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Gestern war der erste Tag seit langem, an dem mir davor graute, zum Laufen raus zu gehen. Tagsüber hatte ich wegen beruflicher Termine keine Zeit und bei der Heimfahrt abends um 8 regnete es in Strömen. Regen! Das war das Problem!
Wenn das ganze Zeug jetzt in gefrorener Form leise herunter rieseln würde, in ganz vielen, dicken Flocken: Dann hätte ich jetzt eine Riesengaudi und würde gerne durch den unendlichen weißen Vorhang laufen und meine Spuren in den weißen Boden drücken - in gemäßigter Geschwindigkeit aber mit besonderem Trainingseffekt für die Oberschenkel.

Aber so, wenn einem das kühle Nass ständig ins Gesicht klatscht und die Hände ganz nasskalt werden: Bäh! Der Frühling ist also Schuld an meiner Unlust. Gut, ich hab mir meine Regenjacke geschnappt und bin trotzdem raus, aber nach 700m wär ich fast wieder umgekehrt: Habe eine Riesenpfütze übersehen, meine Schuhe waren nass, meine Hände dazu noch kalt und der Reisverschluss an meinen Ärmeln klemmte. Kurze Pause, um den Reißverschluss doch noch aufzukriegen und zu realisieren, dass umkehren jetzt auch blöd wäre, weil die Schuhe bei der nächsten Pfütze sofort wieder nass werden würden und durchnässte Handschuhe auch nichts bringen.

Also weiter und zwar schnell. Deutlich schneller sogar als der angesetzte "Dauerlauf" auf dem Trainingsplan erlaubt. Hauptsache schneller wieder im Trockenen. Dass die Geschwindigkeit auf der zweiten Hälfte dafür dann deutlich unter dem geplanten Dauerlauf-Tempo lag, lag selbstverständlich nur und einzig allein daran, dass der Regen inzwischen doch aufgehört hat. Oder am Gegenwind. Oder an der jetzt langsameren Musik. Ganz bestimmt.

Aber als ich da so vor mich hin laufe und in einem Wolkenloch am Himmel tatsächlich eine Sternschnuppe sehe, die ich zuerst für ein Ufo halte, da wünsche ich mir doch nicht den Winter zurück. In einem solchem Moment gehen meine Gedanken dann doch in eine andere Richtung als so etwas Profanes wie das Wetter.

Aber nochmal zurück zum Profanen:

Heute hat sich der Winter ja nochmal zurückgemeldet: Leise reiselt der Schnee und es liegt wieder eine ganz dünne Schneeschicht draußen. Das wird voraussichtlich nur bis übermorgen dauern und dann ist der Winter wohl endgültig vorbei.

Immerhin kommt nach dem Frühling ja der Sommer und dann macht mir das Laufen auch wieder mehr Spaß. Der Sommer hat ja gegenüber dem Winter unbestreitbar auch seine Vorteile. So gesehen ist der Frühling also eine notwendige Brücke in bessere Zeiten.

PS: Ich weiß, die Regenfetischisten hier werden mich nicht verstehen. Die Strongmans hier lachen mich auch aus. Na und: Dann bin ich eben eine Zuckerschnecke, ich steh dazu. Dafür liebe ich den Schnee, siehe meine Notiz hier.

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In diesem Sinne...

... verziehe ich mich heute Abend wieder aufs Laufband - und das ist gut so!

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