Probleme beim Finden und Abholen, alle nötigen Informationen sind zu bekommen, die Einlaufgassen werden gerade aufgebaut, Stimmung, Menschenauflauf, Bier und Bratwurst. Noch einen Abstecher auf den letzten Kilometer, Strecke und "Pickel" gucken, die Sonne genießen und dann ab nach Hause, Nudeln kochen.

Samstag morgens viertel nach Neun sickern wir frohen Mutes und bestens in Form ins Startgebiet ein. Zwei von über dreieinhalbtausend Gemeldeten. Es ist sonnig, noch keine 20 Grad, sommerliches Wetter bei bis zu 25° und kaum Wind sind vorhergesagt. Von der Bühne aus werden die eintreffenden Läuferinnen und Läufer in Stimmung gebracht. Die Oberbürgermeisterin spricht ein paar Worte, anschließend der Ministerpräsident. Gepäcktransporter, Meldebüro, Toiletten, Getränkeversorger, alles ist (in ausreichender Menge vor Ort) vorhanden und gut ausgeschildert bzw. markiert. Hier kann sich man andere Veranstaltung einiges abgucken. Und so vergeht die Zeit sehr schnell, bis sich 10 Uhr die 10km-, 10:10 die 30km- und 10:25 die 15km-Läufer auf den Weg machen. Den Startschuss gibt Herr Sellering durch platzen lassen eines Luftballons. Ich kann noch zuschauen, wie sich 'fabitheunderdog' mit "seinesgleichen" auf den 10km-Kurs begibt. An die fünf Minuten dauert es, bis die an die 2000 Startenden die Startlinie passiert haben. Nun muss auch ich Aufstellung nehmen. Da es keine Nettozeitnahme gibt, zählt es diesmal, eher vorn zu stehen im Läuferpulk.

forestfriend und fabitheunderdog frohen Mutes vor dem Start Schloss Schwerin Blick über den Startbereich begleitende Worte des Ministerpräsidenten

Meine Route führt mich am Burgsee entlang und am Schloss vorbei an den zweiten, den Schweriner See. Wir folgen seinem Ufer vorbei am Zoo und am Strandbad Zippendorf nach Mueß und verlassen langsam das "urbane" Stadtgebiet. Der Untergrund passt sich an. Entlang der Stör, die in den Schweriner See fließt, richten wir uns nun südlich. Die ersten zehn Kilometer sind geschafft, das lange Überholen ist verebbt und der schmale Trampelpfad am Ufer lässt es auch nicht mehr zu. Wie an einer Perlschnur reiht sich Läufer an Läufer. Wir durchqueren Consrade, Schwerins südöstlichen Ausläufer Mueßer Holz in Sichtweite. Es geht nun ein Stück nordwärts durch die Wälder im Süden Schwerins. Inzwischen ist es sehr warm, mir selbst sowieso, doch erst die Hälfte der Strecke ist geschafft - der Schatten tut gut.

In Neu-Zippendorf nehmen wir wieder Kontakt zur Stadt auf, passieren einige Häuser, überqueren eine Brücke und sind wieder am Strandbad Zippendorf. Richtung Innenstadt verabschieden wir uns auch gleich wieder vom Schweriner See und laufen vorbei am Zoo - diesmal sozusagen auf seiner Vorderseite - zu See Nummer drei, dem Faulen See. Noch einmal geht es über eine Brücke, zwei Drittel sind nunmehr etwa geschafft, wir erreichen den Ostorfer See. Die Frische und Kraft verlässt langsam merklich den Körper. Habe ich die zahlreichen Wasserstellen anfangs noch meist unbeachtet gelassen, nehme ich sie nun meist dankbar in Anspruch. Ein paar Sekunden gehen, etwas kühles Wasser trinken, etwas kühles Wasser über den Kopf und weiter geht es.

Dem Ufer folgend schlagen wir einen Haken Richtung Görries, passieren die Eisenbahn und schlagen wieder einen Haken. Der Weg führt nun wieder nach Norden, Richtung Zielgebiet. Die Wohngebiete werden abgelöst von Kleingartenkolonien. Man könnte meinen, jeder Schweriner besitzt mindestens einen Kleingarten. Wir erreichen Neumühle, ein letzter Blick auf die Ausläufer des Ostorfer Sees, ein letzter Verpflegungspunkt, eine letzte größere Straße queren, dann liegen sie vor uns, die letzten etwa 2,5km, hinein in die Lankower Berge.

Ich schweife kurz mal ab. Ich hatte mir die Strecke ziemlich flach vorgestellt. Ich weiß, dass die eiszeitlich geprägte Landschaft hier mitunter sehr hügelig ist, ich spüre das als "Einheimischer" ja beim Training. Aber durch Schwerin hatte ich es mir insgesamt doch eher flach vorgestellt. Aber es gab dann doch viele Hügel, Steigungen, Brücken, zumindest mehr als gehofft. Verdammt, ist Schwerin hügelig. Und bei jedem Anstieg wusste ich, das dicke Ende kommt erst noch. Der "Pickel". Nach diesem Verpflegungspunkt. Nach dieser Straße. Nach diesen gut 27km, weiter als ich jemals gelaufen bin.

