Benutzerbild von Tigerkätzle67

Was hatte ich am Anfang gezweifelt, manomanoman. Und nun habe ich meinen 14.ten Marathon schön gemütlich absolviert. Kein Mann mit dem Hammer oder wie die Amys gerne zu sagen pflegen "the wall". Nein gar nichts hatte ich auf der Strecke. Ich lief und lief und lief.....

Etwas gestresst kam ich ja schon mal am Vortag in Hamburg an - ein kleiner Zwischenfall am Flughafen Stuttgart hat mich total aus der Bahn geworfen. Doch dann, endlich die Startunterlagen in der Hand, die kaputte Schulter getapet, Verwandten in Schleswig Holstein besucht und rechtzeitig zu Bett gegangen, war der Sonntag Morgen erst mal gut angegangen.


In der Messehalle

Doch dann - wieder kam Stress auf. Versuchte vergeblichst den Kleiderbeutel abzugeben und wusste nicht wie ich auf die andere Seite rüber komme. Irgendwie und irgendwann schaffte ich es, doch für einen Toilettengang reichte es dann nicht mehr. Und in meinen vorgesehenen Startblock F hat es auch nicht mehr gereicht, so begnügte ich mich mit dem G. Da war wenigstens noch etwas Platz für mich und ich konnte etwas verschnaufen.


kurz vor dem Start


in meinem Startblock "G" hinten angereiht

Nach gute 10 Minuten trabten wir dann auch schon los und das Tempo wurde recht schnell aufgenommen.

Ich sah mich nach einem Dixi um und fand endlich nach 2 km eines. Egal wenn man etwas Zeit verliert, aber mit ner vollen Blase verliere ich garantiert noch mehr.... also entleeren!

Dann begann für mich der Lauf, etwas erleichtert. Die 5er Matte kam recht schnell hatte ich den Eindruck, aber gut. Ich lief schön gleichmäßig und die runtastic App sagte mir auch immer wieder die Pace und die HF an. Super, so bleiben habe ich mir nur gesagt. Die Getränkestation nahm ich dann erst nach 10 km auf, dann wieder bei 15 km oder so, eben nur dann wenn ich es wirklich nötig hatte. Wieso unnötig anhalten wenn es doch so gut lief. Unterwegs dachte ich nur so „bekomme ich bei KM 23 wieder meinen Einbruch“. Oh ja, München Marathon 2012 habe ich noch so gut in Erinnerung - das war grotten schlecht. Wie eine Anfängerin bin ich diesen in München gelaufen und war kurz vor dem Aufgeben. Und jetzt - Hamburg - bisher für einen großen Marathon meine Bestzeiten von 03:51:03 und 2x 03:59:... erlaufen, wollte ich es wieder unter die 4 Std. bringen. Mein Wunsch war ja 03:45:... aber mit der Verletzung wollte ich vielleicht etwas weniger riskieren. Wie reagiert der Körper? Was macht meine Psyche? und wie verhält sich nun die verletzte Schulter bei der langen Strecke? Fragen über Fragen und mein Verstand riet mir, bleib ruhig - laufe dieses Tempo gleichmäßig und steigere Dich in der zweiten Hälfte wenn es noch geht.


Hafen, Landungsbrücke - mein Neffe stand an der Seite, den ich nicht einmal gesehen habe

So lief ich immer wieder auf die 5 km Matten zu - und die Zeiten waren für mich passend. Aber da ich ja weiß das der Mann mit dem Hammer immer zwischen KM 32 und 35 kommt, wollte ich mir auch nichts anderes vormachen und bereitete mich schon so darauf vor.

Bei KM 26 meldete sich auch die Schulter schon. Ich spannte den Arm etwas an, ballte die Hand zu einer Faust und holte somit den Schwung nur von der linken Seite. Die rechte hielt ich etwas schonender. Endlich die 30 km Marke überschritten - nun beginnt der eigentliche Marathon!!! Ich lief und lief, merkte noch nichts, die Beine waren noch gut ausgeruht, nichts tat weh und die Schulter ging auch noch. Bei KM 32 sagte ich mir "nur noch 10 km, wow, das läuft ja wie geschmiert.“ Ich lief weiter und nach einer Weile kam auch schon die KM 35 und ich so in Gedanken "nur noch 7 km bis ins Ziel.“ Schon hat man so seine Trainingsstrecke von Daheim vor Augen, denkt sich so "jetzt geht´s nach Hause" und das packen wir auch noch. Einige Läufer gingen bereits schon und ich riet in mich hinein "schau nicht hin, das brauchst Du nicht. Dir geht´s gut, bist noch total fit, nichts tut weh und die HF ist auch noch im Bereich.“ So sah ich wirklich weg, lief und lief. Ganz nebenbei dachte ich mir nur "das ist heut ein guter Tag, denn der Mann mit dem Hammer habe ich auch noch nicht gesehen". Ich lächelte in mich hinein und dann, als es in die Zielgerade ging - wow, ich wusste ich habe die unter 4 Std Marke geschafft. Auf dem roten Teppich ging es dann hinein ins Ziel.

Meine Uhr stoppte ich gleich und sie zeigte mir 03:58:35 an. Ich wusste nicht ob diese Zeit stimmt, aber wie sich herausstellte, waren nur noch die Sekunden ein Unterschied. Ich strahlte über beide Backen hinaus und war so glücklich es wieder unter meine 4 Std. gebracht zu haben.

Ein Tag nach dem Marathon fühlte ich mich als ob es schon 3 Tage her gewesen wäre. Bisher hatte ich immer am nächsten Tag solchen Muskelkater, das ich die Treppen nur mühsam einzelne Stufen nehmen konnte. Doch dieses mal war es anders. Ich ging ganz normal, nur einen ganz leichten Muskelkater der noch nicht mal der Rede wert ist. Sicher hatte ich noch Reserven die ich nutzen hätte können, aber wegen der Verletzung und meiner bevorstehenden OP wollte ich nichts mehr riskieren.

Nur noch einen Wettkampf am 5.Mai – 10 km – und da will ich noch mal alles geben, bevor es dann erst mal heißt: OP und Trainingsverbot. Doch ganz ohne werde ich die 3 Monate nicht verbringen, die Beine kann man immer irgendwie trainieren. Dann macht man eben ein Walken.

3
Gesamtwertung: 3 (3 Wertungen)

Das hört sich doch nach einem richtigen

Genusslauf an! Perfekt gelaufen, Zielzeit locker unterboten und für den Mann mit dem Hammer warst Du einfach zu schnell!

Alles Gute für die OP. Vielleicht geht Aquajogging? Soll eine gute Alternative sein.

Da reihst Du Dich ja in die

Da reihst Du Dich ja in die Berichte vom HH-Marathon mit rundum positiver Grundstimmung (bis auf kleine Ausnahmen) tadellos ein!
Schön zu lesen, dass es auch nach 13 Marathons spannend sein kann, was einem auf der Strecke so passieren wird!
Tolle Zeit -- klasse gelaufen!
Vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr...

Toitoitoi für die OP!

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

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