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Ich mache gerade die Weiterbildung zum Orthomolekularmediziner. Das heißt, ich lerne alles zur Vorbeugung und Therapie mit nicht körperfremden Substanzen (Vitamine, Mineralstoffe, Hormone, Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Spurenelelemente) sowie sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen.

Da das ein unheimlich spannendes Thema ist, habe ich mir vorgenommen, mich nach und nach durch die Fülle der einzelnen Stoffe und Verbindungen zu lesen und somit die für mich praxisrelevanten Dinge herauszusuchen und zusammenzufassen.
Dabei interessiert mich insbesondere auch der sportmedizinische Aspekt.

Von der Veröffentlichung hier erhoffe ich mir interessante Fragen und Meinungen von Euch, die mich zum weiteren Studium der Materie anregen, damit ich auf Eure Fragen auch Antworten geben kann.

Vitamin D

Vorkommen/ Aufnahme:
1. Vitamin D wird von Körper selbst in der Haut unter Einfluss von UV-B-Strahlung aus dem Sonnenlicht hergestellt.
2. Fischprodukte (fetter Fisch)
3. in geringer Menge in Milch

Es ist die Vorstufe eines in fast allen Körperzellen benötigten Steroidhormons (Calcitriol) und wird zwingend für die korrekte Funktion zahlreicher Organe benötigt, nicht nur für den Knochenstoffwechsel (was allgemein am meisten bekannt ist). Für den Sportler ist interessant, dass Vitamin D wichtig für die Funktion des Nerven- und Muskelsystems ist.

Es besteht ein weltweiter Mangel an Vitamin D, der vorwiegend durch die Veränderung des Lebensstils (weniger Aufenthalt im Freien) bedingt wird. Durch die Angst vor Hautkrebs resultiert zusätzlich ein zu geringer ungeschützter Aufenthalt (ohne Sonnenschutzmittel) in der Sonne.
Für den Läufer oder Triathleten, der sich in der Regel deutlich häufiger draußen aufhält als der Durchschnittsmensch, ist der Aspekt interessant, dass in den Wintermonaten (wie bei den Winterreifen: zwischen Oktober und Ostern) jenseits des 42. Breitengrades (also auch in Deutschland) die Sonne einen so flachen Einstrahlwinkel hat, dass keine ausreichende UV-B-Strahlung auf der Haut ankommt. Man könnte quasi nackt bei Sonnenschein laufen gehen und würde keine einziges Nanogramm Vitamin D bilden.

Eine Fülle von wissenschaftlichen Untersuchungen in den letzten 20 Jahren weist darauf hin, dass ein Vitamin D-Mangel wahrscheinlich fast alle chronischen Krankheiten fördert, darunter:
* Diabetes (Typ 1 und 2)
* Krebs (Darmkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs) * Bluthochdruck
* Herz-Kreislauf-Erkrankungen
* Nervenerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Depression)
* Autoimmunerkrankungen
* Infektionskrankheiten/ Infektanfälligkeit (Calcitriol ist ein Schlüsselhormon des Immunsystems)
* Allergien
* Hautkrankheiten (z. B. Schuppenflechte)
* Osteoporose

Niedrige Vitamin D-Spiegel erhöhen zudem die Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten (z. B. von Cholesterinsenkern und sogenannten Magenschutztabletten wie Omeprazol oder Pantoprazol). Ein erhöhtes Körpergewicht führt durch die verstärkte Speicherung im Fettgewebe zu erniedrigten Vitamin D-Spiegeln im Blut.

Da 2/3 aller Deutschen unzureichend mit Vitamin D versorgt ist, stellt sich die Frage, wie man feststellen kann, ob man individuell eine gute Vitamin D-Versorgung hat. Dies kann man nur mit einer Laboruntersuchung herausfinden. Diese wird bei uns allerdings nur dann von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, wenn bereits eine Osteoporose diagnostiziert wurde. Sonst ist die Bestimmung des 25(OH)-Vitamin-D3-Spiegels im Serum eine private Leistung und kostet um die 30€. Das müsste jede Hausarztpraxis durchführen können.

Der Wert des 25(OH)-Vitamin-D3-Spiegels sollte über 40ng/ml liegen.
Bei Werten unter 15ng/ml kommt es zu einer Myopathie (Muskelschwäche).

Wenn ein Mangel festgestellt wird, sollte man mit seinem Arzt besprechen, wie dieser am schnellsten ausgeglichen werden kann (mit Spritzen und Tabletten oder Tropfen unterschiedlich schnell möglich).

Wie können wir bei ausgeglichenem Vitamin D-Spiegel einem Mangel vorbeugen?
Von Frühling bis Herbst sollte man bei Sonnenhöchststand gezielt eine große Hautoberfläche an mehr als drei Tagen pro Woche für maximal 20 Minuten (Hauttyp beachten!) ungeschützt der Sonne aussetzen (keine Sonnenschutzprodukte!).
In den Wintermonaten (Oktober bis Ostern) wäre eine tägliche Zufuhr von 1000 bis 2000 IE Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen.

In anderen Ländern hat man die Problematik des Vitamin D-Mangels übrigens schon länger erkannt. So wird in den USA und in Kanada z. B. die Trinkmilch mit Vitamin D3 angereichert. Und in Großbritannien, Irland und Australien dürfen Frühstückscerealien und Margarine mit D3 angereichert werden. In Norwegen und Japan gibt es auf Grund des hohen Fettfischkonsums weniger Menschen mit Vitamin D-Mangel, und außerdem dürfen auch dort seit 2011 Lebensmittel mit Vitamin D angereichert werden. In den meisten anderen Ländern wird so wie in Deutschland aber kaum ausreichend Vitamin D mit der Nahrung aufgenommen.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Vitamin D - kritische Anmerkung

Hallo Sonnenblume2,

nur ein paar Anregungen, um an einigen Punkten kritisch zu hinterfragen:

a) Diabetes mellitus und Vitamin D
Für Diabetes mellitus Typ 2 wurde die Vitamin-D-Frage intensiv diskutiert:

Hier das Ergebnis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dazu:
"Bewertung: Aufgrund der Widersprüchlichkeit der Ergebnisse aus prospektiven Kohortenstudien und Interventionsstudien wird die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung und der Entwicklung von Störungen des Glucosestoffwechsels und Diabetes mellitus Typ 2 als unzureichend bewertet."
Quelle: Stellungnahme Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2011: Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten; Jakob Linseisen, Angela Bechthold, Heike A. Bischoff-Ferrari, Birte Hintzpeter, Eva Leschik-Bonnet, Jörg Reichrath, Peter Stehle, Dorothee Volkert, Günther Wolfram, Armin Zittermann
sh. online z.B. unter: http://www.dge.de/pdf/ws/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf

