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und das während der Osterferien gesucht.

Gefunden hatten wir was im hohen Norden Deutschlands. So war bei uns (Nikeflocke und mir) 6 Tage Sport und Spaß in diversen Leistungsgruppen geplant - es wurde gar gesagt man könne mit Treckingrad mitmachen. Also genau richtig für Nikeflocke, die das Thema Triathlon mal antesten möchte. Geplant war das Ganze auf einer sogenannten Erlebnisbahn - man schläft in umgebauten Eisenbahnwaggons. Bei der Planung nicht bedacht wurde der extrem lange und kalte Winter. Da dort die Wasserleitungen oberirdisch verlaufen war dann aufgrund der immer noch herrschenden Kälte und des Nachtfrosts keine warme Dusche garantiert. Ebenso sind die Waggons nicht isoliert - sollen aber beheizbar sein. Also wurde seitens der Veranstalter kurzfristig das Domizil in die niegelnagelneue Jugendherberge in direkter Seelage verlegt.

Ich hatte kurz zuvor noch einen gebrauchten Fahrradträger erstanden und so fuhren wir dann nach dem Einstellen des Trägers mit dicker Jacke und Handschuhen (ich sah aus wie ... eigentlich immer, wenn ich nur ein Rad anschaue) los Richtung Norden. Nach ca. 4h Fahrt erreichten wir samt Rädern wohlbehalten das Ziel. Schon unterwegs lästerten wir bei Minustemperaturen über uns selber - wir sahen nicht ein Auto mit Rad! Nur Bekloppte machen so was, oder?

Der Trainingsplan war schon vorab geschickt worden - angekündigt war auch, dass die leistungsschwächeren zwar den gleichen Beginn, nicht aber die gleiche Dauer hätten. Der Name "Familiencamp" und die Möglichkeit des Trainings für Jugendliche bis 17 Jahre erweckten in uns die Hoffnung auf eine Gruppe, in der Nikeflocke mit den etwas jüngeren mitmachen könnte. So würden wir uns zum Essen sehen - und jede für sich trainieren können.

Als wir dort begrüßt wurden stellte sich heraus, dass wir ein sehr schönes Zimmer mit Dusche und WC für uns hatten und die Gruppe aufgrund der Verlegung und des Wetters arg geschrumpft war. Oha, es blieben ganze 1 Jugendliche (Nikeflocke), 1 Elternpaar mit Kleinkind (die haben sich dann mit dem Training und der Aufsicht abgewechselt), 1 junger fitter Student, 1 älterer Herr und meinereiner übrig. Dazu drei Trainer bzw. zwei Trainer und eine Trainerin.

Auf zum Einlaufen und Lauf-ABC und Koordinationsübungen. Und schon da stellt sich heraus das nur 2 vorne weg liefen, an die ich mich dann gleich gehängt habe. Nikeflocke blieb ganz hinten - sie hatte irgendwie "aua Wade" seit dem Winterlauf. Na ja, ein blauer Fleck ließ mich Arnika "verschreiben" und ein wenig Schonung und Dehnung. Wie sich später herausstellte war es aber ein Muskelfaserriss - und so fiel dann ab Dienstag für sie Laufen komplett aus. Schwimmen auch nur mit Armen und Pullbuoy - für jemanden der nicht kraulen kann (also wirklich gar nicht - nicht nur schlecht wie ich) ein hartes Brot! Aber Radfahren ging - und sie hatte dann Einzeltraining. Einer der Trainer fuhr mit ihr - er MTB, sie Treckingrad. Und er hat sie nach ihrer Aussage ganz gut gescheucht - knapp 18 km/h im Schnitt kriegte sie auf den Tacho und bis zu 30km pro Tour. Dabei wurden mal ganz kurze Sprints eingelegt, bei denen sie nach eigener Aussage bis auf 27km/h kam - ganz schön fix für ein normales Treckingrad.

Wir fuhren dann auch Rennrad (ich hatte vorher noch kurz überlegt mein MTB zu nehmen, aber die Veranstalter hatten in der Woche zuvor schon dort trainiert und das mit Rennrad). Und was soll ich sagen: warm eingemummelt wie für eine Nordpol-Expedition trafen wir uns vor dem Radraum (ja, abschließbar und mit Trägern zum Aufhängen der Räder - richtig feudal!). Mit Mütze unterm Helm, Handschuhen, langer Hose, teilweise Heizsohlen und Überziehern (nur meinereiner nicht), dicker Jacke, Schal, ... Was gut ist für's Laufen ist auch gut für's Fahren hatte ich mir gesagt und meine dünnen Laufhandschuhe (die hier mal zum Einsatz kamen) und die Windstopper-Überhandschuhe für's Gebirge mitgenommen. Das war auch an den Händen ausreichend. Nicht ausreichend waren die Wandersocken in den MTB-Schuhen - eiskalte, rote Zehen waren die Folge.

