Hallo liebe Community,

in einem anderen Thread hatte ich bereits von meiner Erkältung während der Vorbereitung auf meinen 1. Marathon - der Hannover Marathon am 5.5.13 - berichtet. Die Erkältung ist natürlich mittlerweile Geschichte, und ich habe, als ich wieder fit war, statt des im Steffny-Plan für Marathon in 3:59 h geforderten Halbmarathons lieber den 30 km-Lauf nachgeholt, den ich wegen der Erkältung nicht machen konnte. Danach hatte ich Schmerzen im rechten Knie, die mich bis heute begleiten. Nach wenigen Kilometern meldet sich das Knie, und die Schmerzen ziehen bis in die Wade und das Gesäß hinein. Es ist auszuhalten - aber ob es das über 42 km auch sein wird, wird sich zeigen :-)

Meine Frage ist aber eine andere, und mit google bin ich nicht weitergekommen. Trotz langsamen Laufens (wie vor der Erkältung und vor den Knieschmerzen auch) ist mein Puls ungewöhnlich hoch (ca. 155, ich weiß, ohne den Maximalpuls zu kennen, sagt das nicht viel aus, aber "früher" bin ich die gleiche Pace mit ca. 143 gelaufen). Ich fühle mich nicht schlecht dabei. Aber als ich diese Woche 3 x 4.000 m im MRT laufen sollte, merkte ich, dass ich die Pace von 5:40 kaum über 4.000 m halten kann - es scheint mir also unmöglich, sie über 42 km zu halten!

Meine erste Frage: könnte es sein, dass eine Entzündung im Knie zu dem höheren Trainingspuls führt? Wenn ja, wie werde ich die Entzündung bis Sonntag los? Arztbesuch/Medikamente? Kühlen?

Und die zweite Frage, die mich natürlich umtreibt ist, wie schnell oder langsam sollte ich den Marathon angehen? 3:59 h scheint mir unerreichbar... eine Pace um die 6:00 eher angemessen. Da hätte ich wohl einen Puls um die 160.

Vielen Dank im Voraus für eure Meinung! Momentan kann ich mir noch gar nicht vorstellen, dass ich wirklich am Sonntag die 42 km angehe... hoffentlich wird es nicht so warm!

Liebe Grüße

Brittuff

Zuallererst

eine ENTZÜNDUNG im Knie wirst du nicht bis Sonntag los und damit einen Marathon laufen würde ich auch nicht, schon gar nicht den ersten. Geh zum Physio und klär ab, was los ist. Eventuell hilft ein Tape oder einrenken, das wäre der Glücksfall. Die Pulswerte nutzen dir, wie du schon erwähntest, gar nichts, wenn du deinen Maxpuls nicht kennst. Und eine Zielzeit beim ersten Marathon würde ich mal ganz schnell in die Ecke stellen, zumal wenn du dir wegen Erkältung und Knie eh unsicher bist.
Geh zum Physio und klär das Knie. Dann geh den Marathon in 6:00 an und sieh zu, wie es sich anfühlt. Schneller werden kannst du ab km 28 immer noch! Viel Erfolg!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Hatte auch letztes Jahr

Hatte auch letztes Jahr meinen ersten 42iger. Nach allen hin und her rechnen hätte ich es locker in 4:30 schaffen müssen. Aber da ich eher realistiech bin und ich nicht einma über 25km gelaufen bin setzte ich mit 5:00 als Ziel. Ergebnis war dann 5:12 und ich war heil froh das ich es geschaft habe. Ab Km 33 war es schon hart für mich. Wäre es wohl auch gewesen wenn ich schon mal 30+ gelufen hätte.
Nun zu dir,dein Ergeiz wird dich noch zerfressen und deine Knieprobleme solltest wirklich ernst nehmen. Tapen bzw zusätzlich noch Salben oder Sprays die Kühlen und ein wenig betäuben.( Kampfsportler habe so was immer dabei)
Medikamente würde ich pers. nicht nehmen aber das muß jeder selbst wissen.
Viel Glück und ich drücke dir die Daumen

Ehrgeiz..?

Hallo nochmal,

danke für eure Rückmeldungen. Vielleicht ist es doch keine Entzündung, das Knie ist weder heiß noch habe ich im normalen Alltag schmerzen... vielleicht sollte ich wirklich morgen zum Arzt und/oder Physio.

