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Was für ein Tag, was für ein Lauf war das gestern, als ich mich mit meinem Laufkumpel Oliver auf den Weg begab, die Trails und Höhen der Umgebung unsicher zu machen. Und natürlich wollte ich auch herauszufinden, wie weit mein Knie solche Spirenzchen im Gelände schon wieder mitmacht. Laut MRT ist das Innenband gereizt, und die Kniescheibe sitzt nicht optimal, wodurch immer wieder erhöhter Zug auf das Innenband ausgeübt wird.

Als wir um 6:30 Uhr in Dahlhausen bei -2° C. am Schulparkplatz losliefen, war's noch so finster wie im Bärenarsch, aber wir hatten ja Stirnlampen auf der Birne, um den Arsch genauer auszuleuchten ;-). Die ersten drei km gingen zügig weg, Oliver hatte aus seinem Allgäu-Trainingslager richtig gute Form mitgebracht. Überhaupt ist Oli ein Phänomen. Mehr als 3.000 km pro Jahr bekommt er selten gelaufen, auch kaum Alternativtraining, und trotzdem schafft er es bei kleineren 100-Meilen-Rennen gelegentlich aufs Treppchen. Und 6:20 auf dem Rennsteig wollen auch erst mal gelaufen werden. Aber zum Glück kann er auch langsamer.

Dann ging's auf die ersten Trails und in die erste üppige Steigung am Bahrenberg. Kurzer Fotoversuch auf die glimmende Stadt, dann weiter Richtung Kressenberg. Im Dunkeln den Kressenberg-Trail rauf – das war schon speziell, obwohl ich gefühlt eigentlich jeden Meter kennen müsste. Oben angekommen, stellte Oli fest, dass sein Trinksystem zugefroren war. Au backe. Da ich mit dem gleichen Rucksack unterwegs war wie er, testete ich gleich auch mal bei mir an. Alles gut, der Stoff lief. Wir würden zumindest nicht verdursten, falls Olis System weiter rumzicken sollte. Demnächst einfach mehr Frostschutz rein, hicks ;-).

Auf dem Anstieg zum Schulenberger Wald hoch, machten wir einen Fotoversuch mit Selbstschussanlage und Langenberger Sender im Hintergrund. Na ja, an der Ausleuchtung muss ich noch arbeiten. So langsam zeichnete sich die erste Morgenröte am Himmel ab. Ein traumhaft schönes Panorama. Auch davon mussten wir wenige Kilometer weiter noch Fotos machen. Oliver lief dafür ein paar Runden auf der Wiese, und ich versuchte, ein schönes Foto hinzubekommen. Aber die Einstellungen an dem neuen Ding hab' ich einfach noch nicht so im Griff. Kommt noch. Dann ging's weiter über ein paar schöne Trails, die im Hellen wirklich gut zu laufen waren. Wenn man mal davon absieht, dass der Boden unter unseren Füßen auf eine Weise nachgab, die den Eindruck machte, er bestünde aus Sorbet oder Viennetta Eis. Am Schulenberger Tunnel in Hattingen hofften wir, vielleicht auf die zweite Samstagsgruppe unseres Laufclubs zu treffen, aber das wäre wohl zu viel des Zufalls gewesen. Also weiter durch den Tunnel und dann abbiegen Richtung Burg Blankenstein und weiter hoch zum Katzenstein.

Immer wieder ging's über schöne Trails, und wir freuten uns unseres Läuferdaseins. Mein Knie machte nur an steileren Abstiegen den Lauten, ansonsten hielt es die Fresse. Gutes Knie! Oliver hatte bei einem zwischenzeitlichen Stop, eine Umkleide-Aktion vorgenommen und den Laufpullover über den Trinkrucksack gezogen. Doch auch diese Maßnahme sollte das Eis im Sack nicht zum Schmelzen bringen. Wir liefen den kleinen Trail vom Katzenstein runter, über die Kemnader Brücke und dann weiter oberhalb der Ruhr bis zur Alten Fähre. So langsam merkte ich, dass mein Energiehaushalt noch nicht auf Langstrecke eingestellt ist. Auch der eingeworfene Riegel konnte daran nichts ändern. Henkenberg hoch war dann schon ein echter Angang, dann weiter den Anstieg zur Sternwarte hoch. Im Weitmarer Holz verabschiedete sich Oliver, der in der Nähe wohnt, und ich lief weiter Richtung alte Bahntrasse.

Mittlerweile hatte ich so einen Mörderhunger entwickelt, dass Spaziergänger mit Hunden schon ängstlich guckten, weil sie wohl dachten, ich würde gleich ihre Vierbeiner anfallen. Aber ich entschied mich dann, doch besser den Bäcker im Edeka anzusteuern und mir im Gehen ein fettes Käsecroissant reinzuschieben. Über das erste Stück Trasse schleppte ich mich dann Richtung Heimat, den letzten Anstieg würde ich wohl gehen müssen. Aber ich dachte plötzlich an meine Laufkumpels Markus und Jens und ihren Lieblingsbegriff "Draufhalten". Also noch mal die letzten billigen Kilometer im 5:45er Schnitt geblieben und den Berg im Laufschritt hochgeschlichen, aber immerhin nicht gegangen. Nach brutto für netto 4:45 Stunden, satten 1.183 Höhenmetern und 40,38 km war das Ding dann geritzt. Mein Gefühl danach: hochgradig euphorisch. Anders kann ich das nicht beschreiben. Ein wunderschöner Lauf bei dem ich sogar das Energieloch genießen konnte, denn das war das einzige Problem unterwegs. Und die Knochen hielten.

