Benutzerbild von krummbein

Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht: ich rauche nun schon seit über 30 Jahren. Vor rund 5 Jahren hab ich das erste mal aufgehört und es auch für 3 Jahre geschafft. Das ging auch nur, weil ich ein Ersatzmittel für's Rauchen gefunden hatte: Laufen. Wenn ich es nicht mehr ausgehalten hatte, endlich wieder frischen Rauch in meine Lunge zu kriegen, bin ich statt dessen Laufen gegangen und hab sie voll gepumpt mit Sauerstoff bis zum geht nicht mehr. Irgendwie musste dieser Raucher-Schweinehund ja klein zu kriegen sein, und es ging tatsächlich durch Laufen nach dem Motto: quäl dich du Sau! Und als Belohnung bekam ich jede Menge Endorphine vollkommen gratis. Das war besser als Nikotin: Nikotin machte einen schließlich müde, schlapp, kraftlos und krank. Die Endorphine machten wach, fit, seelig und gesund.

Aber nach drei Jahren kannte ich alle Waldwege im Umkreis von 30 km, Laufen wurde irgendwie langweilig: immer dieselben Strecken abspulen, bessere Zeiten waren auch nicht mehr drin und wenn dann noch das Wetter richtig schei... war, hab ich's einfach gelassen. Und auf 'ner Party, wo alle rauchten kam die Versuchung: ich rauchte ja schon seit drei Jahren nicht mehr, ich brauchte das Zeug nicht mehr, da konnte ich es mir locker leisten mal EINE zu rauchen, nur um zu gucken, wie das noch war. - Hmmm, lecker war die! Und nach zwei Wochen im Sommer beim Sonnenuntergang: jetzt ne Kippe, nur mal eine, ich brauch's ja nicht mehr....

Also bin ich nun seit zwei Jahren wieder Raucher mit schier unzähligen Versuchen, wieder aufzuhören. Immer wenn ich aufhöre, intensiviere ich das Laufen und immer wenn ich wieder rauche, laufe ich weniger. Aber meine Zeiten beim Laufen sind so mies und mehr als 10 km schaffe ich gar nicht mehr. Meine Lungen sind schon wieder beeinträchtigt und der Raucherhusten ist wieder im Anmarsch. Jetzt ist schluss! - mit dem Rauchen Jetzt geht's wieder los! - mit dem Laufen. Ich will meine Endorphine wieder, ich will wieder Blasen an den Füßen und Schmerzen in den Beinen, ich will die Schmerzgrenzen wieder überschreiten, ich will wieder weiterlaufen wenn nix mehr geht, ich will wieder raus, wenn jeder Hund drinnen bleibt weil das Wetter so mies ist, ich will wieder Laufen bis ich die blöden Bäume im Wald und die blöden Wege alle nicht mehr sehen kann, weil ich sie im Umkreis von 50 km schon alle auswendig kenne - bis ich wieder da bin, wo alle hin wollen: im Himmel.

Ich hab schon angefangen, heute ist mein dritter Tag ohne Rauch und ich fühle mich dem Himmel schon wieder ein Stück näher.

4.2
Gesamtwertung: 4.2 (5 Wertungen)

Glückwunsch!

da hast Du schon mehr geschafft, als viele rückfälligen Raucher. Jetzt versuch, dabei zu bleiben.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Dir nur sagen, du solltest das Laufen nicht als Ersatz für das Rauchen nehmen. Versuch Dir klar zu werden, daß Rauchen absolut schlecht für Dich ist, Daß Du Deine Lungen kaputt machst, dein Leben verkürzt und Deinen Mitmenschen mit dem Gestinke auf den Nerv gehst... Nur so funktioniert das. Und dann werde nicht zuum militanten Nichtraucher, das hälst Du nicht ohne schlechtes Gewissen durch. Lass jeden machen, so wie er will, es geht zunächst mal um Deine Gesundheit und das Wohlbefinden Deines sozialen Umfeldes. Die positive Ergfahrung bekommst Du, wenn Du merkst, dass Du wieder mehr als 10 Km, schaffst, dass Du weniger kaputt bist, einfach mehr Lebensqualität hast. Schmeiß die letzte Schachtel Kippen bewusst halbvoll weg! Aus,vorbei, Ende! Leg den Schalter in Deinem Kopf um.

Ok,leicht gesagt, aber so hat es letztlich bei mir funktioniert: zuerst aus Liebe aufgehört, dann durch beruflichen Stress wieder angefangen, dann den ersten langen Lauf (Drachenlauf) als Raucher absolviert und dann gemerkt, das es ganz schlecht war. Seitdem (9 Jahre) nicht wieder geraucht und auch kein Verlangen danach.
(und mit der Liebe ist auch alles ok ;-) )

wünsch Dir viel Glück!

