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Seit Montag weiß ich wie mein rechtes Knie aussieht. Von innen. Speziell der verknorpelte Bereich auf der Seite des Oberschenkels. Genau an dem gerade eben erwähnten Material fehlt es hier deutlich. Sie nennen es Schaden. Sie sprechen von Graden - derer drei. Sie versuchen mich alt aussehen zu lassen. So fühle ich mich auch seit Montag.

Vorletzte Woche nach einer intervallenen Trainingseinheit auf der Strasse (die ich eh nicht besonders mag) spürte ich es ein erstes Mal beim Auslaufen auf Schnee und Matsch (mal wieder) - ein Ziehen oder eher ein Kratzen bei der Beugung des rechten Knies. Ganz seicht schlich es sich dorthin. Die 3km waren schnell vorbei, ich nahm es zur Kenntnis, dachte aber nicht länger darüber nach.

Am Tag danach, als es mich dann nach km3 zum stehenbleiben überredete, fingen die Gedanken das Kreisen an. OEM Vorbereitung, Knieschmerzen, Arzt, Pause, erstmal: heimgehen nicht laufen...ein nächster Versuch am Folgetag endete jäh bei km2,8...also zum Doc...

Der - überzeugt von meiner Theorie "zu viel Eis und Schnee, zu viel Ausgleichen müssen, auch Wettkämpfe auf Eis und Schnee gelaufen" - spritzte mir eine flüssige Pflanze in mein Knie - interessant wie sich dabei auf der Außenseite desselben die Nadel versenkt - uuuaaahhh - sagte dazu noch: 3 Tage Pause, dann laufen. Wenn es geht: gut! Wenn nicht: Plan B.

Und ich lief am Tag 1: 12,5km - ok - am Tag 2: 25km - ok - hurra
Und am Tag 3: 12,5km allerdings musste ich stehen bleiben bei km12 - Oh weh - das Knie...Plan B.

Am 15.02. sollte die heiße Phase der Vorbereitung auf den OEM losgehen. Die Wintervorbereitung lief so gut - bis jetzt - schon einige 35er, viele Crossläufe quer durch den Wald, Schnee, Matsch, Eis, Erde, Wurzeln, Berge wurden zu Hügeln, die Schritte lang auf dem Weg nach unten...die ersten Tempoläufe waren echt überzeugend...

Plan B hieß Bilder machen in der Röhre. Erst dachte mein Arzt an einen lädierten Innenmeniskus und ich war heilfroh dass der völlig und zwar ganz und gar unauffällig ist. Genau wie der Äußere und die Bänder und Sehnen, auch die Patella: doddal unauffällig. Dann erklärte man mir dass so ein Knorpelschaden viel schlechter zu therapieren sei (gerade III. Grades) als ein Meniskus!

Es gäbe nur eine Hyaluronsäuretherapie, die mir anzuraten sei, falls ich vorhabe diese stetige Überlastung (so kann man das Laufen auch bezeichnen) weiterhin zu betreiben! Ich sah mich schon mit einem Rezept für einen Gehwagen mit sportlich verstellbaren Frontspoilern und zuschaltbarem Heckantrieb aus der Praxis marschieren und hatte einen Nachmittag Zeit mich damit abzufinden.
Ein künstliches Kniegelenk dann mit 42?!? Ich könne mich auch bei meiner Familie bedanken sagte mein Arzt noch!

Na gut - Kopf hoch - und mit den Rezepten ran an die Einlagen und an eine Kniebandage, die dasselbe erst mal stabilisieren soll. Die Einlagenmeisterin relativiert das Ganze zum Glück ein wenig und macht mir Hoffnung auf gaanz viele Möglichkeiten, die man mit Einlagen so hätte und ihre 30jährige Erfahrung auf dem Gebiet, etc.

Ich lasse mich überreden(...in der Not...) und freue mich nun fast auf morgen, wo ich meine Einlagen abholen werde. Seit Dienstag muss ich dazu sagen habe ich meine alten Einlagen (ca. 12 Jahre trocken gelagert) wieder ausgegraben und laufe wieder - schmerzfrei - gaanz zaghaft - in Runden ums Haus, damit - falls es wieder sticht - ich total vernünftig stehenbleiben kann und nicht weit weg bin von zu Haus...

Die Kniebandage sieht so heftig aus, dass ich sie mir - aus Angst mir beim Tragen woanders eine Fehlbelastung zu holen - sparen werde - von wegen instabiles Knie - mit diesem Knie laufe ich seit Jahren Bestzeiten - Stabilität hin oder her -

Heute habe ich mich schon ein bisschen weiter raus getraut. Nächste Woche gehe ich Langlaufen - klassisch - und dann, ja und dann kann der OEM bzw. die Vorbereitung darauf kommen: Mit Einlagen und Knie - schmerzfrei -

5
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Alles wird gut !!!!!