@Edeldocker: vom Ehrgeiz zerfressen fühle ich mich eigentlich nicht. Ich laufe jetzt seit über 10 Jahren, seit einigen Jahren Halbmarathon, habe jetzt 9 Wochen auf den 1. Marathon trainiert - ist es da nicht verständlich, dass ich den nicht einfach so sausen lassen will? Übertrieben ehrgeizig finde ich das jetzt nicht. Im Gegensatz zu dir bin ich ja wenigstens je einmal 27, 30 und 32 km gelaufen ;-)

Ich werde in den nächsten Tagen genau in mich hineinhorchen und, wie gesagt, jemanden das Knie untersuchen lassen, der sich hoffentlich damit auskennt.

Danke für die guten Wünsche,

Brittuff

auf jeden Fall ist es ne

auf jeden Fall ist es ne gute Idee, dass beim Arzt/ Physio abklären zu lassen. Das Du den ersten Marathon machen willst. hat wirklich nix mit übersteigertem Ehrgeiz zu tun. :) Nur, ein risiko solltest Du nicht eingehen. Gerade das Knie ist ja ne sensible Geschichte. Und die nächste Chance, sollte es zu risikoreich sein, kommt bestimmt. Auf jeden Fall, Viel Glück :)

Nachts und morgens...

Habe ich keine Beschwerden. Treppabgehen ist nicht sooo schön, aber sonst...

Ich weiß nicht

ein Zeitziel halte ich auch für den ersten M für ehrgeizig. Ankommen heißt das Ziel für die meisten von uns.
Physio ist echt eine gute Idee!
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Pace

Hallo Inumi,

klar will ich vor allem ankommen ( was ja mit den Kniebeschwerden schon ehrgeizig genug ist) - aber mit irgendeiner Pace muss ich doch schließlich starten ( wenn ich schon starte)? Oder wie machen das andere? Nach Gefühl loslaufen?

LG, Brittuff

Mit Marathon

kann ich nicht dienen.. aber bei meinem ersten Halbmarathon wollte ich eigentlich nur die Atmosphäre aufsagen und bin hinter dem letzten Pacemaker/Bremsläufer mitgelaufen. Vielleicht solltest du das auch erstmal probieren, wie sich das anfühlt, gerade wenn man Schmerzen spüren sollte, ist bei einem Marathon nicht gerade zu spaßen.

Falls dir dieses Tempo vielleicht doch zu langsam sein sollte, könntest ja probieren, schrittweise an eine Gruppe vor dir aufzulaufen.

Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen aber leider nur über die halbe Distanz...

LG vom Kaiserstuhl

wurde schon einiges geschrieben

Wenn du dir jetzt nicht vorstellen kannst in einer Woche nen Marathon zu laufen dann sind das beim ersten Marathon schlechte Vorzeichen. Deine Vorbereitung ist keine Garantie, Wenn du nach abklären des Sachverhalts Knie in der Lage bist zu laufen dann lauf nach Gefühl los, wenn du dein wohlfühltempo hast dann noch ein bißchen langsamer. Ich bin mittlerweile in der glücklichen Lage jederzeit einen Marathon auf ankommen zu laufen, aber der Marathon ist mehr als zwei halbe. Lauf einfach mal und genieße, beim ersten gehts um keine Zeit.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

nach Gefühl loslaufen

genauso! Nimm deine Longjogpace und lauf die an, wenn du eine Pace brauchst. Ansonsten würde ich wirklich vorschlagen einfach nach Gefühl loszulaufen - aber nach deinem Gefühl für einen langen langsamen Lauf, bitte. Und klär VORHER dein Knie, sonst ist dir ein DNF oder zumindest eine lange Wanderung sicher.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ein Marathon

ist für die meisten immer wieder eine Grenzerfahrung, kaum welche können mal so eben nebenbei die 42... km kontrolliert abspulen und vielleicht sogar mit kleinen Wehwehchen an den Start gehen. Da ist ja schon von Beginn an im Kopf, daß es eventuell nichts wird. Das ist eine denkbar ungünstige und nicht zu unterschätzend schlechte Voraussetzung. Unabhängig davon: Erstmal zum Arzt, aber einen der was mit Sport am Hut hat, am Besten Sportmediziener der selber läuft. Der kann sich besser in deine Lage versetzen, von jedem anderen wirst du wohl ehr sowieso von deinem Vorhaben abgeraten werden. Wenn es dann tatsächlich nicht bloß eine Disbalance der Muskulatur oder so was, sondern irgendwas mit Kniebänder und Knorpelzeugs ist, solltest du das Vorhaben, so schwer es momentan auch fällt, bessser knicken. Das Knie kann sehr, sehr nachtragend sein und kann dich länger als dir lieb ist an deinen ersten Marathon erinnern.
Viel Glück also beim Arzt dann erst einmal.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Das mit dem Knie kommt mir