Für Diabetes mellitus Typ 1 (eine Autoimmunerkrankung, was völlig anderes als Diabetes mellitus Typ-2):
Hier gibt es eine Fall-Kontroll-Studie veröffentlicht in der Fachzeitschrift Diabetologia (2012; 55: 3224-3227), die sich auf die Untersuchungen von 2.000 US-Soldaten stützt und einen Zusammenhang zw. niederigen Vitamin-D-Spiegeln und erhöhtem Risiko für Diabetes-Manifestation zeigt.
Momentanes Fazit des Autors Cedric Garland dieser Studie: "Den Beweis könnte allerdings nur eine Interventionsstudie liefern, in der durch ein verändertes Freizeitverhalten oder durch Supplemente für eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung gesorgt würde. Garland rät vorerst von einer eigenmächtigen Einnahme von Vitaminpräparaten ab."

b) Vitamin D findet man auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln
z.B. Avocado, (besonders stark in sonnengetrockneten) Pilzen, etc.

c) mehrere aktuelle Interventionsstudien haben gerade bei Frauen, die Vitamin D plus Calcium zur Osteoporose-Prophylaxe einnehmen, ein dramatisch erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen gezeigt (über 20% erhöht!). Dazu ein schöner Übersichtsartikel in Süddeutsche Zeitung, 26. Februar 2013, Seite 16, "Bewegung statt Pille": "... im Juni 2012 deckte die Women"s Health Initiative auf, dass Kalzium in Kombination mit Vitamin D das Risiko für Herzkrankheiten um bis zu 22 Prozent erhöht. Da es sich hierbei um eine aussagekräftige Interventionsstudie
handelt, bei der ein zufällig ausgewählter Teil der Probanden Pillen schlucken sollte, rät die US Preventive Task Force seitdem ausdrücklich davon ab, Vitamin D und Kalzium einzunehmen, um Knochenbrüchen im Alter vorzubeugen."

Nur an diesen wenigen Beispielen möchten ich zeigen, dass die "Orthomolekularmedizin" und ganz besonders schnelle unidimensionale Empfehlungen, man möge Vitamin D als Nahrungsergänzung nehmen, mit großer Vorsicht zu genießen sind, sehr von der individuellen Situation abhängig sind und Du Dich in einem äußerst komplexen und wissenschaftlich noch sehr umstrittenen Themenfeld bewegst, wo meiner Meinung nach "die Wahrheit" noch ziemlich im Verborgenen liegt - und auch in Zusammenhang mit Ausdauersport.

Herzliche Gruesse,
waldboden

Eigelb...

..enthält ebenfalls Vitamin D.
Ich habe heute irgendwo gelesen, dass bereits ab LSF 8 in der Sonnencreme kein Vit. D mehr in der Haut gebildet wird. Viele normale Tagescremes haben heute bereits LSF 15.

Mich würde interessieren, wie lange es dauert, bis aus einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel ein zu niedriger geworden ist (Abbaugeschwindigkeit). Der Mensch lebt ja schon paar Jahre nördlich des 40. Breitengrades. Irgendwie sind die ja vor der Erfindung der Vitaminpillen auch über den Winter gekommen.

Frage an Waldboden:
Gelten die Bedenken nur den Kombipräparaten Calcium/Vitamin D oder auch der ausschließlichen Vitamin-D-Gabe?

Ein Anekdötchen zum Thema Vitamin-D-Synthese:
Entfernte Bekannte aus South Carolina legten vor Jahren ihre damals neugeborenen Zwillinge täglich splitterfasernackt für je 2 Minuten in die knalle Sonne (1 Minute von vorn, eine von hinten). Der Opa war Arzt und "ordnete das an" eben wegen der Vitamin-D- Bildung!

Danke waldboden

für diese interessanten Ergänzungen.
Ich habe dazu die folgenden Anmerkungen:

a)zu Typ 1- und Typ 2-Diabetes habe ich auch die schnelle noch keine anderen Studien gefunden

b)Danke für die Info, dass Vit D auch in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Das wusste ich noch nicht. Ich habe gefunden, dass in 100g frischen Avocados 2,2µg Vit D sind, in in der Sonne getrockneten Austernpilzen in 100g sagenhafte 30.000 I.E.=900µg.

c)Zum Thema Risiko für Herzerkrankungen habe ich die LURIC-Studie (der LURIC study gemeinnützige GmbH -Gesellschafter Universität Freiburg und Universität Ulm) gefunden, die an 3500 Teilnehmern nachgewiesen hat, dass man mit der Einnahme von Vit D das Risiko, durch koronare Herzkrankheit zu sterben, um bis zu 51% senken kann.
Desweiteren zeigten Parker,J. et al. 2010 (Levels of Vitamin D und cardiometabolic disorders: Systemativ review and meta-analysis. Maturitas 65: 225-36), dass hohe Plasmaspiegel von Vit D3 das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bis zu 33% senken.

Ein wichtiger Faktor scheint dabei noch die gleichzeitige Gabe von Vit K2 zu sein. Dies beugt einer Arteriosklerose vor, indem es das Matrix-GLA-Protein aktiviert. Dieses Protein sorgt für die Elastizität der Blutgefäße, verhindert deren Calcifizierung und beugt somit auch einer Hypertonie vor.

Zum Zusammenhang zu Vit D und Osteoporose ist zu sagen, dass Vitamin D die Calciumresorption im Darm ermöglicht und neuromuskuläre Effekte hat, die Stürze und damit Frakturen verhindern helfen. Daher empfiehlt die International Osteoporosis Foundation Menschen über 60J. täglich 1000 I.E. VitD oral aufzunehmen. Aber auch bei der Osteoporoseprophylaxe scheint die gleichzeitige Einnahme von Vitamin K2 zum Vitamin D wichtig zu sein. Beide Vitamine zusammen sind wichtig für die optimale Mineralisation und Regulation des Knochengewebes, sie sind wichtig bei der Bildung und Aktivierung diverser Proteine des Knochenstoffwechsels, z. B. von Osteocalcin und Calbindin. Einfach gesagt: ohne Vit K2 kann das über Vit D aus dem Darm aufgenommene Calcium nicht richtig in den Knochen eingebaut werden (damit würde es bei Osteoporose nicht helfen) und es erhöht sich das Risiko, dass sich das Calcium in den Blutgefäßen ablagert und zur Arterienverkalkung führt. In der Nurses Health Study, bei der 72.327 Frauen über 10 Jahre begleitet wurden, wurde der Zusammenhang zwischen einer verminderten Vit K-Aufnahme, der Knochendichte und einem erhöhten Risiko für Oberschenkelfrakturen aufgezeigt.

Fazit für die Praxis wäre demnach also:
Vor einer Therapie immer den Vitamin D spiegel messen.
Wenn man Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte es ein Vitamin D- + Vitamin K2-Kombi-Präparat sein.
Ideal wäre wahrscheinlich zusätzlich ein niedrig dosiertes Basis-Multivitaminpräparat, da man ja nicht weiß, ob sonst noch Mangelerscheinungen vorliegen. Aber damit greife ich jetzt zu weit vor.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Zur Abbaugeschwindigkeit

muss ich nochmal nachforschen.
Früher waren die Menschen wohl im Sommer ohne Lichtschutzfaktor so viel draußen, dass das gebildete Vitamin D über den Winter ausgereicht hat. Außerdem gab es noch Zeiten, da die Kinder jeden Tag einen Löffel Lebertran eingeflößt bekamen (sehr reicht an Vitamin D).

