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Nunmehr zum achten Male trug sich am 11. Mai in Schwerin der Nachtlauf zu. Erstmals habe auch ich mich auf die Runden durch die Schweriner Abenddämmerung begeben.

8. Schweriner Nachtlauf 2013

Der Wetterbericht (und all die vielen Online-Services) hatten für den Nachmittag Schauer angesagt, zum Laufbeginn um 20:00 sollte es aber friedlich zugehen am Himmel. Naja, knapp daneben ist leider auch vorbei. Der Regen stellte sich pünktlich zum Start ein. Aber zum Glück nicht allzu stark, eigentlich sogar recht angenehm zum Laufen. Der Wind hielt sich in Grenzen, die Temperatur dürfte bei etwas über zehn Grad gelegen haben. Die Rollifahrer, Schüler und Bambini-Läufer, die schon früher gestartet waren, dürfte es aber gefreut haben.

Und so setzen sich pünktlich um 20 Uhr einige Hundert Läuferinnen und Läufer in Bewegung. Bin im Start etwas nervös. Keine Ahnung warum, ist ja nicht mein erster 'Offizieller', das wird sich wohl nie geben. Eine fünf Kilometer lange Runde durch Schwerin gilt es zu bewältigen, mindestens einmal, maximal viermal, auch der Staffellauf startet parallel. Es geht erst eine Runde um den Pfaffenteich, der Start/Ziel-Bereich am Südufer des kleinen Sees wird am Ende hinterrücks noch einmal passiert. Weiter geht es durch Schwerins Innenstadt in Richtung Schloss, kurz davor wird abgebogen und es geht - dem geräde etwas böigeren Wind ausgesetzt - am Burgsee entlang Richtung Platz der Jugend, durch den Schlossgarten und am Schweriner Schloss vorbei. Zurück in der Innenstadt ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Ziel.

Während die 5km-Läufer um mich herum geradeaus einlaufen, muss ich mit vielen anderen direkt vor dem Zieltor scharf rechts abbiegen, Runde zwei beginnt. Ein Blick auf die Uhr sagt mir etwas von gut 20 vergangenen Minuten, ein ungläubiger zweiter Blick bestätigt mir die Zeit. Für mich bombastisch, hoffentlich lasse ich auf den nächsten drei Runden nicht zu sehr nach oder breche ein. Die Läuferschar hat sich inzwischen gut über den Rundkurs verteilt. Die Strecke ist flach, allenfalls Hügelchen zwischendurch, der Wind hält sich in Grenzen, der leichte Regen kühlt angenehm. Beste Verhältnisse. Auf Runde drei lässt der Regen langsam nach, aus der Innenstadt zum Schloss kommend öffnet sich der Blick auf einen Regenbogen im abendlichen Dämmerlicht. Das Regenende freut mich angesichts der inzwischen teilweise schlüpfrigen Kopfsteinpflasterteile sehr. Meine Startnummer (999) gibt an einer Ecke Wind und Feuchtigkeit (meiner wie himmlischer) nach. Zuschauer hat es entlang der Strecke von Anfang an kaum, inzwischen halten nur noch die Hartgesottenen durch, dafür aber um so enthusiastischer.

Nach 1:35:01 erreiche ich locker flockig und gelaunt das Ziel. Persönliche Bestzeit, anvisiert waren eher 1:45 - ich bin überglücklich. Mein 1-Frau-Anfeuer/Support-Team stürzt auf mich zu, es gebe kein Einlaufphoto, ich sei zu schnell gewesen und müsse nochmal einlaufen. Unterdessen laufen auf der Bühne bereits die Siegerehrungen für die kürzeren Distanzen.

Hat Spaß gemacht. Nehme ich im nächsten Jahr sicher wieder mit. Auch die Organisation war insgesamt ordentlich, alle Teilnehmer haben übrigens ein Funktionsshirt (ok, man rennt damit rum wie eine Litfaßsäule) und Urkunde erhalten. Ein Dankeschön an die Zuschauer entlang der Strecke, die einfach alle Läufer angefeuert haben. Dass es insgesamt nur wenige waren, kann ich hoffentlich auf das Wetter schieben. Einen Dank auch an die Feuerwehr - v.a. offensichtlich die Jugendfeuerwehr - die hier einen Großteil der Manpower entlang der Laufstrecke stellte. Begrüßenswert, dass die Veranstaltung bis zum Einlauf der letzten Läuferin anhielt, das habe ich schon anders erlebt.

Für verbesserungswürdig halte ich aber auch einiges. Bei der zunehmenden Teilnehmerzahl sollte über einen gestaffelten Start nachgedacht werden. Das Geschiebe und überhole zieht sich ewig hin. Die Trommler sollten mal eine Pause einlegen, während kurz vor Start noch einige Ansagen auf der Bühne gemacht werden und der Countdown beginnt. Habe trotz geringer Entfernung zur Bühne fast nichts mitbekommen. Die Strecke sollte etwas ausgeschildert und 'bemannt' werden. Ab und an Rot-Weiß-Band oder Verkehrshütchen, sonst hieß es stur dem Vordermann hinterher. So bekamen häufig auch Fußgänger und Radler gar nicht mit, warum sie hier und da von vorbeihastenden Läufern angebölkt wurden, nach der Pfaffenteichrunde fanden sie sich plötzlich auf der abgesperrten Laufstrecke wieder etc. Wie ich mitbekommen habe, haben ja sogar Läufer vor dem Zieltor den Abzweig zur nächsten Runde verpasst und sind fälschlicherweise schonins Ziel eingelaufen - Zeitnahme futsch. Der Zielbereich war insgesamt auch viel zu befüllt, man hat kaum etwas gesehen, hinter der Ziellinie standen haufenweise Menschen (und das einfach im Weg). Bessert etwas nach, dann ist das ein herrlicher Lauf. Und, liebe Veranstalter, geizt nicht dermaßen mit Infos auf Eurer gruseligen Website!

Wer noch mehr erfahren möchte - alle Infos zum 8. Schweriner Nachtlauf gibt es unter www.schwerin-nachtlauf.de, sicher demnächst auch mit Photos und Infos zur neunten Auflage. Ergebnisse sind zu finden unter results.davengo.com. Die Route zum nachlaufen bei Jogmap. Mich als Hobbyläufer (und noch relativ frisch dabei) sehr beeindruckt hat unter anderem der Sieger der 15km-Strecke: 53 Min., und das als Hobbyläufer ohne Verein.

Grüße aus dem Norden,
Stefan

5
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Hallo Ich war auch da und

Hallo
Ich war auch da und kann mich Stefan nur anschließen.
Rund um eine gelungene Veranstaltung.
Ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

Gruß Stefan

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