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Ja, da streicht man alle sportlichen Ziele, weil sich ein anderes Ziel eingeschlichen hat, und dann erledigt sich selbiges von selbst. Nun kann frau ja wieder sportlich planen, besser gesagt: sie muss, wenn sie nicht völlig versacken will. Und da Extremcouching ihr noch nie geholfen hat, reißt sich frau morgens an ihrem freien Tag zusammen, schmeißt sich in die Laufklamotten, steckt Handy, Notcola, Trinkflasche und einen Schokoriegel in den Rucksack und macht sich auf die Socken. Mal Saar links herum, also nicht wie sonst Richtung land of the flutes sondern gen Völklingen. Zwischen der Saar und der Autobahn ist die Strecke nicht gerade hitverdächtig, aber sie lässt sich auch ohne Konzentration laufen.
Die erste Hälfte dient der Trauerbewältigung, bewusst ohne Ipod (noch nie so lange ohne gelaufen...). Es läuft sich mühsam. Irgendwie sind die Beine so schwer wie das Herz. Aber es geht. Das Tempo ist ausnahmsweise mal völlig egal, aber geschielt (auf die Uhr) wird doch: 6:40. Oha, das wird heute gar nix. Zurück wandern??? Nach 7km will ich eigentlich umdrehen. Mal kurz reinhorchen, nee, da geht noch was. Die 10km werden angepeilt. Sind erreicht. Kurze Buschpause. Nachdenken. Ei, dann kann frau auch bis zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte laufen, das wird noch gehen. Anlaufen. Oha, jo, das wird gehen, aber ob der Rückweg auch geht? Egal, Frau hat (Einkaufs-)Geld einstecken, notfalls wird auf Öffentliche Verkehrsmittel umgesattelt. Dann ist der Wendepunkt erreicht. Es ist lausig kalt, strider läuft mit Handschuhen, das hat Seltenheitswert. Aber es ist trocken, auch das war die letzten Wochen hier selten.
Strider steht an der randvollen Saar. Der Himmel ist grau wie die Stimmung. Coach wird sich Sorgen machen, er kriegt eine sms. Allerdings verrate ich lieber nicht, wo ich bin, sonst gibt es Haue... Abschiednehmen. Es geht. Leben geht weiter.

Schokoriegel eingeworfen, Cola getrunken. Ipod auf die Ohren, Rückweg angetreten. Es läuft. Die Pace klettert. Das Tempo pendelt sich unter 6:30 ein. Cool. Lange nicht mehr gehabt. Ok, die Beine sind lahm, der Dreierpack aus Spinning (Samstag), Trail (Sonntag) und Schwimmtraining (Montag) macht sich bemerkbar. Aber es geht. Ich werde schneller. Oha, mach langsam. Nö, wieso? Geht doch. Ok, dann mal los.
Kurze Buschpause noch mal an derselben Stelle wie auf dem Hinweg. Auch solche Gedenkminuten müssen sein ;-) Und ab geht es. Und zum ersten Mal bei langen Läufen lässt die Ermüdung auf sich warten. Es läuft sich immer besser. Meine schweren Kilometer zwischen 24 und 28 fliegen dahin. Die Pace geht auf 6:10 hoch! Das Leben hat mich wieder, es wird weitergehen.
Hinter km 28 biege ich ab, steuere den Supermarkt an. Dort habe ich dann auch Platz um mich - eine ältere Dame weicht etwas angewidert aus: "Waren Sie laufen?" "Jep!" Verstehe ich nicht, Schuhe sind doch sauber ;-)) Die Einkäufe kommen in den Rucksack, der Brokkoli passt nicht mehr rein und wird getragen. Andere Läufer laufen mit Hanteln, ich dann eben mit Gemüse ;-)
Und so geht es zum Schluss noch in flotten 6:20 mit dem Gemüse in der Hand und dem vollen Rucksack den heimischen Berg hoch.

30,38km in 3:18:10h (Pace 6:31) ist nun nicht gerade rekordverdächtig, aber der Verlauf macht mich stolz. Gut gelaufen, bin müde, aber nicht platt. Alles ok.

Die Pläne sind geschmiedet: Rennsteig und ZUT (aber nur die Bambinidistanz). Und Triathlon Halbdistanz Bad Ems im August. Und so ein bisschen Marathon, wollte schon immer mal in Luxemburg laufen; Mainz ist eh gemeldet, da habe ich noch eine Rechnung offen.

Laufen hilft. Frau kriegt wieder einen klaren Kopf, sieht, wie viel sie hat und was wesentlich ist. Coach hilft noch mehr, danke.

3.875
Gesamtwertung: 3.9 (8 Wertungen)

bin mitgelaufen...

was auch immer Dich bedrückt, auf Deinem Lauf an der Saar entlang konntest Du wieder etwas Frieden finden. Das ist ein ganz starkes Erlebnis, das kenne ich nur zu gut. Ich bin ein kleines Stückchen mit Dir gelaufen, ich kenne die Strecke ja noch vom Sommer, als Du uns dort ein Stück weit mit dem Rad begleitet hast und konnte so Deinen Beschreibungen ganz gut folgen.
Ja, Laufen hilft wirklich, nicht nur bei Kummer und Sorgen...
Kopf hoch!
Chris

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Die beiden letzten Sätze

genau, dass ist es. Trauerbewältigung ist aber auch sehr wichtig. Laufen ist da das beste, was zu machen kannst!

Ich drück' dich jetzt einfach mal!

Halte an dem fest,was Du hast...

