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Fast ein Jahr lang bin ich jetzt ohne Pulsgurt nur nach Gefühl oder Pace gelaufen, hatte höchstens mal beim Intervalltraining einen Pulsgurt um.

Gestern war nun aber der Tag der Wahrheit. Zusammen mit ein paar Vereinsfreunden waren wir zur Laktatleistungsdiagnostik mit VO2max-Bestimmung in einem sportmedizinischen Institut. Da ich im letzten Jahr für mich festgestellt habe, dass ich nahezu bei allen Laufdistanzen an meiner sportlichen Leistungsgrenze angekommen bin, wollte ich gern wissen, wie ich idealerweise trainieren sollte, um doch noch etwas schneller werden zu können. Außerdem wollte ich wissen, warum es mir so deutlich bewusst wird, wenn meine Energiespeicher (Glykogen) leer sind und ich dann das Anfangstempo nicht mehr halten kann.
Wären 3:59h beim Marathon machbar? Und wenn ja, wie? Wie wären meine idealen Trainingspulsbereiche?

Ich hatte vor 3,5 Jahren schonmal so eine Leistungsdiagnostik absolviert. Insofern gab es Vergleichswerte.

Der Test auf dem Laufband begann bei mir mit 6km/h für 3min. Jede Stufe war 3 Minuten zu laufen, dann 30sec Pause. In der Pause wurde Blut für die Laktatmessung aus dem Ohr abgenommen. Die Stufenschritte lagen bei mir bei 1,5km/h. Abbrechen musste ich bei 15km/h nach 1 1/2 min, das ist 4er Pace. Da war meine Atmung definitiv am Limit, das war auch in den Aufzeichnungen genau zu sehen, dass keine Atemreserve mehr da war. Laktat lag da bei 10mmol/l.

Sehr interessant war dann die Auswertung. Wir bekamen alle unsere Protokolle und individuellen Trainingsempfehlungen und ein ausführliches Beratungsgespräch in der Gruppe.

Welche interessanten Infos gab es für mich? Nun, ich laufe im Grunde genommen meine langsamen Läufe zu langsam. Schade eigentlich. Aber wenn ich schneller werden möchte, dann ist nicht nur Tempotraining wichtig, sondern auch ein schnelleres Laufen der langsamen Läufe.
Die Herzfrequenzbereiche hatten sich im Vergleich zur Messung vor 3,5 Jahren etwas nach unten verschoben. Gut also eigentlich, dass ich diese alten Werte nicht mehr benutzt habe. Aber nun habe ich neue, nun weiß ich genau, wo es langgehen sollte.
Meine körperliche Leistungsfähigkeit hat sich in den 3,5 Jahren deutlich gebessert. Meine maximale Sauerstoffkapazität liegt jetzt immerhin bei 80,6 Prozent einer hochtrainierten Läuferin und bei 173,5% einer untrainierten altersgleichen Frau. Laut meiner VO2max müsste ich es sogar theoretisch schaffen, einen Marathon in 3:50h zu laufen. 3:59h sollten somit auf alle Fälle machbar sein.
Die Problematik des Energiespeicherleerlaufens haben wir auch ausführlich besprochen. Sollte ich im Training die langen Läufe ohne Eneriezufuhr machen? Ich lernte, dass wenn die Glykogenvorräte leer sind und der Körper nur noch auf Fettverbrennung läuft, auch dazu Glukose in geringer Menge benötigt wird (die Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate), und die würde sich der Körper bei fehlender Energiezufuhr aus der Gluconeogenese besorgen, dabei würde er aber Muskeleiweiß abbauen, was für den Körper so toll nun auch wieder nicht ist. Wenn ich also auf einen Marathon hintrainiere, wo regelmäßig unterwegs Energiezufuhr möglich ist, so sollte ich auch im Training Energie zuführen, aber nur etwa die Hälfte der Wettkampfkalorien.
Idealerweise würde es mir dann im Wettkampf gelingen, dass meine Energiespeicher erst dann komplett leer sind, wenn ich im Ziel bin. Und somit würde ich keinen Leistungseinbruch auf der Strecke erfahren. Aber das sollte der Körper so auch im Training üben können. Das ist nun eine ganz neue Erkenntnis für mich, habe ich doch bislang versucht, die Trainingsläufe nüchtern, sprich ohne Energiezufuhr, zu laufen.

