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Benutzerbild von running_with_scissors

Bisher war ich ja nie wirklich verletzt. Klar, so seine Wehwehchen hat man mal. An der Achillessehne mal, mal am Vorfußspann, mal am Knie. Das ging mit mehr oder weniger moderater Trainingsrücknahme alles wieder weg. Diesmal nicht.

Vorgeschichte

Diesmal ging ich kerngesund und ohne Probleme an den Start. Der dritte Bahnlauf zum Karlsfelder Läufercup über 5000m stand an. Und wäre der nicht gleichzeitig ein Wertungslauf für die Serienwertung zum Dachauer Laufchamp gewesen, dann hätte ich ihn noch nicht mal mitlaufen müssen. Meine Zeit vom ersten 5000m-Lauf von zwei Wochen zuvor hätte ich bei 30° sowieso kaum unterbieten können. Aber so wollte ich mit einer möglichst guten AK-Platzierung ins Ziel kommen. Da kam mir entgegen, dass bei der Hitze viele zu Hause geblieben sind. Doch schon in der zweiten Runde merkte ich, dass mein rechter Schuh drückt. Verdammt eng. Mein linker Schuh is aufgegangen. Verdammt, wäre ich doch wenigstens kurz mit den Spikes auch noch eingelaufen, statt im kühlen See Aquajogging zu machen. Was mach ich jetz? Anhalten und neubinden oder Zähne zusammen beißen? Natürlich durchlaufen!
Irgendwann gings dann doch nicht mehr und ich mach die Bahn frei um wenigstens den rechten Schuh kurz aufzumachen und leichter zu binden. Das machts etwas besser. Irgendwann geht der Schuh dann auch noch auf. Immerhin kann ich vom vorletzten Platz dieses Laufs auch noch jemanden überholen.
Adrenalin kommt und so lass ich mir auch denn Endspurt nicht nehmen und komme ins Ziel. Als ich dann endlich den Schuh auszieh wird nicht besser. Ich geh zum Sani und lass mir Eis geben. Trotzdem kann ich kaum auftreten. Auch im Bett habe ich noch Schmerzen. Am nächsten Morgen unverändert. Ich geh zum nächstbesten Sportarzt, der ist wegen Sterbefall nicht da. Also fahr ich ins Krankenhaus. Die Dame, die mich geröntgt hat, kommt zurück und meint: "Was ham Sie denn da gemacht?" Ich: "Hm?" Sie: "Ja der is gebrochen". Scheiße!

Konsequenz

Das seh sogar ich als Laie auf den Bildern: Der zweite Mittelfußknochen rechts (der neben dem großen Zeh) is einmal in der Mitte durch. Liegt aber wenigstens nicht verschoben. Ich komme also um eine OP rum, bekomme aber einen Gips. Für 6 Wochen. Dank eines engagierten Krankenpflegers, der den Arzt überredet(!) mir keinen Unterschenkelgips zu verpassen, komme ich um einen solchen herum (Glück im Unglück!) und stattdessen einen sogenannten Geisha-Schuh verpasst. Das ist ein Kunststoff-Gips-Schuh der bis unter den Knöchel geht und ein Abrollen mit dem Fuß verhindert.

Ich kann also immer nur den rechten Fuß einen Schritt vor und den linken dann nachziehen. Wie eine japanische Geisha eben: Die hat Zeit. Krücken bekomme ich dann keine dazu, deswegen komme ich dann um Trombose-Spritzen herum. Bleiben noch das Ibuprofen (Schmerztabletten) und die Pantoprazol (Magenschutz).

Aufarbeitung

Und mir bleiben trübsinnige Gedanken und viele offene Fragen:
Wie kam es dazu? Was hab ich falsch gemacht? Bin ich einfach nicht zum Läufer geboren? (Vergangenheit)
Was mach ich jetzt mit dem Gips? Wann und wie viel darf ich Radfahren? Welche Kräftigungsübungen? (Gegenwart)
Wie kann ich wieder ins Lauf-Training einsteigen? Was kann ich umfang-mäßig verkraften? Kann es noch klappen mit New York? (Zukunft)

