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...denn es läuft nicht so wie erhofft.

Aber vorne weg ein wenig Historie.
Eigentlich habe ich jahrelang Handball gespielt, wenn auch beruflich bedingt in den letzten 10 Jahren immer weniger bis gar nicht dafür trainiert habe, aber man kann ja durch Erfahrung einiges wett machen. In meiner Jugend bin ich auch schon immer sehr gerne gelaufen und deshalb habe ich mich im letzten August auch getraut eine Wette mit einer Freundin abzuschließen:
Ich schaffe es mit Ihr gemeinsam in 2013 den NYC Marathon zu laufen. (Über den Wetteinsatz haben wir stillschweigen vereinbart.)

Danach taten sich eigentlich nur Fragen auf. Schaffe ich das wirklich? Wie muss ich mich vorbereiten? Schaffe ich es auch meine Laster (ich bin/war Raucher)abzulegen? Welche Zwischenziele muss ich mir setzen? Habe ich genug Zeit?
Es gab sicherlich noch einige Fragen mehr, die habe ich aber verdrängt, da ich noch für 2 Wochen nach Asien auf Dienstreise musste. Auf der Reise stimmte mich aber eine Sache sehr nachdenklich, nachdem ich im Netzauftritt von H. Steffny einige Fragestellungen zum ersten Marathon innerhalb ca. 1 Jahr Vorbereitung gelesen hatte (zumal ich noch Raucher war), und H. Steffny eher negative Zeichen aussendete. Aber das war zugleich auch mein Ansporn.
Von der Reise zurück wurden erstmal neue Laufschuhe bestellt (haben sich inzwischen als Fehlkauf heraus gestellt). Nach Lieferung die Schuhe an und den ersten Lauf gestartet (6km, 18.8.12). Puh, war das anstrengend. Und wo war meine Kondition hin? Also Rauchen weitestgehend eingestellt. Und der "Speed"? Man ist halt nicht mehr ganz jung. Aber die Pace änderte sich auch nicht in den nächsten Läufen, alle > 8:00/km (6-10km).
Vielleicht liegt es auch an der "Einsamkeit" beim Laufen? Also Lauf- und Wettpartnerin eingebunden in meine weitere Planung, sie ist ja nicht ganz unschuldig und läuft auch nicht gerne alleine. Und siehe da, die Zeiten verbesserten sich zügig unter 8:00/km und nach weiteren 5-6 Läufen fiel auch schon die 7:00/km Marke. Nun auch die Distanzen ein wenig gesteigert (8-13km) und so fiel Mitte Oktober erstmalig die Pace sogar unter 6:00/km. Aber hier machten sich auch erstmalig kleine Wehwehchen bemerkbar. Die durch den Handball beanspruchten Knie zwickten bei längeren Strecken schon ein wenig.
Aber wenigstens die Pace wurde besser, da hat sich das viele Training in den jüngeren Jahren ja gelohnt und die Grundlage ist schnell wieder da. Und wenn es läuft macht es ja auch wirklich Spaß, zumal es zu zweit auch einfach ist sich zu motivieren. Und ... neue Schuhe können auch motivierend unterstützen bzw. auch vor Schmerzen schützen.
Das gemeinsame Laufen zahlte sich auch beide aus. Bei den weiteren Einheiten, denn egal bei welchem Wetter und egal zu welcher Tages-/Abendzeit wir trainierten, wir hatten immer Spaß, und bis zum Jahreswechsel purzelten die Pace bis auf knapp 5:10/km (Jahreswechsellauf Brakel).

Eigentlich die ideale Voraussetzung um in 2013 weiter anzugreifen und zu versuchen die Pace und Strecken weiter zu steigern. Denn als Zwischenziel stehen ja am 23.Februar der Salzuflen Marathon (Baukastensystem => 18 oder 26km) und am 30.3. der Paderborner Osterlauf (persönliches Ziel Sub 2h) an. Pace steigern klappte nicht. Da war ich gar nicht traurig drum, denn das Endziel ist ja ein Marathon. Deshalb freute ich mich umso mehr das inzwischen 24km in 6:10/km drin waren. Wenn ich auch sagen muss das ich da ganz schön platt war. Aber am Abend ging es schon wieder und das Beste: Keinerlei Schmerzen, egal ob Muskel, Knie oder Füße.
Leider hielt die gute Entwicklung, die ich aus 2012 nach 2013 hinein retten konnte, nur knapp 2-3 Wochen an, denn dann schlug der "Achilles" zu. Beim Indoor-Bahntraining in Paderborn fing es bereits an zu ziehen, am nächsten Morgen konnte ich kaum noch laufen. Also war pausieren beim Lauftraining angesagt.
Ganz ohne Sport geht bei mir aber auch nicht. Also am Wochenende immer zum Handball. Und erstaunlicher Weise fast ohne "Achilles". Wie kann das sein? War mir auch egal, wenigstens konnte ich mich ein wenig austoben und war nicht ganz zur Untätigkeit verdammt.
Am letzten Wochenende dann der Versuch des Wiedereinstieg. Und was soll ich sagen, ganz ohne Probleme. Der "Achilles" war weg. Prima dachte ich, dann kann ich ja etwas gedrosselt wieder einsteigen und dann das Pensum wieder anziehen. Aber dazu kam es gar nicht mehr: Grippe.
Und ich dachte laufen an der frischen Luft stärkt das Imunsystem!? Naja, wahrscheinlich bei den vielen Krankheiten im Freundeskreis und an der Arbeit doch nicht ganz problemlos.
Auf jeden Fall schon wieder zur Untätigkeit verdammt. Und die Zwischenziele rücken näher.