Warum ich das "Flasche leer" so deutlich spüren würde, konnte mir der Sportmediziner aber auch nicht erklären, wahrscheinlich hätte ich eine besondere Sensibilität dafür.

Ab sofort werde ich nun also nicht mehr nach Pace, sondern vorerst wieder nach Puls laufen. Denn wenn ich trainiere, dann möchte ich auch wertvoll trainieren. Und meine langsamen Läufe darf ich Hochpulserin dann bei Herzfrequenz 170 bis 183 absolvieren. Bin schon gespannt, welcher Pace das aktuell in etwa entspricht.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Mein Weltbild ist nun auf dem Kopf

Oder doch nicht?

There ain't no such thing like a "Hochpulserin"!

"... meine langsamen Läufe darf ich Hochpulserin dann bei Herzfrequenz 170 bis 183 absolvieren"
Geht's noch?
Wie hoch ist denn Deine HF-max? 230? Na dann ...

Warum ich das "Flasche leer" so deutlich spüren würde, konnte mir der Sportmediziner aber auch nicht erklären, wahrscheinlich hätte ich eine besondere Sensibilität dafür.
Blaaaah!

"Idealerweise würde es mir dann im Wettkampf gelingen, dass meine Energiespeicher erst dann komplett leer sind, wenn ich im Ziel bin."
Oooh - ach was!?
"Und somit würde ich keinen Leistungseinbruch auf der Strecke erfahren. Aber das sollte der Körper so auch im Training üben können. Das ist nun eine ganz neue Erkenntnis für mich, habe ich doch bislang versucht, die Trainingsläufe nüchtern, sprich ohne Energiezufuhr, zu laufen."
Logik?
Die "Nüchtern-Lauferei" find ich ja auch reichlich fragwürdig (kann man mal machen) - aber daraus zu folgern, dass man auf das FSW-Training verzichten könne, sprich: nun müsse ein Puls von um die 175 bei langen Läufen her ... hmmmmmmmm ...

Solltest du nicht viel sinnvoller erst mal Deine Tempo-Fähigkeiten per Tempo-DLs und ggf. Intervall-Training so pflegen, dass nicht mehr gilt:
"Abbrechen musste ich bei 15km/h nach 1 1/2 min, das ist 4er Pace. Da war meine Atmung definitiv am Limit, das war auch in den Aufzeichnungen genau zu sehen, dass keine Atemreserve mehr da war. Laktat lag da bei 10mmol/l."?
Wie hoch war den Deine HF bei diesem Tempo?

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC

Ja die Aufgabenstellung für

Ja die Aufgabenstellung für dich sollte nicht sein am langsamen Dauerlauf zu feilen. Deren Aufgabe ist eine völlig andere. Du solltest lange Tempoläufe einbauen von so um die 8-12 km an/um/über der Lactatschwelle, das dient dem Anheben der Schwelle und Tempohärte aufbauen...

Gruß
Sven

Blog auf www.SchnelleGurke.de/blog
tweet @SchnelleGurke

Also dein Maximalpuls...

würd mich auch interessieren.
Ich sehe mich ja ebenfalls als Hochpulserin (HFmax von 200), aber bei HF 170-183 kann ich mich definitiv nicht mehr in ganzen Sätzen unterhalten...

Viele Grüße,
Anja
--------------------------------------------
Ich will - ich kann - ich werde es schaffen... solange es Spaß macht!!!

dito wie A N J A

Auch Hochpulserin (Max Puls 206 laut Laktattest), heißt bei mir langsame lange Läufe bei 140 bi 150; also 70 bis 75 %.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

So eine Leistungsdiagnostik...

find ich schon mal ganz interessant, wobei diese ja größtenteils den derzeitigen Trainingsstand wiederspiegelt und vielleicht einen ungefähren Rahmen Deiner Möglichkeiten.
Wobei ich davon überzeugt bin, dass man diese angeblichen Grenzen immer noch verschieben kann.
Sowas habe ich seid Anfang des Jahres auch im Plan, musste es aber jetzt schon zwei Mal verschieben, weil es wegen Krankheit und Verletzung keinen Sinn gemacht hätte.
In ein paar Wochen klappts hoffentlich, aber auch dann weiß ich, dass ich garantiert nicht auf einem ziemlich guten körperlichen Trainingsstand sein werde, da bis dahin z. B. das Tempotraining seid einem halben Jahr nur noch seltenst statt fand. Allerdings meine Grundlagenausdauer müsste, wenn es denn jetzt wieder besser läuft, auf nem guten Stand sein, nicht optimal aber für Marathon ziemlich gut. Das ist ja auch eigentlich mein Ziel der Winterarbeit.

