... 20:45 Uhr Startzeit, 30min früher als sonst. Eigentlich war ich gestern schon 4,7km Laufen, was eine normale Runde und ca. 30 min. Training für mich sind. Bisher folgte darauf immer ein Ruhetag bzw. ein max. 20-25 min Regenerationslauf. Die neue Motivation meines Trainingsblogs hat mich aber bewogen doch eine normale Runde anzustreben, oder...

... stopp - so ein Mist - ich hab den Hund noch nicht gefüttert! Also doch erst 21:30 Uhr und ne Regenerationsrunde. Aber was wird mit dem Blogbericht? Jetzt schon kneifen? Also bin ich dann doch los, ohne Laila - was sich später als großes Glück herausstellte!

Aber zurück zum Bericht. Der erste Kilometer geht leicht bergab. Das hab ich so gewählt, damit beim Einlaufen schon ein gewisses Tempo, bei möglichst geringer Belastung möglich ist. Der Lauf vom Vortag war spätestens jetzt auch aus meinen Beinen verschwunden! Hell erleuchtete Fenster, ein paar partysühtige Jugendliche in Ihren aufgemotzten Karren am Marktplatz und Katzen, viele Katzen, die meinen Weg kreuzten. Aber keine anderen Läufer oder Radfahrer oder Fußgänger unterwegs. So mag ich das, bloß nicht auffallen in der kleinen mittelfränkischen Provinz.
Dann raus aus der Stadt und auf den Flurbereinigungswegen entlang. Das Tempo war nicht so hoch, so dass ich nur an den leichten Anstiegen auf die Atmung achtete, sonst liefs wie von allein.

Als die ersten Schweißperlen auf die Stirn stiegen, war ich eigentlich schon auf dem Rückweg der 6km Runde, aber jetzt schon aufhören? Also eine kurze Ehrenrunde durchs Wohngebiet und wieder raus aus der Stadt in Richtung Wald.
Nachdem bei mir die Erkenntnis gereift war, das im Wald keine Straßenleuchten stehen, ich Allein unterwegs war und die Familie zu Hause im Bett, bin ich dann doch wieder auf den Flurbereinigungsweg abgebogen und nicht in den Wald rein.
Der Mond schien helle und Schnee war ... nicht mehr auf der Flur, was mich bewog dann doch zum Schillingsfürster Brunnenhaus und ein kleines Stück durch eine Schonung zu laufen!
Ein unglaubliches Gefühl. Rechts der Wald, links die Schonung - waren die "kleinen" Bäume immer schon so hoch? - leises Knacken und Rascheln im Unterholz und Dunkel wars. Ein Schauer lief mir über den Rücken, aber zur Verwunderung ein Wohliger, einer der kommt, wenn man erwartet, gleich von Hinten umarmt zu werden. Völlig ungewohnt, völlig überraschend und ich musste feststellen, dass kein Angstgefühl dabei war, welches oft kommt, wenn man einer dunklen, unbekannten Gestalt begegnet. Angst vor unbekannten Menschen aber nicht vor unbekannten Tieren? Ganz neu für mich!
Dann komm ich raus aus der Schonung, Links offenes Feld, Rechts immer noch der Wald, vor mir schon das beleuchtete Brunnenhaus in Sicht und plötzlich war ich nicht mehr allein! Ca. 10-15 Rehe, die ich als Schatten im Gegenlicht wahrnahm sprangen ca. 5-10m vor mir vom Feld in den Wald. Die hatten wohl noch nie ein so langsames, reflektierendes (ich trage Warnweste beim Laufen im dunkeln) Tier um die Uhrzeit und an dieser Stelle gesehen.

Der Lauf ist jetzt eine Nacht und einige Stunden her aber das Hochgefühl hält an. Zum Glück war ich ohne Hund unterwegs, denn der wäre wahrscheinlich jagen gegangen und ich wäre dann die halbe Nacht, auf der Suche nach Ihr, wie Hänsel und Gretel durch den Wald gestapft. So blieb genug Zeit für ein heißes Bad und 6 Stunden Schlaf.
Heute Abend hab ich leider keine Zeit groß Laufen zu gehen (1. Hilfe-Kurs vom Sportverein) aber Morgen, Morgen hab ich wieder einen Termin mit den Rehen!

Gruß Andre.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Schöner Bericht. Das kenn

Schöner Bericht.
Das kenn ich gut, wenn die Strecke dann doch länger wird als geplant, während man läuft. Tolle Sache! ;) Mindestens genau so gut kenne ich die Sache mit den Hunden und den Rehen..aber dazu keinen Kommentar *g*

Taschenlampensafari

Irgendwann im längst vergangenen tiefen Winter war ich mit Lampe bei uns im Wald unterwegs. Wir haben viel Sika-Wild, welches nicht ganz so scheu ist. An dem Abend im Wald hab ich 21 Augenpaare gezählt!!! Ein schönes Erlebnis, wenn man zwar der einzige Mensch im Wald aber nicht allein ist...

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

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