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Die letzten 3 Tage haben mir wahnsinnig viel gegeben für meine Langdistanzpremieren-Vorbereitung. Mühsam habe ich mir frei nach J.Friels Trainingsbibel einen individuellen Trainingsplan zusammengebastelt, der berücksichtigt, dass ich noch einen Fulltime-Job habe und 2-3 Tage pro Woche alleinerziehender Vater bin. Als ich das Ding dann (auf Basis der Minimalstunden, die er für eine Langdistanzvorbereitung voraussetzt) fertig vor Augen hatte, bin ich fast erschrocken...

Wochen mit 18 Trainingsstunden trotz o.g. Rahmenbedingungen. Regelmäßig 4-5stündige Radausfahrten am Wochenende, optional mit anschließender Joggingrunde. 3stündige Trainingseinheiten nach getaner Arbeit...klang undenkbar.

Sylvester dann der erste Durchbruch. Ich war bei der Party eines Freundes, der selber schon Langdistanzen gemacht hat (leider 2009 im letzten Hawaii-Quali-Vorbereitungswettkampf - olympische Distanz - bei km7 am Bordstein den Mittelfuß gebrochen...den 10er dennoch in 35:35Min. gefinished, Langdistanz kurz darauf leider unmöglich). Er sagte mir ich die Radausfahrten nicht als Trainingseinheit sehen, sondern als gemütliche Erkundung meiner Umgebung.

Am Sonntag gleich mal ausprobiert - keine fertige Route rausgesucht, kein Trainingsziel definiert, außer 4h MTB-fahren. Es wurden 4 1/2, weil es so viel Spaß machte und ich die Zeit vergessen habe. Und das obwohl es die ersten beiden Stunden durchgängig geregnet hat. Nach kurzer Regeneration dann gleich nochmal auf einen 12km-Lauf in 4:58Pace losgelaufen. Hat beides geklappt - jetzt glaube ich, dass ich diese Einheiten auch mittel- und langfristig durchziehen kann.

Montag dann nach der Arbeit 2,5h Training, Intensität aufgrund des Vortages niedriger - hat geklappt. Gestern dann 3h nach der Arbeit, eine Stunde sehr tempoorientiertes Laufen (Pyramide hoch bis 4er-Pace - das ganze zweimal), dann eine Stunde Indoor Cycling und dann die große Spannung: das erste Schwimmtraining mit Vereinstrainer.

Ich war begeistert: es ist eine kleine Gruppe, gestern waren wir 4 Teilnehmer. 2 davon machen es eher hobbymäßig und haben keinen großen Anspruch auf Technikoptimierungen. Und neben mir dann der vierte Teilnehmer ist auch neu in der Gruppe und bereitet sich auf seine Langdistanzpremiere dieses Jahr in Klagenfurt vor. In der Stunde, die ab sofort jeden Dienstag stattfinden wird, ist nur Technik, Technik, Technik angesagt. Der Trainer hat mir auch gleich ein paar wertvolle Tipps, individuell zu meinem Schwimmstil, gegeben. Es ist gar nicht die Wasserlage...und ich dachte ich sei ein hoffnungsloser Fall. Mein Thema wird wohl eher der effiziente Unterwasser-Armzug sein, da bekomme ich noch zu wenig Abdruck hin.

Die beste Erkenntnis war aber keinerlei Schwimmtechnik-Korrektur, sondern die 3mal, die er am Anfang immer gesagt hat, ich soll nach seiner Anweisung nicht anfangen nachzudenken...sondern einfach machen. Er würde viel lieber Kinder trainieren - die denken nicht nach und werden so viel schneller besser. Irgendwann habe ich es dann auch sein lassen, mir seine Anweisungen angehört und direkt darauf losgeschwommen. Und was soll ich sagen...es klappt! Ein Beispiel: volle Kraullage nur mit Faust. Kannte ich aus unzähligen Videos und Internet-Tipps, habe ich aber in meinen Alleine-im-Becken-Trainingseinheiten immer ausgelassen, weil ich sicher war damit keine einzige Bahn zu schaffen. Gestern: Ansage 2 Bahnen Kraul mit Fäusten - losgeschwommen, 3 Züge fast ertrunken und ab der Sekunde ging es...locker die verbleibenden 1 3/4 Bahnen zu Ende geschwommen. Vielen Dank, nächste Übung bitte ;-).

Jetzt blicke ich wieder viel optimistischer in die Vorbereitung. Nicht nur, dass ich der Meinung bin das Ding durchzuziehen - da war ich eigentlich immer der Überzeugung. Ich glaube jetzt aber auch, dass es Spaß machen kann und nicht nur reine Qualerei wird.

