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Immer wenn im Herbst die Tage kürzer, kühler und dunkler werden versammeln sich in Amberg ein paar nette Menschen, andere würden sagen Verrückte, um ein bisschen miteinander zu laufen.
Es ist AULA* und ich durfte heuer zum zweiten mal dabei sein.
Nachdem ich letztes Jahr die 52km gelaufen bin sollte es heuer die ganze Dosis sein, 63km.
Unterstützt wurde ich bei diesem Vorhaben von Uwe, aka RitterEd, der sein Ultradebut gab.
Fast gleichzeitig kamen wir auf dem Parkplatz des Amberger Siemenswerks an.
Bei der Registrierung wurde es dann Ernst, welche Startnummer wähle ich? Die gut 200 Läufer und Läuferinnen konnten sich zwischen 10, 21, 30, 42, 53, und 63 entscheiden?
Wer jetzt stutzt, das es nur 6 verschiedene Startnummern gab, dem sei gesagt, dass es sich um die Streckenlängen handelte die man zu laufen beabsichtigte und das es sich beim AULA nicht um ein Rennen mit Siegern
Da der Lauf alle 10km eine Verpflegungsstation bot, war hier auch immer der Ein- und Ausstieg möglich.
Punkt 9.00 Uhr gab's von Pater Abraham den kirchlichen Segen und der ganze Tross machte sich auf den Weg. Nach einer Runde durch die Stadt und den Stadtgraben ging's laut schwatzend Richtung Köfering zur ersten Verpflegungsstation. Nach einer kurzen Pause mit Banane, Müsliriegel, Tee und Cola machte sich der Tross wieder auf die Strecke. Wenige machte hier schon Schluss, aber einige stiegen hier ein. So wuchs die Gruppe etwas und es ging schnatternd weiter. Wären wir nicht so bunt, sondern alle weiß gewandet gewesen hätte man uns schon mit einer Herde Martinsgänse verwechseln können.
So ging es locker weiter bis Ursensollen. Bei dieser Pause stiegen die ein, die heute „nur“ den Marathon laufen wollten. Wieder wurden die Kohlehydrat und Flüssingkeitsspeicher aufgefüllt bis uns Michales Pfeife wieder auf die Strecke rief.
Als es auf dieser Etappe auf die 30 km Marke zu ging merkte man, dass einige Gespräche verflachten und der Lauf ruhiger wurde, langsam zog sich das Feld etwas auseinander.
Nach gut 31km war der dritte Pausenplatz in Ammerthal erreicht.
Halbzeit!
Beim wieder anlaufen merkte ich schon langsam die Km die schon hinter mir lagen und die Zehe meldete sich langsam wieder. Aber noch gab es keinen Grund auszusteigen, Marathon sollte es mindestens werden, und das war ja nur noch eine Etappe.
Am Ende waren es relativ schnelle 10km bis Neubernricht und dort wurde das kulinarische Angebot des Laufes um leichtes Weizen erweitert, so gestärkt ging es auf die vorletzte und schwerste Etappe. Jetzt standen die bergigsten km mit dem Aschacher Berg und dem Abstieg nach Krummbach an. Dieser KM (52) bergab war es der mich letztes Jahr zum Ausstieg bewog. Also ging ich ihn heuer langsam an und ging die steilsten Stellen, das kostete zwar ein oder 2 Minuten, aber ich kam sicher und entspannt, soweit das nach 52km noch möglich, war unten an.
Wärend der Pause verständigten wir uns kurz und es war klar, das wir weiter laufen würden. Die letzte Etappe war ja wieder flach und irgendwie würden wir die letzten 10km schon noch schaffen.
Nach dem Startpfiff dauerte es schon ein bisschen bis die Füssen einsahen, dass es noch nicht vorbei ist sondern sie noch eine gute Stunde arbeiten sollen.
Die nächsten paar km gingen auch noch ganz gut, ab 55 half aber nur noch runter zählen …
An eine angeregt und anregende Plauderei war schon lange nicht mehr zu denken. Das Feld zog sich immer weiter auseinander und es wurde für mich in Teilen ein einsamer Lauf.
Naja immerhin hatte ich noch meine scherzenden Beine als Begleiter …
Bei 59km ging's dann auch noch über eine hohe Rampe auf die andere Seite der Vils. Mensch man hätte doch auch den unteren Weg nehmen können und sich wenigstens diese Steigung sparen können.
Endgültig flog die Sicherung dann als der Garmin zum 60. mal piepste. Wie ein Paukenschlag in den Bauch dröhnte dieses leise Piepsen, AUS, keinen Meter mehr, jetzt ging nur noch gehen. Immerhin nicht allein, einer ging schweigend neben mir. So wurde der 61km der langsamste des Tages, aber die kurze Pause ermöglichte es das ich noch mal die Zähne zusammenbeissen konnte und den letzten km ins Ziel lief! Nach 6h26'22“ war ich wieder auf dem Siemensparkplatz. Nur wenige Minuten später kam auch Uwe an. Und meine Mutter begrüßte uns mit alk-freiem Weizen.
Beim Nachlaufbier und der Tombola verkündete Siegfried Kreuzer noch das bislang 3200€ spenden für das Projekt HAYAG auf den Philippinen zusammen gekommen sind und einige Firmenspenden noch folgen werden.

Danke nochmal an Uwe für die Begleitung und an alle die diesen Lauf ermöglicht haben.
Welch ein herrlicher Lauftag.

Und am 09.11.2013 das Ganz wieder!

* Amberger Ultra Lauf

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

An das einsame Laufen

...beim Ultra hab ich mich inzwischen gewöhnt, und auch an das Gehen zwischendurch oder zum Ende hin.
Und wenn so ein Lauf durch die Natur führt ist das doch herrlich.
Gratulation!

Wuaaaarrrrr....

.......welch ein Kampf zum Schluß! Donnerwetter, gut durchgehalten, ganz herzlichen Glückwunsch! Ich wage mich Anfang Januar an ein solches Unterfangen und gucke jetzt schon immer ganz ehrfürchtig ins neue Jahr. Unsere Strecke ist 69 lang aber flach. Ich verspüre bei dem Gedanken daran Bammel und Vorfreude zugleich. Wie weit ich es letztendlich schaffe, weiß ich nicht, lasse mir alles offen und mich notfalls von meiner Tochter einsammeln.
Super, dass Du durchgehalten hast und danke für Deinen motivierenden Blog, es auch zu versuchen!

Lieben Gruß
Tame

Hervorragend

Auch wenn ich mich wiederhole:

Das habt Ihr hervorragend gemacht. Enorme Leistung und noch viel Spaß dabei! Da macht das Berichtelesen Freude.

Harry

das Bier danach ...

Hey Uli,

mir ist jetzt erst aufgefallen, dass ich dir danach KEIN Bier ausgegeben habe :-( Schande über mich !!! Verdient hättest du es auf alle Fälle gehabt :-)
Ein weiterer Grund, das im nächsten Jahr wieder zu machen und Versäumtes nachzuholen !

Bis bald
Uwe

Aber klar

sind wir nächstes Jahr wieder dabei.
Mal schauen ob wir den Einen oder die Andere noch motivieren können.


Uli

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