Wenn ich das sowieso weiß, was bringt mir dann so eine Leistungsdiagnostik?
Ich habe so etwas noch nie gemacht und meine Pulswerte lange beobachtet, aber auch schon seid 1,5 Jahren keinen Pulsgurt mehr um, weil ich keine vernünftigen Messwerte mehr bekomme. Ich laufe nach Gefühl und Pace.

Wenn also diese Leistungsdiagnostik mir sagt, dass ich einen Mara nicht nur in 03:30h laufen kann (das kann ich, ich bin nahe dran auch ohne richtig hartes Training), sondern 03:15h oder sogar noch schneller, was bringt mir das?
Muss ich das?
Mir persönlich bringt es nicht so viel, wie dem tatsächlichen Leistungssportler, denn meine Einstellung ist etwas anders. Ich freue mich über jede PB, aber vor allem, wenn da gefühlt noch Luft nach oben ist! :o)
Jeder Lauf ist anders.
Der schnelle Lauf kommt, wenn es passt und wenn ich Lust drauf habe.
Ich könnte schneller und wenn ich Bock habe, bau ich auch mal ein richitges hartes Training auf, aber für mich persönlich gibts bis auf diese PBs noch einen ganzen Haufen interessanter anderer Ziele beim Laufen.

Die Pulswerte fürs Training interessieren mich allerdings schon.
Vielleicht hab ich ja bald mal wieder einer Uhr, die das richtig hinbekommt mit der Messung.

Liebe Sonnenblume, es gibt noch unendlich viel zu verbessern, lass Dir da auf keinen Fall irgend eine Grenze aufquatschen, die vielleicht gar nicht da ist!
Bei Deinen 10er und HM-Zeiten müsste auch ne 03:45 drin sein, es ist nur überhaupt nicht sinnvoll, sich vielleicht durch so eine Aussage selbst im Kopf eine Hürde aufzubauen, die nicht existiert. Die Sub4 wird fallen, irgendwann, wenns passt! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Oh, darauf bin ich auch gespannt!

Mir gehts wie dir, meine letzte Laktatleistungsdiagnostik liegt Jahre zurück und mein Pulsgurt in der Schreibtischschublade. Wäre wirklich mal wieder interessant, die genauen Werte zu wissen und das Training darauf abzustimmen... Warst du in der MSG bei Gerald??? :-)

Viel Spaß und Erfolg beim Trainieren mit dem Pulsgurt wünscht dir
Tame

Die Gefahr

sich Grenzen aufquatschen zu lassen sehe ich auch, zumal ja bekanntlich der Kopf mitläuft. Dieses "Hilfe, ich darf jetzt diesen oder jenen Pulswert bloß nicht über/unterschreiten!" hemmt meines Erachtens das Training, die eigene Experimentierfreude und noch schlimmer die eigene Intuition, d.h. zu einem gewissen Grade auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Bloß nicht die Komfortzone oder auf neudeutsch die "Own-Zone" verlassen, schrieb kürzlich Dieter Baumann provokant, traf aber damit voll ins Schwarze, finde ich.

Meine eigenen Zielzeiten mache ich anhand der aktuellen Form sowie der bisher gelaufenen Zeiten fest und daran, wie ich mich unterwegs gefühlt hatte. Also ob ich gleichmäßig durchlaufen konnte oder es einen Einbruch oder Krämpfe gegeben hatte. Momentan experimentiere ich mit einem Steffny-Plan, dessen Vorgaben bis jetzt zumindest zu passen scheinen. Mit diesen Gradmessern hatte ich meine Prognosen immer nahezu exakt getroffen. Zumindest bis jetzt. Statt sich also irgendwelche Werte im wahrsten Sinne des Wortes an die Beine binden zu lassen, mach' lieber deinen Kopf von wissenschaftlichen Gedanken frei (es sei denn, es kommt deiner Arbeit zu Gute :-)) und lauf lieber nach Tempo! Denn wenn der Puls (zu) hoch geht, man zu früh an die K..grenze kommt und man nicht alles einhalten kann, merkt man doch auch so! Zumindest sollte es so sein.

