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Laufen mit Musik ist natürlich Geschmackssache. Meistens habe ich meinen Player in der Tasche dabei und lasse mir nach einer Weile einen neuen Motivationsschub geben. Man kann sich ja von Musik so gut treiben lassen. Aber warum nicht mal die Musik an die Strecke anpassen,? Nach eigenen Vorgaben. Sozusagen mit einem eigenen Lauf-Podcast. Also mache ich mir ein paar Gedanken und erstelle eine Titelliste für den nächsten Lauf.

Es geht los mit „Lasse redn“ von den Ärzten. Das Thema Nachbarschaft ist beim Start natürlich naheliegend, obwohl wir hier eine bessere Nachbarschaft haben, als sie im Lied beschrieben wird. Es ist aber noch zu früh. Es ist niemand zu sehen. Egal, es geht weiter:

„Ruhig angeh’n“, ebenfalls von der besten Band der Welt. Erst mal ruhig beginnen. Ich trabe locker vor mich hin.

Es folgt „Heartbeat“ des italienischen Gitarristen Antonio Forcione. Man läuft ja schließlich pulskontrolliert (noch).

„On the road again“ in einer Version von Katie Melua. Für Läufer immer passend.

U2 spielen „Beautiful day“. Ich bin zumindest darauf eingestimmt. Es ist etwas windig, aber trocken. Mal sehen, wie es weiter geht.

Fanta 4 weisen mich dann darauf hin, dass wir „Ernten, was wir säen“. Sehr treffend, gerade für Läufer. Die Formel ist für uns ja relativ einfach: Je mehr bzw. intensiver wir trainieren, desto besser werden wir. Irgendwie werde ich schneller.

„Das Lied vom Scheitern“. Wieder die Ärzte. Im Refrain heißt es: „Du bist immer dann am besten, wenn’s dir eigentlich egal ist.“ Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

„The loneliness of the long distance runner“ von Iron Maiden darf natürlich auf keinen Fall fehlen. Jedes Mal, wenn ich es höre, muss ich an den gleichnamigen Roman von Alan Sillitoe denken. Dass ich ihn gelesen habe, ist zwar schon über 30 Jahre her, trotzdem ist vom Inhalt noch ziemlich viel hängen geblieben.

Aus dem Player läuft dann „Paradise City“ von Guns N‘ Roses. Wie vorausberechnet laufe ich gerade durch ein 200-Seelen-Dorf. Naja – mit viel Fantasie….

Von den St.-Pauli-Rockern Ohrenfeindt folgt „Zum Rocken geboren“. Im Refrain heißt es: „Sie hat die längsten Beine der Welt, die allergrößten Ohr’n“. Längere Beine wünsche ich mir jetzt auch. Große Ohren wären beim derzeitigen Gegenwind aber eher hinderlich.

Iron Maiden sind wieder dran: „Run to the hills“. Nun ist das mit den Bergen so eine Sache: Es gibt hier keine. Aber immerhin liegt eine Autobahnbrücke auf meiner Strecke. Die sollte ich zumindest erreichen, bevor das Stück endet. Ich habe mich bei der Streckenplanung wohl etwas verschätzt und muss nun das Tempo anziehen. Ich schaffe es aber noch mit dem Schlussrefrain die 10 Höhenmeter zu überwinden. Der Puls läuft schon auf Hochtouren, aber jetzt geht es richtig los:

„Bonnie und Clyde“ von den Toten Hosen. Thematisch bin auf der Flucht vor der Polizei. Also: Vollgas. Der schnelle Rhythmus tut sein Übriges. Ich renne wie blöd, mein Puls rast, aber das Stück dauert ja auch keine vier Minuten. Gleich ist es vorbei. Denkste!

Banjo- und Waschbrettklänge erinnern mich daran, dass ich noch „Kopfhaut“ von den Ärzten in die Musikliste geschoben hatte. Ich bleibe also weiter auf der Flucht, diesmal vor Indianern um meinen Skalp zu retten, wobei ich mich frage, ob sich so viel Anstrengung für das bisschen Skalp wirklich lohnt.

Nach dem Tempoteil bin ich platt. Nun hatte ich was Ruhiges zum Auslaufen vorgesehen. Es läuft „Stairway to heaven“ in einer Version des grandiosen mexikanischen Gitarrenduos Rodrigo y Gabriela. Ich fühle mich aber eher wie auf dem „Highway to hell“.

Danach „Vorbei ist vorbei“ von den Ärzten. Ich komme zu Hause an. Nun sind auch die Nachbarn draußen. Zwei klönen auf der Straße. Einer stellt fest: „Du siehst irgendwie fertig aus!“ Wohl wahr! Na und? Wo war er eigentlich vor einer Stunde? Egal! Was soll ich erklären? Ich verstehe den ganzen Quatsch ja selber nicht. Wir schnacken nur kurz.

Ich gehe rein. Die beste Läuferin von allen hat ihren Lauf schon längst beendet und sitzt frisch geduscht beim 2. Frühstück. Der Player spielt gerade „Der letzte Kuss“ von den Toten Hosen. Ich überlege kurz, schau noch in den Spiegel. Nee, besser nicht. Könnte sonst tatsächlich der letzte sein. Ich spule vor.

„Die Banane“ von den Ärzten. Sehr gut! Ich schnappe mir eine und gehe duschen.

Gruß

Sirius
...der so musikalisch rennt.

4
Gesamtwertung: 4 (5 Wertungen)

DANKE !!!

Für diese humorvolle Bettlektüre. Gehe jetzt grinsend schlafen, denn "Der Tag geht zu Ende". (Volker Rosin, o.k., ist eher was für unsere Kiddies;-))

Lieben Gruß
Tame

Sehr schön!

Danke für diese tolle Idee, sowas sollte ich auch mal basteln...

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Sehr schön!

Danke für diese tolle Idee, sowas sollte ich auch mal basteln...

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ich hab sowas mal für einen

Ich hab sowas mal für einen 10km-Wettkampf gemacht...die Playlist dauerte genau 40 Minuten. Dummerweise hab ich die 2-3 Sekunden beim Wechsel der Lieder und die Minute, die ich schneller war, nicht mit eingerechnet, sodass ich das letzte Lied nicht mehr wirklich mitnehmen konnte...aber auf den letzten 2km hab ich eigentlich sowieso nix mehr gehört! :)

Man kann sich von der Musik wirklich gut treiben lassen, auch wenn ich bei manchen Liedern deiner Auswahl eher stehen geblieben wäre und mich sanft auf dem Seitenstreifen übergeben hätte! Die neuen Sachen von den Ärzten sind echt scheiße! ;)

Die neue CD kenne ich noch

Die neue CD kenne ich noch nicht. Aber immerhin haben sie gegenüber früher gelernt, ihre Instrumente zu spielen.

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