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Ich weiß nicht, wie viele tausend Kniebeugen ich in den letzten Wochen in der Sport-Reha auf dem Wackelbrett gemacht habe, wie viele einbeinige Squats, wie oft ich die Beinpresse hochgewuchtet und auf dieser Gynäkologenliege die Abduktoren trainiert habe. So viele Stunden, nur für ein Ziel: Das linke Knie sollte endlich schmerzfrei werden. Und immer wenn ich denke, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, kommt es schlimmer. Mittlerweile hat der Schmerz das gesamte Gelenk erfasst. Nein, eigentlich ist es noch perfider. Zwischenzeitlich zeigt sich gerne ein kleines Hoch, und dann folgt der hammerharte Rückschlag. Seit fünf Monaten geht das jetzt schon so.

Also was tun? Es ist Donnerstag, und ich wackelbretter mal wieder was das Zeug hält. Meine Physiotherapeutin schaut aufmerksam zu. Wir reden über ihr Training. Sie will im Mai einen Marathon laufen. "Was willst du denn am Wochenende laufen," fragt sie mich. "Tja, ich hatte überlegt, mal was komplett flaches zu machen, keine Berge, kein Gelände. Scheißlangweilig, aber vielleicht geht das ja nicht so aufs Kniegelenk," antworte ich und ergänze, dass ich gedenke, mir am Samstag um 7 Uhr meinen Rucksack aufzusetzen, mir Zusatzkleidung und mein Bahnticket einzustecken (falls ich irgendwo schmerzbedingt aussteigen muss), um dann von Bochum Richtung Baldeneysee zu laufen.

Der Plan steht. Vier S-Bahn-Stationen liegen auf der Pendelstrecke, also voll die Nummer sicher. Eigentlich wollte ich meine Trainingsziele in diesem Jahr nur noch an Höhenmetern ausrichten. Aber auf dieser Strecke wird es so flach sein, dass gerade mal ein Quälixfaktor von, ähem, vier dabei herauskommt. Vier! Dafür ziehe ich mir sonst nicht mal mehr die Schuhe an (Großkotzmodus aus ;-)). Flach wird nur noch barfuß auf Rasen gelaufen, sonst nicht.

Überhaupt. Schuhe. Hab' ich überhaupt noch einen asphaltflachstreckentauglichen Schuh im Schrank? Wäre ich Frau mainrenner, wäre das gar keine Frage, die hat trotz ungefähr hundert Paaren immer noch den Überblick. Nun ja, ich schaue also nach und muss feststellen, dass bei mir tatsächlich nur Barfußschlappen wie Fivefingers und Merrels sowie zig Trailschuhe im Regal stehen. Aber soll ich jetzt wirklich einen puren Asphaltschlappen für nur einen Lauf kaufen? Dann kommt mir die rettende Idee: Der neue Salomon Sense Mantra, ein door-to-trail-Schuh, wie sie das beim Hersteller nennen, könnte eine sinnvolle Anschaffung sein. Also schnell mal den Dealer anrufen, ob er den Schlappen in meiner Größe da hat und Bingo! Rolli hat das Ding vorrätig, und ich fahre eben schnell rüber zu "Wat läuft", drehe eine Testrunde mit dem Sense und gönne mir den Schuh sozusagen als Schmerzmittel.

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lieber Klada, lass es dir

lieber Klada,
lass es dir von einer Frau gesagt sein: Schuhe kaufen hilft immer! ;-)
In allen Lebenslagen und wenn die Seele mal schiefhängt...Schuhe kaufen. Un was kann das ganze noch toppen: Laufschuhe kaufen :-)
Gute Besserung für dein Knie, möge der Schaufschuhgott mit dir sein!!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Schmerzmittel

das gleichzeitig Balsam für die geschundene Läuferseele ist!
Werd' ich mir merken!

Nachtrag: gerade sehe ich, dass ich fast das Gleiche wie Brihoha geschrieben habe! Diese Antwort war wohl doch zu naheliegend!
;-))

Zalando-Schrei

Hoffentlich erklingt Dein Zalando-Schrei weil die Endorphine tanzen und nicht wegen dem lädierten Knie.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

kreisch

ich will auch da wohnen wo du--- das ist endlich mal ein gutes Rezept gegen Schmerzen...Mut zur Langsamkeit!...

Wunderbar

und absolut die richtige Therapie:-))))))

Lieben Gruß
Tame

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