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Nach der dann letztlich doch hektisch gewordenen Wettkampfpremiere am Freitag beim ECCO Indoor Trail, standen nun am Samstag und Sonntag die längeren Distanzen an.

Samstag die mittlere Strecke – ursprünglich waren 5 Runden, also 6km angesetzt. Beim Bau des Parcours in diesem Jahr wurde man wohl länger als geplant – 1,3km und statt den Wettkampf entsprechend auf 6,5km zu verlängern, setzte man nur 4 Runden an – also rannte jeder Teilnehmer 5,2km.

Im Gegensatz zu Freitag war die komplette Anreiselogistik nach Plan und so kam ich sogar zum Einlaufen. Samstag hatte ich auch meine Schwester Anna Lia mit angemeldet, die sich seit etwa einem halben Jahr auch zu einer emsig rennenden Läuferin gemacht hat. Also nahm ich sie zum Einlaufen auf die Runde gleich mit. Sie lief eine Runde mit und ich erzählte ihr so meine Erinnerungen zu den Hindernissen vom Vortag. Relativ bedenklich fand ich, dass ich mich an Teile der Hindernisse gar nicht erinnern konnte. So habe ich Stein und Bein geschworen, dass im Gegensatz zum Vorjahr die beiden schräg liegenden Baumstämme fehlten, bis sie auf einmal vor Anna Lia und mir waren. Nach einer Runde reichte es ihr auch schon, schließlich hatte sie ihre Startzeit am späten nachmittag und jede Menge Lektüre in Vorbereitung auf ihr Medizinexamen mit dabei. Mir machte es Spaß und ich lief noch zwei Runden – letztlich bis gut 15 Minuten vor meinem tatsächlichen Start.

Dann war ich auch dran und wieder im Einzelstart wurde ich auf die Strecke geschickt. Jetzt, da ich die Strecke ja wirklich kannte, konnte ich auch die Wege über die Hindernisse optimiert laufen. Ich hatte mir zu Tempo und Taktik keine Gedanken gemacht und lief einfach los – auch ein Tempovergleich zum Vortag fiel mir schwer und da ich auch vergessen habe mir Rundenzeiten auf der Polar-Uhr zu stoppen, lief ich einfach nach Puls mit der Vorgabe so nah wie möglich am Maximum unterwegs zu sein…schließlich war es ja Wettkampf. Der Lauf hat wieder riesen Spaß gemacht – ich muss sagen, den Veranstaltern ist wirklich ein toller Parcours geglückt, anspruchsvoll und abwechslungsreich, aber nicht fies. Erst im Ziel fing ich an zu rechnen. Meine Stoppuhr zeigte 26:59 MInuten – statt der 6:14 vom Vorabend, bin ich also im Durchschnitt 4x eine 6:45 gelaufen. Das klang von den Relationen her ganz gut und da mein Durchschnittspuls bei 180, also 89% Pmax lag, hatte ich auch den Eindruck alles gegeben zu haben. Ich war zufrieden und der spätere Blick auf die Ergebnisliste zeigte, dass ich mit Rang 83 von 1.023 Startern auch im Vergleich für meine Verhältnisse sehr gut abgeschnitten hatte. Einzig interessant bei der Analyse der Ergebnisliste fand ich, dass ich die erste Runde 8 Sekunden schneller lief, als das 1-Runden-Rennen am Abend zuvor.

Heute dann die volle Distanz – 8 Runden, 10,4km (statt der eigentlich geplanten 13km). Das ganze Drumherum war ja mittlerweile längst Routine, allerdings wusste ich schon vorher, dass ich aufgrund vorher geplanter Familienbesuche wieder knapp sein werde. Es wurde aber noch knapper als geplant – Parkplatzsuche lässt grüßen – und 10 Minuten vor meiner Startzeit streifte ich mir die Schuhe über. Im Unterschied zu den beiden Rennen zuvor, war die Startreihenfolge jetzt auf Basis der bisherigen Ergebnisse festgelegt. D.h. vor und hinter mir sollten gleichschnelle MItbewerber starten. Das war ein gutes Gefühl – so sollte ich schneller wissen, wie langsam/schnell ich unterwegs war. Da ich als Langdistanz-Liebhaber davon ausging, dass ich am heuten Sonntag meine stärkste Leistung abliefere, war der Plan ein paar Läufer vor mir zu kassieren und am Ende in der Gesamtwertung noch ein paar Plätze gut zu machen. Den Starter vor mir sollte ich auch schon Mitte der ersten Runde eingeholt haben, also nach gut 700m, aber im weiteren Verlauf des Rennens sollte ich ihn wieder ziehen lassen müssen. Im Ziel erwischte ich ihn nochmal und er sagte, dass er bereits 13ter des Tough Guy Race in UK gewesen ist – also am Ende des Tages nicht meine Liga und Pech, dass ich mit der Aufholjagd auf ihn gleich viele wertvolle Körnchen verlor. Die erste Runde sollte mit 6:25 wieder deutlich schneller als geplant werden. Auch die zweite Runde mit 6:44 auch noch schnell. Dann pendelte ich mich genau im Plan ein – 7:00 Minuten für jede weitere Runde, jeweils +/- ein paar Sekunden, wobei bei der letzten Runde zu erwähnen ist, dass noch die ca. 30m lange Zielgerade hinzukommt, die letzte Runde netto also nochmal eine deutliche Beschleunigung war.