....und das ist viel! Und trauere nicht zu lange dem hinterher, was Du nicht hast.
Du/Ihr werdet das schaffen, da bin ich sicher. Du hast es immer geschafft, irgendwie...
Ein wirklich schönes Lauferlebnis und manchmal ist es eben wichtig, allein unterwegs zu sein.

Kopf hoch und ganz dicke Umarmung
Tame

ach strider, was auch immer

ach strider, was auch immer dir das Leben schwer macht, es wird besser, wenn du läufst. Du weißt es selbst und ich weiß es auch! Ich knuddel dich jetzt mal lange und fest, sei gewiss, ich denk an dich und irgendwann ist es wieder gut.
Und wenn es dir hilft lauf morgen halt nochmal!
Alles Liebe aus dem immer noch völlig verregneten WW

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

laufen...

...ist leben! und das leben ist wie ein lauf: bekommen und abgeben, gewinnen und verlieren.
sich freuen und trauern, leichtfüßig trippeln und schwerbeinig trotten.
egal, was es auch ist, wir laufen, wir leben weiter. niemals gleich, immer anders, aber vor allem immer weiter...
____________________
laufend knuddelt strider: happy™

wer pläne schmiedet, verhindert die zukunft!

Kopf hoch,

auch wenns ein übler Verlust ist. Du machst das schon richtig, erst mal den Frust von der Seele laufen, dann gehts gleich schon viel besser und zu hause wartet ja moralische Unterstützung auf Dich.
Fühl Dich gedrückt.

LG,
Anja

dieser Weg...

Schön, dass du - wahrsten Sinne des Wortes - einen Weg gefunden hast, deinen Kummer zu verarbeiten! Und gut zu wissen, dass du Zuhause aufgefangen wirst. Viel wert!
Ich wünsche dir ganz bald wieder Läufe mit leichteren Gedanken!

Liebe Grüße, Dominik
_____________________
M44/69kg/1,81
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Strider ist...

eine starke Frau...ich weiß das!
Das Leben ist einfach manchmal echt schxxxxx!:o(
Lauf!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

ach geh mensch


mitgefühl..... und nochmal!!Ich les deine Beiträge sehr gern- du schreibst so nett!! Selbst Dein emotionaler eintrag von heute war mit soviel gefühl/trauer und laufliebe getränkt....ich schick dir viele liebe laufende Grüße (auch wenns nicht wirklich hilft)

laufen

Hallo Strider,

mein Berufsalltag ist relativ rational, also Kopfbetont. Emotional gegenüber Kollegen zu werden und Wut oder Zuneigung auszuleben, ist da nicht immer so angebracht. Meine Nase und den Tastsinn brauche ich auch eher nicht. Wenn ich abends laufe, dann hilft es mir mich zu "erden". Ich kann dann wieder alle meine Sinne in Betrieb nehmen und auch Emotionen ausleben. Laufen ist für mich ein guter Ausgleich zum Beruf. Alle Sinne nutzend, wenn ich zum Beispiel durch einen dunklen Wald laufe, läßt mich wieder "ganz" werden.

Dir kann bei deiner Trauer niemand wirklich helfen. Das passiert in dir und hat mit dem zu tun, um was du trauerst. Ich wünsche dir eine liebevolle Familie und gute Freunde, die dich trösten können und neue Ziele an denen du dich orientieren kannst. Freue dich über die kleinen Dinge des Alltags, das hilft bestimmt auch.

Heiner

Liebe strider,

ich wünsche Dir ganz viele Lichtblicke im Alltag, an denen Du Dich erfreuen kannst. Manchmal muss man tatsächlich, so wie Du es schreibst, sehen was man alles hat: eine Familie, einen Couch der einen auffängt, Freunde, ...

Aber Trauer muss man auch bewältigen. Das dauert - und wird mit dem Lauf nicht erledigt sein. Ich wünsche Dir die Zeit, die Du dafür brauchst. Nimm Sport nicht als Ersatzdroge!

Alles Gute.

Liebe strider,

ich umarme dich ganz fest aus der Ferne!
Wie gut, dass es den Coach und das Laufen in deinem Leben gibt!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Du machst es richitg

Manchmal versteht man nicht, warum die Dinge so geschehen und warum sie einem selber geschehen. Man muß einen Weg finden, damit klar zu kommen. Es tut mir sehr sehr leid für dich.

Gerade bei der jetzigen Witterung könntest du bestimmt auch gut zuhause sitzen, ins grau glotzen und in Trauer und Selbstmitleid ertrinken. Toll, dass du es schaffst, dich da raus zu ziehen - nicht viele können das!

Ich drück dir die Daumen, dass du dich bald wieder richtig gut fühlst.

Ich lese so sehr gerne (kann man das so sagen?) deine Beiträge hier, sie machen Mut, spornen an und sind einfach schön.

Liebe Grüße aus Franken - tripptrapp

Liebe Strider

ich drücke dich ganz fest.

BORN - sind sie zu stark, bist du zu schwach!

Runnersmap

@ alle

Ich mache mal den Rundumschlag und verneige mich vor allen: Danke, ihr seid einfach Klasse.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Oh ja! ...

... Aber der zweite Teil der "Therapie" ist die Unterstützung in der Familie!
Und beides zusammen ist ein seehr schönes Paket.
Du hast es jetzt.
;-)
Ick drück dir!

Einfach mal Danke

Hallo Strider,

einfach mal ein DANKE für dein Mensch sein........

Grüße aus dem Münsterland

Matthias

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