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Nur noch sieben Wochen bis Mainz und ich komme einfach nicht an die 30er ran. Die beiden Wochen zuvor nur zweimal trainiert. Der letzte „Lange“ (28 km) war vor 17 Tagen. Und bei den Temperaturen, die hier im Moment herrschen, habe ich einfach keine Lust auf 3 Stunden. Für mich sind zwei Stunden Spaß voll ausreichend. Wobei … Spaß bei dieser Kälte?

Für heute habe ich mich nun doch noch zu einem längeren Lauf ermuntern lassen. Ein Blick aus dem Fenster verspricht Kaiserwetter. Die Sonne strahlt. Allerdings herrschten hier nachts noch -8° C. Jetzt sind es -2° C. Dazu ein scharfer Wind. Die 30 habe ich aber gar nicht erst eingeplant. Um halbwegs windgeschützt zu laufen will ich in den Wald. Um 20 – 30 km Waldwege genießen zu können breche ich ein Tabu und fahre mit dem Auto die 5 km zum Ausgangspunkt. Normalerweise nehme ich das Fahrrad aber schockgefrostet läuft es sich nicht so gut.

Es geht also los. Locker und entspannt und auch irgendwie flott. Der 1. km geht in 5:40 weg. Ist ja toll. Allerdings ist mein Puls da auch schon bei 76% HFmax. Wie war das noch mit den langen Läufen? Der Puls sollte unter 70% gehalten werden. Meist streue ich in der ersten Stunde auch immer ein paar Gehpausen ein, dann gelingt mir das ganz gut. Aber nicht heute. Das menschliche Bedürfnis nach Wärme ist stärker als die wissenschaftliche Erkenntnis aus der Trainingslehre. Ich halte das Tempo und der Puls pendelt sich auf 80% ein.

Ein Teilstück muss ich nun doch durch freies Gelände Richtung Osten, ca. 2,5 km. Genau in die Richtung, aus der der schneidende Wind kommt. Endlich werde ich langsamer. Aber natürlich nur wegen des Windes. Die Belastung bleibt. Und es ist birrekalt. Etwas Rückwärtslaufen tut da gut. Ist aber auch nicht gerade entlastend. Also gut, wieder nach vorne mit Wind von vorne.

Ich erreiche das nächste Waldstück. Jetzt wird’s angenehmer. Allerdings sind die Wege verschneit, teilweise vereist. Ich achte nicht mehr auf den Puls, sondern nur noch auf den Weg und laufe einfach drauflos. Es ist herrlich. Die Sonne strahlt durchs Geäst, reflektiert im Schnee. Kein Wind ist spürbar. Kilometer um Kilometer zieht dahin. Allerdings wird die Fußmuskulatur durch den Schnee ziemlich beansprucht. Nach 13 km beschließe ich, einfach umzukehren und den Weg mit einer Abkürzung zurückzulaufen.

Ich komme wieder zum freien Teilstück, diesmal aber mit Rückenwind. Hat hier jemand was von Kälte geschrieben? Es ist doch gar nicht kalt. Jetzt ist auch noch Luft für eine Tempoverschärfung. Kommt eh nicht mehr drauf an. Es ist ja eh schon ein Tempodauerlauf, wenn auch ohne echtes Tempo.

Am Ende sind 24 km geschafft in einer Durchschnittspace von 5:50 bei 80 % HF. Am Auto angekommen merke ich, dass ich meinen MP3-Player gar nicht eingesetzt habe. Muss ein schöner Lauf gewesen sein. Es war ein schöner Lauf. Allerdings sieht echte Marathonvorbereitung anders aus. Thema verfehlt.

Nächste Woche ist Ostern. Dann sind alle Kinder wieder da. Und auch noch andere Familie. Da wird es wieder nichts mit dem 30er. Immerhin habe ich diese Woche in vier Einheiten 59 km geschafft. Bisherige Jahresbestleistung.

Gruß

Sirius
…der immer zu kurz rennt.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Dreißiger...

...werden überbewertet (ein bischen zumindest).
Solltest Du keinen mehr hinbekommen im Laufe der Vorbereitung hast Du mit dieser Wochen-km-Leistung trotzdem gute Chancen aufs Ziel. Musst dann halt etwas gebremster anlaufen und ggf. immermal kurze Gehpausen machen.
Ich hab nur vor meinem ersten M 2* 30 km gelaufen, bei den anderen beiden nicht. Die Wochenkilometer waren bei meinem letzten am umfangreichsten, und der ist mir dann auch am leichtesten gefallen.
Du schaffst das schon!

gut gemacht !!

jogmap als motivator klappt meistens - rate mal, warum ich am freitag schon ......!!
mit fiesem ostwind hatte ich heut auch das vergnügen, und leider keinen wald als windbrecher. hab mich im ort getummelt und einmal aussenrum gewagt- seehr schlechte idee !
du packst mainz, auf jeden fall !! wir sehen uns !
lgc

Ich denke ja auch, dass ich

Ich denke ja auch, dass ich das irgendwie schaffe, zumal ich keine großen zeitlichen Ambitionen habe. Aber ich möchte natürlich mit stolzgeschwellter Heldenbrust über die Ziellinie kommen und nicht etwa kriechend.

Gruß

Sirius
...der so heldenhaft rennt.

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