Aufgrund der Temperaturen fuhren wir nie mehr als 3h - und es gab nur eine "Leistungsgruppe", in der ich mich ziemlich gelangweilt habe. Ein Schnitt von 25 km/h auf dem Rennrad war nicht gerade das, wovon ich geträumt hatte. Selbst vorne im Wind als Pacemaker gingen mir (und dem Studenten) ständig die Gäule durch und beschleunigten mal fix auf ca. 30 km/h, was wir dann immer wieder ausbremsen mussten damit die Gruppe zusammen blieb. Der junge Trainer ist selbst ein guter OD-Triathlet gewesen und hat sich sehr zurückgehalten (glaub ich). Die Trainerin war kein Maßstab - weder beim Laufen noch beim Radfahren.

Ich mein so eine Morgenrunde hat ja was, aber bei klirrender Kälte um den See zu schleichen echt nicht mehr. Trotz teilweise vereistem Schnee und Boden war mir das viel zu luschig. Aber der junge Trainer hatte "aua Knie" und konnte die ganze Zeit nicht laufen, so dass wir mit der Trainerin vorlieb nehmen mussten (und die konnte nicht laufen - hat sie selber gesagt; sie wird wohl beim Triathlon beim Laufen immer nur überholt).

Einen Platten mussten wir unterwegs beheben - ausgerechnet am geliehenen Rad. So kam mein Ersatzschlauch und meine CO2-Kartusche zum Einsatz (klar, das Geld hab ich wiederbekommen). Die Kartusche ist echt super easy in der Handhabung und ratzfatz hatten wir den neuen Schlauch befüllt - das Ganze bei eisigen Temperaturen.

Bergtraining sowohl beim Laufen als auch auf dem Rad wurden von jedem in seinem eigenen Tempo absolviert. Da konnte man sich dann verausgaben wie man wollte. Jetzt werdet ihr natürlich fragen wo man da Bergtraining machen kann, weil doch im Norden alles flach ist? Weit gefehlt: das Profil ist nett wellig und es gibt tatsächlich ganz gute Mulden und Anstiege. Natürlich nie lang, aber beim Berglauf reichen ja schon 100m am Stück - und da gab es deutlich mehr (und noch mit Schnee). Und beim Rad hatten wir eine Strecke von gut 1km nur bergauf. Das Ganze zehnmal - und fertig ist das Milchbrötchen!

Dreimal war Schwimmtraining - auch die Stunde wurde gut genutzt, um an der Technik zu feilen und vor allem - ähm, was wohl? - Wasserlage zu üben. Ja, dringend nötig. Allerdings habe ich hier gehört, dass andere Vereine anders trainieren. Die machen immer solange bis der Erste fertig ist - und der Letzte hat dann auch fertig. Egal ob 50 oder 200m. So schwimmt man dann auch nicht immer nur hinterher. Jedenfalls hat auch Nikeflocke bei dem jungen Triathleten super mitgemacht im Becken - ich fand er hat es auch sehr gut erklärt und die Übungen gesplittet und er meinte man könne nur besser werden wenn man mindestens (!!!) drei- bis viermal pro Woche schwimmen gehen würde. Da muss ich dann wohl nachbessern.

Ein Koppeltraining haben wir auch gemacht. Morgens schwimmen, nachmittags dann kurze Ausfahrt und dort fünfmal ca. 4km Rad gefolgt von 1km Lauf und dann Heimfahrt. Mit drei Teilnehmern war das natürlich sehr leistungsgruppenbezogen - jeder war eine Leistungsgruppe. Und so fuhr ich meine Radrunde und lief meine Laufrunde, um dann in Ruhe auszufahren bis die anderen auch fertig waren, sonst wäre ich wohl festgefroren. Schon schwierig mit Handschuhen einen Helm zu öffnen und wieder zu schließen - den Schuhwechsel haben wir uns aufgrund der Kälte und Matsche gespart und sind mit Laufschuhen Rad gefahren. Kein Problem mit meinen Wendepedalen - die anderen hatten es da deutlich unbequemer.

Dreimal war Stabitraining vor dem Frühstück. Zwei Vorträge und ein technischer Radteil rundeten das Ganze ab.

Der Spaß kam auch nicht zu kurz: an einem Nachmittag stand eine Draisine-Fahrt auf dem Programm. Da wurde einem beim Pumpen warm.

