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...wer cocobolos blog gelesen hat, weiß ja wie es am Samstag bei der Liga war, kalt und windig.
Sonntag nun LD und MD und da wollte sich das Wetter auch nicht lumpen lassen.
In 2011 war es dort in Limmer so heiß, daß in der WZ reihenweise Reifen geplatzt sind, in 2012 hat es stundenlangen Paltzregen gepaart mit einem Temperatursturz in den unteren einstelligen Bereich gegeben und da mußte sich für 2013 ja noch ne eklige Variation finden lassen, also:

Nach dem das Wasser am Samstag schon kalt war, stellte man am Sonntag fest, daß die Temperatur bei 14,8° lag, also Schwimmverbot...aber mit ein bißchen rummessen und nochmal gucken, konnte man sich dann auf offizielle 15,2° einigen und diese verkünden.Daraufhin wurde die Schwimmstrecke der LD halbiert auf eine Runde a 1,9km. Für die MD wollte man das aber vermeiden und so wurde hier voll gestartet.
Ohne Einschwimmen, alle Starter sammeln sich am Einstieg, dann reintreiben der Athleten im Block und wenn der letzte im Wasser ist Start innerhalb der nächsten 10 sek. Gute Idee, klappte aber nur so leidlich, es dauerte gefühlt ewig bis der letzte im Wasser war. Nur die Kollegen aus Norwegen neben mir fühlten sich offensichtlich wohl, allerdings auch mit Neoprenthermohauben auf dem Kopf.
Es war halt a...kalt. Die ersten 300m hatte ich das Gefühl bei jedem Eintauchen mit dem Kopf knallt mir einer ne Packung Eiswürfel gegen die Stirn, die direkt in die Nebenhöhlen fallen. Und wenn man mal von den Händen absieht ging es dann relativ gut. Schnell einen, wenn auch langsamen, Rhythmus gefunden und konstant und ohne irgendwelche Probleme bis zum Ausstieg durchgezogen. Keinen nennenswerten Feindkontakt, keine Orientierungsprobleme (ich liebe Kanäle), nur beim Ausstieg wurde mir echt schwindelig und ich war froh, rechts und links von mir nen Helfer zu haben - ging aber vielen ähnlich (kaltes Wasser im Innenohr mag halt das Gleichgewichtsorgan nicht). Schwimmzeit gefühlt recht gut, gemessen eher mau mit 38min.
Topthema in der WZ war dann die Kleidungsfrage. Durchgefroren, nass, superwindig, aber eigentlich recht kommode Außentemperaturen... was anziehen?
Also, Radtrikot über den Suit, Armlinge und ne Windjacke und ab.
Und das paßte auch ganz gut, war allerdings für die nächsten 03:08 Stunden auch das einzige was auf'm Rad paßte. Durch das kalte Wasser merkte ich recht schnell, daß mein Nacken total verspannte, wenn ich in die Aufliegerposition ging (und da mußte man windbedingt dauerhaft bleiben)und ab km 20 meinte dann mein ISG Gleitwirbel auch er müßte mal in Richtung Ischias rutschen, schmerzfrei geht anders. Aber das schlimmste war wirklich der Wind. Als Nordlicht bin ich da ja einiges gewohnt, aber die hohen dauerhaften Windgeschwindigkeiten mit vielen Böen bis 50km/h, waren mehr als grausam. Wir sind ca. 75km von den 90km nur mit Wind schräg von der Seite gefahren und das es Gegenwind selbst bergauf gibt, war für mich ne ganz neue Erfahrung (auf die ich gut verzichten könnte). Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber Gegenwind ist etwas was enorm an der Kraft zehrt, aber sich noch viel schlimmer mental auswirkt, ich finde, daß macht auf Dauer sooo mürbe...unglaublich. Berge hören ja irgendwann auf dem Gipfel mal wieder auf, aber das...Ich kann schon beißen, aber das hat mich ähnlich an den Rand der Leidensfähigkeit gebracht, wie der Föhr-Marathon 2012...
Der Schnitt lag übrigens bei 28,9km/h, so langsam bin ich noch nie in einem Wettkampf gefahren und möchte es auch nicht wieder. Zeiten also, schon mal komplett kaputt und mental geknickt und entsprechend mit wenigen Körnern bin ich dann auf die Laufstrekce raus. Häßliche Krämpfe der Oberschenkelmuskelansätze kündigten einen schnellen Ausstieg an, aber die vergingen dann doch irgendwann; aber die ersten 10km waren keine lustvolle Sache. Merkwürdigerweise gingen die nächsten 8 dann recht gut ( ein Hoch auf einen Becher Cola bei km12!!!!), und über die letzten 2 decken wir den Mantel des Schweigens; HM-Zeit mit 2:08 völlig im Ar..., aber :
ANGEKOMMEN!
Alles in allem nicht gerade Vergnügungsteuerpflichtig und echt bretthart, aber gefinisht ist gefinisht ist gefinisht...
Meinen riesen Respekt an jeden LD-Finisher, unglaublich solch eine Distanz zu absolvieren (vor alem Respekt an die, die 5 Std vor uns gestartet waren und noch 20km zu laufen hatten, als ich auf den letzten Metern war - gruselige Vorstellung)
Ansonsten kein einziger Regentropfen (und das an diesem WE, Grüße an den Süden), Top-Organisation, Spitzenverpflegung und ein wirklich hartes Starterfeld, viele nutzen Limmer auf der MD als LD Test für z.B. Roth und entsprechend wird das Leistungniveau angezogen.
Rückblickend hat es zwar echt keinen Spass gemacht, aber ich bin froh da gewesen zu sein.Wobei das meine 5. MD war und ich bei keiner einfaches Wetter hatte.
Oder bin ich halt doch einfach nur ne heulsusige Uschi...;-)

