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Nachdem ich es grundsätzlich durchziehe in diesem Jahr im Rahmen der Ironman-Vorbereitung deutlich weniger Wettkämpfe zu bestreiten, war es jetzt an der Zeit doch mal wieder gegen die Uhr und andere Mitstreiter anzutreten. Es sollte der ECCO Indoor Trail werden, ein Hindernisrennen auf einem 1,3km langen Parcours, der in den Dortmunder Westfalenhallen aufgebaut ist. Am gestrigen Freitag stand der Auftakt des Wochenendes in Form eines Sprints über eine Runde an.

Meine eigene Anreise gestaltete sich deutlich unkomplizierter als befürchtet. Man kann am Freitag nachmittag auf der A2 zwischen Braunschweig und Dortmund auch die eine oder andere Wartezeit für Staus einplanen. Aber es ging solide durch und Janek und ich kamen gut 1,5 Stunden vor meinem Start an der Halle an. Leider war es nicht ganz so einfach für meine Schwester Anna Lia, die aus Köln mit dem Zug anreiste und die Aufsicht von Janek übernehmen sollte, während ich über die Strecke lief.

Exakt eine Minute nachdem der Hallensprecher ankündigte, dass die Laufstrecke nun zum Einlaufen geschlossen wird, kam Anna Lia schließlich in der Halle an. Für mich bedeutete das, dass die eine Runde Wettkampf gleichzeitig diejenige sein sollte, auf der ich die Strecke kennenlernte. Immerhin entdeckte ich beim Einlaufen durch die Hallen, dass ich gut die Hälfte der Strecke zumindest einsehen konnte und mir so die besonderheiten der Hindernisse einprägte.

Um 18:29:50 Uhr sollte es losgehen. Entgegen anderer Laufveranstaltungen wurde statt eines Massenstarts im 10 Sekunden-Takt jeweils ein Läufer auf die Runde geschickt. Laut Startliste sollte gleich hinter mir Friederike Feil starten, in meinen Augen Top-Favoritin im Frauenfeld und immerhin 5te der Deutschen Meisterschaften über 3000m Hindernis. Meine Renntaktik war darauf zu warten, dass sie mich überholt und dann zu sehen, wie lang ich dran bleiben kann. Die Taktik hatte sich aber schon beim Start erledigt, denn hinter mir war von ihr nichts zu sehen – sie verzichtete auf den Start.

Also lief ich los – hatte keine Ahnung, wie schnell ich laufen kann, wie sehr die Hindernisse Einfluss auf mein Tempo nehmen. Die ersten Hindernisse waren nicht der Rede wert, verschiedene Bodenbeläge, aber alle boten genug Halt um einfach mein Tempo zu laufen – dann die erste Steilkurve, ein erster Hügel rauf und runter und im Slalom um ein paar aufgestellte Tannen. Ich war im Rhythmus. Dann kam eine Holztreppe rauf auf die Zuschauertribünen…nein, was ich minutenlang als Holztreppe von unten bewundert hatte war eine steile Hühnerleiter und da war dann doch etwas Geschick gefragt um oben anzukommen. Dann viele Treppen durch die Halle und die Katakomben und ich überholte auch die ersten Mitstreiter, die vor mir gestartet waren. Es folge wieder ein nachgebildeter Naturtrail mit Hindernissen, einmal verlief ich mich, als ich den leichteren “Chicken Run” um ein Hindernis wählte, als den direkten, aber steileren Weg. Aber das hat nicht viel Zeit gekostet. Nach etwa 2,5 Minuten fand ich erstmals die Ruhe auf die Uhr zu sehen – knapp die Hälfte sollte also schon geschafft sein. Andererseits realisierte ich, dass ich das Tempo wohl nicht bis ins Ziel halten kann, also etwas Ruhe rein bringen. So ging es weiter und die einzige Überraschung war dann noch das Schneehindernis, wo man doch deutlich tiefer – bis zu den Knien – einsank und doch mehr Kraft investieren musste, als es der optische Eindruck vorher vermittelte. Nach ein paar weiteren Treppen und Katakomben ging es dann wieder in die Halle und ich wußte, dass es Zeit für den Enspurt war. Noch einen Hügel mit empfindlich hohen Steinblöcken hoch und runder und rechts um die Steilkurve, bevor der ca. 30m lange Zielsprint kam.

Ich hatte keine Ahnung, was meine Zeit wert war – hand gestoppt irgendwas knapp unter 6:20 Minuten. Immerhin hatte ich 6-8 Läufe überholt und wurde selbst gar nicht überholt. Letzter sollte ich also nicht werden. Später erfuhr ich, dass ich in 6:14,4 Minuten den insgesamt 75.Platz unter 351 Finishern belegte.

Ein sehr zufriedenstellender Start ins Wochenende, schließlich vermute ich meine Stärken eher auf den längeren Strecken am Samstag (6,5km) und Sonntag (13km). Es macht auf jeden Fall Spaß – die Strecke ist abwechslungsreich und anspruchsvoll – aber auch nicht fies im Sinne der Hindernisse z.B. eines StrongmanRun auf den ich in diesem Jahr verzichte und eben durch den Indoor Trail ersetze.

Mal sehen, was die längeren Distanzen so bringen – ich freu mich auf jeden Fall drauf.

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Hört sich witzig an!

Da hat man sich ja jede Menge ausgedacht. Und da es Dir Spaß gemacht hat war dann alles gut - selbst die Kinderbetreuung.

Läufst Du heute und morgen auch wieder? Dasselbe dann einfach mehrmals hintereinander?

Es gibt ja coole Events! Und wenn Du

Dich (auch hier wieder ;)) erst spät mit dem Wettkampf an sich beschäftigen kannst, kommst Du wenigstens nicht ins Hibbeln oder schon beim Einlaufen aus der Puste.

Viel Spaß noch auf den längeren Strecken,
LG Britta

PS: Für mich mit meinem momentanen Arm-Handicap wär das nichts. ABER: Ich hab's soeben getan, Du weißt schon, unser Spätsommer-Projekt...!

Gratulation

zur schnellen Zeit.
Ich war heute dort und bin die 6km gelaufen.
Das hat ja voll Spaß gemacht :)
Eine total abwechslungsreiche Strecke.
Man mußte bei jedem Schritt aufpassen wo man hintritt.
Also volle Konzentration.
Ich drücke Dir für morgen die Daumen und wünsche nochmal viel Spaß.

VG LS

"Wenn du eine Düne erklimmst, verschwende deine Energie nicht damit zu beschreiben, was auf der anderen Seite sein könnte, warte, bis du oben bist, um es zu entdecken." Maxime Chattam

hatte ebenfalls die

hatte ebenfalls die Erst-Erfahrung des Indoor Trails - gestern der Sprint, heute die 4 Runden. Super Erfahrhrung. Schade, ich bin für morgen nicht angemeldet.

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