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Gelbsucht

mein Neffe musste als Säugling (Winterkind) am offenen Fenster liegen wg. seiner Gelbsucht. Mit der Empfehlung die Mütze nicht zu tief ins Gesicht zu ziehen.
Hat geholfen! Die Hebamme meiner Kinder empfahl mir das übrigens auch.
LG, KS

Lebertran :-//

erinnere mich nicht daran!!!
Uahhhhh... jeden Morgen! Ich sehe mich gerade wieder in der Küche stehen als Grundschulkind.
Aber so ein Labortest ist ja nicht uninteressant. Ich werde meinen Doc mal darauf ansprechen.
LG, KS

@WWConny

> Gelten die Bedenken nur den Kombipräparaten Calcium/Vitamin D
> oder auch der ausschließlichen Vitamin-D-Gabe?
diese von mir zitierten Interventionsstuden haben sich nur auf die Gabe von Vitamin D und Calcium (typisch zur Osteoporose-Prophylaxe verordnet) gleichzeitig bezogen.

Gruesse,
waldboden

@ Sonnenblume - Dekristol

Bei uns wurde "früher" den Babys Dekristol "verabreicht" um das Vitamin D, welches im Winter durch die wenige Sonne nicht gebildet wurde in ausreichendem Maße im Körper zu haben. Vielleicht kannst du dazu mal recherchieren; danke.
VG Ute

Bitte mehr davon!

Finde alle Infos und Sichtweisen sehr interessant.
Vielen Dank für diese ausführlichen Meinungsansätze.

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Was heißt "Orthomolekularmediziner", bzw

"Weiterbildung zum"? Bist Du Arzt und machst eine Weiterbildung?
Als Mediziner werden gemeinhin Ärzte bezeichnet, obwohl die Bezeichnung wohl nicht geschützt ist.

Neugierig,
O

Anmerkung zu Deinem Fazit

Hallo Sonnenblume2,

nochmals ein paar Anmerkungen zur gemeinsamen kritischen Diskussion ;-)

a) Dein Fazit: "Wenn man Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte es ein Vitamin D- + Vitamin K2-Kombi-Präparat sein. Ideal wäre wahrscheinlich zusätzlich ein niedrig dosiertes Basis-Multivitaminpräparat, da man ja nicht weiß, ob sonst noch Mangelerscheinungen vorliegen".

Meine Gedanken dazu: Bei Vitamin-D gibt es in der Fachwelt ja tatsächlich einen kräftigen Disput, wer Vitamin-D zusätzlich als Ergänzung/ Tablette nehmen soll und wer nicht.

Aber bei Vitamin-K (egal ob K1 oder K2) liegt keinerlei Hinweis auf eine Mangelversorgung in Deutschland vor. Ich verweise hier z.B. auf den Artikel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):
"Bunte Pillen für’s gute Gewissen – Was bringen Nahrungsergänzungsmittel?"
http://dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1249

Wie Du dann neben Vitamin-K-Ergänzung auch noch zum Vorschlag kommst, ein niedrig dosiertes Basis-Multivitamin-Präparats zu nehmen, kann ich auch nicht nachvollziehen, da in Deutschland (unstrittig zwischen Deutscher Gesellschaft für Ernährung oder auch Bundesinstituts für Ernährung und Lebensmittel) kein Vitamin-Mangel herrscht.

Vitamin-Mangel herrscht bei uns im Internet auf vielen Seiten, aber wenn man dann das Impressum anschaut, hat man häufig eine Idee, warum. Typische Seiten, die einem Vitamin-Mangel androhen: z.B. http://www.nutri-facts.org/ger -> gehört laut Impressum der Website: DSM Nutritional Products (sh. deren Website: DSM Nutritional Products ist der weltweit führende Lieferant von Vitaminen, Carotinoiden und Feinchemikalien für die Futtermittel-, Lebensmittel-, Pharma- und kosmetische Industrie)

Oder: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/
sh. Impressum: Neosmart Consulting AG
sh http://www.zentrum-der-gesundheit.de/wer-wir-sind.html
"Für die Verkäufe der Produkte erhält die Neosmart Consulting AG eine Provision. "

b) aktueller SPIEGEL-Artikel zum Thema
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83588367.html
Egal wie man zu solchen Artikeln steht, die hier zitierte Frau Prof. Mühlhäuser, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Uni Hamburg, Internistin und Endokrinologin, ist eine kritische, in meinen Augen unstrittige Expertin.
Und ich denke, wir sollten sehr vorsichtig sein, wenn wir erniedrigte Labor-Werte (z.B. zu niedrige Vitaminspielgel) einfach mit dem anscheinend zu niedrigen Vitamin substituieren wollen. Prof. Mühlhäuser zitiert z.B. die finnische Raucherstudie: Raucher haben einen nachgewiesenen Vitamin-A-Mangel. So hat man einer Gruppe Vitamin-A bzw. ein Vorstufe gegeben, der anderen Placebo. Die Vitamin-A-Spiegel der Raucher sind zwar nachweislich gestiegen, aber die Gesamtsterblichkeit in der Gruppe, die Vitamin-A erhielt, war deutlich höher und auch die Anzahl an Rauchern, die Lungenkrebs bekamen. Diese Studie wurde in den USA wiederholt und wegen dieser schlimmen unerwarteten Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen.

Also: Vitamin-Mangel heißt nicht unbedingt, dass Vitamin-Substitution die richtige Lösung ist.

c) Vitamine/Nahrungsinhaltstoffe in natürlichen Nahrungsmitteln unterscheiden sich womöglich von künstlich hergestellten

hier nochmals zwei Abschnitte zitiert aus der o.g. DGE-Stellungnahme
Prof. Dr. Bernhard Watzl, Max Rubner-Institut, „Nahrungsergänzungsmittel schützen Gesunde nicht vor Krankheiten. In den 1980er- und 1990er-Jahren reduzierte man die positiven gesundheitlichen Effekte von Gemüse und Obst auf bestimmte Inhaltsstoffe, insbesondere Vitamine. Heute wissen wir, dass vielmehr die Vielfalt biologisch aktiver Substanzen, die wir durch einen hohen Konsum von Gemüse und Obst aufnehmen, insgesamt positive Wirkungen auf die Gesundheit hat.“

Auch die Einnahme von Antioxidanzien wie β-Carotin, Vitamin C und E oder Zink und Selen zeigt keinerlei positive Effekte. Prof. Dr. Marc Birringer, Hochschule Fulda, rät ebenfalls von Nahrungsergänzungsmitteln ab und appelliert an die Umstellung unseres Ernährungs- und Lebensstils. „Der Körper verfügt über zahlreiche körpereigene Antioxidanzien, die wir durch Bewegung und Sport, die Vermeidung von Übergewicht und eine abwechslungsreiche Ernährung aktivieren können.“

Grüße,
waldboden

Klarstellung

Nachtrag Waldboden:
Ich antworte auf Sonnenblume2 als Jogmap-Läuferin. Meine Anmerkung hier oben zu Seiten, die gezielt Vitamin-Mangel verbreiten, beziehe ich _nicht_ auf Sonnenblume2, nicht dass ich falsch verstanden werde!

