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Ein wenig verspätet, weil schon wieder fast zwei Wochen her, hier der Bericht unseres Braveheart-Trainingslagers. Engagiert hatten wir einen ganz harten Hund: schon zweimal dabei gewesen und auch sonst nicht ohne.
Statt der erwarteten Schlammschlacht mussten wir uns leider auf 10 cm Schnee und -3 Grad einstellen. Naja, so ist er halt, der Winter.

Insgesamt waren wir 11 Mann, 2 Frau, 1 Spieß - und Mary:

Mary hatte etliche Kilos zuviel am Leib und Mary wollte mit. Die ganze Strecke. Und Mary wollte sanft behandelt werden. Nicht fallengelassen, immer schön getragen. Die verschneiten Waldwege hoch, die Gräben runter und wieder rauf. Wenn es für einen reichte, wurde die Hand gehoben und der nächste wechselte ein. Echtes Teamwork. Jeder soviel und solange er/sie konnte.

Für den Weg zum Weinberg rauf hatte Mary ihren Freund mitgebracht:

Ein original US-amerikanischer Leichensack (unbenutzt, wie uns versichert wurde), darin ein 80 kg Stamm. 6 Enden zum Tragen. Nach 200 m musste ich aufgeben und hab ihn den Männern überlassen. Dann doch lieber Mary.

Bei 11 Mann, 2 Frau und 1 Spieß sowie 10 Ecken zum Tragen blieben nicht viel Wechselmöglichkeiten. Zum Glück durften wir Marys Freund auf dem Weinberg wieder ablegen. Da oben gab es dann auch die erste Versorgungsstation. Unser Begleitfahrzeug mit Anhänger reichte warmes Magnesium-Wasser. War leckerer als es klingt! Ihr wart echt super: als Fotografen, Begleiter und Wasserträger.

Unser Spieß hatte weiter vor, uns zu quälen. Eine kleine Vorahnung hatten wir schon:

Wir Frauen durften unbelastet laufen. Jeder Sandsack hatte schließlich 30 kg:

Ich hab mich dann gleich in der ersten Runde oben positioniert und die Beweisfotos gemacht. So kommt man auch um die zweite Runde *g

Dann ging es durch den Wald hoch und runter, wenn die letzten abgehängt waren, mussten die ersten umdrehen und zurücklaufen und sie abholen. Auch das schweißt zusammen.

Kaum aus dem Wald heraus, durften wir uns wieder am Weinberg versuchen. Diesmal nur mit Mary, ohne Sandsäcke. Unser Spieß ermutigte uns mit der Aussage, dass ein solcher Hügel gleich 4 x auf uns warten würde.

Nach 11,5 km kam dann das Highlight des Tages. Ab in den Bach (natürlich mit Mary, was sonst):

Unter der Straße durch:

Und ab durch die Mitte:

Nach fünf Minuten waren die Füße wenigstens taub gefroren. Im Bach schwammen Eisbrocken. Es duftete zart nach Gülle. Das Bachbett war mal mehr mal weniger schlammig. Steine und Äste luden immer wieder zum Stolpern ein:

Dann raus aus dem Bach, ein wenig warmlaufen, rein in den Bach. Viermal, wenn ich richtig gezählt habe. Einmal mit 2m runterhangeln von einer Brücke. Unten stand immer einer (im Wasser) und nahm die nächsten in Empfang. Ich rutschte von dem Betonrohr ab, auf dem ich hätte zum stehen kommen sollen. Mein Mitläufer fing mich, ich riss ihn runter, wir beide tanzten gefühlt 5 Minuten umeinander, bis wir beide die Balance wieder hatten. Gut, so fühlt sich Eiswasser bis zum Po an.

Nach 13,5 km und zwei Stunden erklommen wir den letzten Hügel.

Danach unter die warme Dusche. Noch eine Liter warme Magnesium-Brühe trinken und gut.

Der Eisregen, der am darauffolgenden Sonntag unsere Gegend in eine große Schlittschuhbahn verwandelte, ersparte uns weitere sportliche Aktivitäten. Vom Sofa in die Küche und zurück ist doch auch Sport, oder?

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

wie geil ist das denn??

fragt sich manchen. Meinen Respekt hast du sicher.



manchen bei youtube

Juhuuu

Frag mich am 10. März noch mal.
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Schöne Vorbereitung

da kann ja nichts schief gehen zum Braveheart Battle ;).

Ihr habt doch nen Schaden...

... aber das ist soooo genial!

Ich drücke euch alle Daumen!

"Ein Leben ohne Magnesium-Brühe ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Total bekloppt,

aber bestimmt eine super Vorbereitung auf die wirkliche Schlacht!

Als Gruppe macht es doch mehr Spaß. Und wieso durften die Frauen "ohne" laufen? Also wenigstens "etwas" hättet ihr doch auch nehmen können, oder?

Tststs, einfach Fotos machen und stehenbleiben (was bei der Witterung und dem vorherigen Durchnässen bestimmt auch kein Vergnügen war).

Kisten

Okay, ich habe den Teil ausgelassen, wo wir mit zwei Sandsäcken in den Händen ein paar Meter den vereisten Weg rauf- und wieder runterlaufen mussten. Da durften wir Frauen statt der 30kg Säcke je eine Wasserkiste schleppen. Voll natürlich, Glasflaschen. Warum kauft die vernünftige Frau von heute denn eigentlich Wasser in Plasteflaschen?
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