Denkt dran, wer Scheißwetter liebt, startet da wo FRITZE ist.
Und der grüßt ganz lieb und stolz und wünscht uns allen, daß der Sommer jetzt kommt.

Das hätte ich...

...vorher wissen sollen. dass Du das Sch...wetter immer im Gepäck hast. War auch in Hannover auf der MD unterwegs und es sogar geschafft, die 6 Stunden zu überbieten.
Schwimmen fand ich kalt aber mit 35 min ganz gut. Radfahren erwähne ich wegen dem Sturm gar nicht. Mit schieben wäre ich nur wenige km/h langsamer gewesen. Laufen in 1:48:.. war dann wieder super, da ich den ganzen HM das Gefühl hatte, ich fliege am Feld vorbei.
Ansonsten fand ich die Veranstaltung aber super!
Achso, und Glückwunsch zum Finish. Ich kann einschätzen, wie "schön" das war.

Viele Grüße von der sonnigen Ostsee!

Oh man,

wärst Du mal in Harsewinkel gestartet! Eine MD gab's da auch; Becken war angenehm und die Sonne kam später gut raus und machte es warm. Hab die ersten "Abdrücke" an den Schultern. Nur der Wind - der war auch da.

Gratulation zum knallharten Finish!

Kalt, kälter, Fritze

Was hatte ich geschrieben, es könne nicht schlimmer werden als 2012....Fritze kann!
Wahnsinn, dass es wieder mal durchgezogen hast. Bist halt doch ein stoischer Friese mit Totenkopf auf'm Rücken und der kann das.

Schöne Grüße von einer

die auch Sch...wetter bucht, ich sage ja nur Frankfurt 2011....

Wow, habe ich mitgelitten, auch wenn deine Zeiten für mich rekordverdächtig wären! Mir reichten die 1,2km im Freibadwasser am Montag, da bin ich auch schwankend aus dem Wasser, obwohl ich sonst nicht so kälteempfindlich bin. Und Gegenwind - wer braucht den schon! Seit Frankfurt weiß ich wie zermürbend Wind und Kälte sind, das killt - glaube ich - jeden (ok, die Norweger vielleicht nicht ;-)).

Meinen untertänigsten Respekt für jeden, der sowas zu Ende bringt!!!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Tage wie diese....

will man zwar nicht haben, muss man aber doch irgendwie als TRiathlet mitgemacht haben.
Eiskaltes Schwimmen und Gegenwindfahrten sind schon beim Lesen nicht schön, aber umso geiler ist es, dass Du es gepackt hast.
Herzlichen Glückwunsch!
PS: Und da Du dort ja hoffentlich nicht startest, wird es in Bocholt nächste Woche dann windstill und 22 Grad warm sein. Ich freue mich schon!

Wow...

und Hut ab vor dieser Leistung. Ich glaub, ich hätt gekniffen.
Herzlichsten Glückwunsch. :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.

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