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Gestern war es mal wieder soweit, der Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe stand an, als Karlsruher fast eine Pflichtveranstaltung, allerdings wieder nur als Staffel – irgendwann will ich es auch mal alleine versuchen, aber da fehlen wohl noch ein paar Jahre Training. Die Bedingungen hinsichtlich des Wetters war hervorragend – leicht bewölkt, für die erste Etappe fast noch etwas zu warm aber sonst prima. Allerdings hatten wir uns am Freitag noch zum Grillen verabredet, das eine oder andere Bier zuviel war die Folge, mächtig viel zum Essen und von viel schlafen konnte auch keine Rede sein. Eigentlich war das erklärte Ziel die Zeit von 7:38 aus dem letzten Jahr zu schlagen, aber wenn ich so in mich hinein hörte und in die Gesichter der anderen blickte  – aber gut, mal schauen was geht – und vor allem es sollte ja Spaß machen.

Mit an Bord auch wieder die Supporter bestehend aus unseren GöGä – männlich wie weiblich – vielen Dank für die tolle Unterstützung – mit euch macht‘s doppelt Spaß. Also der Supporterbus geholt, wir wollten ja die Läufer auf ihren Strecken unterstützen und ab zum Start. Zur Neutralisation des Katers gab es noch schnell eine Bratwurst – also eine Vorlaufwurst – und schon schickten wir unsere erste Staffelläuferin auf die Strecke. Ab in den Bus und zur ersten Anfeuerstelle am Bahnhof in Durlach. Ein bisschen mussten wir warten, hatten aber die Gelegenheit das Läuferfeld mal zu scannen. Schnell hatten wir auch die Ultras Kawitzki und Cherry65 ausgemacht, die zumindest am Anfang immer so rund um unsere Staffelläufer liefen – allerdings eben auf der ganzen Strecke – unglaublich.

Dann kam unsere Starterin auch – wir machten mächtig Rabatz – ich glaube mit unseren Weinberg-Ratschen dürften wir dem einen oder anderen Läufer im Gedächtnis geblieben sein. Und wieder ab ins Auto zu zwei weiteren Supportstellen und dann kam in Grötzingen schon die Übergabe auf den zweiten, der die undankbare zweite Etappe in Angriff nehmen sollte, mit 21 km relativ lang und mit drei Steigungen ziemlich anstrengend, aber da musste er eben durch – ja ich weiß, die Ultras können da nur schmunzeln. Und wieder ab in den Bus. Auf dem Weg zur nächsten Supporterstelle stärkten wir uns mit ein paar Hähnchenschenkeln, die uns vors Auto gelaufen sind – und ab geht die Post. Auch ihn unterstützen wir an drei Stellen – komisch, den Schenkel, den wir im mitgebracht hatten wolle er irgendwie nicht haben dann Stand auch schon der Wechsel auf den dritten Läufer an. Kürzere Etappe aber fast durchgehende Steigung. Natürlich auch bei ihm die Unterstützung auf der Strecke, an zwei Stellen nutzen wir das Warten, um für die Läufer die Hauptstraße, die sie queren mussten, abzusperren, damit sie geradeaus durchpfeifen konnten. Es wurde dunkler und so langsam machte sich auch bei mir die Nervosität breit, meine Etappe stand an, die längste und vollständig im Dunkeln zu laufen, dafür mit langem Gefälle, bei dem man es so richtig laufen lassen konnte. Aber erst mal zur Wechselstelle, da gab es das letzte Mal richtig leckere Calamares mit selbstgemachter Knoblauchsosse und gute Pommes – als noch kurz gestärkt, di Lampe gerichtet und gehibbelt.

Da kam er dann auch, Startnummer übergeben, abgeklatscht und los geht’s. Schon jetzt zeichnete sich zwar ab, dass wir das gesteckte Ziel wohl nicht halten werden können, aber erst mal Vollgas. Die ersten Kilometer konnte ich die Pace auch unter 5:00 halten, ging ja auch bergab, hatte sogar die Ehre Kawitzki zu überholen – als Staffellläufer einen Ultra hihihi – und weiter ging‘s. Es war inzwischen relativ wenig los, ziemlich auseinandergezogenes Feld konnte sich also den Gedanken hingeben. Es war gar nicht wirklich dunkel, der tolle Vollmond gab ein gigantisches Licht und mit den Wolken und vor allem im Wald gab es beeindruckende Lichtspiele – einfach zum Genießen, solange die Kraft noch da war. Zwischendrin mein Team mit den Supportern, die mitten im Wald Remmidemmi machten – ein weitere Motivationsschub, aber trotz allem machten sich so langsam die Bier und die vielen Steak vom Vorabend spürbar – es wurde zäh. Mit dem Einlaufen nach Ettlingen war auch das Gefälle vorbei, jetzt noch das letzte Rausholen, die Pace sank auf deutlich unter 5:00, das Ziel war praktisch außer Reichweite, also nur noch genießen. Ein Stück über die Felder und wieder in den Wald. Mit der Autobahnbrücke sogar noch eine Steigung – gar nicht schön, inzwischen tat alles weh – aber weiter geht’s – und schon hörte man den Stadionsprecher, ich freute mich , aber weit gefehlt, es geht in einem großen Bogen noch fast 3 Kilometer durch den Wald, und das zieht sich endlos. Dann aber Doch, man sieht das erleuchtete Stadion, läuft über eine Wiese und schön hört man wieder unsere Ratsche, die Stimmung wird toll, noch eine Runde im Stadion tolle Stimmung, Gänsehaut und dann ist es geschafft – angestrebte Zeit zwar verfehlt, aber ein tolles Rennen mit tollen Freunden und tollen Supportern. Im Ziel noch ein bisschen geklönt, Medaillen abgeholt, die Stimmung genossen und die Siegerehrung abgewartet. Die Ultra-Siegerin Anne Staeves – hatten wir auch immer mächtig angefeuert, sie war immer kurz vor unserer Staffel unterwegs – kam noch kurz zu uns und hat sich für die Anfeuerung bedankt – fände sie toll. So langsam zusammengepackt, den Bus aufgeräumt und ab nach Hause – ins Bett – wohlverdient.

