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42 Kilometer durch Peine-West

Wie heißt es so schön, wenn man beim Radfahren stürzt: Aufsteigen und Weiterfahren?
Nachdem der letzte Marathon in Budapest ein kleines Desaster für mich war, verabredeten Christian und ich uns für den Frühjahrsmarathon in Hannover und nachdem er „Vollzug“ für die Registrierung mailte, gab es für mich kein Zurück mehr und auch ich meldete mich an.
Der Winter war besonders lang dieses Jahr und so gab es Vorbereitungsläufe in denen das Wasser in der Flasche gefror, aber auch gute lange Einheiten, die Mut machten. Außer Sabine und Schossi hatten wir dann am ersten Maiwochenende auch Silke, die für den Halbmarathon gemeldet war und Falk zu Gast. Freitagnachmittag war Treffen in Hannover zum Abholen der Startunterlagen wohin Lutz mich auf dem Weg zu Mona netterweise mitnahm. Die Beiden hatten ebenfalls den Halben geplant.
Nach dem kleinen Lockerungslauf am Samstagmorgen war das Mühlenmuseum unser Ziel und nachdem wir Falk, der zurück laufen wollte am Tankumsee auf den Weg geschickt hatten, war ein entspannter Nachmittag mit Kaffee und Kuchen daheim angesagt. Abends stärkten wir uns mit Lachslasagne und genehmigten uns auch Rotwein dazu – niemand wollte alte Rekorde brechen…
Sonntagmorgen verlief ruhig, es gab ein entspanntes Frühstück ab 6.15 Uhr und nach dem Aufbruch kurz nach sieben landeten wir gegen acht Uhr in Hannover ein Viertelstunde Fußweg vom Start entfernt. Wie das so ist vor einem Lauf wurden die Kleiderbeutel abgegeben, das Dixiklo aufgesucht und noch Bekannte aus Braunschweig oder von Jogmap begrüßt. Natürlich drehten sich die Gespräche um Tagesform, Zielzeiten, Vorbereitung und die Bekleidungsfrage. Ich hatte mich für kurze Hosen und ein ärmelloses Shirt entschieden, wir starteten bei etwa 15°C und es sollte bis zu 20°C werden. Falk hatte sich kurzfristig entschlossen seinen geplanten längeren Lauf doch als Begleitung für mich zu beginnen und so begaben wir uns zum Start in den grünen Bereich. Nachdem die Handbiker auf den Weg geschickt worden waren, lief auch der Countdown für uns und eine knappe Minute nach dem Startschuss überquerten wir die Matten.
Ich hatte 3:45 Stunden anvisiert und so bremste Falk mich schon bald ab, da ich mich von der Menge mitreißen lassen wollte. Am Schützenplatz vorbei ging es zum Maschsee, an dem wir in Richtung Döhren entlangliefen. Fast ländlich wurde es bevor wir wieder in die Vorstadt im Süden kamen und uns auf der Hildesheimer Straße der Innenstadt näherten. Erstaunt stellte ich fest, dass wir schon fast zehn Kilometer geschafft hatten, durch Gespräche mit anderen Mitläufern oder Falk war der erste Teil recht kurzweilig gewesen. Ein Dixistopp war fällig, das Wasser war recht kalt gewesen und so grummelte es im Darm. Die Strecke zog sich ein wenig, dann kam der erste Staffelwechsel und dadurch wurden wir immer wieder überholt. Mittlerweile waren wir bei Kilometer 16 am Bahnhof vorbeigelaufen und ich erkannte den Weg, den ich mit Lutz und Mona gegangen war – bald würden auch sie auf ihre Distanz starten. Inzwischen war es wieder grün geworden, wir waren in der Eilenriede angekommen und ich erkannte vor mir Anke, an der kurz darauf wir locker vorbeitrabten. Der nächste Wechselpunkt für die Staffeln lag in der Nähe der Halbmarathonmarke, die wir bei etwa 1:50 passierten und kurz danach benutzte ich das erste Squeeze zur Stärkung. Falk holte mir, wie bei den anderen Verpflegungsstellen auch Wasser, entlastete mich und ich konnte weiterhin gut durchlaufen, fühlte mich noch frisch. Wir durchquerten Wohngegenden der Stadtteile List und Vahrenwald und überall genossen Zuschauer den sonnigen Tag und applaudierten den Läufern. An der Vahrenwalder Straße standen plötzlich Wolfgang und Gisela und feuerten mich an. Nachdem wir den nördlichsten Punkt passiert hatten, lief bei Kilometer 30 plötzlich Erika, die ich auch aus Braunschweig kannte, vor mir und ich konnte auch sie überholen. Allerdings war nun ein weiterer Boxenstopp fällig, zum Glück war wieder ein Örtchen frei und ich verlor wenig Zeit. Gel Nr.2 wurde verzehrt und es gab zum ersten Mal Cola an der Strecke. So gepusht rissen wir einen Kilometer nach dem anderen ab und trotz leichter Ermattung konnte ich den Schnitt halten.
Mittlerweile waren die Halbmarathonläufer zu uns gestoßen, auf seine Frage nach deren Zielzeit erfuhr Falk, dass sie die 1:30 anpeilten, also schneller waren als wir. Auf der Nienburger Straße liefen wir parallel zu Straßenbahn, dahinter im Park konnte man die Läufer sehen, die nach der Wende schon auf dem Weg in Richtung Herrenhäuser Gärten waren. Diese Schleife war wieder den Marathonis vorbehalten und hier musste ich dann doch noch einmal im Gebüsch verschwinden. Mittlerweile war es recht warm geworden, nach anfänglich kühlen Abschnitten in Waldgebieten oder wenn ein paar Wolken durchzogen, in denen ich noch gefroren hatte, war ich nun froh, gelegentlich ein wenig Schatten zu finden. Das dritte Powergel half mir noch einmal die Kräfte zu mobilisieren und die Aussicht darauf, dass es nur noch vier Kilometer waren motivierte mich zusätzlich. Wir hatten inzwischen das Tempo sogar etwas angezogen und überholten häufig. Als wir dann wieder auf die Halbmarathonis trafen, landeten wir im Feld derer die knapp unter zwei Stunden hereinkommen würden und obwohl es schwieriger war in der Menge voranzukommen, passierte ich Einen nach dem Anderen. Bei Kilometer 41 verabschiedete sich Falk, um Silke entgegenzulaufen, es ging nun durch die Innenstadt, wo viele Zuschauer standen. Ich entdeckte auch Tommi und mit der Aussicht, dass das Ziel nicht mehr weit war, flog ich förmlich an den Mitläufern vorbei und genoss die letzten Meter, bevor ich glücklich die Ziellinie überquerte.
Ein toller Lauf – so wie man es sich wünscht, kein Mann mit dem Hammer, Krämpfe hatte ich zum Glück sowieso noch nie gehabt, und ich fühlte mich auch im Ziel noch gut. Klar – etwas kaputt ist wohl (fast) jeder, aber ein bisschen schwere Beine nach einem Marathon sind kein Thema. Im Zielbereich gab es dann Medaillen, Erdinger und Kekse und anschließend begab ich mich zur verabredeten Stelle hinterm Neuen Rathaus, wo Sabine, Tommi und Julien auf mich warteten. Auch Christian war schon da, mit seinen 3:24 zufrieden – er hatte ja „Knie“, war aber gut durchgekommen. Schnell holte ich meinen Kleiderbeutel und duschte erst einmal im Damen-Duschzelt, eine weise Entscheidung, denn später gab es auch dort – wie sich bei den Männern bereits abzeichnete - eine lange Schlange.
Wir genossen die Sonne und berichteten von unseren Erlebnissen, Thomas und Dirk, der sein Debüt mit 3:54 erfolgreich bestanden hatte, kamen noch kurz vorbei, auch Claudia sahen wir und Silke W. ging ebenfalls vorbei. Falks Silke hatte trotz weniger guter Vorbereitung die Strecke geschafft und war damit auch zufrieden. Christian und Sabine beschlossen, sich auf den Heimweg zu machen und verabschiedeten sich, während wir uns noch auf ein Abschlusseis zum Sprengel-Museum begaben. Anschließend ging es mit Falk und Silke nach Braunschweig zurück, von wo aus letztere noch die Fahrt nach Berlin antreten musste.
Noch steht kein Lauf fest – aber nach dieser Erfahrung sollte einem Herbstmarathon und damit der Nummer 20 auf meiner Liste nichts im Wege stehen…