Lebertran + Höhensonne!

Ich finde Eure Ausführungen wahnsinnig interessant, vielen Dank für die Mühe!
Wir bekamen in den 50er Jahren als Kinder selbstverständlich nie Sonnenschutzmittel (gab es nicht oder waren zu teuer), obwohl wir ja ständig draußen waren. Im Winter mußten wir oft zu unserem Hausarzt, der in seinem Wohnzimmer praktizierte. Auf seiner Couch bekamen wir Höhensonne, dabei waren wir nackt bis auf die glänzenden rosa Unterhosen.
Das in Verbindung mit unbehandelten Lebensmitteln und gesundem Gemüse aus dem Garten hat uns ganz gut heranwachsen lassen, glaube ich.

Zunächst:

danke@waldboden für die Erläuterung bzgl. Kombipräparat.
danke@sonnenblume und waldboden für diesen sehr interessanten Disput!

Fragen zu Vitamin K:
- Wenn ich mich recht entsinne, heben meine beiden Kinder unmittelbar nach der Geburt und ich glaube so 2 Tage danach nochmal je eine Vitamin K - Spritze bekommen. Warum?
- In welchen Lebensmitteln ist das denn enthalten?

Lebertran musste ich zum Glück nie essen, aber vielleicht wäre das jetzt, wo es das als geschmacksneutrale Kapsel gibt, ne Option im Winter (falls nötig).

Die Neugeborenengelbsucht meiner beiden Kinder ist von alleine weggegangen. Beim Winterkind (Nr. 1) hats aber deutlich länger gedauert als bei Nr. 2, der im Sommer geboren ist. Von In-die-Sonne-legen hat mir allerdings niemand was gesagt. Deswegen wohl war Nr. 1 irgendwann so schwach/müde (erst vom Bilirubin und später vom Mahlzeiten-verschlafen), dass mir (also ihr) mit Zwangsernährung gedroht wurde "wenn das Kind nicht umgehend zunimmt". Dieses Trauma verfolgt mich bis heute (Kind ist inzwischen 12).

Mehr davon !

Ich finde das Thema sehr interessant, lesens- und bedenkenswert.

Bei mir wurde im September 2011 ein sehr niedriger Vitamin-D-Spiegel bei einer Routine-Untersuchung festgestellt. Ich habe dann ca. 3 Monate täglich 1000 I.E. Vitamin D jeweils zu einer reichhaltigen Mahlzeit eingenommen. Bei der Kontrolle war mein Vitamin-D-Spiegel praktisch unverändert niedrig. Da ich völlig gesund bin und auch nicht zu Infekten, orthopädischen oder sonstigen Beschwerden neige, habe ich dann mit der Vitamin-D-Zufuhr wieder aufgehört und das Thema bei mir selbst nicht mehr weiter verfolgt. Wissenschaftliche Studien über Vitamin D schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden.

Manche sind der Meinung, man sollte sogar noch deutlich höhere Dosierungen schlucken, um auf einen Vitamin-D-Spiegel im Normalbereich zu kommen (5000 Einheiten und mehr pro Tag). Vitamin D spielt wohl bei der Nahrungsergänzung vor allem deshalb eine Sonderrolle, weil es auch in gesunder ausgewogener Nahrung häufig nicht in ausreichender Menge vorkommt. Vermutlich ist es hinsichtlich der meisten Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, sekundärer Pflanzenstoffe besser, sie auf natürlichem Wege aufzunehmen, denn man weiß noch nicht genug darüber, was noch alles an tollen Sachen in einem Apfel oder einer Karotte steckt (Stichwort sekundäre Pflanzenstoffe).

Im Sommer täglich 10 bis 15 Minuten ohne Lichtschutz in der Sonne zu braten, um Vitamin-D selbst zu produzieren, hat wieder andere Nachteile.

Es gibt noch eine sehr umfangreiche Website, auf der zahlreiche aktuelle Forschungsergebnisse zusammengefasst werden.

Schöne Grüße
Uhrli

Dieser Winter bricht

alle Negativrekorde in Bezug auf Helligkeit seit Jahrzehnten!

Ich habe gehört / gelesen, dass in den nordischen Ländern eine Bestrahlung mit Licht durchgeführt wird, um auch psychosomatischen Beschwerden und natürlich Vitamin D-Mangel vorzubeugen.

Ich persönlich halte gar nichts von industriell hergestellten Nahrungsergänzungsmitteln. Die in Verbindung mit toller Werbung und gutem Marketing lassen sicherlich die Kassen klingeln. Ob sie was nützen ist (wurde oben schon erwähnt) sehr umstritten. Ich war auch schon zweimal bei einem Vortrag von Ernährungsberatern zum Thema Ernährung und Sport - und das Fazit war bei beiden: wir brauchen nichts zusätzlich!

Gerade deswegen finde ich aber die Diskussion und etwas mehr Hintergrundwissen interessant!

Vitamin D

Seit mehreren Jahren nehme ich täglich zwei Lebertrankapseln a´1g und habe seitdem viel seltener eine Erkältung / Grippe. Sonst kam das vor, auch im Sommer. Ich führe das auf das enthaltene Vitamin D (und Vit A) zurück.
Ansonsten finde ich das mit der Orthomolekularen Medizin gut. Die Vitamine haben allesamt eine bekannte Stoffwechselfunktion. Bei erhöhtem Umsatz (Sport) ist auch eine erhöhte Zufuhr davon sinnvoll. Man spart auf diese Weise einiges an Kalorien, die man sonst glein mitessen müßte, um vergleichbare Mengen Vitamine/Vitaminoide/Spurenelemente zu bekommen.

