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Nachtrag zur 22. Ismaninger Winterlaufserie (9.12.2012 - 3.2.2013): Die Serie habe ich mir vorgenommen, damit ich über den Winter Ziele habe, um Ball zu bleiben und dem Schweinehund so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Wie erwartet wurde ich auf eine harte Probe gestellt. Ich kam einem DNF und einem DNS so nah wie nie zuvor.

Lauf 1

Nicht so beim ersten Lauf. Nach einer 4-wöchigen Null-Sport-Pause nach dem Herbstmarathon hatte ich immerhin fünfeinhalb Wochen Zeit mich darauf vorzubereiten. Allerdings kam ich nach der langen Pause irgendwie nicht richtig in Fahrt.
Vorgenommen habe ich mir die 13km-Strecke wenigstens unter 4er-Schnitt zu laufen. Das ging recht gut, ich war sogar ein bisschen schneller, ohne Probleme, hatte Spaß. Im Ziel gab's warmen Tee und lecker Lebkuchen. Das Wetter war traumhaft: Zwar kalt (-4°), aber sonnig, windstill und schneefrei.

Lauf 2

Nicht so beim nächsten Lauf, obwohl ich mich durch das gute Abschneiden beim Silvesterlauf gut vorbereitet fühlte: Eine Zentimeterdicke Schneeschicht auf vereistem Waldboden verhieß schwierige Bedingungen. Wegen dem eisige Wind und den fehlenden Sonnenstrahlen war es gefühlt deutlich kälter als beim ersten Lauf, tatsächlich aber ziemlich gleich. Ich entschied mich dafür, die 17km-Strecke mit meinen Trailschuhen zu laufen. Ein Fehler? Immerhin waren die um die Hälfte schwerer als meine Rennschlappen. Jedenfalls konnte ich den anvisierten 4er-Schnitt schon nach 6 Kilometern nicht mehr halten. Dem frühen Einbrechen folgte nach vier weiteren schweren Kilometern ein glattes Zusammenbrechen. Die Pace tendierte langsam aber stetig gegen 4:30 und meine Stimmung gegen Null. Mein Missmut stieg mit jedem Läufer der mich überholte. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft mich 7 Kilometer ins Ziel zu quälen. Wenigstens gab's dort warmen Tee und lecker Kuchen.

Lauf 3

Nach dem Desaster der 17km nahm ich mir vor, die langen Tempoläufe wieder ins Training einzubauen. In der ersten Woche habe ich das auch geschafft, doch dann kam mir eine Erkältung dazwischen. Als ich die vorbei wähnte, war grad Intervalltraining dran und am nächsten Tag war dann das Halsweh zurück: Also wieder eine halbe Woche erzwungene Trainingspause bis zum Lauf. Die 21,4km-Strecke wollte ich im ersten Drittel betont langsam angehen, um auf keinen Fall wieder einzubrechen. Danach traute ich mir zu die angezogene Handbremse zu lösen und mal zu schaun, was geht. Überholen macht Spaß! Zwar hab ich mich da doch etwas überschätzt und so lief das letzte Drittel langsamer als das mittlere, aber immer noch schnell genug.
Im Endspurt war dann sogar ein sehr schneller Kilometer drin und im Ziel gab's warmen Tee und lecker Krapfen.

Fazit

Stolz bin ich auf meine Zeiten nicht, aber darauf, die Serie als Ganzes ohne Ausfall durchgehalten zu haben. Immerhin hat sie mich motiviert, das Wintertraining so konsequent durchzuziehen, wie die Gesundheit und der Skiurlaub es erlaubt hat.
Im Ergebnis der Serienwertung kam dann mit der Gesamtzeit von 3:28:38 immerhin ein 6. Platz in meiner neuen Altersklasse M30 heraus.
Ob ich mir das Martyrium Winterlaufserie als Motivationskatalysator im nächsten Jahr nochmal antue, weiß ich noch nicht.
Falls dem so ist, dann werde ich aber doch lieber mal die ganze Münchner Serie im Olympiapark mitmachen. Dort muss man zwar immer die gleichen welligen Runden drehen, aber so richtig abwechslungsreich waren die Ismaninger Strecken jetzt auch nicht gerade. Und zudem im beschneiten bzw. bematschten Zustand schon irgendwie anspruchsvoll (negativ formuliert: ätzend) zu laufen.
Mal schaun, was das Durchhalten gebracht hat, mittlerweile bin ich vom selbstgesteuerten Training wieder zurück zu Steffny gewechselt und bin gespannt, was die Frühjahrsläufe so für Zeiten bringen werden.

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

Hey Du Held...

...schön dass Du durchgelaufen bist, trotz der ätzenden Strecke und teils widrigen Bedingungen und - wie Du schreibst - nicht optimaler Fitness...
Ich glaube genau das macht die Ismaninger WLS so interessant, wo ich mich doch jedesmal wieder wundere wie gut besetzt diese öde Strecke ist, die zumeist auch noch gaanz bitter vereist, vermatscht, windig oder alles zusammen auf einmal ist...
Ich habe es dieses Jahr leider nicht ganz geschafft, musste beim Dritten wg. des Knies passen.

Grüße aus dem Ampertal
cheetah

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