Manchmal hakt es halt in Zahnrädern, mag daran liegen das wir halt keine 20 mehr sind, aber glaube mir, du bist so eine klasse Läuferin, da wird alles wieder gut, auch wenn im Moment hakt.

LG und gute Besserung

der Micha


DER WILLE IST AUS STAHL

Daumen und KOPF hoch!

Klar, erst mal ist so eine Diagnose ernüchternd...

ABER: „es gibt ein Licht ganz am Ende des Tunnels“

Meine letzte Knie-OP war glaube 2006.
In einer Artrhoskopie wurden die Menisken im linken Knie erneut geglättet, ein wenig die Bänder gestrafft und dem Knorpel "auf den Zahn gefühlt"! Leider bekam ich die Diagnose, dass ich mich irgendwo zwischen 3. und 4. Grades befinde :-(

Da ich in den Jahren vorher aber auch schon am rechten Knie arthroskopiert und operiert wurde, hatte ich beim "Verabreiten" der Diagnose langsam Routine...
Es wurden mir damals die unterschiedlichsten Therapien empfohlen und vor allem auch verschiedene Prognosen über die nicht mögliche Regeneration und mein sportliches "Ableben" abgegeben.

Rückblickend kann ich sagen, das einzige was sich bewahrheitet hat:
"Sie werden nie wieder Fußball spielen!"
Dies ist aber meinem freien Wunsch geschuldet, mir nicht länger meine vorgeschädigten Knie sonntäglich bei der Jagd nach der Pille kaputt zu machen.

Ich habe weder eine der diversen Spritzen-Aufbau-Kuren erduldet, noch eine Verpflanzung oder ähnliches vornehmen lassen...
Einzig mein Körperbewusstsein habe ich verändert, horche mehr in meinen Körper rein und gönne mir auch mal eine Pause ;)

Mir ist auch klar, dass meine Geschichte nicht repräsentativ ist und jeder geht anders mit sich und seinem Körper um...aber bspw das Tragen einer Kniebandage hat mir in den ersten Wochen geholfen, wenn wohl auch mehr dem Kopf als dem Knie ^_^

Ich laufe mit meinen kaputten Knien 3-5 mal die Woche auf Strecken von 10km bis zum Marathon, sowohl auf Asphalt als auch in Wald und Flur...

In diesem Sinne:
Keep on Running!

Oh je

Deswegen hab ich dich also nicht gesehen in Ismaning.

Wünsch dir gute Besserung, das wird schon!

Kann mich da Lysander nur anschließen.

Ich auch, Knorpelschaden Grad 3, Riss im Knorpel hinter der KS, sofort aufhören zu laufen, nie wieder laufen, sonst droht künstliches Kniegelenk, nur noch knieschonender Sport, Glucosaminkapseln schlucken, evtl. operativ den Knorpel glätten, Einlagen, Stabilisierung, blablabla.... ich habe mich bereits mit 40 im Rollstuhl sitzen sehen.

Beim Kontroll-MRT nach 6 Monaten (hatte die Hoffnung auf Fehldiagnose beim 1. Mal :-)) habe ich dann mal den Radiologie-Orthopäden gefragt was er denn meint. Hm. Keine Veränderung, Diagnose total korrekt. Aber: mein Knorpel ist durchaus altersgerecht geschädigt. Was ich natürlich stärker merke als Lieschen Müller, weil ich so viel renne/gerannt bin. "Marathon laufen ist sowieso ungesund, aber - probieren Sie einfach aus was geht, hören Sie auf Ihren Körper. Spätestens wenn Sie 80 sind ist der Knorpel ganz weg. Aber dann sind vermutlich auch die Menisken hin und Sie wollen ohnehin nicht mehr laufen." O-Ton.

Mal davon abgesehen dass ich derzeit überhaupt keine Marathon-Ambitionen habe laufe ich 2-4x die Woche 10-20km, allerdings überwiegend Waldboden, Asphalt merke ich direkt sehr extrem. Läufe bis 30km waren im Herbst auch drin. Ich merke halt mein Knie öfter, vor allem nach 2 oder 3 aufeinanderfolgenden Lauftagen. Oder mal abends, im Bett, oder im Knien, auch manchmal im Sitzen/beim Bein beugen, das ist unangenehm.

Angst dass bald Knorpel auf Knorpel reibt und ich höllische Schmerzen im Alltag bekomme habe ich nicht. KANN natürlich passieren. Aber ich sehe nicht ein mich jetzt heulend halbtot in die Ecke zu legen nur weil ich nicht weiß was morgen passiert.... Weiß man doch NIE!

Mach' mal Laufpause, so RICHTIG, bis alle Schmerzen komplett weg sind. Und fang dann vorsichtig wieder an und guck' was geht. Realität entsteht - auch - im Kopf. Da haben mir anfangs übrigens auch die Glucosaminkapseln und die Kniebandage geholfen ;-).

Alles wird gut.

LGRE

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