Benutzerbild von ggolz

15.11.2012 Ich mache mich auf zu einer 10 km Runde. Nach 4 km Schmerzen unter den Füssen, irgendwie muss ich noch nach Hause kommen, also laufe ich etwas langsamer und schaffe die 6 km noch nach Hause. Stechende Schmerzen unter dem Fuss. Ich könnte in die Luft gehen.

16.11.2012, 2.00: Wache in der Nacht vor Schmerzen auf und versuche vom Dachgeschoss in das Wohnzimmer eine Etage darunter zu gelangen. Nach 15 min habe ich es geschafft, wie auch immer. Jede noch so kleine Bewegung lässt mich in die Luft gehen. Wie ich zum Arzt kommen soll? Keine Ahnung. Ich schlage mir die Nacht um die Ohren. Meine Tochter bringt mir morgens Krücken. Selbst mit denen ist das vorsichtige Laufen ne absolute Qual. Meine Frau hat zum Glück frei und kutscht mich zum Arzt. Fazit: Fersensporn, Hackensporn, Plantarsehenverletzung. Mir werden Einlagen verschrieben und ne sofortige Überweisung zum Orthopäden. Toll.

18.11.2012: Nachdem ich den Schmerz- und Entzündungshemmer Diclofenac nach zwei Tagen wieder abgesetzt habe, war das vorsichtige gehen wieder möglich. Orthopäde nimmt Abdrücke für Einlage und verschreibt mir zudem Silikoneinlagen und Physiotherapie (Bestrahlung - Kortisonspritzen habe ich zunächst abgelehnt)

03.12.2012 Habe meine Einlagen erhalten, was ein komisches Gefühl. Zunächst nutze ich die Silikoneinlagen weiter. Ist aber beides irgendwie komisch.

06.12.2012 Meine Silikoneinlagen entferne ich, die Schmerzen werden grösser. Nääää, das muss nicht sein. Ich packe die orthopädischen Einlagen in die Schuhe.

12.12.2012 Meine erste Sitzung bei der Physiotherapie beginnt. Bestrahlung. Was ein angenehmes Gefühl, endlich Schmerzfrei. Die Schmerzen kommen zwar gelindert wieder, aber irgendwas ist anders. Ich kann es noch nicht näher definieren.

13.12.2012 Ich bin auf einer entscheidenden Seite in einem Buch angekommen, welches mir ein Laufpartner seit Beginn meiner Verletzung gegeben hat.
BORN TO RUN --> http://www.amazon.de/Born-Run-vergessenes-Geheimnis-gl%C3%BCcklichsten/dp/3896673661

Barfusslaufen, damit soll man durch Muskelaufbau gar eine Plantarsehenentzündung minimieren können. Ungläubiges Staunen, neeee, klingt aber dennoch nach was. Ergo Idee geboren: Laufband im Fitnessstudio (sonst laufe ich nur in der Natur)

Heute: Laufband betreten und 7,5 km ohne die Plantarsehenschmerzen geschafft. Der Druckschmerz ist zwar nach wie vo vorhanden. Aber die Schmerzstelle habe ich beim Laufen gar nicht belastet.

Juhhhhu, 30 Tage nach meiner Plantarsehnenverletzung bin ich das erstemal wieder gelaufen. Barfuß hat es mich auf ein Laufband getrieben, um einfach das Gefühl des Laufens wieder reinzu bekommen. Suuuuuuuuper, wenn auch ein Laufband im Fitnessstudio Obermist ist. Fazit, tortz des eigentlichen Schmerzpunktes, der immer noch vorhanden ist, war das Barfußlaufen völlig problemlos, weil eben andere Punkte beansprucht wurden. Ergebnis: Ein angenehmes Ziehen von der Ferse bis in die Wade rein (keine Verletzung) und Blasen am fordersten Punkt der Zehen (ich hatte bis dato noch nie Blasen nach dem Laufen !!!). Aber das Barfußlaufen fasziniert mich seit dem genannten Buch immer mehr. Genial. Ich bin schwer zufrieden. :-)

5 Sitzungen Pysio habe ich noch, die nehme ich mit. Und dann werde ich mich ausgiebigst mit den Minimalschuhen beschäftigen. :-)))))

Es scheint,...

als wenn Du kein Vorfussläufer warst vorher und nun auf dem Laufband dieses einmal 7,5 km durchgezogen hast. Man liest häufig, dass das Vorfusslaufen das schonendere Laufen für Knie und auch Sprunggelenk/Ferse sein soll, weil eben diese nicht direkt die Auftrittsschläge abbekommt, sondern über das Vorfusslaufen noch mehr abgefedert wird.
Sprinter laufen ja nur so.
Es gibt aber auch andere Meinungen dazu.
Dein Fersensporn wird dadurch zumindest nicht druckbelastet, aber dass es eine größere Belastung für Deine Laufgeräte ist, hast Du ja danach gespürt.
Daher kann ich Dir nur raten, da sehr vorsichtig mit relativ geringen Umfängen weiter zu machen und ganz langsam zu steigern, damit sich alles ohne Überlastungen dran gewöhnen kann, sonst hast Du ganz schnell woanders (Achilles) Probleme, weil diese Partieen es einfach noch nicht kennen.