Zu erwähnen auch die aufopferungsvolle Unterstützung der vielen Helfer, alle super freundlich, und von ein paar Kleinigkeiten abgesehen gab es nichts auszusetzen. Auch die Wegmarkierung war besser als im letzten Jahr, wo es doch den einen oder anderen Verläufer gab. Es hat wieder mal riesigen Spaß gemacht, und wir sind das nächste Jahr sicher wieder mit dabei.

JogOn
Agurion

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Ne Staffel durch die Nacht..

...klingt super! Da ist die Zeit doch nicht sooo wichtig.
Wieviele Leute rennen da so mit?

So ca. 200 Ultras

50 Staffeln und nochmal 50 Marathonies.

Agurion

:0))..

...ja, ihr hattet wirklich ein super Supporter Team, die Mädels hatten es echt drauf, mich immer wieder zu wecken ;0)...
Hey, wieso hast du dich nicht mal bemerkbar gemacht, du warst doch der, der locker und flockig, da mitten im Wald, auf den letzen 15km an mir vorbei lief!? Hattest du ein blaues T-Shirt und eine gelbes Rad als bekleidung dabei!?
Hey, du hattest fast 12km/h drauf, da im Wald...
Ihr wart richtig gut!!! :0)
Okay, dann beim nächsten mal...

Gruß,
Kaw.

P.S. Den Hähnchenschenkel da, den hätte ich gerne genommen und verputzt :0))...

Noch mal
P.S. Woran hast du mich eigentlich erkannt :0(!? Ich laufe doch immer inkoknito ;0)...

-"Ich bin als Kind von einem radioaktiven Schokoriegel gebissen worden. Jetzt habe ich zwar keine Superkräfte, nehme aber permanent zu." :o( ups...-

Nein, das T-Shirt war weiß

eine Radbegleitung hatte ich auch nicht, Kilometer müsste so gegen 60 gewesen sein, aber die Geschwindigkeit stimmt - mindestens :-)

OK, den Hähnchenschenkel bekommst das nächste Mal Du, aber an der Stelle warst Du noch vorne, ging also eher nicht und später war er ja kalt.

Und das mit dem inkognito ist so ene Sache :-), aber das nächste Mal spreche ich Dich an.

JogOn
Agurion

Wenn ich gewusst hätte, was

Eure Rasseln agurion habe ich wohl gehört, ich hoffe, Ihr habt das nicht nachts um 2 Uhr in den Bergdörfern gemacht, die brauchen doch ihren Schlaf :-). Wenn ich gewusst hätte, was für Sch...Wege (vor Jöhlingen) die Ultraläufer so laufen, dann hätte ich Kawi nicht 25 km auf dem Rad begleitet :-), da kam ich nicht mehr hinterher so steil und vor allem schlecht. War aber sehr kurzweilig mit Kawi und auszuhalten :-). Wir schwätzen beide viel :-). In Jöhlingen um 19 Uhr trennten sich dann unsere Wege, die Bratwurt rief :-). Respekt den Läufer egal ob Staffel oder alleine, im Dunkeln zu laufen muss man sich trauen. War nett dietzrun und mainrenner kennengelernt zu haben. Cherry kenn ich ja schon ein bissel länger :-).
Anbei 2 Bilder.

Wieder einer mehr,

bei dem ich ein Gesicht zuordnen kann. Die Rad-Begleiter bei den vielen Höhenmetern haben wir auch nicht beneidet, war sicher auch nicht ohne.

Tatsächlich sind wir in einem der Bergdörfer mit Hinweis auf schlafende Kinder etwas um Ruher gebeten worden - jetzt war da schon mal etwas los :-) Aber OK, waren wir dort eben etwas leiser - war trotzdem eine Riesen-Gaudi

Bis zum nähsten Mal
Agurion

So lange

So lange habe ich die JM-Community nicht mehr mit Fotos gequält und trotzdem filterst Du mich aus einer gewissen Menge Läufer heraus? Ich bin gerührt.

Mir sind mehrere Supporter-Teams aufgefallen, welches war Deines?

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

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