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Das zwangsläufige Schneeschippen am frühen Morgen brachte meinen Kreislauf dermaßen auf Touren, dass ich trainingstechnisch zu Allem bereit war. Zwar hatte ich das gestrige Auslaufen nach dem sonntäglichen Wettkampf schon etwas übertrieben, aber die Luft roch soooo gut. Also los, vielleicht drehe ich die gestrige Runde noch einmal... Ich sang innerlich ein ca. 5 km dauerndes Loblied auf meine Icebugs, die wirklich bis auf zu vernachlässigende Schwächen auf ca. 5 mm Neuschnee auf Eis keine Wünsche im Winter übrig lassen. Dann traf ich endlich auf einen alten Traum: ein jungfräulich verschneiter Waldweg! So etwas findet man normalerweise in meinem heimlich als Hundeparadies gepriesenen Einzugsgebiet nach 5 Uhr morgens nicht mehr. Hundebesitzer und Läufer - die härtesten Vertreter unserer Spezies! Aber dort war wie gesagt in den letzten 24 Stunden keiner mehr. Etwas gruselig war es zwar, aber ich gehöre ja zu den vielerorts mit Unverständnis bedachten Verächtern jeglicher Naturgeräusche und habe immer eine gute Mucke auf den Ohren. Plötzlich lag etwas Pelziges 3 m voraus. Ich dachte, o nein, ein totes Tier. Wie ein Hase sah es nicht aus, es war eher grau. Komischerweise dachte ich spontan an einen Waschbären. Und hoffte somit sofort, dass er gleich abhaut, also beweist, dass er nicht tot ist - ich liebe nämlich Waschbären und wünschte heimlich seit Ewigkeiten, dass sich endlich mal einer in meinen Garten verirrt (unbeeindruckt von allen Warnungen ob ihrer Aufdringlichkeit und der Vorliebe für Singvogeleier - Singvögel? Brr, gruselige Gesellen, gar nicht flauschig...) Bisher gab es aber nur Sichtungen im Norden Berlins. Inzwischen war ich ran und sah, dass sich zumindest der Kopf bewegte. Der Waschbär lag auf dem Weg auf dem Rücken und bohrte kopfüber die Nase in den Schnee - got the picture? Als ich zu ihm hinuntersah, trafen sich kurz unsere Blicke, dann machte er unbeeindruckt weiter mit was auch immer. Ich organisierte meine gewohnte Schleife um, so dass ich auf dem Heimweg nochmals an der Stelle vorbei musste. Und was soll ich sagen: Hagen (ich benannte ihn spontan nach unserem schnellen Lokalmatadoren) saß nahezu regungslos am Wegesrand (ungefähr auf gleicher Höhe wie 10 Minuten zuvor) und starrte vor sich in den Schnee. Ich vermute, er wartete auf eine Maus oder etwas Derartiges, ähnlich wie die Eisbären den Robben an ihren Luftlöchern auflauern. Wieso habe ich nie Obst in der Tasche, sondern höchstens Salbeibonbons?? Ich hätte so schön gratis ein freilaufendes "Haus"tier abstauben können!! Dazu muss ich sagen, dass ich jegliche Art von Haustieren im herkömmlichen Sinne als Tierquälerei ansehe und ablehne (ich bitte von Kommentaren zu dieser Haltung abzusehen!), sehr zum Ärger meiner Kinder. Denen verspreche ich seit Jahren, dass sie höchstens ein Eichhörnchen oder eben einen Waschbären "konfiszieren" (beobachten und mit artgerechtem Futter anlocken) dürften, so sich denn sowas mal in unserem Garten verirrt. Die flippen aus, wenn ich denen nachher von Hagen erzähle!
Apropos Tiere: einen fetten Muskelkater werde ich bestimmt auch gratis bekommen, denn knöcheltiefer Schnee beansprucht ja doch so einige Körperpartien mehr als ein Straßenlauf...
Jetzt muss ich noch etwas für den Oberkörper tun ... Schnee schippen ist schon wieder angesagt...