Das es den ein oder anderen Rückschlag geben wird, damit habe ich gerechnet, abeer das sich eine Krankheit an die nächste reiht, damit nicht.
Und dann kommt meine Undgeduld und treibt mich ... jetzt doch einfach mal einen Teil der Geschehnisse hier nieder zu schreiben, um nicht in eine ganz depressive Phase zu verfallen. Vielleicht Munter Dich ja der ein oder andere auf...

Wollen wir hoffen das es schnell wieder aufwärts geht und ich am Wochenende in der erneut verschneiten Egge wieder mein Unwesen treiben kann. Wenn auch erstmal nur ganz langsam...

Olaf

4
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Die Zeichen deuten

Ich glaube Du hast bisher das beste aus dieser Wette gemacht und schon einige richtige Schlüsse gezogen:
- richtig informieren
- aufhören mit Rauchen
- passendes Schuhwerk besorgen
- Spaß am Laufen haben
- Umfänge (und weniger das Tempo) langsam steigern

Nun solltest Du nur noch die deutlichen Zeichen in letzen Zeit deines Körpers wahrnehmen und weiterhin wachsam bleiben:
- auskurieren
- Tempo rausnehmen
- Einheiten nicht nachholen
- An Grundlagen arbeiten
- Wettkämpfe nicht mit PB versuchen zu finishen

Schließlich hast Du ja "nur" gewettet NYC zu laufen, bzw. zu finishen und nicht eine Zielzeit vereinbart... dann hast du auch noch genug Zeit!

Warum nur musste es gleich NY sein? Hätt's nicht auch eine Nummer kleiner getan?

Viel Erfrolg weiterhin!

Gruß, Dominik
_____________________
M44/69kg/1,81
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Auf was...

wirst Du denn jetzt ungeduldig?

Was ist denn eigentlich Dein genaues Ziel?
Hast Du da eine Zielzeit?

NY ist ehrlich gesagt nich unbedingt was zum schnell Laufen, sondern ehr zum genießen und erleben, daher sollte einfach nur Finish eigentlich im Vordergrund stehen.
Am besten gemeinsam mit Deiner Lauffreunding genießen in einer angenehmen Genusspace.

Deine Voraussetzungen (Wetteinsatz, Vorbelastete Knie vom Handball, noch nie einen Marathon gelaufen??,) sind etwas, naja, sagen wir mal nicht optimal, aber es ist möglich.
Deine Ambitionen scheinen aber doch für den ersten Mara, auch wenn Du Dein Leben lang (10 Jahre ohne Sport sind auch ne Hausnummer!)Sportler gewesen bist, anscheinend relativ hoch gesetzt.

Von 8er Pace auf 5er innerhalb von 5 Monaten ist eine ziemlich krasse Steigerung, die eigentlich grade nach den 10 Jahren no sports Dein Körper nicht so einfach kompensieren kann, weil Knochen und Sehnen länger brauchen, um sich anzupassen.

Die Schuhgeschichte ist wohl fast jedem Läufer bekannt und dass es hier und da mal Wehwehchen gibt, kennst Du sicherlich auch aus Deiner Handballzeit.
Infekte treffen irgendwann jeden, auch Läufer.

Wenn Du jetzt schon ungeduldig wirst....ohoh, ich hoffe, dass nicht auch noch die meist standartmäßigen Überlastungsprobleme dazukommen!

Pass auf Deinen Körper auf und höre auf ihn und schränk das Tempotraining lieber auf ein Minimum ein, damit Du Dein großes Ziel NY auch wirklich erreichst.

Ich drück Dir die Daumen!

Lieben Gruß Carla-Santana
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Auf was ich ungeduldig werde ...

... das ich endlich wieder laufen kann. Nichts tuen macht mich ungeduldig weil mir etwas fehlt.

pffpffpfff....*grins*

...und mich erst!;o)
Gute Einstellung...das wird was mit NY!:o)
Geduld ist das aller schwerste, was wir Läufer lernen und ausüben müssen.
Es trainiert aber ungemein!;o)

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Wem sagst du das?

Willommen im Club! Ungeduld ist mein zweiter Name!
Laufen ist da mein gnadenloser, aber auch heilsamer Lehrmeister!

;-))

Klingt doch...

...eigentlich ganz gut, dafür dass du nicht mit den optimalen Voraussetzungen angefangen hast. 24 km hast du schon erreicht und es ist noch soooo viel Zeit bis New York. Mach dir nicht zuviel Stress, lauf insbesondere die langen Läufe richtig langsam (davon hast du später im Marathon auch mehr), versuch nicht krampfhaft immer schneller zu werden. Schneller und weiter gleichzeitig führt zwangsläufig irgendwann zu Verletzungen. Mach auch regelmäßig eine ruhige Woche zwischenrein mit deutlich weniger Kilometern. Immer mit der Ruhe :)

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