Hofpoet

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Halte durch!!!

Bin zwar nie Raucher gewesen, aber ich bekämpfe mit Laufen andere Probleme ;-))

Tipps gegen die Langeweile:
a) anders laufen: Wald statt Asphalt (oder andersherum), kürzer und schneller statt lang und langsam (oder andersherum), Intervalle laufen/Fahrtspiele. Laufgruppe suchen (lenkt ab, macht Spaß). Mit dem Zug woandershin fahren und zurück laufen. Mal am Wochenende an andere Orte fahren und dort laufen (Familie? mitnehmen! heißer Tipp: IVVs nutzen, da kommt jeder auf seine Kosten). Pacemaker/Laufbegleiter machen.
b) Ergänzung durch andere Sportarten: Radfahren, schwimmen. Muckibude, Ballsportarten, Tanzen, Aerobic. Alles ist erlaubt. Variatio delectat: die Abwechslung bringt Spaß!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Erstmal ganz herzlichen

Erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zum "wieder aufhören".
Drei Jahre scheint so eine magische Zahl zu sein. Ich habe 16 Jahre geraucht, dann auch drei Jahre aufgehört und dann wieder angefangen, doof wie ich war. Wieder etwa 1 Jahr geraucht und nun seit über einem Jahr erneut rauchfrei.

Und du schaffst das auch!! Die ersten Tage sind die Schlimmsten, ab dann wird es immer leichter, das weißt du ja bestimmt selbst noch. Und du möchtest doch bestimmt nicht diese ersten paar Tage wieder und wieder durchmachen müssen, oder?

Laufen ist zwar super zur Entwöhnung, es läuft sich leichter, man hat mehr Luft, aber das ist nicht alles.
Schmecken, riechen, mehr Zeit haben, keine Hektik in geschlossenen Räumen verspüren wohin man schnell raus kann zum Rauchen - all das macht das Leben so viel lebenswerter!!

Ich drücke dir fest die Daumen und wünsche dir weiterhin viel Durchhaltevermögen!!

Mach weiter mit aufhören,

das Rauchen meine ich. Bis vor 4 Jahren war ich auch noch bekennender Qualmer und bin parallel aber auch schon gelaufen. Da hat mir einer auf der Bahn beim 10.000 m Lauf doch glatt ´ne halbe Runde abgenommen, einer vom Amt, 4 Jahre älter als ich. Das war für mich dann Grund genug den Quatsch zu lassen. Und weißte was, meine Zeiten sind besser geworden, ich hab eine Sorge weniger, mehr Platz in den Jackentaschen und muß nicht ständig bei Partys oder sonst vor die Tür gehen und mich hinterher noch beim Ausatmen schämen. Es gibt noch 1000 mehr Argumente und es ist einfach nicht mehr zeitgemäß. 3 Tage sind weg und es geht, dann gehts auch 30 und so weiter. Abwechslung beim Laufen gibts übrigens auch wenn du mal an ein paar Volksläufen der Region teil nimmst. Da lernt man Land und Leute kennen, findet ansporn und lebt ganz nebenbei einfach gesünder.
Bleib dran und geh weiter laufen, ich freu mich jedes Mal wenn ich alte Raucher vor der Tür stehen sehe und ich muß nicht dazu. Arme Hunde sag ich mir da, hoffentlich kriegt ihr mal noch die Kurve.
In diesem Sinne - schöne Pfingsten, lauf mal ´ne Runde.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

eure Resonanz

hey, vielen Dank für eure aufmunternden Worte, das pusht! Und danke für die guten Tipps. Ihr habt ja so Recht mit Allem. Man muss den Schalter umlegen, das stimmt haargenau. Und nochmal Danke für eure Mühe, das hilft ungemein.
Vielleicht wird ja sogar der ein oder andere Raucher auch noch motiviert mit dem Blödsinn aufzuhören, wenn er das liest. Das wär die Krönung.

Und allzeit gute Läufe!

Vor 20 Jahren..

..hab ich aufgehört zu rauchen. Seitdem rauche ich 1-2 Zigaretten im JAHR. Und was soll ich Dir sagen: die Kippen schmecken mir auch nach so langer Zeit noch!
Wenn Du Dich mal richtig gruseln willst, setz Dich mal einen halben Tag ins Wartezimmer eines Lungenfacharztes. Wenn Dir dort die COPD-Patienten mit Beatmungsgerät am Rollstuhl über den Weg fahren, wird Dir das das Aufhören vielleicht ein bisschen erleichtern.
Ansonsten: einfach immer wieder aufhören, solange, bis Du es kannst. Übung macht den Meister.
Viel Erfolg!