Die Ergebnisliste bestätigte meine handgestoppte Zeit, 55:15 Minuten, also nur 1:17 Minuten langsamer als die doppelte Zeit der halben Distanz vom Vortag. Das klang vielversprechend, doch beim Blick auf die Platzierung wurde ich, offen gestanden, etwas enttäuscht. Rang 69 von 542 Startern ist sicherlich für meine Verhältnisse nicht schlecht, doch bin ich davon ausgegangen auf die lange Distanz noch ein paar Plätze weiter vorne zu landen.

Aber egal – das Teilnehmerfeld ist ja auch sehr relativ und man hat keine Ahnung, wer für so ein Event meldet. Der Vergleich gegen sich selber hinkt auch, da die Strecke ja einmalig ist…irgendwelche Pace-Überlegungen also total hinfällig. Einzig der Vergleich gegen seine eigenen Zeiten über die verschiedenen Distanzen ist interessant und da nehme ich mit, dass sich mein Grundlagenausdauertraining tatsächlich lohnt und ich auf längeren Distanzen kaum Tempo verliere. Aber ist ja auch total Latte…soll doch Spaß machen…und das hat es – definitiv. Dringende Teilnahme-Empfehlung für nächstes Jahr!!!

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Eine Bekannte von mir

ist die 6km-Runde gelaufen (oder wie lang die auch immer war) und fand es zwar ganz ok,
aber a) heftig teuer (sie hatte den Startplatz gewonnen, daher war es ihr egal)
und b) fehlte das richtige Ambiente.

Sie meinte die Currywurst zu riechen hätte mit Trail nicht viel gemein gehabt. Außerdem hätte der Wind um die Ohren, das Rauschen der Bäume, etc. gefehlt. Ein paar Dinge fand sie "ganz nett" gemacht und einige "sehr künstlich". Nun ja, ist halt ein Indoor-Event und es war ihr erster "richtiger" Trail (ansonsten läuft sie durch den Wald).

Wie auch immer: Hauptsache es hat Spaß gemacht. Und das Ergebnis kann sich doch sehen lassen! Ich sehe jedenfalls keine Ursache für Deine (kleine) Enttäuschung!!

Hoppla, so sehr ich auch

Hoppla, so sehr ich auch skeptisch für Natur in die Halle holen bin, so kann ich die o.g. Kritikpunkte an der Veranstaltung gar nicht verstehen...und ich habe keinen PR-Vertrag mit dem Veranstalter geschlossen.

Ich hatte den Eindruck eins der ersten Male wirklich viel Gegenwert für mein Startgeld zu erhalten. Ich habe 49 EUR bezahlt, bin mit zwei Funktionsshirts (die mir gut gefallen) heim gefahren, einer Finishermedaille, massig Teilnehmerverpflegung - auch wenn man gerade nicht gelaufen ist und konnte sowohl für die Wettkampfläufe, als auch viel offener Trainingszeit den wirklich aufwendig präparierten Parcours nutzen.

Für meine Schwester habe ich 22 EUR bezahlt, sie hat auch ein Funktionsshirt erhalten, Verpflegung, Streckennutzung, einen leckeren Cappucino...also ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Nach Currywurst kann es in der Halle nicht gerochen haben, denn es gab gar keine. Mein Sohn hatte sich eine Bratwurst gewünscht und es gab nur einen Cateringstand, der Brezel, Sandwitches und Pasta verkauft hat. Der wiederum war so weit von der Strecke entfernt, dass Geruchsbeläsigung kaum möglich war.