@WWConny

Hallo WWConny,

nun geht das Thema aber ganz vom Laufen weg:
Vitamin K ist bei Säuglingen wichtig, um die Blutgerinnung zur regeln. Man gibt Vitamin-K insbesondere, um einer Blutung (vor allem Hirnblutung) im ersten Lebensjahr (infolge eines Vitamin-K-Mangels) bzw. vor allem in den ersten Lebens-Wochen und Monaten vorzubeugen. Ohne Gabe von Vitamin K rechnete man für Deutschland jährlich mit mindestens dreißig Kinder, die eine Hirnblutung erleiden würden; auch gestillte Kinder bekommen nicht ausreichend Vitamin-K;

Nach Deutscher Gesellschaft für Ernährung gibt es für Säuglinge drei unstrittige Nahrungsmittelergänzungen:

Alle Säuglinge benötigen im ersten Lebensjahr die Vitamine K und D sowie Fluorid; die Empfehlungen zu Nährstoffsupplementen im Überblick:
Vitamin K: 3 x 2 mg als Tropfen bei den Vorsorgeuntersuchungen U1, U2, U3
Vitamin D: 400-500 IE/Tag ab der 2. Lebenswoche
Fluorid: als Tablette, in der Regel 0,25 mg/Tag (in Form von fluoridierter Zahnpasta nicht zu empfehlen)

schöne Übersicht zu Vitamin-K bei Säuglingen: http://www.kinderarzt-dr-scherbring.de/vitamin_k.htm

Wo ist in Nahrung Vitamin K drin?
sh. z.B. http://www.staff.uni-mainz.de/goldinge/vitamink.htm

In einen ernährungsbedingten Vitamin-K-Mangel zu kommen, ist für gesunden Menschen, der sich normal ernährt, schwer möglich.

Gruesse,
waldboden

Es geht wohl auch ohne ...

gem. Dt. Ges. f. Ernährung sollten 800 IE oder 20 µg täglich an Vitamin D mit der Nahrung zugeführt werden (früher lag die Empfehlung bei 400 IE oder 10µg) . Legt man diesen Bedarf zu Grunde, so lässt sich das z.B. erreichen mit:

  50 gr. Hering =        600 IE
  60 gr. Ei =                  84 IE
500 ml Milch =              6 IE
150 gr. Quark =          5,4 IE
   30 gr. Margarine =  30 IE
100 gr. Wein =          108 IE

Alleine mit einer handelsüblichen Dose Heringsfilet (120 gr Einwaage) wäre die notwendige Menge Vitamin D mehr als ausreichend zugeführt.

Und wenn das mal an dem einen Tag etwas mehr oder etwas weniger ist, geht davon die Welt nicht unter.

Wer allerdings keinen Fisch mag hat´s schwer.

Interessant wäre nun die Frage, ob durch Sport der Verbrauch an Vitamin D erhöht wird und welche Wechselwirkung zwischen Sonnenlicht beim Laufen und evtl. erhöhtem Bedarf besteht.

Volker



Jogmap Schleswig-Holstein - neongelb beflügelt

skeptisch

Hallo, Uhrli,

bei solchen Webseiten bin ich immer skeptisch: die Gruppe geht á priori davon aus, dass eine generelle Unterversorgung besteht: „pandemic“.

Für aufschlussreich halte ich den Zusatz:

  *These statements have not been evaluated by the Food and Drug
  Administration. The products and information presented on this
  website are not intended to diagnose, treat, cure, or prevent
  any disease.

Auf deutsch: das ist keinesfalls eine Seite, die einen offiziellen oder quasi-offiziellen Hintergrund hat. Und das wundert auch nicht, wenn man sich deren Hintergrund ansieht; die Website wird betrieben von einer Gruppierung namens "Minervation" und diese selbst besteht aus Projektmanagern, Beratern im Gesundheitswesen etc., aber weniger aus Medizinern oder Forschern. Diese Infos findet man unter http://www.minervation.com/about-us/associates/.

Gruß
Volker



Jogmap Schleswig-Holstein - neongelb beflügelt

Wow, ist das spannend hier

Vielen Dank für Eure Fragen und interessante und auch kritische Anmerkungen! Ich versuche relativ kurzfristig dazu Stellung zu nehmen.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

@proteco

Ich glaube nicht, dass die Pharmaindustrie an so ein paar Vitaminpillen groß was verdient. Die machen viel mehr Gewinn mit Medikamenten für die großen Volkskrankheiten: Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Krebserkrankungen, Diabetes usw.

Ich habe neulich im Fernsehen einen interessanten Beitrag zum Thema Vitamin D und Immunsystem in der Visite-Sendung gesehen: hier der Beitrag

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

@reBoot

Ja, ich bin Hausärztin und mache eine Weiterbildung.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Hallo Waldboden,

nochmals herzlichen Dank für die umfassende Erläuterung und für die Links. Ich dachte, das K bei Säuglingen hätte ggf. auch was mit der Wirkung von K in Verbindung mit D zu tun, nur fehlte mir da irgendwie der Zusammenhang zum späteren Leben, wo K praktisch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung auftaucht (mal abgesehen von Medizinerkreisen vielleicht).
Gruße aus dem WW (heute mit viel Vitamin-D-Synthese-noch-unwirksamen Sonne),
Conny

Brauchen Sportler?

Meiner Ansicht nach: nein. Ich mag keine Nahrungsergänzungsmittel und gehe davon aus, dass in einer gesunden Ernährung alles drin sein sollte.

Aber: bei mir wurde bei einer Blutuntersuchung ein eklatanter Calcium und Vitamin D Mangel festgestellt. Da ich ein großer Liebhaber sämtlicher Milchprodukte bin geht meine Hausärztin davon aus, dass der Vitamin D Mangel eine bessere Aufnahme des Calciums verhindert; da gibt es wohl einen Zusammenhang (bin keine Ärztin). Als hellhäutiges Nordlicht mit einer ausgeprägten Affinität zu Sonnenbrand stehen Sonnenbäder bei mir nicht zur Debatte, deshalb erhalte ich jetzt Dekristol. Da meine Hausärztin sonst keine ausgeprägte Sympathie für die Pharmaindustrie hat und Krankheiten eher mit Hausmitteln bekämpft als mit Antibiotika und Co glaube ich ihr.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ausreichende Versorgung über die Nahrung?

