Laufen nach zwei Hüft OP's
Ich bin von Ihnen im Mai 2011 rechts und im
Mai 2012 jeweils an der Hüfte operiert worden.
Ich habe auf beiden Seiten ein Oberflächenersatz nach
Mac Minn bekommen und bin weiterhin sehr zufrieden
damit.

Da ich vor den OP's schon sehr viel Sport betrieben habe
( Kampfsport, Laufen Tanzen ) hätte eine spezielle Frage dazu.

Ich bin vor den OP's viel gelaufen ( ca. 3 mal die Woche zwischen
10 und 15 km ). Ich würde sehr gerne wieder langsam mit dem Laufen
anfangen und möchte gerne wissen was ich nach meine OP's
im Bezug auf Laufen allgemein, die richtigen Schuhe und Umfang des Lauftrainings
beachten sollte.

Ich freue mich über eine Info von Ihnen und sage im Voraus vielen Dank.

dieses Thema

solltest Du vielleicht mit Deinem Operateur besprechen.Er "kennt" Deine Hüftgelenke.
Ich wünsche Dir weiterhin gute Genesung und dass Du bald wieder richtig laufen darfst
VG.

Eigentlich sollte nichts

Eigentlich sollte nichts dagegen sprechen, es muss ja nicht unbedingt ein Marathon sein, oder?!?! ;-)
Meine frühere Kollegin (HüftTEP beidseits mit 50 Jahren) spielt auch ganz fleißig Tennis!!
Als Physiotherapeutin betreue ich regelmäßig HüftTEP-Patienten, da hab ich aber leider viel zu oft das Problem, dass die lieber faul auf der Couch rumliegen würden, anstatt zu laufen. Freut mich zu hören, dass du dort anknüpfen möchtest, wo du aufgehört hast!! Hut ab!! Probier's doch mal!!

Endoprothese und Sport.

Ich interessiere mich, seit mir mein Orthopäde eine beginnende Coxartrose diagnostizierte, auch für diese Thematik. Dabei bin ich über Peter Herrchen gestolpert, der mit Hüftprothesen Halbmarathon läuft. Außerdem hat er eine Internetseite (http://endoprothese.wordpress.com/) und auch schon ein Buch geschrieben mit dem Titel "Mut zur neuen Hüfte". Bei Facebook findet man ihn auch.
Vielleicht könnte Dich das interessieren.

Gabriela

Laufen macht glücklich!

Artikel aus Fachzeitschrift: Sport nach Gelenkersatz

Hallo inosantoka,

hier dazu ein interessanter Artikel aus Fachzeitschrift:
Huch K, Weithöner KA, Günther KP, Reichel H, Mattes T
Sportliche Belastung und Belastbarkeit nach endoprothetischem Gelenkersatz
Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
, Jahrgang 60, Nr. 4 (2009), S. 84-89

S. 87f
"In den aktualisierten Leitlinien wird die sportliche Betätigung aufgrund der höheren Empfindlichkeit der Knieendoprothesen gegenüber Dreh- und Stoßbewegungen als wesentlich problematischer als bei Hüftendoprothesen angesehen. Folgende
Bewegungsformen werden als kontraindiziert angesehen: abrupte Rotationsbewegungen, sowie extensive Adduktion und Belastungsspitzen.

Als besonders geeignet werden aufgezählt: Wandern, Walking, Schwimmen (Kraulbeinschlag), Skilanglauf mit Diagonalschritt, Radfahren, Gymnastik (Dehnuns- und Kräftigungsübungen), Rudern, Paddeln.
Als bedingt geeignet werden angegeben: Jogging, Golf, Tischtennis und Kegeln.
Wenig geeignete Sportarten seien: alpiner Skilauf, Ballspiele, Reiten und Leichtathletik (Sprung- und Schnellkraftdisziplinen).
...
Unter entsprechender Abwägung von Risiko und Nutzen (insbesondere individuelle Lebensqualität) kann mit den betroffenen Patienten die Durchführung ihrer Lieblingssportart(en) besprochen werden.
Hier gilt, dass erfahrene Sportler auch in prinzipiell gelenkbelastenden Sportarten (alpines Skifahren, Tennis etc.) bei vernünftiger Intensität ein überschaubares Risiko für ein mechanisches Versagen ihrer Endoprothese (Abnutzung, Lockerung) bzw. für Stürze (cave periprothetische Fraktur) haben dürften.

Anmerkung von Waldboden:
Wer erfahren im Laufen ist und Tempo rausnimmt und auf gelenkentlastendes Laufen achtet, wer seine fürs Laufen notwendige Muskulatur zusätzlich gut aufbaut und trainiert, der kann auch wieder laufen und kann durch seine Lauferfahrung die mechanische Belastung der Gelenke reduzieren.

Die Autoren schreiben in der Zusammenfassung ihrer Ergebnisse bzgl. Sport-Empfehlung:
"Dabei sollte die Patientenerfahrung in einer bestimmten Sportart eine besondere Brücksichtigung finden, da bei vernünftiger Sportintensität optimale Bewegungsabläufe zu einer relativ geringeren mechanischen Belastung der Gelenke führen dürften. Gleichzeitig spielt unter Abwägen von Risiko und Nutzen auch die erwartete Lebensqualität des einzelnen Patienten in der Beratung eine große Rolle."
...
"Allerdings zeigten sehr aktive Patienten nach 10 Jahren einen überproportionalen Abrieb (3-4 mm) gegenüber dem durchschnittlichen Abrieb von 1,5 mm in der Vergleichsgruppe."

Ob´s dann nochmals Marathon-Laufen sein muss, muss jede/r selbst entscheiden.

Grüße und gutes wieder Laufen wünscht,
Waldboden

Lauftechnik

spielt eine entscheidende Rolle für die Gelenkbelastungen. Die Belastungsspitzen sind bei Vorfußläufern deutlich geringer als bei Fersenläufern, bis zu dreifache Gelenkkräfte muss die Fersenlaufende Hüfte aushalten. Deshalb: Beim Laufen mit Hüftendoprothese (auch bei McMinn) sollte dringend die Lauftechnik entsprechend überprüft werden. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass bei sportlich sehr aktiven Menschen eher nicht der übliche Bewegungsmangel als Ursache für die Arthrose in Betracht kommt. Wenn keine Vorerkrankung wie M. Perthes o.Ä. vorlag, ist ein Koordinationsdefizit bzw. eine instabile Beinachse in dem betroffenen Bein recht wahrscheinlich anzutreffen.

Erster Ansprechpartner ist hier sicherlich der Operateur, evtl. kann ein erfahrener Physiotherapeut hier noch eine genauere Einschätzung der Koordinativen Begebenheiten treffen und entsprechende Ratschläge geben.

Alles Gute,

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

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