Das mit dem Knie kommt mir bekannt vor. Nach einigen anderen Wehwehchen, die während meines Marathontrainings auftraten und dann wieder verschwanden, traten die Schmerzen im Knie (auch das rechte) am Wochenende vor dem Marathonlauf beim Trainingslauf über 25 km auf. Ich hatte dann auch hauptsächlich Probleme beim Treppengehen. Ich habe mich dann die Woche geschont. Die Beschwerden gingen zurück. Am Tag vorm Marathon bin noch 5 km zur Probe gelaufen. Das ging. Beim Marathon (war übrigens auch mein 1.) habe ich es dann auch langsam angehen lassen. Es waren 4 Runden mit je 10,5 km. Erste Runde mit einem Puls um 145, zweite und dritte Runde 150 - 160 (stieg langsam an), letzte Runde 160 - 170. Mein Maximalpuls liegt so bei 180. Ich konnte damit relativ gleichmäßig eine Pace von knapp unter 6:00 laufen, Endzeit 4:09 h. Die Temperaturen waren aber relativ kühl.
Solange ich in Bewegung war, ging es mit dem Knie. Danach waren die Schmerzen aber deutlich schlimmer. Gerade Treppensteigen war nicht so toll. Aber auch auf ebenen Strecken sah das Gehen wohl nicht so elegant aus. Das Knie war auf der Innenseite druckempfindlich. Ohne Bewegung hatte ich keine Schmerzen. Ich habe das Bein dann geschont und das Knie mit Voltaren eingeschmiert. Mittlerweile sind 2 Wochen vorbei. Die Beschwerden haben deutlich abgenommen. Keine Druckempfindlichkeit mehr. Treppensteigen ist auch kein Problem. Es ist aber noch so ein komisches Gefühl da. Die Bewegung beim Gehen ist irgendwie noch nicht wieder so ganz rund.

Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen bei deiner Entscheidung. Wenn du dich fürs Laufen entscheidest, wünsche ich dir viel Glück.

Nachtragendes Knie

Eigentlich wurde schon alles geschrieben. Nun noch ein kleiner Erfahrungswert: vor meinem ersten Marathon 2011 hatte ich auch Knie - der Physio meinte, ich könne laufen, das war natürlich genau, was ich hören wollte (den Teil, ich könne ja aussteigen, wenn es weht tut, habe ich wohl nicht mehr gehört). Es kam, wie es kommen musste, der Marathon war eine tolle Erfahrung, aber der Preis SEHR hoch: drei Monate hat mich das Knie ins Aus befördert (Iliotibiales Bandsyndrom, ITBS). Ob es das wert ist, muss wie immer jede selber wissen.

yazi

Warum ist "sub 4" zu ehrgeizig?

Natürlich will man den ersten M als allererstes mal mit Spaß finishen. Aber wer HM in <1:45h (beispielsweise) gelaufen ist - warum sollte der nicht sub 4 anpeilen? Hat in HH auch für ete's Tochter geklappt - und bei meinem ersten M auch.

Longjog-Tempo angehen, nach HM kann man immer noch schneller werden.

Aber
a) 9 Wochen finde ich wenig - ich habe mich ein halbes Jahr vorbereitet (die 10-Wochen-Plänen sind m.E. nur der "Feinschliff")
b) mit "aua-Knie" würde ich Dir auf jeden Fall die Variante Arzt / Physio VORHER empfehlen und den ersten NICHT mit Schmerzen angehen
c) der Kopf läuft auch mit - und der sollte positiv gestimmt sein

Viel Spaß beim "ersten"!

Das mit den "Ergeiz

Das mit den "Ergeiz zerfressen" bezieht sich darauf, das dir, im deinem Beitrag vom 05.04.der Rat von einigen anderen Forenmitgliedern gegeben worden ist lieber den HM zu laufen. Aber egal bin auch oft nicht besser und viele andere hier ja auch nicht.
Mit deinen Knie... hatte es auch mal (runners knee) war nicht schön und kann lange dauern. Muß aber nicht. Hatte ne gute Therapeutin die schon seit Jahren immer wieder Läufer direkt bei Wettkämpfen behandelt. War ein Glücksfall für mich.