Nehmen wir tatsächlich ausreichend Vitamine und Mineralstoffe über die Nahrung auf? Es gibt Untersuchungen (Nationale Verzehrsstudie), die zeigen, dass es nur ganze 5% der Bevölkerung schaffen, 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Ich gebe zu, dass ich zu den anderen 95% gehöre. 5 Portionen, das sind immerhin etwa 750g Obst und Gemüse. Der Durchschnittsdeutsche schafft 130g. Wie kann ich also sicher sein, dass mein Körper, dem ich so manche sportliche Herausforderung abverlange, ausreichend mit all dem versorgt ist, was ich zur Energiebereitstellung in den Körperzellen, zum Aufbau von Muskulatur, zum Abbau von Laktat, zum Abbau schädigender Stoffwechselprodukte (Stichwort Antioxidantien), zum idealen Zusammenspiel meiner Muskelfasern usw. brauche? Es braucht nur ein Baustein in dem großen Zusammmenspiel der biochemischen Prozesse im Körper fehlen, schon zieht das diverse Veränderungen der Stoffwechselprozesse nach sich. Wenn man erstmal anfängt sich mit der Biochemie im menschlichen Körper zu beschäftigen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, was sich wo und wie auswirken kann.
So weiß man inzwischen gerade aus Studien, wie der von waldboden zitierten Vitamin A-Gabe bei Rauchern, dass es nicht sinnvoll ist, nur ein einziges Antioxidans zu geben, weil dieses Antoxidans durch seine Wirkung im Körper selbst zum Oxidans wird und idealerweise durch andere Antioxidantien wie Vitamin C oder E unschädlich gemacht werden muss, um die genannten Nebenwirkungen zu verhindern (wobei es natürlich sinnvoller wäre, erst gar nicht zu rauchen, als dann die negativen Wirkungen des Rauchens im Körper mit Nahrungsergänzungsmitteln abschwächen zu wollen).
Ideal bei der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln wäre es daher aus meiner Sicht, die Natur so gut wie möglich nachzuahmen und daher Vitamine und Mineralstoffe im Komplex, am besten noch zusammen mit sekundären Pflanzenstoffen, zu geben. Es gibt gute Nahrungsergänzungsmitteln, die so aufgebaut sind. Das ist aber sicherlich nicht das Multivitamin aus der Drogerie oder dem Supermarkt.
Wenn ich meinem Körper also ein niedrig dosiertes, qualitativ hochwertiges Multipräparat zuführe, und dann das Vitamin mit dem nachgewiesenen Mangel (z.B. Vitamin D) in zum Ausgleich notwendiger Dosierung obendrauf, kann der Körper das nutzen, was er braucht und für mich auch unbekannte Vitaminlücken schließen (man kann ja im Vorfeld nicht alles messen, wäre viel zu teuer). Das was der Körper nicht braucht, kann er ausscheiden.

Für mich ist die orthomolekularen Medizin übrigens viel weniger Arzneimitteltherapie/Pharmakotherapie, sondern passt voll und ganz in mein Bild von Naturheilkunde und ganzheitlicher Medizin. Schließlich unterstütze ich ja damit die physiologischen und biochemischen Abläufe im Körper.

Zur Abbaugeschwindigkeit von Vitamin D und ob ein erhöhter Bedarf beim Sportler besteht, muss ich noch weiter studieren. Aber eine interessante Aussage zum Schließen einer Vitamin D-Mangellücke habe ich gefunden. Also, wenn man davon ausgeht, dass der ideale Vitamin D-Spiegel bei 40ng/ml liegt, wieviel Vitamin D muss ich geben, wenn ich zum Beispiel einen erniedrigten Wert von 20ng/ml messe? Man geht je 10ng/ml Mangel von immerhin 300.000I.E. aus, um den Mangel auszugleichen. Das würde bei diesem Beispiel also 600.000I.E Vitamin D ausmachen. Das würde mit Vitamin D-Tabletten schon sehr lange dauern. Daher würde man da ärztlicherseits eher zur anfänglichen Spritze raten, mit der immerhin 100.000I.E. auf einmal appliziert werden können.
Die tägliche Zufuhr von nur 1000I.E. konnte somit nicht zum Erfolg führen, Uhrli.

Ich bin Euch für all Eure Anmerkungen sehr dankbar, da sie mich anregen, mich intensiver mit der Materie zu beschäftigen und mir einen eignen Standpunkt zu erarbeiten.
Ich habe gestern übrigens gleich mal meinen Vitamin D-Spiegel messen lassen. Bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

So, und jetzt geh ich aber laufen ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Sehr spannend....

...und aufschlussreich.
Danke

ja, ausreichende Versorgung fast immer über die Nahrung!

Hallo Sonnenblume2,

Du zitierst aus der Nationalen Verzehrs-Studie, dass die Deutschen unbestritten noch viel zu wenig Obst/Gemüse essen und stellst davon ausgehend die Frage, wie man dann sicher sein kann, ob der Körper mit allen notwendigen Stoffen versorgt ist.

Aber genau diese von Dir zitierte Nationale Verzehrs-Studie geht hochdetailliert auf die Versorgung der Deutschen bzgl. Vitamine und Nährstoffe ein und beantwortet Deine Frage sehr genau (ich gehe nur auf die Vitamine ein):

Vitamine
a) Gut erreicht werden von den Deutschen die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Vitamine A, E, B1, B2, B12 und C. Hier liegt die mittlere Vitaminzufuhr allein über die Nahrung ca. zwischen 100% und 200% der Referenzwerte!
b) Deutlich unterhalb der Referenzwerte liegt die mittlere Zufuhr _nur_ bei den Vitaminen D und Folsäure.

Die Folsäure nehmen die Läufer/Sportler hier bei Jogmap bevorzugt mit dem alkoholfreien Bier auf, so dass ich bei Sportlern (mit Alkoholfreiem) diesen Mangel eher nicht vermute.

c) Fast ein Drittel aller Befragten nimmt Nahrungsmittelergänzungen/Supplementen _zusätzlich_ zur Nahrung "... und das obwohl bei den meisten Vitaminen die mittlere Zufuhr den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entspricht oder diese sogar übersteigt". Nahrungsmittelergänzungen werden am meisten im und ab dem Alter von 35 bis 50 Jahren eingenommen.

Mein Fazit:
a) Abgesehen vom Vitamin D und Folsäure besteht durchschnittlich eine für Deutschland ausreichende Vitamin-Versorgung (auf einige spezielle Alters-/Risikogruppen gehe ich hier nicht ein)
b) trotz der guten Vitamin-Versorgung nehmen heute bereits knapp ein Drittel der Deutschen Nahrungsmittelergänzungen und kommen damit zum Teil weit über die Referenzwerte, die allein schon über die Nahrung erreicht werden;
c) wir wissen klar von einzelnen Vitaminen, dass zu hohe Einnahme-Mengen schädlich sein können: z.B. bei Vitamin-D-Überdosierung die Hyperkalzämie; Vitamin-D plus Calcium -> erhöhtes Herzerkrankungsrisiko; bei Vitamin-A-Überdosierung während Schwangerschaft Missbildungen des Kinds, Vitamin B6 in _hoher_ Überdosierung über _längere_Zeit -> Ataxie, Neuropathie; Vitamin-C-Überdosierung bei Menschen mit bestehender chronischer Niereninsuffizienz wg. erhöhten Nierenstein-Risikos ...
d) Deine Empfehlung kann ich somit nicht nachvollziehen:
"Wenn ich meinem Körper also ein niedrig dosiertes, qualitativ hochwertiges Multipräparat zuführe, und dann das Vitamin mit dem nachgewiesenen Mangel (z.B. Vitamin D) in zum Ausgleich notwendiger Dosierung obendrauf, kann der Körper das nutzen, was er braucht und für mich auch unbekannte Vitaminlücken schließen (man kann ja im Vorfeld nicht alles messen, wäre viel zu teuer). Das was der Körper nicht braucht, kann er ausscheiden."

