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Letzten Sonntag fand in Lebach der Kaltenstein-Cross-Lauf statt. Ein Lauf über 3 Runden auf der LANGDISTANZ ;-) mit 300 positiven Höhenmetern verteilt auf 8,6 km. Na, das nimmt Coach mitten im Training doch locker mit.
Die Vorwoche wurde natürlich voll ausgenutzt um zu Tapern vor dem Wettkampf ;-) Rodgau steht vor der Tür und da wollte ich noch etliche Tempoläufe im angestrebten Renntempo sammeln. So wurde die Woche dann auch mit einem längeren TDL am Freitag und Samstag beendet. Mit knapp 80 km waren doch einige Kilometer zusammen gekommen.
So locker wie gedacht wurde es dann doch nicht.
Um mir mal ein Bild zu verschaffen wie hoch mein Puls im Wettkampf ist hatte ich den Pulsgurt an. Nach einem kurzen Einlaufen ging es zügig an den Start.
Da es über Nacht zu Blitzeis kam war die komplette Schneedecke noch mit einer Eisschicht garniert. Viele Starter gingen mit Spikes an den Start, strider auch. Da ich so etwas nicht besitze nahm ich meine neu erworbenen Speedcross 3 mit. Ohne die wäre ich wohl noch viel langsamer unterwegs gewesen, wie ich schon war.
Nach ca. 300 m in der Ebene ging es den ersten Anstieg hoch. Das Laufen auf der Schneedecke war ziemlich mühsam und das Feld zog sich so langsam auseinander, um nicht schon auf der ersten Runde alle Kräfte zu verbrauchen hielt ich mich aus all dem Gerangel heraus und sortierte mich im Mittelfeld ein. Gefühlt lief ich am Anschlag, Pace 6:15 was geht denn hier ab. Da es ein Crosslauf ist sind auch dementsprechend die Wege fast alle abseits der Waldautobahn angesiedelt. Nach den ersten beiden Anstiegen ging es dann für 200 Meter quer über einen Acker. Jeder Schritt war schwer, Pace wurde da völlig überbewertet. Jetzt hieß es nur noch durchkommen ohne zu gehen. Danach folgte wieder ein regenerativer Anstieg um endlich bei Kilometer 1,5 den höchsten Punkt zu erreichen. Hoppla, noch zweimal die 100 Höhenmeter verteilt auf 1,2 km. Ich will nur noch aufhören und das schon in der ersten Runde. Um mir den Lauf etwas angenehmer zu gestalten suche ich den Kontakt zu den Mitläufern. Aber die waren alle auch so am Schnaufen daß ich nur sporadisch eine Antwort bekam. Jetzt ging es in anderer Richtung wieder am Acker vorbei um über Singletrails wieder hinunter zu kommen. Hier waren zum Teil Recht steile Passagen dabei und volle Konzentration war gefordert. Zwar war ich mit den Speeedcross bestens ausgestattet aber das Vertrauen in diese Schuhe habe ich noch nicht. Wir waren eine Vierergruppe mit wechselnder Spitze. Kleinere Bäche, Gräben, Baumstämme und Schlammlöcher waren zu überspringen um endlich nach einen kleinem Anstieg auf die Zielgerade hinunter zu gelangen. Hier wurde dann noch einmal alles gegeben bevor es mit einer scharfen Linkskurve in die nächste Runde ging. Noch 2 Runden und schon keine Kraft mehr. Ein Blick auf die Uhr, erst 3 km in knapp unter 16 Minuten. Weit weg von meinem erhofften Ziel. Nun gut da muss ich jetzt durch. Da hilft auch nicht heulen. Da müssen alle durch, nicht nur ich. Nach einem harten Kampf bis zum Gipfel kam dann wieder ein etwas lockerer Teil hinunter.
Die Kräfte entschwanden immer mehr, der Run den Berg hinunter wurde immer wackeliger. Jetzt hieß es nur noch ankommen, egal wie. Auf ging es mit der Linkskurve in die letzte Runde.
Hoppla was passiert mit meinen Füßen. Kurzzeitig hatte ich keine Kontrolle mehr darüber. Der Zielbereich war mittlerweile so vereist dass ich fast gerade aus gerutscht wäre. Nur mit Mühe konnte ich mich noch einigermaßen abfangen. Dieser Kilometer war dann auch der schnellste mit 4:09 min (wären sie nur alle so schnell gewesen). Bald geschafft, letzte Runde. Mühsam ging es den Anstieg hinauf. Alle waren am Schnaufen. Berghoch habe ich mir dann noch einmal etwas Abstand verschaffen können, den ich dann wieder hinunter verloren habe. Irgendwie fehlte es auch am nötigen Ehrgeiz, an der Kraft fehlte es sowieso. Ein paar Meter vor dem Ziel legte ich dann doch nochmal etwas Tempo zu und überholte noch 2 bevor ich endlich im Ziel war.
Dieser Lauf war hart und ein Beweis für mich wenn man im vorderen Feld landen will, dies nur mit ein paar Tagen Ruhe vorher schaffen kann.
Mit 46:48 min reichte es noch für den 19. Platz und in der AK wurde es der 5. Diese war mit 10 Personen wieder einmal die stärkste gewesen.
Nach einem Blick auf die Uhr sah ich einen Maximalpuls von 159 und einen Durchschnittspuls von 151. Die Werte waren aber gefühlt doppelt so hoch. Es fehlte mir komplett die Kraft. Wo mein Maxpuls liegt weiß ich leider noch nicht. Bei Intervallen war er schon einmal bei 176 gelandet aber so hoch hätte ich ihn bei diesem Lauf nicht bekommen.
Jetzt hieß es noch einmal los, strider in umgekehrter Richtung abholen. Sie war noch mitten im Kampf drin. Nach endlosen 850 m den Berg hinauf sah ich in der Ferne das mir bekannte Gesicht kommen. Sie kämpfte sich tapfer durch diese harte Strecke durch und lies noch viele mit einem mächtigen Endspurt hinter sich.
Ihre Mühen wurden mit einem zweiten Platz in der AK belohnt. Respekt für diese gute Leistung. Viele Vorangemeldete sind bei diesem Wetter gar nicht an den Start gegangen.
Aber du hattest den Mut teilzunehmen und erfolgreich zu beenden!

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Tiefstapler!

nur zur Korrektur: ich belege Platz 2 von 2 in der AK und hinter mir kam nur noch die Wanderfraktion ;-))

Und du warst gerade mal ein paar Minuten hinter unserer von einem namenhaften Hersteller gesponsorten Vereinsbergziege (nebenbei Bronzemedaillergewinner (mit der Mannschaft) bei der Berglauf WM), für den das die Hausstrecke war, die er tags zuvor noch inspiziert hat. Und du finanzierst deine Brötchen selbst und ob du mit Spikes und ohne die 80km schneller gewesen wärst ist reine Spekulation.

Nimm einfach zur Kenntnis, dass du gut gelaufen bist ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

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