Mein Kritikpunkt ist allenfalls, dass es als Familienevent angekündigt war, mein Sohn aber kaum Gelegenheit hatte sich die Zeit zu vertreiben.

Wind um die Ohren und Rauschen der Bäume ok...das kann ich bei einem Indoor-Event tatsächlich nicht erwarten...

Ich war nur gucken

und shoppen:-) Aber Geruchsbelästigung konnte ich auf nicht feststellen und um Großstädtern oder nicht Trailerfahrenen Läufern mal einen Eindruck zu vermitteln, dafür ist die Veranstaltung super. Gut organisiert darüber hinaus und mein Eindruck war, dass die Teilnehmer echt Spaß hatten.

@drfobeen Glückwunsch zum Ergebnis.

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Für mich war der Event der

Für mich war der Event der erste Trail.
Mir hat es einfach nur viel Spaß gemacht
Leider konnte man auf einigen Passagen nur schlecht überholen
und viele langsame Läufer haben auch keinen Platz gemacht (oder sind
die Innenbahnen auf den Treppen gelaufen).
So konnte ich nicht ganz meine gewünschte Zeit erreichen.

@dfrobeen

Ich war selbst nicht dort - die Bekannte war etwas enttäuscht. Damit wollte ich weder die Veranstaltung schlecht machen noch sonst was. Und Dir auch nichts unterstellen - sorry, wenn das so rübergekommen ist.

Sicherlich ist ein Indoor-Trail sehr aufwändig im Aufbau, etc. Ich meine da war auch die Anfahrt mit ÖPNV inklusive. Inklusive Shirt relativiert sich das natürlich. Trotzdem ist es viel Geld für wenig Kilometer.

Und das Problem mit dem Überholen: nun ja, das hat man auch draußen in der Natur auf engen Wegen. Ist halt so - da gibt es immer rücksichtsvolle Läufer und auch andere (vielleicht auch einfach nur unerfahrene Läufer, die froh sind da überhaupt durchzukommen).

Nix für ungut.

ist bei mir auch nicht so

ist bei mir auch nicht so angekommen, dass Du die Veranstaltung schlecht machen wolltest. Jeder, und damit natürlich auch Deine Bekannte, hat ein Recht auf eigene Meinung. Ich wollte auch nur meine Sicht der Dinge wiedergehen. Ich fand die Veranstaltung klasse und damit gebe ich diese Meinung auch gerne öffentlich bekannt...

In der Relation EUR/km steht die Veranstaltung sicher nicht in den Top10. Und auch Lauf-T-Shirts stapeln sich bei mir im Schrank, weshalb ich den Deal "Startgeld statt Shopping-Investition" auch nicht aufrechne. Aber so vom Gesamtpaket fand ich es ok. Es hat ca. 2.000 Teilnehmer gegeben, angenommen mit einem durchschnittlichen Startgeld von 30 EUR...macht ein Budget von ca. 60.000 EUR (plus Werbeeinnahmen der "Partner"). Dafür mussten die Jungs und Mädels von PlanB 1 Woche die Westfalenhallen mieten (ab Montag wurde aufgebaut), zig Laster mit Bäumen, Schnee, Erde und Steinen rankarren, Personal, Verpflegung, Funktionsshirts, Zeitmessung etc. ... ich bleibe dabei. Ich finde das Paket ok. Hängt halt etwas mehr dran, als nur die Straßensperrung einer Stadt x für den Zeitraum y zu beantragen.

Ich denke, wer das

Ich denke, wer das Außergewöhnliche möchte, der muß ein bißchen mehr dafür aufwenden (sowohl der Veranstalter als dann eben auch der Teilnhehmer). Wie beim indoor-Skilaufen, was als begeisterter Skiläufer sicher nicht meine Welt wäre, aber für ein solches Wochenend-Event sicher mal einen Teilnahme-Gedanken wert wäre. Es ist dann eben das Gesamtpaket, und wenn das einen aus dem manchmal etwas lanweiligen Februar-Läufer-Alltag reißen kann, ist es sicher das Geld wert gewesen. Klingt jedenfalls bei Dir genau so! Und: Nicht enttäuscht sein, auch wenn Du ein paar Plätze gutmachen wolltest, es ist nicht Dein Saisonziel, jetzt spritzig und schnell zu sein!

Danke fürs Mitnehmen,
LG Britta

PS: Wie war das Klima in der Halle? Ich lese "Schnee", also ausreichend kalt?

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