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Nachdem ich am Sonntag beim Dürrwangener Lauf zur alten Kappel einen hervorragenden Lauf hingelegt hatte, stand dem offiziellen Angriff einer 5000m-Bestzeit nichts im Wege. Zwar lag diese bis dato bei sehr guten 18:16,33 Minuten, doch mit ordentlich Ehrgeiz, sollte diese Zeit machbar sein.

Immer noch ziehe ich mein "Extremtapering" durch, was bedeutet, dass ich seit Sonntag gar nicht gelaufen bin. Derzeit sind die Wettkämpfe meine einzigen "Trainingseinheiten". Das Rheuma lässt einfach nicht locker. Weshalb ich es mal mit einer zweiwöchigen Lauf- und Wettkampfpause versuchen werde.
Das Steffi-Fuchs-Gedächtnissportfest findet zu Ehren der wohl erfolgreichsten Dinkelsbühler Sportlerin, die bei einem Autounfall tödlich verunglückte statt. Unter anderem findet im Rahmen des Sportfestes ein Meilenlauf, eine 3000m-Lauf und der 5000m-Lauf statt, bei welchem ich gemeldet war.

Ausnahmsweise war ich mal pünktlich vor Ort, um nur kurze Zeit später zu erfahren, dass sich der Lauf um mindestens eine halbe Stunde verspätet. Die Zeit bis dahin habe ich dann mit einigen Gesprächen mit anderen Läufern und Vereinskollegen verbracht.

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Das Wetter zeigte sich leider von der hässlichen Seite. Man kann fast sagen Dauerregen, die immer nur Minutenweise unterbrochen wurde. Ein echtes Schmuddelwetter, aber dafür absolut bestzeitentauglich und hierfür waren wir ja da.

Das Startfeld war wie fast immer bei solchen Bahnwettkämpfen recht übersichtlich aber da es der A-Lauf war naturgemäß stark besetzt.

Mein Ziel für den Lauf war 3-stufig aufgebaut:

  1. Bestzeit laufen
  2. Vor Vereinskollegen Andreas May ins Ziel kommen
  3. Schallmauer von 18:00 Min durchbrechen

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Zum Start schütte es mal zur Abwechselung ordentlich (Ironie). Das Tempo kam mir sehr langsam vor und ich musste mich bremsen einen deutlich stärkeren Läufer nicht zu überholen. Andy ging es genauso, bis unser Trainer von Außen rein rief, dass wir nicht überpacen sollen. Nach der ersten Zwischenzeit wussten wir auch warum. Wir sind auf Kurs Sub 17:00 Min unterwegs gewesen.

Ich nahm Tempo raus und lies den Abstand zu Bernd langsam wachsen. Andy nutze mich währenddessen als Tempomacher.

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Den ersten Kilometer gingen wir bei 3:30 Minuten durch und war damit gut auf Kurs Sub 18:00, für welche eine durchschnittliche Pace von 3:35 notwendig wäre.

Bereits nach der dritten Runde merkte ich, dass es heute schwer werden würde. Trotzdem ging auch der zweite Kilometer mit 3:32 ähnlich schnell. Allerdings danach wurde es schwierig für mich und ich lies etwas nach. Andy setzte sich gleich vor mich und ich versuchte nach zurufen vom meinem Trainer dran zu bleiben.

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Zwei Runden konnte ich das Tempo von Andy, dass eigentlich genau mein Tempo sein sollte, mitgehen, bevor ich langsam aber stetig abreisen lassen musste. Ich brauch von den Kilometerzeiten hier richtig ein und lief den dritten in 3:43 und vierten in nur noch 3:50.

Der Abstand zu Andy war inzwischen auf fast 150 Meter angewachsen. Spätestens hier stand fest, dass er unseren Zweikampf für sich entscheiden würde. Verärgert über diese Tatsache und das nahe Ende, motivierten mich nochmals alles zu geben.

Kurz vor Beginn der letzten Runde, werde ich noch ganz knapp überrundet, was mir aber eigentlich egal ist, denn ich laufe auf Zeit oder gegen Andy.

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Endlich auf der letzten Runde. Unser Trainer schreit durchs Megaphon, dass für Andy auf jeden Fall noch eine Sub 18:00 drin ist. Da dies mein Ziel ist, setzt dies nochmals ein paar Reserven bei mir frei. Ich gebe echt alles und kann den Abstand auf unter 100 Meter verringern. Andy läuft bei 17:56 Minuten ins Ziel ein, als ich zum Endspurt auf der Geraden ansetze. Mitten im Endspurt sehe ich die Uhr umspringen und schreie laut meinen Unmut raus, während ich bereits auslaufen lasse. Ich komm praktisch auf der Ziellinie zum stehen und drücke meine Garmin bei 18:08 ab.

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In den Ergebnislisten steht später eine 18:08,38 Minuten und damit meine PB um 8 Sekunden verbessert. Meine erste offizielle persönliche Bestzeit in diesem Jahr. Trotzdem kann ich mich nicht wirklich darüber freuen. Zu sehr hatte ich mich auf eine Sub 18:00 eingestellt und auch die erste Niederlage gegen Andy, die höchst verdient war, liegt mir schwer im Magen. Vielleicht bin ich etwas erfolgsverwöhnt...

Sport frei!
Thomas
www.Läufer-Blog.de

Siehe auch:

2.9
Gesamtwertung: 2.9 (10 Wertungen)

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