Morgens, mittags und abends wurde gefuttert was das Zeug hielt. Salatbuffet mittags und abends, was warmes und Brote / Brötchen mittags und richtiges warmes Essen abends ließen die Kalorien nachfüllen. Wir hatten auch zwischen den einzelnen Trainings immer genug Zeit zum Essen, klönen und umziehen. Die Panorama-Glasfront bot einen wundervollen Blick auf den See.

Es war eine sehr nette Gruppe und hat riesig Spaß gemacht. Ob's mir trainingstechnisch was gebracht hat kann ich jetzt nicht beurteilen - insgesamt war es aber (gefolgt von einem Geburtstagsfeier-Marathon am WE) doch so, dass ich jetzt gerade ziemlich müde bin (kann natürlich am Schlafmangel am WE liegen).

Nicht zu vergessen: die Entspannung in der Sauna - ja, Jugendherberge mit Sauna - mit wundervollem Blick auf den See in den Sonnenuntergang. Und zweimal ein zusätzliches Massageangebot, wo auch Tapes geklebt werden konnten.

Fazit: ich bin in Deutschland geblieben, habe mir teure Flugreisen und Hotels gespart und bin bei teilweise zugefrorenen Seen zwischen weiß beflockten Feldern Rennrad gefahren - das hatte was! Und das Wetter war perfekt: blauer Himmel, Sonnenschein. Aber allein wäre ich bei den Temperaturen (maximal plus 5 Grad) bestimmt nicht auf's Rad gestiegen - nur auf die Rolle.

Wozu in die Ferne schweifen

wenn das Gute liegt so nah?
heißt's ja immer so schön! Kürzlich hatten wir ja auch dieses Thema in der Schinderhannes-Sauna diskutiert. Ein Ironman meinte da noch, dass wir Calwer unser Trainingslager schon vor der Haustüre hätten, Stichwort Höhenmeter(trainings) und landschaftlich sehr schön ist's ja auch noch. Doch das große ABER ist eben das mitunter unbeständige Wetter und Urlaub zu Hause ist nicht wirklich eine Erholung, weil man da ja immer sieht, dass dies oder jenes noch erledigt werden muss. Aber du hattest ja zum Glück den Sicherheitspuffer einer 4-stündigen Fahrt, so dass der Faktor Hausarbeit vernachlässigbar war.

So ein Trainingscamp unter südlicher Sonne und professioneller Anleitung, wie es Fairy, Cocobolo u.a. schon gemacht hatten, würde mich auch mal sehr reizen, denn den A... abfrieren kann ich mir auch daheim - koschdelos! ;-)) Wobei man auch im Süden Pech mit dem Wetter haben kann.

Triathlon-Frühlingstraining für Familien.... was sich so nett und kuschelig anhört, ist zum Boot-Camp für die ganz Harten mutiert, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass du dort leicht unterfordert warst. O.k., es hatten einige gekniffen, aber trotzdem... die Meister werden im Winter gemacht! Wenn du sogar schon schneller als die Trainerin bist, solltest du darüber nachdenken, selbst Trainerin zu werden! :-)

Super durchgezogen

Wer konnte ahnen, dass das Wetter in den Osterferien so kalt ist. Im letzten Jahr hatten wir ganz angenehmen Temperaturen.
Nun solls ja schon am Wochenende warmes Wetter hier in Deutschland geben, so können wir alle bei angenehmen Temperaturen unsere Räder auf die Straße stellen, ich kann`s kaum erwarten!

Genaueres???

Wo wart ihr denn nun??

Klingt alles ganz verheißungsvoll, mit dem extrem kalten Osterwetter konnte wirklich niemand rechnen. Find ich eine super Aktion!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ich finde, das klingt nach

Ich finde, das klingt nach einer super Sache. In fast allen Gruppen-Trainingslagern muß man aufgrund von Inhomogenität Abstriche machen, die aber meiner Erfahrung nach IMMER durch ein schönes Gruppen- oder hier eben Familienerlebnis total wettgemacht werden. Und zum Wetter ist alles gesagt, Haken dran, vorwärts gucken!

Bis bald in HH im Frühling,
LG Britta

Gut durchgehalten

Angesichts des Wetters wäre ich auch ein "Kneif-Kanditat" gewesen...

Wo war es denn nun?

LG

Wir waren in Ratzeburg

in der niegelnagelneuen Jugendherberge direkt am zugefrorenen Ratzeburger See. Die Eisenbahnwaggons waren bei dem Wetter unbewohnbar.

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