Das meint zumindest eine MC, die noch nie einen Laktat-Test hat machen lassen und deren Pulsgurt schon dick verstaubt ist! :-)

diese ganzen Theorien gehen

vielleicht sehr gefährlich an der Realität vorbei. Du sollst dich wohlfühlen beim Laufen. Diese ewige Kontrolle und das bis zum Anschlag ausnutzen deiner Pulswerte, um ein sub 4 zu erzwingen, das ist doch Quatsch (vielleicht bin ich auch nur zu dickfellig und wenig erfolgsorientiert). Mit dem Laktat steigt auch die Verletzungsanfälligkeit deiner Msukeln und Sehnen. Da wo der Sauerstoff fehlt, fängst an zu knirrschen im Gebälk. Du hast Laborwerte ermitteln lassen, laufen tust du aber in der Realität! Und das ist was ganz anderes. Ändere die Umstände und die Werte ändern sich, Wetter, Tagesform, Psyche, kann man nicht berechnen. Lauf wie es dir gut tut und mische ein bisschen Dembo bei. Mach mal Steigerungsläufe 1km schnell, 400m langsam, 2km schnell, 400m langsam, 3km, 400m, 2km, 400m, 1km wenn es dir danach ist. Ich kann ja immer nur über meine Erfahrungen berichten und die sind so, dass man auch ohne Tempotraining, nur mit einer sehr guten aeroben WohlfühlGrundlage und einem wohl ganz passablen Fettstoffwechsel, im Wettkampf schnell (nicht wie der Schalk oder das Pferdchen) laufen kann. Du musst halt mal austarieren, wie weit du laufen kannst und was du zusetzen musst, um eine ordentliche Körperfunktion zu gewährleisten. Melde dich bei einem 6h oder 50km(Runden) Lauf an,und teste, wie weit du kommst. Nimm dir präventiv alle x km was zum Knabbern und einen Schluck zu trinken. Warte nicht, bis dir irgendwann schlecht ist, iss, auch wenn du keinen Hunger hast. Versuch dein Tempo von Anfang an so zu dosieren, das du bis zum Ende durchhältst und dann vielleicht 10km vorher noch mal schneller wirst. Danach analysierst du den Lauf.
Wann hatte ich Durchhänger?
Wie lange hat es gedauert, bis der tote Punkt weg war?
Welche Schmerzen hatte ich?
Welche Getränke sind mir bekommen?
Hat mein Bauch gegluckert?
War mir zwischendurch irgendwann kalt?
Hätte ich schneller laufen können?
Dann kommst du langsam zu dem Gefühl, welches Tempo richtig ist. Und weißt du was an der Methode noch viel besser ist? Du hast die Erfahrung, dass du es schaffen kannst, selbst gemacht. Nicht irgendwelche Theorien, die durch Laborwerte berechnet sind und die du erfüllt sehen willst. Nein, deine eigene Erfahrung bestimmt dein Handeln und der Kopf weiß, dass es in der Realität funktioniert. Und irgendwann bist du dann ganz mutig und rennst kontrolliert bekloppt los, knapp unter dem Level wo es anstrengend ist, und mit jedem km, den du näher an dein Ziel kommst, wirst du am Ende schneller und peng, da ist sie die sub 4. Einfach so. Ohne Pulsgequäle, sondern mit ganz viel Freude. Du schaffst das! Und wenn nicht, ist es doch eigentlich auch Wurscht, oder? sub oder nicht sub, so what? Natürlich ist das ein Krönchen am Ende eines Laufes aber eigentlich ist doch nur wichtig, dass man einen Lauf mit einem guten Gefühl beendet und sich gesundheitlich nicht abgeschossen hat.
...Mut zur Langsamkeit!...

Bin gerade überrascht,

welche Meinungsvielfalt mein Blog hier auslöst.
Also ich fand das alles ganz einleuchtend, was mir der Sportmediziner da alles erläutert hat. Und der hat auch einen exzellenten Ruf in Hannover und Umgebung (genau, Tame, Gerald von der MSG), verdient seit Jahren sein Geld mit der Trainingsberatung von Leistungs- und Hobbysportlern.