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

Herrlich,...

was man beim Laufen in der vermeintlich unberührten Natur alles so entdecken kann!
So eine entspannte Begegnung hätt ich auch mal gern.
Dann grüß mal den Hagen von mir! ;o)

Was haste denn am Sonntag wieder schönes schnelles gelaufen, wenn ich mal neugierig fragen darf?
Ich find Deine Lauferfolge ziemlich beeindruckend!! :o)

Die Icebugs hatte ich am Samstag auch auf Eis und Schnee auf festgefahrenen Waldwegen und unberührten Trails im Wiedtal für ca. 26 km an.
Das war für den kalten Anfang die allerbeste Wahl.
Allerdings wurds dann weniger mit dem Eis und die Schuhe auf Dauer doch ganz schön schwer und die steife Sohle machte das Laufen schwerer.
Der Wechsel auf Speedcross3 verlieh mir dagegen das Gefühl, fast barfuss zu laufen.
Zum sicheren Laufen bis 20-25km sind diese echt allererste Wahl, da macht Winterlauf richtig Spaß und Laune. :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

@Carla-Santana

danke, danke, danke... och, eigentlich wollte ich AK-Landesmeisterin über 10 km Straße werden... aber sie haben die Strecke aufgrund der Bodenverhältnisse in der Spandauer Innenstadt auf 9,6 km gekürzt, weiß nicht, ob ich das gelten lassen soll... Immerhin konnte ich den Titel für meinen Klub einheimsen, wir sind nämlich erwachsenentechnisch völlig von der Rolle (verletzt/außer Form/übertrainiert) und laben uns an den Erfolgen im Kinder-/Jugendbereich...
Meine Phyton2 sind aber super flexibel an der Sohle! Die wiegen zwar 265 g, aber das brachten früher schon meine gedämpften ohne Spikes auf die Waage. Inzwischen verzichte ich auf jegliche Dämpfung und toleriere bei üblichen Bodenbelägen höchstens 200 g, meine liebsten sind allerdings 165 g leicht (Adidas Gazelle Pur).
Grüße an Hagen werden ausgerichtet!

Get faster or die trying

Klar gilt das!!

WOW!! Gratuliere!! :o)
Ja, die Phyton2 hab ich auch.
An die ganz leichten Schuhe muss ich meine Füße noch langsam gewöhnen,
aber 1-2 x die Woche für kürzere Strecken setz ich schon mal die leichteren ein.
Meine Füße wollen allerdings nur Männerschuhe, die sind sowieso schwerer.
Weiterhin viel Erfolg!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

@Carla-Santana

Ob deiner anerkennenden Worte hatte ich ganz vergessen, mal ein paar Infos über dich einzuholen. Habe ich nachgeholt. Und dazu muss ich ganz klar sagen: Das, was du da treibst, könnte ich nie! Nicht mal, wenn ich noch 10 Jahre jünger wäre :)!!! Ich bin froh, wenn ich mich 3 Stunden lang auf den Beinen halten kann. Einen Volkstri habe ich auch mal versucht - 200-5-1 - Noch heute habe ich keinerlei Erinnerung daran, wie ich wieder aus dem Wasser herausgekommen bin (seitdem behaupte ich immer gern, ich sei praktisch Nichtschwimmer) und habe die 5 Kilometer auf meinem Stahlrahmen-Mountainbike versucht, irgendwie wieder Luft für's Laufen zu bekommen. Den einen lumpigen Kilometer hatte ich dann eine 4:30er Pace (woraufhin mein Mann vermutete, ich sei gestürzt!), damit war dieser Sport für mich abgehakt! Und ja, ich hatte extra dafür trainiert, ich bin in der Halle geschwommen, habe Rad fahren und Laufen gekoppelt - alles! Aber nach dieser Enttäuschung in Storkow beschloss ich, es zu lassen. Und wenn ich sehe, wie mein Mann, der Triathlet, so von einer Trainingseinheit zur anderen hetzt, war das für mich auch eine gute Entscheidung...
Ich wünsche dir auch weiterhin viel Erfolg und Verletzungsfreiheit!
Get faster or die trying

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