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Nur ganz kurz an den Narren vorbeidrücken, dann bin ich schon auf der Nebenstraße zum Fasnets Umzug und kann meine Laufstrecke genießen. Noch sammeln sich die Narrenzünfte einen Kilometer entfernt. Bis ich zurück bin, sollten sie dann da sein. Ich hasse Fasnet und den Trubel rund herum. Also später auch schnell wieder vorbeidrücken…

Rund um mich herum gibt es noch viele schneeschwangere Wolken. Direkt über mir die Sonne. Normalerweise habe ich immer Pech mit dem Wetter. Diesmal verlasse ich mich auf das Glück der Narren. Also keine Regenjacke.

Ein bisschen Schnee hat es noch. Aber der größte Teil des Weges ist aufgetaut und schön matschig, nachgiebig, weich. Gut gelaunt trabe ich vor mich hin. Am Umkehrpunkt hänge ich den kleinen Anstieg noch dran und begrüße die Kühe am Bauernhof. Dann geht es zügig zurück.

Langsam komme ich in Hörweite der Fanfarenzüge. Die Musik fängt an meinen Laufrhythmus zu beeinflussen. Die Mädels und Jungs spielen teilweise ganz schön schräg und immer schneller. Entsprechend schneller werde auch ich. Steigerungslauf. Klasse.

An der Straße angekommen empfangen mich bepelzte, beglockte und maskierte Hexen. Mir schallt ihr Narrenruf entgegen. Ich kann nicht anders und muss in den schallenden Antwortruf einstimmen. Jetzt wird es richtig laut. Peitschen knallen. Ratschen knattern. Der Winter wird ausgetrieben. Ich hoffe, die Hexen sind erfolgreich.

Zu Hause angekommen begrüße ich Schatz mit einem fröhlichen „Narri Narro“. Er schaut mich besorgt an. „Haben die Dich angesteckt?“ Irgendwie schon ein bisschen. Außerdem haben sie mir gutes Wetter beschert, waren mein Pacemaker und vertreiben jetzt noch den Winter. Also für heute bin ich mit der Fasnet versöhnt.

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