Ich bin auch Vorfussläufer.
Ab 20-30km laufe ich aber automatisch mehr auf dem Mittelfuß, weil ich bei weiteren Strecken kaum noch die Kraft habe, komplett auf dem Vorfuss zu laufen. Mein orthopädischer Schuhmacher hat mir sogar für Marathon und Ultralauf die Umstellung auf Fersenlauf empfohlen, was ich garantiert nicht machen werde.

Das Buch Born to Run hab ich auch gelesen und finde es toll, aber bedenke, jeder hat andere Füße und Voraussetzungen und unsere verwöhnten Füße sind, wenn überhaupt, nur sehr langsam auf diese natürliche Laufart umzustellen.

Zum Vorfusslauf, Plantarsehnenqualenminimierung kann ich Dir noch die regelmäßige Treppenübung empfehlen, die dehnt alle verkürzten Sehnen und gibt Kraft für die kleinen Fußmuskeln für den Vorfusslauf. Vor allem Deine Achillessehnen und Waden werden es Dir danken.

Ich drück Dir die Daumen, dass es bald überstanden ist und Du Erfolg mit dem Natural Running hast.

Lieben Gruß Carla-Santana
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Vielen Dank für die

Vielen Dank für die Wünsche, die Treppenübungen hat mir mein Physio auch empfohlen. Jap, vom Gefühl her war ich vorher Fersenläufer, allerdings ist das eben nur ne Vermutung, weil ich da ehrlich nie wirklich drauf geachtet habe. Jetzt um so mehr. Die Umstellung, hat mir mein Physio gesagt, kann bis zu 2 Jahren dauern. Also habe ich ein Richtwert bekommen, um eben nicht zu ehrgeizig etwas zu wollen, was hinterher schadet. Ich werde mir demnach sicherlich Barfußschuhe zulegen und diese in schönen Abwechselungen zu meinen bisherigen Schuhe nutzen.

_______________________________________

Die Ferse ist zum Stehen und Gehen da ...

... nicht zum Laufen. So sehen es die Anthropologen. Der Fersenaufsatz gehört also ins Repertoire eines Wanderers, nicht in das eines Läufers.

Dieses Video kennen sicher schon viele, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, aber eine Empfehlung bleibt es natürlich trotzdem. Darin macht Professor Lieberman von der Harvard University deutlich, warum Barfußlaufen / Vor- und Mittelfußlauf die gesündere Art des Laufens ist.

Meine persönliche Erfahrung einschließlich umfangreicher Laufanalyse (Ganzkörperbewegungsanalyse) ist: Barfußlaufen bzw. das Laufen in Barfußschuhen verbessert die Lauftechnik geradezu automatisch. Laufen in Schuhen mit hoher Fersensprengung (Differenz zwischen Vorfuß und Ferse) zwingt dich dagegen auf die Ferse, was logisch ist, da man ja schon im Schuh vorfüßig steht. Man müsste also schon fast auf den Zehenspitzen laufen, um das Landen auf der Ferse zu verhindern.

Interessant ist auch, dass Laufen mit Schuhen, die eine deutliche Fersensprengung aufweisen, eine Art sitzende, unnatürliche Laufposition provoziert. Was zur Folge haben kann, dass die Kniescheibe beim Laufen über die Kniespitze hinausragt und die Patellasehne stärker beansprucht wird. Schon bei Sprengungshöhen von knapp unter zehn Millimetern können Läufer in diese belastende Sitzposition abrutschen, die bei muskulären Defiziten im Bereich der Körpermitte umso deutlicher ausfällt und auch dort Probleme, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, verursachen kann.

Übrigens: Die Fersenschmerzen, die nach Plantarsehnenentzündung klingen, hatte ich zu Jahresbeginn auch. Allerdings ausgelöst durch Verspannungen in der Wadenmuskulatur (Soleus). Ärzte neigen leider oft dazu, muskuläre Ursachen für bestimmte Schmerzbilder unbeachtet zu lassen.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Plantarsehnenschmerz

Moin!

Ein kurzer Kommentar auch von mir. Ich hatte eine derartige Verletzung vor fast zehn Jahren und konnte insgesamt nahezu 2 Jahre nicht richtig bzw. nicht ohne Schmerzen laufen.
Meine Leidenszeit endete im Rahmen einer osteopathischen Sitzung meines Sohnes, als ich der Osteopathin von meinem Problem erzählte. Im Gegensatz zu allen anderen Ärzten und Physiotherapeuten untersuchte sie meinen gesamten Körper und machte das Ganze an einer vollkommen anderen Stelle aus: bei mir war es nämlich das Hüftgelenk, das sie in einer! einzigen Sitzung so weit brachte, dass ich nächsten! Tag völlig schmerzfrei war; eine echte Befreiung. Vielleicht als Hinweis, um das Problem dauerhaft aus der Welt zu schaffen, denn bei mir (klopf auf Holz) seitdem nicht wieder.
In diesem Sinne: you`ll never walk alone!
Hans

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links