Ich habe kurz vor Sylvester bei ein paar von Euch nochmal bewusst den km-Zähler bewundert. Ich dachte ja, dass ich schon viel Sport mache, aber was ihr da z.T. an km abgerissen habt...Respekt. Da kam mir dann der Gedanke, das das begrenzende Element bei mir gar nicht so sehr der Körper wäre, sondern irgendwann der Kopf. Woche für Woche, Tag für Tag immer wieder aufbrechen und 10, 15, 20, 30km und mehr zu laufen. Jetzt - ich wiederhole mich - kann ich es mir vorstellen. Ich brauche zwar die Abwechslung des Radfahrens, aber das ist einer Triathlon-Vorbereitung ja nicht gerade hinderlich.

Ich freu mich gerade sehr...über die letzten 3 Tage und auf die nächsten 6 Monate!

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

Spannende Selbstfindung!

Viel Spaß und Erfolg mit deinem Trainingsplan!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ich hab dazu das Buch

"Ironman - das 8h Programm" mal gelesen und von vielen gehört das 10h über 10 Wochen ausreichen, um so "ein Ding" zu schaffen. Vielleicht ist weniger ja manchmal mehr. Professionell oder mit Zeitziel hast Du nicht vor, oder? Dann wären eher mehr Stunden angesagt als von Dir geschrieben.

Übertreib's nicht, hab Spaß und komm gesund ins Ziel!

ich freu mich auch sehr

auf deine Berichte!!!! Dieses Jahr noch nicht, aber 2014 würde ich auch gerne auf die Langdistanz....

Zum Schwimmen kann ich dir nur Recht geben. Meine Brut schwimmt dreimal lockerer als ich (und ungefähr zehnmal schneller) und wenn ich um Tipps bitte, heißt es nur "Ach, Mama, schwimm mal nicht schön sondern schneller!"

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

@fazerBS: Ja, "das 8h

@fazerBS: Ja, "das 8h Programm" habe ich auch im Regal stehen. Ist glaube ich typensache, aber mir ist das zu oberflächlich. Ich möchte wirklich verstehen was und warum ich jeweils tue und da war es mir zu wenig.

Mein Ziel heißt tatsächlich "finishen", so gesehen könnten 10hx10 wahrscheinlich reichen. Aber es sollte schon "finishen mit Stil" werden, ich werde mir eine vorsichtige Zielzeit setzen (die sollte so um die 11h liegen) und solange wie möglich daran festhalten. Im Moment denke ich, dass ich die Vorgabe dann gegen Ende des Marathon nicht mehr aufrecht halten kann und die eine oder andere Gehpause einfügen muss - dann wird es entsprechend langsamer, was für das erste Mal auch völlig ok ist.

Ich habe recht viel recherchiert und unter allen, die es trainingswissenschaftlich angehen, finde ich so roundabout einen 30-35 Wochen-Plan, der dann aber auch alle Phasen von Vorbereitung, Grundlagen, Aufbau etc. beinhaltet. Die in meinem Blog beschriebenen bis zu 18h sind zum Glück nur die Ausnahme und kommen einmal Mitte März und einmal Mitte April vor. Derzeit befinde ich mich in einem ersten Turnus des Grundlagenausbaus und fahre das Trainingsvolumen von durchschnitlich 10h/Woche (Vorbereitungsphase) stufenweise auf 12, 14,5 und 16 Stunden aus, bevor ich dann in einem zweiwöchigen Urlaub in Südafrika (ab 25.1., yippiee) Regenerationswoche(n) mache.

Ah, super, die betreute

Ah, super, die betreute Schwimmgruppe hilft, ich hatte das ja so für Dich gehofft! Die Erfahrung mit dem ohne-Nachdenken habe ich auch gemacht, zumal ich in meiner Tria-Trainingsgruppe beim Schwimmen meist null Zeit zum Nachdenken habe. Kaum bin ich am Anschlag, wird das nächste Programm verkündet, und los geht es. Aber immerhin: Es geht, ich starte fast alles etwas fatalistisch mit den Gedanken: Erstmal anfangen, Kopf abschalten, einfach hinterher, aber so langsam wächst mein Vertrauen in mich und meine Schwimmfähigkeiten. Vorgestern lautete eine Ansage: 5*200 mit 30s Pause. Ich hatte wieder den Impuls, die Intervalle runter- und die Pausenzeit hochzuhandeln (200er bin ich bisher nur wenige und nur vereinzelt ohne alles gekrault), aber: Es ging. Sicher nicht schön, aber für den Kopf war es ganz wichtig.

Ansonsten beeindrucken mich Deine Umfänge aber schon jetzt. Bin gerade etwas mit Arbeit zugekippt, bei mir wäre all das zeitlich momentan leider gar nicht drin :(

LG Britta

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