Was für ein Tag gestern...

Ich habe mich tierisch auf den HM in Unteruhldingen am schönen Bodensee gefreut. Die Strecke geht vorbei an einigen schönen Sehenswürdigkeiten wie den Pfahlbauten, Schloß Salem, Affenberg...

Ich hatte den Eindruck, dass ich eigentlich ganz gut vorbereitet sei, das Training verlief verletzungsfrei (im Gegensatz zu letztem Jahr, in dem ich mir eine Überlastungsverletzung zuzog), also hatte ich im Kopf, dass evtl. eine Zeit von etwa 2:15 drin sein müsste. Der Veranstalter sagt auf der Homepage zwar, dass dieser Lauf nicht wirklich bestzeitentauglich sei aufgrund des Profils und des Untergrundes, aber egal - dachte ich... Dass es tatsächlich etwa 500 Höhenmeter sind hatte ich dann doch nicht auf dem Schirm...

Der Plan war, die ersten 10 km strikt 6:30 zu laufen, und dann mal sehen was noch geht.
Soweit der Plan...

Kurz vor dem Start, ich schalte meine Garmin ein - bzw. wollte sie einschalten - Garmin tot. Machte keinen Mucks mehr, gar nichts, überhaupt nichts...
Ok, das heißt also, der schöne Plan ist dahin, dann laufe ich halt nach Gefühl.

Also losgelaufen, machte Spaß, zumindest die ersten paar Kilometer. Ich hatte auch ein ruhiges Tempo, dachte ich zumindest.
Ich merkte aber schnell, sooo ruhig kann es aber doch nicht gewesen sein, ich hatte nach 7,5 km das erste Mal ans Aufgeben gedacht, ernsthaft. Ich hatte auf einmal dermaßen schwere Beine, und so überhaupt gar keine Lust mehr, immer diese blöden Hügel hoch und runter.
Ich war wirklich ernsthaft am Überlegen, noch bis zum nächsten Versorgungspunkt zu laufen und dann aufzuhören. Warum ich dann doch noch weiterlief - keine Ahnung.

Irgendwie hangelte ich mich von Versorgungspunkt zu Versorgungspunkt. Immer öfter musste ich Gehpausen einlegen.
Die Helfer und andere Läufer die mich überholten versuchten mich noch zu motivieren, aber ich konnte einfach nicht mehr, war so platt. Und so schleppte ich mich Kilometer für Kilometer voran. Für die Sehenswürdigkeiten hatte ich schon lange keinen Blick mehr übrig, schade eigentlich...

Kurz vor dem Ziel raffte ich mich nochmal auf und trabte noch relativ entspannt wirkend über die Ziellinie, dann war es aber echt vorbei mit meinen Körnern.

Gefinisht in 2:25:irgendwas, ich war echt enttäuscht, sauer, frustriert. Kein schönes Gefühl, so nach hinten durchgereicht zu werden. Und zu dem Zeitpunkt konnte ich noch nicht einmal sagen, woran es tatsächlich lag - mittlerweile weiß ich es...

Heute haben wir die Bilder angeschaut, die vom Veranstalter auf der Strecke gemacht wurden und nun online sind. Die Bilder sind mit einer Zeitangabe versehen.
Mein Mann lief mit einer 4 er Pace, nach etwa 3-4 Kilometern wurden Bilder gemacht. Ich bin gerade mal ca. 4 Minuten hinter ihm fotografiert worden. 4 Minuten nach ihm!! Er lief ne 4er Pace!! Nach etwa 3-4 Kilometer!! Das heißt, nach Adam Riese bin ich die ersten paar Kilometer eine gute 5er Pace gelaufen!!! Bin ich eigentlich bekloppt?!? Und ich dachte, ich wäre langsam unterwegs, so kann man sich täuschen.
Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, dass ich so weggebrochen bin. Ne 5er Pace!! Ich!! Auf nem HM!! Völlig Banane... :-)

Aber das versöhnt mich jetzt ein bisschen mit dem gestrigen Tag. Vermutlich wäre es deutlich besser für mich gelaufen, wenn ich nicht losgerannt wäre wie die Feuerwehr. Und irgendwie bin ich auch stolz, dass ich das Ganze doch noch zu Ende gebracht habe, obwohl ich eigentlich nach 7 km schon aufhören wollte.

Und was lerne ich daraus? Ich hab ein klares Defizit in der Selbsteinschätzung was meine Geschwindigkeit betrifft. Das muss ich nun wirklich üben, um auch ohne Uhr zu spüren welches Tempo ich ungefähr laufe, damit mir sowas nicht nochmal passiert.
Aber zum Üben habe ich nun den Sommer über Zeit, der nächste HM ist im Oktober - dieser ist dann auch deutlich flacher - und dann fällt die 2:15... bestimmt!!!!

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

Es ist doch...

...eigentlich nicht so wichtig, ob nun 10 Minuten schneller oder langsamer. Die Strecke war schön, schreibst Du, und Du hast was gelernt dabei. Das ist doch super!
Das Laufen ohne Uhr kann man üben. Und im Wettkampf sich mitreißen zu lassen ist beiweitem nicht nur Dein Problem, aber auch das kann man üben (weiter hinten aufstellen und sich zwingen, bis km 1 niemanden zu überholen).
Wünsche weiterhin verletzungsfreies Training und viel Erfolg beim nächsten Anlauf!
WWConny

Garmin

Erst seit ich meinen Garmin dabei hab, kann ich es vermeiden, auf den ersten Kilometern zu schnell zu sein. Das Feld zieht immer so schön mit, da verliere ich jedes Gefühl für die Geschwindigkeit.

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