- Warum soll ich etwas supplementieren, was (außer bei Vitamin D und Folsäure) schon ausreichend über die Nahrung abgedeckt ist?
- Nicht alles, was der Körper von den Supplementen nicht braucht, kann er auch immer harmlos ausscheiden (sh. oben)
- warum nicht lieber gezielt mich ausgewogen ernähren? Nahrungsergänzungsmittel haben meist nur einen bzw. wenige kombinierte Nährstoffe. Obst und Gemüse beinhalten eine Fülle verschiedender Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundärer Pflanzenstoffe ... gleich in einem; und schmecken ... das liegt mir persönlich unter ganzheitlicher Medizin/Naturheilkunde deutlich näher :-)

So, jetzt hole ich mir eine Dosis Sonnenlicht zur Vitamin-Versorgung ;-)

Grüße,
waldboden

liebe sonnenblume, tolle

liebe sonnenblume,

tolle idee, spannende sache ...
da werden wir alle von profitieren.

danke und hab einen schönen tag - christiane

@proteco und @sonnenblume2

sonnenblume2 schreibt @proteco:
"Ich glaube nicht, dass die Pharmaindustrie an so ein paar Vitaminpillen groß was verdient."

waldboden zur kritisch-spannenden Diskussion auch dazu:
"Nahrungsergänzungsmittel (NEM) gehören mit einem Umsatz von jährlich mehr als 1,3 Milliarden Euro in Deutschland zu den am häufigsten gekauften Produkten in Apotheken, Drogerie- und Verbrauchermärkten sowie im Internet."

Pharmazeutische Zeitung online
Ausgabe 30/2010, Autor Ralf Göbel
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=34682

Gruesse,
waldboden

@WWConny

Wenn man im Winter kein Vitamin D zu sich nimmt und im Oktober einen Spiegel von 30ng/ml hat, ist der im Januar bei 20ng/ml und im März bei etwas über 10ng/ml.
2000 I.E. Defizit pro Tag machen alle 3 Monate 8 ng/ml weniger Spiegel.

@waldboden: Der UV-Index liegt heute in Deutschland bei 3, also ist leider immer noch keine Vitamin D-Bildung über die Haut möglich.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Danke!

Als Fisch-Verächter hab ich da wohl schlechte Karten, den Verlust über den Winter in akzeptablen Grenzen zu halten. Und als nordisches Bleichgesicht ist UV-Schutz für mich unerlässlich.
Fazit für mich ganz persönlich: von allem ein bisschen. Ab und zu doch mal ohne Sonnenschutz ein paar Minuten möglichst viel Haut in die Sonne halten; ein bisschen mehr auf die Ernährung achten auch unter diesem Aspekt, und vielleicht auch ein bisschen in Lebertran-Kapseln investieren (quasi als Fisch-Ersatz).
Das muss reichen. Die Pharma-Industrie ist reich genug. Da kauf ich lieber Aktien als Vitaminpillen ;-)

LG, Conny (die trotz Vitamin-D-irrelevantem UN-Index eben einen seltenen Nachmittagslauf sehr genosen hat)

es gibt so viele Vitamin D Quellen

in der Nahrung: Eigelb (noch flüssig), Avocados, Leber, geringfügig in Butter und Milch. Also kein Grund zur Panik. Wie du schon sagst Conny, die Pillen machen nur die Firmen reich. Ob man wirklich supplementieren muss, finde ich fraglich. Das ist alles viel zu unerforscht- was ist mit unerwünschten Wirkungen? Wenn die Natur es gewollt hätte, würde das Vitamin D Vorkommen in der Nahrung um ein Vielfaches höher sein- unser Bedarf somit einfacher zu decken.(Lebertran ist ne tolle Quelle, aber schmeckt so scheußlich, dass man freiwillig nicht mehr schluckt als man unbedingt muss) Aber zu viel Vitamin D kann auch fatale Folgen haben. Gerade in unsrer 'ich werf schnell mal ne Pille ein' Gesellschaft ist das total gefährlich. Da wird dann ein Symptom mit Pillen bekämpft statt die Ursache herauszufinden. Und wenn ich Symptome von Überdosierung mit der Einnahme von anderen Mittelchen überspiele...Einige Vitaminpräparate sind bestimmt unbedenklich, ein zuviel wird ausgeschieden wenn man sich damit vollstopft- der Schaden trifft nur den Geldbeutel. Aber andere Vitamine, die sich im Körper anreichern? Das finde ich bedenklich. Die Industrie ist natürlich immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen und erfindet gern mal Bedarf wo eigentlich keiner ist. Wenn man seine Nahrungsmittelaufnahme abwechslungsreich gestaltet, keine Stoffwechselstörungen hat oder sonstige Krankheiten, würde ich nix nehmen. Zumal in vielen Lebensmitteln heute schon so viel Zeugs extra zugesetzt ist, wenn man das alles mal zusammenzählt, ist bestimmt der Großteil der Bevölkerung schon mit den meisten Vitaminen überversorgt. Alles in Maßen- dann is(s)t man auf der richtigen Seite. Wenn die Sonne scheint- geht raus, lasst Luft an die Haut- nutzt euer Hirn und esst abwechslungsreich!

...Mut zur Langsamkeit!...

Kann das jetzt gar nicht alles lesen, aber

ich hatte letztes Jahr sehr schlechte Werte und mir ging es entsprechend.

Die Aufsättigung hat sehr lange gedauert, aber der Unterschied meines Befindens zum Hier und Jetzt ist enorm.

Man gut, dass mir eine befreundete Ärztin damals den Tipp mit der Vit.-D-Untersuchung gegeben hat.

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

Nochmal ein Statement

Ich habe hier jetzt an einigen Stellen von der Angst vor einer Überdosierung mit Vitaminen mit nachfolgender Schädigung des Körpers gelesen.
Zum allgemeinen Verständnis: die Vitamine werden unterschieden in wasserlösliche und fettlösliche. Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören: B1, B2, Niacin, Folsäure, Panthothensäure, Biotin, B6, B12 und Vitamin C. Diese können nicht oder kaum vom Körper gespeichert werden und ein Überschuss wird ausgeschieden. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören Vitamin A, D, E und K. Diese können vom Körper gespeichert werden und können in hohen Dosen toxisch sein.

Daher nun noch ein paar Anmerkungen zu den fettlöslichen Vitaminen:
In den meisten Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht Vitamin A, sondern die Vitamin A-Vorstufe Beta-Carotin enthalten. Dieses wird nur bei Bedarf in Vitamin A umgewandelt und wirkt im Gegensatz zu Vitamin A auch in größeren Mengen nicht toxisch.