Mein Maximalpuls liegt bei 211 (hatte ich auch schon am Ende eines PB-10ers auf der Uhr gesehen), im Test jetzt war ich allerdings nur bis 209 gekommen, da wäre also noch ein klitzekleines bisschen was gegangen. Die empfohlenen Trainingsbereiche nach so einer Laktatleistungsdiagnostik orientieren sich nun aber nicht an irgendwelchen Prozentwerten vom Maximalpuls, sondern am Anstieg des Laktats im Testverlauf. Beim Puls von 170 hatte ich zum Beipiel noch ein Laktat von knapp über 1 und bei 186 von knapp über 2mmol/l. Die aerob/anaerobe Schwelle liegt bekanntermaßen bei 4mmol/l. Da hatte ich nun wiederum eine Herzfrequenz von 197. Und dementsprechend gab es die Empfehlung für GA1/2 bzw. Intensitätsbereich II bzw. mittelintensiven DL von Puls 170 bis 183. Tempodauerläufe oder extensive Intervalle oder Fahrtspiele, also IBIII/GA2/EB/intensiver DL dürfte ich bei Puls 183 bis 197 machen, intensives Intervalltraining dürfte die Herzfrequenz auf über 197 hochtreiben.
Reines GA1-Training (Puls 156 bis 170) würde er mir nicht empfehlen, das würde er als vergeudete Trainingszeit ansehen, wenn ich schneller werden wollte. Das hat mich eigentlich am meisten überrascht. Hatte ich bislang auch anders gelesen und gelernt. Aber eine Vereinsfreundin von mir, die nach diesen Trainingsempfehlungen jetzt schon ein halbes Jahr lang trainiert, hat die Erfahrung gemacht, dass ihr diese Art von Training enorm guttut und sie hat deutlich schneller werden lassen.
Also die individuellen Trainingsempfehlungen anhand der Laktatkurve sind sicherlich genauer als z. B. die 70 bis 75% der HFmax für den LDL.

Mit Nüchternläufern, Don, sind keine Läufe auf nüchternen Magen gemeint, sondern Läufe ohne Kalorienzufuhr.
Meine Tempofähigkeit habe ich bislang immer über TempoDL und Intervall-Training gepflegt. Und das soll ich ja auch beibehalten mit 1-2x pro Woche.

Alles was ihr über Gefühl beim Laufen und im Wettkampf schreibt, kann ich sehr gut nachvollziehen, denn das habe ich bislang ja auch genau so gehandhabt, habe aus (fast) jedem Trainingslauf und auf alle Fälle aus jedem Wettkampf etwas für mich gelernt und umgesetzt.
Mal eben ein 6h-Lauf oder 50km-Lauf kommt für mich allerdings nicht in Frage, weil der mich an oder über meine orthopädische Belastungsgrenze führen würde. Auch das habe ich in der Vergangenheit aus meinen Vorbereitungsphasen auf den Marathon gelernt.

Dass bei sehr hohem Tempo häufig die Atmung und nicht die Muskulatur mein limitierende Faktor ist, war mir auch schon durch eigene Erfahrung bewusst, aber jetzt habe ich es durch die Leistungsdiagnostik mit Atemmaske auch hinterher schwarz auf weiß in den Kurven gesehen. Die Muskeln hätten noch ein wenig mehr geschafft, aber die Atmung war am Limit. Da spielt sicherlich auch mein Asthma mit rein, wobei ich auch deutlich sehen konnte, dass sich meine Atemwege unter Belastung sogar noch eine wenig erweitert hatten im Vergleich zur Ruheatmung vorher. Und das wiederum spricht für eine gute medikamentöse Asthameinstellung.

Also insgesamt hat mir die Laktatleistungsdiagnostik eine Menge interessante Einsichten für mein weiteres Training gebracht. Aber da Laufen mein Hobby ist, steht für mich die Freude am Laufen auch zukünftig im Vordergrund. Und wenn mir das mit den schnelleren langen Läufen nur Stress bereiten sollte, werde ich sicher wieder zu meinem langsameren Tempo zurückkommen. Aber versuchen werde ich es auf alle Fälle erstmal so.
Und jetzt muss ich erstmal meinen Pulsgurt suchen ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Was mir gerade noch einfällt

Für mich fühlt sich Laufen nach Pulsgrenzen gar nicht einengend an. Genausowenig wie Laufen nach einer bestimmten Pace. Das ist für mich einfach ein Trainingssteuerungsinstrument, was ich nutzen kann, wenn ich will, oder weglasse, wenn mir gerade nur nach einem Wohlfühllauf zu Mute ist.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

mainrenner...