Vergangenheit

Ich hoffe mal nicht, dass meine Füße per se einfach nicht zum Viel-Laufen gemacht sind. Dabei bin ich soo viel gar nicht gelaufen in diesem Jahr. Maximal 90 km/Woche. Im Schnitt 70. Und noch nicht mal auf einen Marathon trainiert. War das der Fehler? Sonst hatte ich nach einem Frühjahrs-Marathon immer drei Wochen Komplett-Laufpause. Jetzt bin ich seit November durchgelaufen.
Hab ich zu viel auf einmal versucht an meinem Laufstil umzustellen? Braucht die langsame Umstellung auf Mittelfuß länger als ein halbes Jahr? Mit den Spikes bin ich bisher nur 15 km insgesamt gelaufen, das kann ja wohl nicht der Grund sein. Ok, ich hatte schon verdammt viele Wettkäpfe in den letzten Wochen und zusätzlich forciertes Tempotraining. War das Training zu intensiv? Geht zu viel Speed auf die Knochen?
Oder kann es daran liegen, dass momentan alle meine Laufschuhe schon 700-800 km unter den Sohlen haben?
Mangelernährung sagen manche. Kann sein. Mehr Calcium? Zink? Erster Schritt: Hab ein Neues Mineralwasser mit 4x soviel Calcium und insgesamt mehr anderen Mineralstoffen. Fehlt noch Zink.
Nicht auf den Körper gehört? Naja, doch schon. Aber ich kann kaum bei jedem kleinen Aua 4 Wochen Laufpause machen. Gut, die wiederkehrenden Fuß-Spann-Schmerzen vor nem halben Jahr waren schon verdächtig.

Gegenwart

Ich will jetzt erst mal zwei Wochen Sportpause machen. Evtl. ein paar Kräftigungsübungen für den Oberkörper raussuchen. Später dann auch für die Beine, nicht dass die verkümmern. Laut Arzt darf ich mit dem Gipsschuh radfahren. Immerhin etwas um nicht alle Kondition zu verlieren.
Einen Sportmediziner oder -Orthopäden will ich fragen ob und wann ich eine schwimmbadtaugliche Variante fürs Aquajoggen bekommen kann. Und ob so Carbon-Einlagen für den Wiedereinstieg sinnvoll wären. Und warum das alles?

Zukunft

Alles für den New York Marathon. (Ohne zeitliche Ambitionen.) Ein vernünftiger Mensch würde sagen: Komm lass es sein. Gib deinem Körper Zeit, mach langsam. Aufbau-Training mindestens bis Dezember, Marathon frühestens im Frühjahr.
Aber jetzt hab ich mich endlich qualifiziert, hatte sogar noch Los-Glück und einen Platz bekommen. Und jetzt das. Jetzt hab ich alles gebucht und wenn ich stornier, dann krieg ich vermutlich nicht mal die Hälfte des Geldes zurück (Startgeld futsch + strenge Stornobedingungen bei Wimdu + Willkür der Flugticket-Airlines und -Reseller).
Immerhin gibt's noch Leute, die meinen ich könnt's schaffen. Das ist der einzige Grund für mich jetzt am Ball zu bleiben anstatt die Investitionen abzuschreiben.
Den geplanten Tauchkurs für den Sommerurlaub kann ich auch vergessen. Statt Tauchen kann ich im Urlaub dann Reha-Übungen machen. Immerhin kommt der Gips noch vorher runter, wenn alles gut geht.

(Kein) Ende in Sicht

Die Wettkampf-Berichte der diversen Laufserien (Karlsfelder Läufercup, Dachauer Laufchamp, Bayerns Sportscheck-Stadtläufe), die ich alle nicht mehr zu Ende bringen kann, spare ich mir. Lieber schreibe ich (hoffentlich) bald über meine Heilungsfortschritte. Gedanklich zähle ich jetzt schon runter: Noch T minus 6 Wochen bis zum Neuanfang.

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Geduld

...ist da jetzt wohl angesagt. Davon habe ich leider zu wenig. Ich habe mit dem Muskelfaserriss jetzt vier Wochen rum und würde am liebsten wieder starten. Da ich aber noch nicht schmerzfrei laufen kann lasse ich es bleiben, sonst dauert der ganze Schlamassel noch länger. Gute Besserung wünsche ich dir :0)

Worte zum Aufmuntern

Ich weiß nicht, was da aufmunternd wirkt. Laufpausen sind immer großer Mist.
Du wirst Geduld brauchen. Leider kenne ich keinen, der genug davon hätte, dass er etwas davon abgeben könnte. Für dein Ziel, New York, drücke ich dir ganz fest beide Daumen.
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Hey, lass die Ohren nicht hängen!

New York ist erst im November - bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein runter (oder welcher Fluss auch immer bei Dir in der Ecke fließt).

Das wird - Du bist schneller wieder "auf dem Damm" als Du jetzt meinst. Zu Alternativen befrage einen Physio Deines Vertrauens! Kopf hoch, das geht vorbei.

ach du sch...

wünsche dir gute und schnelle Besserung !!!

Mach dir mal nicht zuviel Druck und dann einfach das Beste draus ... das jetzt ausfallende Training wird dir bei "Ohne zeitliche Ambitionen" kaum schaden, dafür bist du zu gut drauf !
Aber die Knochen sollten schon heil sein dafür !!!

Alles Gute !

Wie alt bist Du?

Und wie viele NY-Marathon oder Boston oder London oder Berlin oder ... kommen da noch in deinem Leben?

