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Und dem linken Knie geht es mit jedem Tag Laufen in Buenos Aires besser. Ganz komisch, mal sehen, ob es so bleibt. Ja, in dieser Woche renne ich ein bisschen hier unten am anderen Ende der Welt durch die Gegend, ganz in kurz natürlich.

Und immer ganz früh, so ab sechs Uhr. Gestern hat die Hitzewelle nachmittags mit 37 Grad ihren Höhepunkt erreicht, abends hat es endlich ein bisschen gerumpelt. Heute früh waren dann - wie die ganze Woche schon - so um die 23, aber endlich war's mal bewölkt. Dafür feucht. Mir ging's gut, und so bin ich eine Runde mehr entlang an so einer Art Lagune gelaufen, wo meine Lieblinge an den Grillbuden lauern - süße, grüne, kleine Papageien, die den Tauben die dicken Brocken wegschnappen.

Nach 27 Kilometern konnte ich im Hotel mein Hemd von den Braunschweiger Lauftagen als Wischlappen verwenden. Ich hatte auch nix zu trinken mit, weil ich eigentlich nicht so lange laufen wollte. Aber dann hat es Spaß gemacht, das Knie tat nicht mehr weh, und für Rotterdam Mitte April muss ich ja schon was tun. Das mache ich doch lieber, wenn es warm ist. Nächstes Wochenende sitze ich in Oberbayern, hoffentlich nicht im dicken Schnee.

Beim Silvesterlauf in Brandenburg an der Havel war mir ein Malheur passiert. Da bin ich auf einer schmierigen Brücke bei ziemlich flottem Tempo weggerutscht und zum zweitem Mal im vorigen Jahr hingeknallt. Ich bin zwar zu Ende gelaufen und hab das Ziel nach den 10 Kilometern tatsächlich noch unter 40 erreicht, aber schon das Auslaufen ging nicht mehr. Naja, danach Pause, wieder angefangen, alles gut, und plötzlich wieder Knieschmerzen.

Die habe ich mit hier runter genommen, doch jetzt war ich fünf Tage am Stück unterwegs, habe ein bisschen auf die Zähne gebissen, bis auf heute auch nicht so viel gemacht - und nun fühlt es sich halbwegs akzeptabel an. Komisch.

Ist übrigens eine interessante, aber riesige Stadt hier, mit großen Kontrasten, unübersehbarer Armut, total netten, lockeren Leuten, gutem Essen und Trinken. Und wie immer, zu Fuß sieht man immer noch etwas mehr. Oder auch im Autobus - oder colectivo, wie das hier heißt. Das ist mein Lieblingswort. Morgen trabe ich nochmal ein bisschen aus, am Montag geht es zurück, dreizehneinhalb Stunden im Flieger, hoffentlich am Notausgang. Hin konnte ich nicht die Beine ausstrecken - war schlecht für's Knie. Dann der Klimawechsel, die ersten zehn Kilometer hier am nächsten Tag haben mich erstmal fertig gemacht. Doch jetzt gefällt's mir - und Ihr wisst ja: Immerhin zwei Marathon-Olympiasieger waren Argentinier... Ist übrigens auch ein bekanntermaßen super sportbegeistertes Land.

Hasta luego, Grüße an alle von
Roberto

4
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Bestimmt nicht immer, aber manchmal....

stimmt der Spruch: "Was vom Laufen kommt, geht auch damit wieder weg!"
Sollte man vorsichtig mit sein, aber ich glaube, Du kannst Deinen Körper schon richtig einschätzen.
Hammer, ne sub40 mit Sturz!

Hach, ich liebe diese warmen Winterurlaube oder Abwechslungen.
Das Umgewöhnen an die krassen Temperaturunterschiede braucht zwar immer 1-2 Tage,
aber dann kann man beides iregndwie genießen, ob warm, oder kalt.
Danke für diesen kurzen Blick nach Buenos Aires.:o)
Schönen Resturlaub noch!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

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