Laufen!!

Ich habe am 13.05.2005 mit dem Nichtmehrrauchen angefangen, mit dem Rauchen aufhören war mir zu negativ...und am 28.10.2012 bin ich meinen ersten Marathon gelaufen, im Alter von 57 Jahren, davon 37 Jahre geraucht. Heute fühle ich mich frei und unabhängig und vermisse meine ehemalige Begleiterin nicht!!



manchen bei youtube

Gratuliere zu deinem

Gratuliere zu deinem erneuten Entschluss deinen Leben zu genießen! Ich sage explizit nicht mit dem Rauchen aufzuhören, denn das erweckt Anschein, du würdest auf etwas verzichten. Genau das Gegenteil ist der Fall!

Ich kann zwar nur auf 14 Jahre Raucherdasein zurück blicken, aber mir hat vor gut einem Jahr Allen Carr die Augen geöffnet. Meine ganze Geschichte kannst du auf meinem Blog nachlesen:
http://www.xn--lufer-blog-q5a.de/?s=nichtraucher

Ich kann dir das Buch bzw. Hörbuch - Endlich Nichtraucher nur wärmstens empfehlen.

Sport frei!
Thomas

Läufer-blog.de

jaajaa

das kommt mir bekannt vor :)....... heute habe ich es geschafft (fast) nicht mehr zu rauchen. alle 2 woche gibts noch wenige...wenn ich in hannover im stadion sitze. ansonsten bin ich rauchfrei.......
und du schaffst das auch wieder........und nach dem 2ten anlauf klappt es mistens...
lg frank

Rauchen schädigt nicht nur die Lungen

Habe mit 14 mit Rauchen begonnen. Mit 40 waren es etwa 60 Zigaretten am Tag. Kurz nach dem 40zigsten folgte ein Hirninfarkt. 2 Jahre später war ich ohne Rauch, aber 30 kg schwerer. Vor 5 Jahren, kurz vor dem 50zigsten begann ich mit Laufen. Jetzt bin ich wieder 30 kg los und lauf den Halbmarathon in 1:32 h.
Dienstag war ich bei einer sportmedizinischen Untersuchung. Eigentlich ist alles okay aber - der Doc sagt, die Gefäße sind vom Rauchen für immer geschädigt, also porös und brüchig und ich solle mich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, es könne immer was passieren!

Ich versteh nicht, wie

Ich versteh nicht, wie Menschen nach so riesigen Zeiträumen wie 3 Jahren wieder anfangen können.
Ich bin jetzt seit 5 Jahren Nichtraucher (nach 15 Jahren teilweise Kettenraucherei seit dem 15. Lebensjahr) und könnte mir kaum etwas Unsinnigeres vorstellen, als mir ne Zigarette anzuzünden.

Was soll man für Tips geben ... ich mein, du hattest es ja im Grunde schon geschafft und weißt, wie es ist. Ich wünsch dir diesmal den nötigen Durchhaltewillen.

Ich hatte übrigens damals auch viel Motivation zum Aufhören aus der Lauferei gezogen. Wenn der Sport nicht gewesen wäre, hätte ich es vermutlich nicht geschafft, denn die ersten 3 Monate waren in Sachen Selbstkontrolle das Härteste, was ich im Leben durchgezogen hab.
Ich glaube, der Grad der Überzeugung, nie wieder rauchen zu wollen, muss einfach nen gewissen Grad überschritten haben.

Nach 3 Wochen ist es vorbei

Hallo,

ich hatte mal 15 Jahre geraucht. Die letzte Zigarette ist nun 10 Jahre her. Ich hatte vorher nie den Mut zum Aufhören, bis mir mal jemand sagte, dass es - der Kampf ums Aufhören - nach 3 Wochen vorbei ist. Das war für mich der Anstoss und so bestätigte es sich auch.

Wenn man nach 3 Jahren wieder anfängt, kann das m. M. nach nicht mehr mit irgendwelchen Entzugserscheinungen zu tun haben, sondern das ist wohl eher ein Neuanfangen.

Wenn natürlich der halbe Bekanntenkreis raucht oder man auch sonst immer wieder damit in Berührung kommt, ist es natürlich schwer. Ich würde versuchen, das zu ändern.

Magnus

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