Ich kannte zu Studienzeiten einen Komilitonen, der wurde zu DDR-Jugendleistungssportzeiten für einen Wettkampf "Fit gemacht" und kann heute mit seinen Kids kaum mehr mit dem Wasserball Fußie spielen!

1. dauerhaft Gesundheit bleiben
2. Familie
3. Job
...
x. NY-Marathon!

Ordne deine Prioritäten und dann mach dein Ding, wenn du 1. sicher stellen kannst und 2. und 3. nicht darunter leiden!

Gruß Angus Schuan.

PS: Hör mal auf einen Lauf-Anfänger! Lernen ist keine Einbahnstraße!

Au Backe - äh Mittelfuß

...das ist ja ein riesiger Oberdoppelmist!
Auch wenn ich mir noch nie etwas gebrochen hab (Klopf auf Holz!), kann ich ganz gut nachfühlen, wie es Dir gerade geht...

Ich schicke Dir eine große Portion Geduld mit einem Löffel Energie, garniert mit einem Entspannungsgel für den Soforteinsatz!

Dazu drücke ich Dir die Daumen für New York. Du wirst sehen ob es geht oder nicht...

cheetah

ps. dieser Geishaschuh - echt schick ;-)

Ursache finden!

Fussspannschmerzen ignoriert? Laufstil umgestellt? Mit Spikes gelaufen?
Doch, die 15 km mit Spikes in Kombi mit schon vorhandenen Schmerzen können die Ursache sein. Ein Ermüdungsbruch (hatte letztes Jahr selbst einen am Wadenbein) beginnt mit Wassereinlagerungen im Knochen, die durch Überlastung entstehen und noch nicht weh tun müssen. Was weh tut, ist die Knochenhaut, die, wenn sie irgendwann verletzt wird durch den Bruch, sich entzündet, um den Knochen zu heilen.
Wenns durch ist, ists durch.
Vorher ist der Körper im Training immer in Dauerreparatur und Umbau, um mit den steigenden Laufbelastungen klar zu kommen, sich darauf einzustellen.
Wenn es zuviel wird (Laufstilumstellung?), ist das Reparaturgleichgewicht gestört.
Kann auch durch Mangelernährung und Krankheit beschleunigt werden.
Daher wurde bei mir zur Sicherheit eine Knochendichtemessung und eine Hormonuntersuchung gemacht, was zum Glück alles mit top Werten war.
Das Laufen mit Spikes ist Extrembelastung wegen der Spikes und Tempo.
Da kann es schon mal Knack machen, nicht nur im Mittelfuß.

Es gibt unterschiedliche Heilungsverläufe. Wenn alles gut aneinander liegt, ist der Knochen bei völliger Schonung in 4-6 Wochen wieder stabil, die Knochenhaut kann aber noch lange Zeit schmerzen verursachen. Bei mir waren sie erst nach 10 Wochen ziemlich weg und wetterfühlig bin ich immer noch dran, was mich manchmal unsicher macht.
Radfahren und Aquajogging haben mir recht gut über die Zeit geholfen.

Ich wünsche Dir gute schnelle Besserung!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Vielen..

...Dank an alle für die Genesungswünsche und auch für die warnenden Worte.

Dir auch gute Besserung mel72.

@Carla: Knochendichtemessung und Hormonuntersuchung, wo macht man das? Kann ich das von meinem Arzt verlangen? Zahlt das die Kasse?

Ja,...

Auf Grund des nachgewiesenen Bruchs müsste Deine Krankenkasse auf jeden Fall die Knochendichtemessung zahlen...hat sie bei mir auch!
Es schließt die Ursache Osteoporose aus.
Den hormonellen Status hat meine Gyn. gemacht, macht bestimmt auch der Hausarzt...musste mal Deinen Orthopäden fragen.

Habe in der Zeit auch vermehrt Calcium genommen, wobei mir letztens noch jemand sagte, dass Frau Magnesium zusammen mit Calcium im Verhältnis 2:1 nehmen sollten, weil die sich gegenseitig abbauen und Frauen im Ultrasport da vermehrt Bedarf haben sollen.
Da gibts wohl ein Kombipräparat, weiß ich aber noch nicht, wie das heißt.
Habe auch Schüsslersalz Nr. 1 genommen.

Während der akuten Knochenhautentzündung, die bei mir sehr ausgeprägt war laut MRT, sollte ich zwei Wochen Voltaren Resinat gegen die Entzündung nehmen, was glaube ich gut war. Magenschoner wäre gut, brauchte ich aber nicht.
Außerdem habe ich wegen der Entzündung immer wieder in kurzen Intervallen gekühlt, damit Durchblutung reinkommt und gegen die Entzündung.
Zum Glück brauchte ich keinen Gips, weil das Schienbein ja das Wadenbein "schient" und ich durfte sofort Radeln (vorsichtig ohne Druck) und Schwimmen/Aquajoggen, sobald schmerzfreie Bewegung möglich.

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

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