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Da ich vorgestern einen superguten Lauf hatte, dessen wahnwitziger Erfolg (*räusper* 5,5 km/09:08 Pace - Anfänger!!) mir tolle Laune und ein richtig gutes Gefühl vermittelt hatten, folgte am nächsten Morgen ein wenig Ernüchterung.
Treppen gehen - aua.
Bei jeder Stufe protestierten meine Knie. Zum Glück arbeite ich in einem ebenerdigen Büro. Den Mittagsspaziergang hab ich dann prompt aufgrund des schlechten Wetters ebenfalls ausfallen lassen. Ich kann ja schließlich nicht wie ein begossener Pudel im Büro sitzen.

Zum Abend hin haben sich die Knie dann beruhigt, ich hatte mir dann aber fest vorgenommen, die nächste Trainingseinheit trotz aller Wünsche kürzer zu gestalten.
Normalerweise versuche ich eine regelmäßige Steigerung bzw. durch unterschiedliche Strecken auch neue Reize zu schaffen (so richtig?), aber diesmal bin ich nach Hause zu meinen Eltern gefahren und maß mein aktuelles Können an einer Strecke, die ich als Jugendliche oft gelaufen bin.

Geplant waren 4 km durch die Felder zwischen den Dörfern ohne Zeitbegrenzung, aber möglichst ohne Pause.
Gelaufen bin ich 4 km in 34:08 Minuten inklusive einem kleinen Endspurt und dem dringenden Bedürfnis weiterzulaufen, was ich dann in das dringende Bedürfnis, meiner Mutter ein Ohr abzuquatschen, kanalisiert habe.

Der Anfang dieses Laufs war das Härteste - überhaupt der härteste Start, seit ich wieder durch laufe. Meine Waden zogen übelst und es kostete mich einiges, mich über den ersten km zu kämpfen. Danach war es 1,5km okay, bis sie dann kamen - die Seitenstiche. Wer kennt sie nicht? Fiese Nadeln in der Körperseite. Ärgerlich, aber irgendwann war's dann vorbei. Und dann konnte ich mein Ziel quer über die Felder auch schon sehen.

Mal ganz ehrlich, ohne den Endspurt (und der ist ja Beweis genug) hätte ich auch noch weiter laufen können. Ich hatte es wirklich noch ernsthaft überlegt und mich dann dagegen entschieden, weil ich morgen mehr Treppen steigen muss als heute und ich es wirklich, wirklich nicht übertreiben will. Die meisten Sportverletzungen kommen ja vom Übertreiben, oder?

Ich wäre echt für eine Meinung dankbar: weiterlaufen oder nicht? Das gute Gefühl, wirklich etwas geschafft zu haben, gegen die Gefahr, sich selbst zu überfordern?

Vorab dankeschön für alle Antworten!

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Wenn Du nach dem Lauf vorgestern...

Knieprobleme und derb Muskelkater in den Waden hast, war das Pensum wohl noch zu hoch.
Endspurts solltest Du erst mal lassen, im Gegenteil, besser die letzten 500m immer langsamer austrudeln, denn mit dem Spurt packst Du noch mal richtig Spannung und Laktat in die Muskeln, was sich bei apruptem Trainingsende nicht mehr richtig lösen kann.
Mit dem lockeren Auslaufen läufst Du die Beine wieder sauber und fährst vor allem Deinen Kreislauf langsam und entspannt wieder runter.

Man sollte im Training nicht jedes Mal den Körper so weit "reizen", dass es solche Folgen hat.
Muka ist keine Belohnung, sondern Anzeichen, dass man etwas zuweit gegangen ist und gerade als Laufanfänger ist das kontraproduktiv und demotivierend.
Auch Seitenstich ist ein Anzeichen von Verspanntheit und Überforderung.

Entspann Dich und hab nicht immer den Gedanken, was schaffen zu müssen.
Lauf möglichst locker und schau noch nicht auf die Pace, die kommt von alleine.
Hör auf Deinen Körper und laufe erst wieder, wenn der Muka und die Knieschmerzen wirklich weg sind, zur Not auch mit 2-3 Tagen Laufpause.
Behalte das mit den Knieschmerzen im Auge und schaff Dir möglichst zwei verschiedene Paar Laufschuhe an, die Du immer abwechselnd läufst.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Trainieren!

Lieben Gruß Carla-Santana

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Nicht übertreiben!

Den Ausführungen von Carla-Santana kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Am Tag nach einem Trainingslauf sollten Knochen und Muskeln nicht in dem Maße zwicken, wie Du das beschrieben hast. Nach einem Wettkampf geht das noch in Ordnung, aber nicht nach dem Training.
Also lieber am Anfang etwas Zurückhaltung, der Erfolg stellt sich trotzdem ein. Und wie teilweise auch schon gesagt: Vor dem Lauf Muskeln aufwärmen oder gemütlich anlaufen, kein Endspurt, langsam auslaufen und nach jedem Lauf dehnen.
LG Dieter

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