...mc und pferdchen haben da viel geschrieben, das ich unterstreichen kann!
ich hab vor zwei jahren mal ne leistungsdiagnostik machen lassen.
der einzige - zugegeben nicht unwichtige -vorteil war: ich bin danach auf anraten meine langen läufe langsmer gelaufen und habe damit
innerhalb eines jahres meinem ga1puls um einige schläge drücken können bei gleicher pace!
das wars aber auch. ansonsten stellte ich ein paar wchen danach fest, dass mein maxpuls fünf schläge höher war, als mit der maske auf dem gesicht (endspurt bis kotzgrenze beim 5-km-wettkampf). seitdem mach ich ein bis zweimal im jahr bei nem 10er oder bei intervalltrainigs den pulsgurt um und geh an die grenze.
so hab ich immer nen aktuellen hf max . den pulsgurt mach ich jetzt noch bei den langen langsamen läufen um, um wirklich die 70% grenze einigermaßen einzuhalten.
ansonsten hab ich viel triningstipps von pferdchen übernommen und probiere selbst rum. da ich aber recht kopflastig laufe, fält mir diese 'traininganarchie' manchmal
nich so ganz leicht. aber ich arbeite dran und so langsam wirds.
und sub vier, joa, klappt bei mir bestimmt auch...wahrscheinlich, wenn ich am wenigsten damit rechne...
____________________
laufend findet aber trotzdem, dass so ne leistungsdiagnostik mal nich schaden kann: happy™

wer pläne schmiedet, verhindert die zukunft!

HFmax 211 da könnten wir

HFmax 211 da könnten wir uns ja die Hände reichen. Ich selbst bin vom Puls in die Pace gewechselt, ich finde die Freiheit viel besser, wenn man es macht so das man nicht sagt heute z. B. 4:32 min/km laufen. sondern sich Trainingspace setzt die einen Bereich hat, welchen man ja an vielen Methoden selbst ermitteln kann(Jack Daniels, Canova usw.). Da hat man dann für langsame Läufe z. B. einen 20 Sekunden Puffer.

Der Sinn des langsamen Lauf ist nicht nur Fett zu verbrennen sondern, dass der Anteil an verbrannten Fett an der Gesamtbilanz höher sein sollte, als wenn man "nur" sehr langsam läuft. Denn wenn man sehr langsam läuft hat man Prozentual viel Fett verballert aber man ist zu langsam unterwegs um einen Trainingseffekt zu erzielen der für Langstreckler wichtig ist. Deshalb läuft man so langsam, dass der Fettanteil wenn möglich sein Maximum erreicht zusammen mit Kohlehydrate in der Energiebilanz ;)
Deshalb denke ich kann es durchaus möglich sein, dass bei deiner Empfehlung was dran ist(Formuliere das mal so, bin je kein Arzt/Trainer).
Ich schliesse mit meinem bissel Wissen aber aus deinen genannten Werten auch, dass du noch viel machen kannst, da es noch sehr ineffizent bei dir zu laufen scheint. Für dich könnte der Schritt in eine neue Richtung gehen. Viel Spaß beim Sporteln.

Übrigens meine Laktatschwelle dürfte bei mir so bei Puls von 190 liegen(4:00 min/km)

Gruß
Sven

Blog auf www.SchnelleGurke.de/blog
tweet @SchnelleGurke

Jetzt machst du mich neugierig

Woraus schließt du, dass es bei mir noch sehr ineffizient zu laufen scheint?

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

@Sonnenblume2: Könnte er zum Beispiel daraus schließen,

dass Du nun schon 9373km in Deiner JM-Karriere und 416 dieses Jahr hinter Dich gebracht hast aber Sub4 auf M immer noch ein To-Do ist.