Auch wenn die Beine inzwischen schwer waren, sehr schwer, der Spaß an der Sache sicher nicht mehr so ohne weiteres an meinem Gesicht ablesbar war, hinsetzen und aufgeben war so dicht vor dem Ziel keine Alternative mehr. Der Untergrund und die Umgebung wurden schnell "wilder", es geht hinab auf den Lankower See zu - da waren es ihrer Fünfe - und nach links liegt er vor mir, der befürchtete Anstieg. Die letzten Reserven werden mobilisiert. Es geht gut hinauf, aber als ich schließlich ganz oben stehe, keuche ich doch schwer. Ein paar Serpentinen - 'fabitheunderdog' empfängt und begleitet mich auf dem Schlussstück - ein letzter, angenehm schattiger Anstieg, Abzweig nach links und ich laufe die letzten Meter, die letzte leichte Steigung, vom Moderator angesagt, noch einmal alles gebend, was vorhanden ist, ins Ziel ein. Mission erfolgreich, Nummer 363 hat es auch geschafft.

Zieleinlaufgasse vollbracht, geschafft, erledigt... Zielbereich Zielbereich

Im Zielbereich herrscht reges Treiben. Tausende Läufer, Begleiter, Zuschauer. Siegerehrungen, Urkunden werden ausgegeben, Devotionalien und Accessoires verkauft, Duschen laden zur Abkühlung, Durstlöscher und warme wie kalte Magenfüller werden angeboten. Die üblichen Schlangen bilden sich. Eine Stunde verweilen wir noch, verschnaufen und genießen den Trubel, geschafft und glücklich-beseelt, bevor wir uns gen Heimat trollen.

Eine wirklich schöne Veranstaltung. Es hat viel Spaß gemacht. Ein Dank an die Organisation, an die Schweriner Feuerwehr und Polizei, die Wege gewiesen und Straßen frei gehalten haben, an die Helfer an den zahlreichen Wasserstellen, an die Anwohner für Beifall und Anfeuern. Und natürlich an unsere Supporterin Doreen, die auch die meisten der Fotos beisteuerte.

Der 30. Schweriner Fünf-Seen-Lauf findet am 5. Juli 2014 statt. Sicher bin auch ich wieder mit dabei. Und wessen Interesse ich wecken konnte, der findet unter www.fuenf-seen-lauf.de alle Informationen, um dabei sein zu können.

Logo Fünf-Seen-Lauf Schwerin

schöne Grüße aus dem sonnigen Norden
forestfriend

5
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Schöne Beschreibung ...

... und sehr gut zu wissen, dass die Nordmänner und - frauen Läufe richtig gut organisieren können! Ich habe mich für meinen erstern offiziellen 10km-Lauf in Stavenhagen (in der Nähe meines Urlaubsortes auf Usedom) zum Ivenacker Eicehnlauf angemeldet und hoffe, es wird auch eine tolle Veranstaltung, die Lust auf mehr macht! Vielleicht ist der Lauf nicht so groß (Teilnehmerbezogen), aber landschaftlich verspreche ich mir viel!

Gruß Angus Schuan,
aus dem Süden der Republik!


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer wird's ganz von allein!

Schwerin

War auch da,zum 29.mal Hatte bisher immer Spass beim Laufen.Und in all den Jahren hat sich nichts geändert.

Danke und: 2014 unbedingt zur Party bleiben!

Herzlichen Dank für den Bericht und Glückwunsch zum Lauf und zur 30 km-Premiere!! Bin auch schon das eine oder andere Mal in Schwerin gestartet und habe vieles wiedererkannt - u.a. die Endmoränenlandschaft auf den letzten Kilometern :-).

Eines fehlt allerdings noch zu Deinem /Eurem Fünf-Seen-Glück: Du solltest im nächsten Jahr unbedingt zur abendlichen Party bleiben ("Läuferball" mit toller Livemusik). Die dortige Stimmung nach einem Lauf habe ich selten erlebt - da wackeln die (Zelt-) Balken. Unbedingt Tickets sichern, die sind zu Recht schnell weg :-)

Sonnige Grüße aus dem Norden in den Norden!

Für den Läuferball fühlte

Für den Läuferball fühlte ich mich denn doch noch etwas zu jung. Solche Lauftage klingen bei mir eher im kleinen Freundes-/Mitläufer-/Supporterkreis aus, gesättigt von frisch Gegrilltem, bei einem kühlen Bier. Da dürfen dann auch mal die Augen zufallen...

Das mit der Organisation

Das mit der Organisation klappt auch hier leider nicht immer gut, das macht die norddeutsche Landschaft aber immer wett, wenn man beim Laufen noch den Blick dafür hat. Und ich habe das Gefühl, es geht hier immer etwas lockerer zu bei den Veranstaltungen, weniger Ellenbogen und mehr flotte Sprüche.

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