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Als ich gestern mit Sohnemann Janek draußen an der frischen Luft war und tatsächlich so etwas wie Sonne vor blauem Himmel vernommen habe, da wusste ich, dass der heutige Sonntag der Tag wird, an dem ich meine 2013er Deutschland-Outdoor-Laufpremiere feiern werde. Klingt jetzt wahrscheinlich beängstigend – ist es auch. Aber nach meiner zweiwöchigen Nebenhöhlenentzündung und totalem Trainingsausfall war ich im bitterkühlen 2012/13er Winter vorsichtig geworden mit Outdoor-Training.

Ich habe mal die Statistik bedient und folgende bittere Erkenntnis gewonnen. Meine bisherigen Trainings-km in 2013:

Schwimmen: 17,5km - davon 15,6km Indoor, 1,9km Outdoor in Kapstadt
Rad: 895,3km - davon 798,5km Indoor Cycling, 96,8km eine MTB-Ausfahrt im Januar
Laufen: 320,9km - davon 272,7km Laufband, 48,4km im warmen Südafrika

Da Indoor-Training bekanntlich nur halb so viel Spaß macht, wie in der freien Natur, wird es nun Zeit wieder Frischluft-Trainings-km zu sammeln. Heute sollte der Kickoff dazu sein.

Gleichzeitig hatte ich aber auch Sorge – das Indoor Training macht es einfach nicht möglich wirklich lange Läufe zu machen – und genau die brauche ich eigentlich seit etwa 2-3 Wochen in der Vorbereitung auf die Marathons in Hamburg (21.4.) und Edinburgh (25.5.). Ich habe mir also eine überschaubare Zielsetzung für den heutigen Lauf gesetzt: meine “Langer-Lauf-Basisrunde” von 24km sollte es mindestens werden, geplant waren ca. 2:45 Stunden und anschließend noch eine Stunde Indoor Cycling, damit ich dadurch dann meine Trainingsvorgabe von 12,5 Wochenstunden einhalte.

Der Anfang war wie immer mühsam – ist im Kopf schon eine Herausforderung gerade losgelaufen zu sein und zu wissen, dass über 2,5 Stunden noch dazukommen. Aber das Laufen ohne Daueranblick der gleichen Wand, bzw. der Getränkebar gegenüber der Laufbänder machte gleich wieder freude und so war ich schnell über den Inselwall, das Ringgleis entlang am Südsee angekommen. Dort weiß ich, dass es bis dahin ca. 11km sind und nachdem ich bislang bewusst jegliche Tempoanalyse vermieden hatte, war ich irgendwo bei 58 Minuten, was einer Pace rund um 5:20 entspricht – damit war ich sehr zufrieden, zumal mein Puls bei 140 Schlägen noch immer 20 Schläge unter GA1 war.

Allerspätestens am Südsee sollte ich dann endgültig wissen, warum man normalerweise draußen trainiert – um nämlich schöne Anblicke der Natur zu erleben. Der Südsee gehört nahezu zu jeder meiner Standardrunden – jedem Läufer des Braunschweiger-(Halb-)Marathons sollte er bekannt sein als derjenige, nach dessen Umrundung man schon fast im Ziel ist. Heute boten sich mir folgende Ansichten:

20130303_125220bei km13

20130303_135800bei km20

Bei km21 stellt sich dann die entscheidende Frage: 24 oder 27,5km? Mein Motivationstief war schon längst verflogen und überraschenderweise waren meine Beine noch relativ gut unterwegs. Trotz ausgebliebener langer Läufe, scheint sich das viele Grundlagenausdauer-Training im Winter bezahlt zu machen.

Und dann gab es da ja noch eine weitere Überlegung. Ich war erstmals auf einem langen Lauf mit meinem Smartphone unterwegs und hatte auch die Strava-App mitlaufen. Und unter www.strava.com gibt es doch aktuell die Challenge, wer in der ersten Märzhälfte einen langen Lauf von über 20 Meilen (= 32km) schafft. Und wenn ich 27,5km laufe und sich die Beine gut anfühlen, dann kann ich auch auf 32 verlängern.

Gesagt, getan und die zusätzliche Runde um den Südsee (3,5km) war schnell erledigt und an der Abzweigung, wo die Entscheidung um auf 32 zu gehen fallen muss, habe ich nicht lange überlegt. Nur übertreiben wollte ich es nicht und so blickte auf die App, wie lang die Extraschleife denn sein muss. 2,4km hin und auf gleichem Weg zurück müssten es sein, aber die Stelle zum Umdrehen hätte unangenehmer nicht sein können. Also fiel mir ein alternativer Heimweg ein, den ich bislang nur vom MTB her kannte und nicht genau wusste, wie lang er zu laufen ist.

Der Plan war dann so bis etwa 33km zu laufen, dann würden es nicht mehr als 2km bis zu Hause sein. Die konnte ich doch gehen und mich über den Trainingserfolg freuen. Natürlich bin ich die letzten 2km dann auch noch gelaufen und kam am Ende auf 35,3km. Mein längster Trainingslauf überhaupt. Ich bin total glücklich, denn das ist der Beweis, dass das Grundlagenausdauer-Training tatsächlich einen Sinn macht und das man doch von langen Radausfahrten auch Trainingseffekt für den langen Lauf hat.

Nachdem ich daheim war, habe ich schnell ein paar Kohlenhydrate zugeführt und jede Menge getrunken (als ich loslief fiel mir nämlich ein, dass ich noch nichts getrunken hatte). Dann war es auch schon an der Zeit die Tasche zu packen und zum Indoor Cycling zu fahren. Das habe ich dann auch noch absolviert und habe so auch mein Wochenziel von 12,5 Wochenstunden erreicht. Tolles Gefühl. Die beiden Marathons und der Ironman Frankfurt können kommen.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (4 Wertungen)

Du hast es gut -

bei uns war's gestern und vorgestern grau und morgens kamen so komische, kleine, weiße Dinger vom Himmel gesegelt. Selbst heute früh noch Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Jetzt lacht die Sonne durch das Bürofenster!

In unserem

In unserem Mini-Trainingslager an der Ostsee war schon seit Freitag schönes Wetter. Jedenfalls zu allen Läufen. Leider aber mit einer Pause: Ausgerechnet zur MTB-Fahrt am Samstag nachmittag über durchaus welliges Strand-Hinterland-Gelände mit viel Wind war es dann auch noch trüb-saukalt-regnerisch. Mann, warum hatte ich die Neopren-Überschuhe nicht mit??? Das war also mein Rad-Outdoorstart, und er war im Vergleich zu Deinem Lauf-Outdoorstart noch etwas mühsam. Aber in zwei Wochen versuche ich es nochmal, dann bei hoffentlich ü20 Grad auf Zypern :)

LG Britta

Outdoor

Wozu so eine Outdoor-Reizüberflutung doch gut sein kann!
Klasse Motivation, wenn du gleich mal so einen 35km-Lauf raushauen kannst... Naja: mit dem Ziel ironman verfügt man wohl schon über die entsprechende GA!!

Gruß, Dominik
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M45/69kg/1,80
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

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