Ich möchte mich aber entschuldigen - ein derart schnödes Abtun wissenschaftlicher Erkenntnisse und Trainingsempfehlungen, wie von mir in meinem 1. Posting dargebracht, geht eigentlich gar nicht - bloß weil es meinem bisher geglaubten entgegen spricht. Aber das ist ja schließlich (auch) Sinn von Wissenschaft: mit altem, überkommenen (Aber-)Glauben aufzuräumen.
Also, es wird spannend - Du hast vor, das so durchzuziehen, wie empfohlen und wirst sicher berichten. Man (und Frau) wird sehen ...

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC

ich bin auch ganz

gespannt- egal wie, Hauptsache Du fühlst dich gut. In diesem Sinne.
...Mut zur Langsamkeit!...

ich schließe das nur aus

ich schließe das nur aus dem Vergleich zu mir und aus dem bissel Fachsimpeln was ich so kenne, bin halt kein Arzt/Trainer. Normalerweise müsste doch der Trainingsbereich weiter unten liegen, deshalb etwas ineffizent, weil der "langsame" Bereich eigentlich weiter runterrutscht und du bei der Breitbandigkeit der HF eine ziemlich Starke Pace Entwicklung haben müsstest. Ich denke das geht aber mit Tempo weg, du feilst ja quasi jetzt daran.

Gruß
Sven

Blog auf www.SchnelleGurke.de/blog
tweet @SchnelleGurke

ich muss dieser...

...mainrenner, was auch meine Erfahrungen gebracht hat, ganz klar zustimmen... Theorie und Praxis sind nach wie vor immer noch Gegensätze... wenn du es genau wissen willst, solltest du direkt vor jedem Wettkampf eine Laktatleistungsdiagnostik (wie es bei den Profis ja auch gemacht wird) durchführen lassen... Alles andere verfälscht sich schnell. Weil, wie du es ja doch am besten weißt(Job), der Biorhythmus jeden einzelnen Menschen anders tickt ;0). Und damit meine ich jetzt nicht nur das älter werden....

Der Schlüssel zum gelingen seines Ziels, sehe "ich" so ist der, sich ohne Angst und Druck, in so einen W-Lauf fallen zu lassen, ohne irgendwelche technischen Raffinessen und von irgendwelche Plänen ausgehend. Einfach mal in sich rein hören, geniesen und mit dem Tempo spielen... Denn, man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon...

Wenn du einen Trainer, oder guten Lauffreund hast, der dich gut kennt, lass dich mal von diesem Lauftechnisch führen, ohne das du von deinem Kopf ausgehend ins Geschehen eingreifst! Du wirst sehn was der/diese noch aus dir raushaut und du wirst sehr überrascht sein :0)...

Gruß, Kaw.

Ähnliche Empfehlungen

Ich habe deinen Blog (wieder einmal) mit großem Interesse gelesen und dabei einige parallelen zu mir entdeckt.

Ich habe im Oktober 2012 auf anraten eines Buddies auch mal wieder eine Leistungsdiagnostik gemacht und trainiere derzeit sehr konsequent nach Trainingsplan und einmal in der Woche in der Gruppe. Endpunkt der Trainings ist der Halbmarathon am 7.4.
Zuvor bin ich fast drei Jahre ohne Pulsgurt gelaufen - jetzt habe ich ihn auch wieder um.

Während meinem Buddy geraten wurde, einen Großteil seiner Kilometer langsamer zu laufen, fiel der Ratschlag für mich genau umgekehrt aus. Mein häufig gelaufenes Wohlfühltempo war noch unterhalb des GA1-Bereichs und ich sollte einfach immer ein bisschen schneller laufen. Quasi das "Wohlfühltempo" von der 6:00/km-Pace auf eine 5:30/km verschieben und es damit in den unteren GA1-Bereich (bei mir Puls um 128-132/min) zu bringen. Dennoch waren die ersten beiden Trainingszyklen von jeweils 4 Wochen nahezu ohne GA2-Training, allerdings mit SEHR viel ABC (auch kombinierte und komplexe Koordinationsübungen), Schnelligkeitstraining (Sprints, Steigerungen) und Laufkraft (Übungen, Hügelläufe).
Derzeit habe ich zwei GA2-Einheiten pro Woche (ein TDL mit HF 152-160/min, einmal Intervalle) und ich bin erstaunt, wie schnell ich die laufen muss. Auch der TDL ist fast 30s/Kilometer schneller als bisher. Ich habe mich offenbar immer zu wenig gequält ;-)

Nun: die Wahrheit wird sich auf der Ergebnisliste am 7.4. zeigen

Aber danach will ich dann doch wieder langsamer machen. Denn es ist doch ganz schon anstrengend, wenn man mit Mitte vierzig noch schneller werden will. Und schließlich bin auch ich nur ein Hobby- und Spaßläufer. Sicher könnte man mit meinem Kilometerumfang auch noch schneller werden - aber der Spaß darf keinesfalls auf der Strecke bleiben. Effektiv sein und Leistung bringen muss ich täglich im Arbeitsleben schon genug.

