Benutzerbild von malu_1975

Hallo liebes Trainingstagebuch,

du lieber Herr Gesangverein, was bin ich platt! Und das kam so:

Nach einem langschlafpriorisierenden Frühstücksverzicht gefolgt von einer beschäftigungsbedingten Spätmittagspause und einem nachfeierabendlichen Frisörtermin hatte ich am Abend gleichzeitig Hunger und Lauflust. Prompt konnte sich mein Schweinehund nicht entscheiden ob er nun gegen das Kochen oder das Laufen angehen sollte und schon war ich unterwegs.

Jetzt mag man mit mir schimpfen oder nicht, denn eigentlich weiß ich ja selbst dass man zwei Tage nach einem langen Lauf nicht schon wieder einen langen Lauf machen sollte, und schon gar nicht mit leerem Magen. Andererseits bin ich ja aber ein Mann und somit quasi bauartbedingt unvernünftig und überehrgeizig, und daher hat "es" mich gezwungen vor dem Ende des 17. Kilometers keinesfalls Halt zu machen. Und zwar schon allein deshalb weil bei -5°C nicht mehr jeder läuft - Ok, die Logik dahinter erschließt sich mir jetzt auch nicht mehr, aber na ja.

Wie auch immer, ab dem 12. Kilometer wurde es echt hart. Keine Kraft mehr. Habe mir eingebildet dass ich wohl im Fettstoffwechsel unterwegs sein müsse und dass ich damit wegen des nun quasi minütlich schrumpfenden Bauchansatzes sicher auf der Direttissima zum Körper eines dieser Fitnesstudioplakatmodels unterwegs sei. Ob es sich wohl so anfühlt wenn beim Marathon der Hammermann zuschlägt? Denkt man dann wohl auch an leckere, dick belegte Pizza mit viel Käse?

Fragt mich nicht wie ich es geschafft habe. Ich weiß es nicht. Offenbar hatte ich ein "Runner's Blackout". (Erlaubt mir an dieser Stelle die Bemerkung, dass ich in wissenschaftlichen Abhandlungen derzeitiger und zukünftiger Politiker bitte korrekt zitiert werden möchte falls ich der Erstentdecker dieses Phänomens sein sollte.) Jedenfalls zeigt meine GPS Uhr für heute 17 zurückgelegte Kilometer an, und ich kann mich nicht erinnern Bus oder Auto gefahren zu sein. Und bei diesen Temperaturen werde ich wohl auch nicht das Fahrrad genommen haben.

Alles was ich nun bin ist PLATT. Auf der von 1 bis 10 gehenden Plattheits-Skala ist es gefühlt MINDESTENS die 12. Jetzt hilft nur noch Schokolade.

Trotzdem war es sehr schön !!!

Marc.

4.63158
Gesamtwertung: 4.6 (19 Wertungen)

immerhin

Du bist nicht unterwegs zusammengebrochen und erfroren. Das ist schön!
Machen so nen unvernünftigen Kram tatsächlich nur Männer?
Und: warum?

ein Mysterium.

Wünsche dir weiterhin das Glück, das Leib und Seele gesund erhält, wenn der Verstand es unterlässt.

Hauptsache, es war schön! ;-)

Grüße von ner vernünftigen Frau, die tatsächlich eine Laufpause macht, weil ihr Fuß muckt.
:-)


& "bekloppte Verl(k)äufer"

PLATT,...

wie ne Flunder??? :o))
Schickes Training!
Kommt mir irgendwie bekannt vor.
Sowatt können auch Frauen...Stresstag, Einbildung, Halluzinationen, Futterwahn...Schockifinale...;o)
Genial geschrieben!!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Dies war ein klassischer

Dies war ein klassischer Hungerast, Herr Kollege. Nicht weiter schlimm, fühltsich nur sch... an.

Runners Blackout

finde ich schöner als "Hungerast"...
Sehr schön geschrieben!

Gruß, Dominik
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M44/69kg/1,81
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

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