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Da ich weiß, dass einige von Euch schon vom Rennsteiglauf- oder Hermannslauffieber infiziert sind und auch gern Berge laufen, will ich mal von meinem letzten Lauf berichten.

Zur Vorgeschichte: Den Kyffhäuser Berglauf kannte ich bisher nur aus der Wanderersicht. Zu den Zeiten, als unsere Kinder noch motiviert werden konnten, bin ich zweimal dort die 22 km flotten Schrittes gewandert. Inzwischen sind viele Jahre ins Land gegangen.

In einem Anflug von Übermut hatte ich mich ja für den langen Rennsteig angemeldet. Also muss ich km und lange Läufe - und das möglichst mit Höhenmetern - sammeln. Wobei mit langen Läufen eben solche über 42 km oder mehr gemeint sind. Und damit ich die nicht allein laufen muss, habe ich diverse Laufkalender gewälzt und mir Veranstaltungen gesucht, die zummindest einige dieser Bedingungen erfüllen. So kam ich wieder zum Kyffhäuser.

Der Bergmarathon hat reichlich 900 Höhenmeter rauf und auch wieder runter. Start und Ziel ist in Bad Frankenausen. Das Starterfeld ist überschaubar und die Verpflegung ist spitzenmäßig.

Vor dem Start wurden alle Läufer darauf hingewiesen, dass die Strecke in diesem Jahr besonders anspruchsvoll sei, weil der Schnee zwar getaut, aber dafür der Matsch zum Vorschein gekommen war. Ich dachte an die Bühlauer Heide und machte mir keine Sorgen. Tatsächlich war es dann aber doch teilweise eine regelrechte Schlammschlacht. Bäche von Tauwasser liefen über die Wege, das Laub war glitschig und die Hänge teilweise abschüssig.

Es sollte ein Trainingslauf werden, also hatte ich geplant, nur so schnell zu laufen, dass ich mich noch gut unterhalten konnte und die Anstiege zu gehen. Vor dem Start traf ich noch scooby und glycerin7. Kurzer Schwatz und schon ging es los.

Die ersten km waren zum "Einlaufen" gedacht und verliefen mit ganz leichtem Anstieg auf der Straße, bevor wir in den Wald abbogen. Ich hatte zwei Mitläuferinnen gefunden, deren Tempo mir passte und so vergingen die ersten 10 km. Am zweiten VP verlor ich die beiden und ab km 12 wurde es stellenweise so steil, dass ich "Gehpausen" einlegte. Etwa zur Hälfte lief ich auf eine Frau auf, die lockeren Schrittes unterwegs war und mich mit "junge Frau" ansprach. Kurzer Blick zur Seite und ich stutze. Wir liefen eine Weile zusammen, ehe ich mich traute, sie nach ihrem Alter zu fragen. Sie war 69 Jahre alt und am Ende nur 10 min nach mir im Ziel! Und die Hälfte davon hatte sie vermutlich wegen einer Fotopause eingebüßt.

Nach einer Ehrenrunde vor dem Rotbart ging es 150 m bergab, um auf der gegenüberliegenden Seite diese Meter wieder nach oben zu laufen. Nach 35 km war Udersleben erreicht, wo wir am VP mit lauter Musik empfangen wurden. Das halbe Dorf schien sich dort versammelt zu haben. Bestimmt sollte das von dem bevorstehenden Teil ablenken. An einem Feldflugplatz entlang verlief die Laufstrecke schnurgerade gen Westen mit nur leichtem Anstieg. Aber . . . Flugplatz bedeutet, weit und breit kein Baum oder Strauch, der den dort immer wehenden Westwind abhalten könnte. Und fern am Horizont verschwanden die Läufer wie kleine Ameisen im Wald. Irgendwann war auch dieser Abschnitt geschafft. Die letzten km ging es nur noch bergab bis zum Ziel. Ich war zwar geschafft, hatte mich aber nicht total verausgabt.

Und heute ist der Muskelkater nicht so schlimm, dass ich die Treppen rückwärts runter gehen müsste ;-)

Fazit: Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, sowohl vom Untergrund, als auch vom Profil. Und wer nicht den ganzen Marathon laufen will, kann sich auch an 22, 14 oder 6 km versuchen. Ich laufe da ganz sicher wieder!

Glückwunsch zum Finish - tolle Leistung für einen Trainingslauf

...und danke für den Bericht. Das interessiert mich sehr, da der Lauf bei mir nächstes Jahr auch "Plan" ist.

Wenn ich mir allerdings die diesjährige Ergebnisliste ansehe, dass der Letzte 4:52 Std. unterwegs war, und das bei der anspruchsvollen Strecke, bin ich mir nicht sicher, ob das was für mich ist. Ich hab ja keine Lust, ganz alleine im Wald rumzuirren als Letzte. Die Jahre davor waren auch viele Langsamere dabei. Hat es dieses Jahr einen besonderen Zielschluß gegeben oder ist das Zufall, dass keiner über 5 Stunden dabei war?

LG
Rosamia

Zielschluss für alle Wettbewerbe war 17 Uhr

Der letzte Läufer beim Mara war nach 6:25 im Ziel. Vielleicht war die Ergebnisliste noch nicht komplett?

Schöner Bericht! dann viel

Schöner Bericht!
dann viel Erfolg beim Rennsteig. Ich bin letztes Jahr mit
der Familie zum Rennsteiglauf gewandert. Sehr interessant, weil man ja parallel
zur Supermarathonstrecke wandert und so die erste Hälfte des Starterfeldes gut beobachten kann.

Termine 2013:
Citylauf DD 10km 49:08
Oberelbemarathon HM
Moritzburg Tri HD
Hamburg Tri OD
Bestzeiten:10km 47:33; HM 1:52:47, M: 4:25; JD 1:18

Ja rittervonstrele

die Wanderstrecke kenne ich auch gut. Früher war der Rennsteiglauf bei uns gleichzeitig Familienwandertag. Mein Bruder lief den Mara von Neuhaus und meine Eltern und wir Geschwister mit Familien wanderten von Oberhof und erwarteten ihn dann im Stadion. Da haben wir immer den Supermarathonis ehrfürchtig applaudiert, wenn wir sie vorbei gelassen haben. Wie sich die Perspektive doch ändert ;-)

6:25 sollten ausreichen :-)

Kann sein, dass die Liste nicht komplett war, war auch nicht auf der offiziellen Seite.
Also, wenn nichts dazwischen kommt und ich gesund bleibe, nehme ich mir den Lauf im nächsten Jahr vor.

gemeinsam

gemeinsam liebe Rosamia...im Drachenboot haben wir auch welche die da mitgelaufen sind, kannst ja auch wandern...
und dir liebe dusselliese erstmal HGW

Glückwunsch

zu dem Lauf. Mal sehen, wie ich im nächsten Jahr drauf bin, klingt aber auf alle Fälle interessant. Vielleicht wird es ja ein Mini-Gruppenausflug .-)

hatte den auf dem Schirm,

doch die familiäre und anderweitige Planung passte nicht zusammen.
Vielleicht nächstes Jahr.

Toller Bericht, danke fürs mitnehmen, liebe Petra. :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.

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