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UHU (unter Hundert) war das Ziel, das ich mir anfangs des Jahres für den HM in Frankfurt vorgenommen hatte. Im Winter hatte ich viele lange Läufe gemacht um die Grundlage dafür zu schaffen, Tempo war nebensächlich.
Genau 6 Wochen vor dem Rennen, Sonntags während eines längeren Laufs knickte nach 17 km mein rechtes Knie ein und ich musste den Lauf abbrechen. Keine Schmerzen, aber ich konnte das Knie nicht mehr belasten. Nun gut, erst mal etwas schonen, vorsichtige kürzere Läufe, kein Tempo. Was immer das war, es musste auskuriert werden. Den Besuch beim Arzt habe ich mir aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen geschenkt.
Über 4 Wochen mit kurzen langsamen Läufen habe ich mich geschont (was man so schonen nennt), und in der 5. Woche war ich in Urlaub im warmen süden. Tägliches Laufen, so kamen in dieser Woche über 90 km zusammen, die Beschwerden waren weitestgehend abgeklungen, den HM sollte ich laufen können.
Ohne Tempo-Training schrieb ich meine ursprüngliche Zielzeit ab.

Am Tag des Rennens war das Wetter nahezu perfekt und ich fühlte mich fit. Aber nicht schnell, deshalb war der Plan, mit dem 1:45 Pacemaker zu laufen und mal schauen, was geht.
Beim Start stand der Pacemaker im Block hinter mir, na gut, der kommt irgendwann vorbei.
Los gings, der Start ist an der Commerzbank Arena immer sehr gemütlich, weil gleich am anfang eine Spitzkehre und eine Unterführung zu bewältigen sind. Das ist sehr eng und sehr langsam. Ich habe noch einen Freund getroffen, etwas gequatscht, der erste KM war nach 5:2x geschafft. Es fühlte sich gut an und ich nahm Tempo auf. Pace war ungefähr 4:45 und es lief sich prima.
Am Main entlang bei schönstem Wetter, das machte richtig spaß. Ok, dachte ich, mal schauen, was geht. KM 10 war nach genau 48 Minuten geschafft, eine Minute schneller als letztes Jahr. Super. Es läuft. Und ich konnte noch zulegen. Verpflegungsstellen braucht man beim HM nicht wirklich, die habe ich links liegen lassen.
Es lief immer besser, und ich begann zu rechnen. Ich war deutlich schneller als ich gedacht hatte, es ging Richtung 1:42. Bei KM 17 kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass eine Zeit unter 1:40 vielleicht noch machbar ist. Bei KM 18 war ich fast sicher, dass es noch machbar ist. Ich musste "nur" die letzten KM in jeweils 4:40 laufen. Geht das?
Es ging, und wie, der letzte war sogar unter 4:30.
Nach 1:39:30 war ich im Ziel, UHU geschafft, super gelaufen. Zweite Hälfte sehr deutlich schneller als die erste Hälfte, keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Großartig.
4 Minuten schneller als vor einem Jahr, davon 3 Minuten auf der zweiten Hälfte.

Ein perfektes Rennen trotz schwieriger Vorbedingungen. Und ich habe gelernt, Grundlagen sind wichtiger als Tempo.
Und ganz nebenbei, mein erstes Rennen in M50 :-)

Jetzt frage ich mich nur, wieso ich den Halben mit einer Pace von 4:42 laufen kann, und im 5 km Rennen letzten Sommer nicht schneller als 4:30 laufen konnte? Ich sollte mal wieder Intervalle machen, wenn ich wieder voll belastbar bin. Und im Sommer versuche ich die 5 km wieder.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

sehr gut ;-))

aber deine Überlegungen kommen mir (auf anderem Niveau) bekannt vor: wieso konnte ich 2011 einen HM in 1:45 laufen, aber in 2012 keinen 10er unter 50???

Egal, Hauptsache, es hat geklappt ;-)) Vielleicht war auch gerade das Kopfkino schuld: du warst deutlich entspannter und unter Zieldruck, und dann nehmen was kommt. Super, wenn so eine Klassezeit dabei herauskommt!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Glückwunsch!

Glückwunsch!
Auch ich kenne deine "Problematik". Meine PBs auf längeren Strecken sind seit jeher verhältnismäßig besser als die meiner kürzeren Distanzen!


Super gemacht!

He junger Hüpfer!
Super gemacht… Herzlichen Glückwunsch!

Auch ich war dabei, allerdings fast genau 7 min hinter dir. Zuerst hatte ich mich nicht getraut Gas zu geben (wegen der Steigung zw. KM10 und KM15). Aber ab KM15 merkte ich, dass ich noch Potential hatte und habe den Turbo-Gang eingeschaltet. Es hat einen Riesen Spaß gemacht.

Viele Grüße
JT

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