Und noch mal viel Glück und Daumen drück

Pace

Möge dein Lauf von Zurückhaltung und Selbstzweifel geprägt sein - gefolgt von langsam ansteigender Geschwindigkeit, gipfelnd in euphorischer Freisetzung der Kraftreserven !

Munter!
Alex

ich würd nen blick...

...von nem physio drauf werfen lassen. evt. isses nur ne dysbalance (ich geh grundsätzlich bei solchen beschwerden immer nur zum physio, weil ich - aus bereits gemachter erfahrung - physios grundsätzlich mehr zutraue als orthopäden)
und als zweites: zielzeit über bord werfen! ist beim ersten marathon einfach besser, schließlich gibt es nur einmal ein erstes mal und das soll doch ne tolle erinnerung werden, oder?
mach´s wie strider sagt: mit 6er pace angehen und bei 28 guggn, wie es läuft! so´n ganzer marathon ist schon ne andere hausnummer als nen halber, unterschätz das nicht!
____________________
laufend wünscht viel freude und erfolg: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegen kommt." (theodor fontane)

Halbmarathon IM TRAINING

Hallo Edeldocker,

ach soooo... da hast du etwas missverstanden: es ging in der Diskussion darum, ob ich nach überstandener Erkältung den ausgefallenen 30 km-Trainingslauf nachholen sollte oder lieber den im Trainingsplan für das Wochenende vorgesehenen Halbmarathon-Wettkampf zu Trainingszwecken machen. Entschieden hatte ich mich für den ruhigen 30 km-Lauf, eben gerade weil ich nicht so ehrgeizige Zeitziele habe ;-)

Danke fürs Daumendrücken

Brittuff

Physio

Guten Abend an alle,

ich war heute beim Physio/Chiropraktiker. Er meinte, meine Hüfte sei schief, grundsätzlich die ganze rechte Seite nicht recht mobil/verklebt, wie auch immer. Er hat an der Hüfte, der Lendenwirbelsäule, den Füßen etc. gedreht, gezogen, gedrückt... ein paar mal hat es geknackt, u. a. auch an der Symphyse. Mein Knie hat er sich auch angeschaut, er konnte keinerlei Anzeichen für eine Entzündung erkennen. Ich habe nun die Hoffnung, dass nach dieser Behandlung und einmal drüber schlafen alles besser wird und möchte morgen einen Lauf, sozusagen probeweise, wagen :-)

@happy: zum Orthopäden wollte ich auch auf keinen Fall, unser ortsansässiger war schon genervt, weil ich letztes Jahr einen Ermüdungsbruch im Schienbein hatte (den er übrigens monatelang nicht erkannt hat) und im Februar beim Laufen auf Eis ausgerutscht bin und mir eine Fissur im Fibulaköpfchen zugezogen habe... er wollte mich doch eigentlich nie wieder sehen, und nun war ich schon wieder da! Aus praktischen/logistischen Gründen blieb mir aber nichts übrig, als halt wieder zu ihm zu gehen mit meinem kaputten Arm. Wenn ich jetzt mit meinen Beschwerden gekommen wäre, hätte er mit Sicherheit einfach gesagt: dann laufen Sie halt nicht so viel und am Sonntag schon mal gar nicht! Schön war auch der Kommentar eines Radiologen (als endlich ein MRT meines Schienbeins gemacht wurde letztes Jahr): Wenn man keinen so symmetrischen Körper wie Usaine Bolt hat, sollte man nicht laufen. Ah ja...

Ich danke euch nochmal für die vielen Gedanken und Erfahrungen, an denen ihr mich teilhaben lassen habt und werde berichten. Auf jeden Fall werde ich am Sonntag an den Start gehen und die Atmosphäre genießen (die kenne ich ja schon vom Halbmarathon, den bin ich bereits 3 x in Hannover gelaufen). Wenn dann nix mehr geht, werde ich halt aussteigen, ein Erdinger Alkoholfrei trinken, was essen und meine Beine in den Teich am Rathaus stecken. Aber schön wäre es schon, auch zu finishen.

Liebe Grüße

Brittuff

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