Jetzt sind 4.092 Höhenmeter in 12 Tagen geschafft. Und ich liege noch voll im Plan mit meinem Vorhaben, bis zum UTMB rund 2.000 Höhenmeter pro Woche zu scheffeln, was im südlichen Ruhrgebiet zwar gut zu schaffen, aber gleichwohl mit eigentlich zu vielen Streckenkilometern verbunden ist. An den längsten Anstiegen sind halt gerade mal 140 Höhenmeter am Stück zu machen, die meisten bringen's sogar nur auf 80 bis 100 Hm, das heißt also, man muss auf einer Runde reichlich Anstiege sammeln, um am Ende einen 1.000er nach Hause zu laufen. Aber wenigstens gibt's hier genügend Anstiege, und die sind sogar recht oft über schöne Trails laufbar. Also kein Grund, ernsthaft zu klagen. Am Donnerstag steht übrigens wieder Vertikalkilometer an: 1.000 Hm auf 13,7 km. 14,5 mal meinen Hausberg rauf und wieder runter. Ach ja, die Garmin Fenix misst über den GPS-Barometer-Abgleich die Höhenmeter übrigens sehr genau aus. Als ich letztens vier Runden auf dem Sportplatz barfuß lief, kamen in Summe 0 Höhenmeter dabei raus. So soll es sein.

3.5
Gesamtwertung: 3.5 (2 Wertungen)

Und was ist mit.......

FOOOOOOODOOOOOS????;o)

Schön, dass es so harmlos ist und hält...das Knie meine ich!;o)

Will auch Höhenmeter...:o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Du...

...dein Knie scheint auch nur bei schönem Wetter still zu halten!? Bei Wetterumschlag rebelliert es, oder!?
Shit halt, aber ohne Training kommt nix bei rum.
Läufst du irgendwo alleine um die Schmerztherapie zu testen, heißt es wieder, "der Klada macht dort ein Geheimtraining"...
Einen schönen Lauf habt ihr da gemacht.

Ich glaub, ich gehe jetzt auch mal Geheimtraining machen...

Gute Besserung
;0) Kaw.

*schluck*...

...das war quälixfaktor 29,57 oder so.
mist, ich hätt´s nicht lesen sollen, nu bin ich wieder auf der erde. und ich war grad so stolz auf meine mickrigen 171 höhenmetern und qf 13kommaschießmichtot. naja, wenn ich mal so groß bin wie klada... ;-)
und ein braves knie haste da. nu gib ihm zur belohnung nen leckerchen und mach ordentlich deeeeehnung!
____________________
laufend muss noch viele hügelz üben: happy™

wer pläne schmiedet, verhindert die zukunft!

So, liebe Carla, jetzt auch mit Fotos ...

... immer diese Sonderwünsche ;-).

Ach ja, wenn du Höhenmeter willst – übernächsten Samstag wird die Tour auf etwa 45 km mit 1.300 Höhenmetern aufgebohrt ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

happy, QF 13 ist doch schon mal ein Anfang ...

... einfach dranbleiben. Und beim nächsten Mal läufst du einfach die Steigungen mehrmals rauf und runner. Nach dem dritten mal geht dir datt dann in Fleisch und Blut über ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Kawi, mein Knie ist ...

... echt miraklisch. Morgen noch mal Doc. Die MRT-Bilder hat sich bisher nämlich nur der Radiologe angesehen. Wer weiß, was der Orthopäde noch so alles findet :-o. Und du hast die Sache mit dem Geheimtraining natürlich genau erfasst ;-).

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Schön,

dass es wieder läuft. Ich bin auch gerade wieder daheim von meinem sonntäglichen Trail durch die Baumberge mit ein paar Höhenmeter, denn diese sollen dieses Jahr ja meine Herausforderung sein. Die erste Übungseinheit für den Hermann hab`ich nun hinter mir und bin stolz auf 365 positive HM und einen 27 km langen Winterlauf.

LG
Many

Schade,...

da bin ich in Rodgau und da is echt total platt.
Die haben mir zwar gesagt, dort sei eine kleine Steigung im Wald, ist mir aber letztes Jahr nicht aufgefallen.
Danach gibts aber wieder Höhenmeter, egal, wie!:o)
Und vielleicht nächstes WE auch noch ein paar, mal schaun.
Schöööööne Foddos! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Wow!!!

Soviele Höhenmeter in so kurzer Zeit, klasse! Und das Beste, das Knie hält! Seid eine wirklich anspruchsvolle und schöne Strecke gelaufen, so mit Sonnenaufgang *träum* und Bärenarsch...naja, wo Du so alles schon reingeschaut hast...;-)))

Lieben Gruß
Tame

Das Knie hält!

Das ist schon mal die beste Nachricht. Und Höhenmeter - na, dafür muss ich dann ein Eckchen fahren und da fehlt mir momentan die Zeit für.

Schöne Fotos - das Wetter war am WE einfach traumhaft!

Höhenmetertraining in der praktischen Anwendung

Sehr schön, danke auch für die Fotos!
Aber 14,5x den Hausberg zu erklimmen, ist schon ganz schön Gaga, oder? Viel Spaß auch dabei und alles Güte für das Knie!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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