Ich war dann übrigens mit meiner Zielzeit 3:37:07 die 30. Frau im Ziel und die Vierte in meiner Altersklasse, um auch diese Information nicht zu verschweigen.
;-)

3:37

Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm.

Eine fantastische Zeit.

Aber eigentlich solltest du noch ein Bild von dir veröffentlichen, wie du nach dem Lauf ausgesehen hast: völlig frisch und überhaupt nicht abgekämpft und müde.

Keine Ahnung, wie du das hinkriegst. Aber wer kann, der kann!!!

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Zeit.

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

Aller Achtung

Glückwunsch liebe
Mone, was für eine super Zeit. Das sind die Läufe, die uns weiterbringen und motivieren. Deinen Blog zu lesen war mir eine Freude, schade kenne ich nicht die Örtlichkeiten, aber mit Fantasie war ich mitten drin. Um diese Zeit mit Rico auf dem Weg nach Düsseldorf ganz herzliche Glückwünsche nochmal. Ich träume zur Zeit von guten Läufen, hab aber Laufsachen mit, laufen am Rhein, wie schön, es könnte ja sein, dass sich endlich mal jemand beruhigt. Mallorca ist verbucht.
Lieben Gruß Erbse

Klasse Zeit!

Bei, ich glaube, 3 Boxenstops und eine Falk der dich eingebremst hat. Was läufst du ohne Handicap?

Super Lauf!

3:37 ist ne echt super Zeit, und ...

... im Ziel sah Mone natürlich wieder bestens erholt aus. Aber ohne Anstrengung liefen die kompletten 42km auch nicht! Ich hab da auch Anstrengung gesehen. sonst wären wir schließlich eher ... Nein, wären wir nicht, Mone. Es war ein sehr schöner Lauf. Mir hat es auch riesig Spaß gemacht und schneller hätte ich nicht laufen wollen. Dnake dafür! ;-)
es war wieder mal ein janz dolles Wochenende bei euch! auch dafür noch mal Dnake!
Und meine Laufklamotten hab ich ja jetzt auch wieder alle in Berlin. Wäre ja auch gern mit dir mitgelaufen. Du kamst grade (ich glaube) vom Kanal hoch und bist links auf dei Hansestraße abgebogen. Aber so schnell, wie du rum und wir vorbei waren, konnte ich gar nicht die Scheibe vom Auto runtermachen. Und in Berlin angekommen, hats leider auch nicht mehr geklappt mit Laufen. ;-(
Aber das letzte WE war toll!
Janz liebe Grüße aus Westsibirien.
;-)

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