Bei 2/3 aller Deutschen besteht ein Vitamin D-Mangel. Die Obergrenze für eine gefahrlose, dauerhafte tägliche Zufuhr liegt bei 4.000IE. Die Empfehlung für die tägliche Zufuhr in den Wintermonaten beträgt 1000 bis 2000IE. Wenn man also ohne vorherige VitaminD-Spiegel-Messung Vitamin D in empfohlener Dosis einnimmt, besteht keinerlei Gefahr für eine Überdosierung, da das die Menge ist, die der Körper ohnehin täglich braucht. Wenn man den Verdacht auf einen VitD-Mangel hat, dann sollte man vor einem Ausgleich aber immer messen, um dann die richtige Aufsättigungsdosis festlegen zu können.
Nur nebenbei bemerkt habe ich übrigens gerade meinen VitaminD-Spiegel messen lassen. Er liegt bei guten 31ng/ml. Gesundheitlich erstrebenswert ist ein Spiegel von 40ng/ml. Trotzdem schneide ich am Ende des Winters noch erstaunlich gut ab. Das liegt allerdings daran, das ich ein Multivitamin-Mineralstoff-Präparat regelmäßig einnehme, in dem täglich 600IE Vitamin D enthalten sind.
Vitamin D-Mangel führt bei Kindern zu Rachitis. Darum wird, offiziell von den Kinderärzten empfohlen, Kindern bis zum 1. Lebensjahr Vitamin D in Tablettenform zum Auflösen in der Wangentasche gegeben. Das kennen bestimmt noch alle Eltern, deren Kinder noch nicht erwachsen sind. Wenn wir unseren Jüngsten dieses wichtige Vitamin D ohne Bedenken zukommen lassen, warum bestehen dann noch Ängste, es als Erwachsene über den Winter selbst einzunehmen? Zumal wenn man weiß, welche negativen Auswirkungen ein Vitamin D-Mangel mit sich bringt (siehe mein eigentlicher Forumsbeitrag oben).

Vitamin E wird, anders als die weiteren fettlöslichen Vitamine, nicht im Fettgewebe des Körpers angereichert, sondern kann vor allem über Leber und Niere ausgeschieden werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit definiert als tolerierbare Höchstaufnahmemenge (also die Menge, die ein gesunder Erwachsener lebenslang täglich verzehren kann, ohne dass gesundheitliche Risiken zu befürchten sind) die Einnahme von 300mg täglich, also ca. 450IE. Dies wird mit einem normalen Nahrungsergänzungsmittel nicht annähernd erreicht, in meinem sind z. B. 14mg drin.

Obwohl auch Vitamin K fettlöslich ist, sind selbst bei Aufnahme des 500fachen der empfohlenen Menge keine toxischen Wirkungen bekannt.

Dann nannte waldboden oben noch die exotische Vitamin B6-Überdosierung. Voraussetzung ist die tägliche Einnahme von 1000mg über mehrere Monate hinweg. "Mein" Nahrungsergänzungsmittel hat täglich 2,8mg drin.

Ich bin hingegen vollkommen mit waldboden einer Meinung, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung das Optimum ist, wenn man sich ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen will. Eine einzige Ausnahme: Vitamin D in den Wintermonaten, wenn ich den Winter in Deutschland verbringe (und nicht etwa in Rom, wo genügend UV-B-Strahlung auch im Winter auf der Haut ankommt und Vitamin D gebildet werden kann).
Wer hier allerdings auf den natürlichen Lebertran statt auf die Vitamin D-Tablette zurückgreifen will, sollte darauf achten, dass die Lebertrankapseln nach GMP-Standard (=pharmazeutische Qualität) hergestellt werden und auch einen höchst möglichen Reinheitsgrad aufweisen (d.h. frei von den Schwermetallen wie Quecksilber sind, die unsere Meere zunehmend verunreinigen, und die sich in den Organen der Fische anreichern).

Dann schrieb mainrenner noch, dass das mit den Vitaminen noch alles viel zu wenig erforscht ist. Da muss ich ganz klar sagen, nein, das stimmt so nicht. Allein in den Jahren 2006-2008 sind allein zum Vitamin D weltweit um die 5500 Fachartikel mit Studienergebnissen erschienen. Und es findet z. B. auch in diesem Jahr im April wieder an der Charité in Berlin eine Konferenz nur zu den neuesten Studienergebnissen zu Vitamin D statt.

Insofern kann ich nur sagen: wer Ohren hat zu hören, der höre, wer Augen hat zu sehen, der sehe, aber wer nicht hören will, na ja.... ;-). (Ich glaube, das ist zumindest einTeilzitat aus der Bibel)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

ha: jetzt ich Fachfrau

Mk 4,9 par (ganz stolz und klugscheißermodusaus ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Höchst möglicher Reinheitsgrad

Wie kann man das als Laie nachprüfen? So wie ich das lese, ist das unabhängig vom GMP-Standard zu sehen? Denn mit Lebertrankapseln könnte ich mich anfreunden, zumal bei diesem grauen Winter, der ja wohl nächste Woche wieder zurückkehren soll! ***grummel***

Nur gut, dass ich damals unseren beiden Kindern (beide ziemliche Stubenhocker) Vitamin-D-Flouretten gegeben hatte! ;-)

Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Diskussionsfolgen! Klasse Beiträge! Vielen Dank für eure (vor allem sonnenblume2 und Waldboden) Mühe! :-)

@MC

Ich würde denken, wer nach hohem Reinheitsgrad produziert, der wird das schon extra hervorheben, weil eine solche Produktion ja teurer ist als die normale.
Von Präparaten mit Omega3Fettsäuren (Fischölkapseln) kenne ich das EPAX-Gütezeichen, das steht für "hergestellt nach höchstmöglichen Qualitäts- und Reinheitskriterien".

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ein Dank an die Fachfrau!

;-))

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

ist doch wie immer.

Was ich durch abwechslungsreiche Nahrung und einen halbwegs gesunden Lebensstil nicht zu mir nehme, soll ich supplementieren. Der Industrie ists recht, man kann mit den Pillchen viel Geld verdienen- und es ist ja sooo praktisch. Schluck ich ne Pille, brauch ich mir keine Gedanken zu machen. Wunderbar. Aber mit den Vitaminen in Lebensmitteln nimmt man ja nicht nur diesen einen Stoff zu sich, sondern ein ganz komplexes Gemisch aus unzähligen Stoffen. Das macht den Unterschied.
Wie die Fruktose, die ja angeblich so gesund sein sollte. Weil man das dachte, hat man das Zeugs allem möglichen zugesetzt. Was im Obst unbedenklich ist, wird als Nahrungsmittelzusatz zu einem richtigen 'Kracher'. Auf einmal findet man nämlich heraus, dass Fruktose sich in Form von Triglyceriden im Fettgewebe speichert. Bluthochdruck, Insulinresistenz und Fettleibigkeit, gibts ab sofort frei Haus, der Fruchtzwerg lässt grüßen.
Ganz ehrlich, ich hätte es auch gern, dass man nur noch ne Pille schlucken muss und alles wird gut. Aber so einfach ist es eben nicht. Ich finde es ganz toll, wenn immer weiter geforscht wird. Aber man muss auch mal schauen, wer solche Studien bezahlt. Wer tatsächlich Defizite hat, dadurch daß er geografisch 'ungünstig' wohnt, krank ist,...soll natürlich zur Tablette greifen. Aber all die anderen, ich weiß nicht...

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-11/krankheitsvorbeugung-praeventionspille-vitamin-d

...Mut zur Langsamkeit!...

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