Mein Ziel für nach dem Wettkampf: Regelmäßiges ABC beibehalten um die Koordination weiter auszubauen, aber wieder gemütlicher Laufen.

Viel Erfolg bei deinem Projekt und schöne Grüße
Uli

Du Kopfmensch!

Irgendwie bewundere ich Dich wegen Deiner Konsequenz - aber gleichzeitig ist es mir auch irgendwie unheimlich ;-)
Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und wette, Du schaffst den Marathon unter 4 Stunden! Weil Du es KANNST und weil Du es WILLST!
Viele Grüße, Conny

Und ich Kopfmensch

bin gerade dazu über gegangen ohne Gurt zu laufen. Aber ganz ehrlich, ich habe bisher auch noch so gar keine Zeitziele für dieses Jahr angepeilt. Ich such halt in jedem Lauf meinen Freund. Lehrer bin ich selbst genug. ;-)

Ich bin gespannt wie es weiter läuft bei dir. Ansonten sehe ich es wie WWConny. Du schaffst das, nur das Köpfchen darf nicht im Wege stehen.
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

neuer Denkanstoß

Hallo Sonnenblume!

Danke für Deinen Blog.

Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr, da bin ich grade 6 Monate gelaufen, eine Leistungsdiagnostik gemacht.
Der Wert, der mich interessiert hat, war vor allem mein max.Puls.

Der aus dieser Analyse entstandene Plan hatte vor allen Dingen den Sinn, die Grundlagenausdauer zu stärken. Genau richtig für einen Laufneuling.
Seither bin ich immer mit Pulsgurt gelaufen. Ich brauche diese Richtwerte, auch wenn ich fühle, wo ich bin, sehe ich es halt gerne.

Was ich durch Deinen Blog an mir entdeckt habe, ist, dass ich fast Angst vor hohem Puls habe. So wie Du, Sonnenblume bin ich vielleicht meine langsam-langen auch zu langsam gelaufen.
Immer und überall liest man: laaaangsam und lang. Ist ja auch richtig.

Aber, Mainrenner, leider, nein, es hat mich nicht schneller gemacht.
Im Gegenteil.
Im April 2012 bin ich in Düsseldorf 10 km in 1:01:42 gelaufen.
Diese Zeit habe ich seither nie mehr geschafft.

Es ist ja so, dass GA1 von-bis geht. Heute bin ich zum ersten mal den langen Lauf nicht geschlichen (für viele von euch natürlich immer noch, aber für mich wars für den Langsam-langen flott) , sondern an der oberen Grenze des GA1 gelaufen.
Dabei habe ich nicht auf die Pace sondern auf den Puls geschaut. Was ja auch Sinn macht. Die Soll pace war 7:45 - 8:30. Ich habe 7:07 geschafft. Und war dennoch in GA1
Laufe ich nun immer brav in den angegebenen Pace-Grenzen (ist kein individueller Trainingsplan, sondern einer von Marquardt für 10km in 60 Minuten) werde ich bestimmt nicht schneller werden.

Somit ist das, was Du schreibst für mich gut nachvollziehbar und hat mich auch angestoßen, es ähnlich zu machen.

Zum "nüchtern" laufen:
Im Marquardt-Trainingsplan wird dazu geraten die Gels, Riegel, etc. im Training auszuprobieren (ab HM). Nicht die 100% Energiezufuhr, aber einen Bruchteil von dem, den man im Wettkampf zu sich nehmen soll/wird. Macht sicher Sinn und man läuft dann auch im Training nicht mehr nüchtern ;-)

Ich bin mal gespannt, was es mir bringt. Der nächste 10-km-Test ist im April.
Und der erste HM im Juni.

Viele Grüße!
Michaela


& "bekloppte Verl(k)äufer"

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