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Meine Experimente mit Chi Running gehen in die nächste Runde. Im Flachen und auf ebenen Strecken klappt die Lauftechnik von Danny Dreyer schon recht gut und ist tatsächlich effizient. Wie sieht es aber im Berg und im Gelände aus? Ist man dann noch flexibel genug, um auf Veränderungen im Untergrund schnell zu reagieren?

Für den Berg schlägt Danny Dreyer in seinem Buch Chi Running natürlich auch eine entsprechende Abwandlung seiner Lauftechnik vor. Unterschieden nach leichten und starken Anstiegen, bergauf und bergab. Er scheint an alles gedacht zu haben. Die Details erschließen sich schnell, wenn man die Grundtechnik kennt. Seine Seitwärts-Über-Kreuz-Technik in steilen Anstiegen erscheint mir aber schon etwas sehr seltsam. Das muss ich einfach mal ausprobieren.

Jetzt ist meine Laufstrecke nicht wirklich eine Cross-Strecke. Aber mit etwas Kreativität lassen sich gezielt Erhebungen und unebene Seitenstreifen als Cross-Elemente nutzen und das Gelesene austesten. Und was soll ich sagen. Mit den Techniktipps verlieren die Steigungen tatsächlich an Schrecken. Und zwar bergauf und bergab.

Die Seitwärts-Über-Kreuz-Technik ist bei meinen „Übungsknuppeln“ etwas übertrieben. Aber die Last wird tatsächlich so sehr weg von den Waden und auf die großen Oberschenkelmuskeln verteilt, dass ich flott und mit wenig Anstrengung hoch komme. Einziger Wermutstropfen ist die Last auf den Tibialis Posterior des oberen Fußes, der bei mir noch etwas empfindlich ist. Aber vielleicht lässt sich das mit etwas Übung noch weiter optimieren. Jetzt soll man alle 10 Schritte die Seitrichtung ändern, damit man keine Überlastung einer Innenseite bekommt. Der Wechsel geht übergangslos. Hätte ich nicht vermutet. Auch schnelle Anpassungen der Technik an das Gelände gehen ziemlich problemlos. Ich muss zugeben, dass meine Skepsis unbegründet war… und freue mich schon auf ein „richtiges“ Übungsgelände.

Danny Dreyer schreibt, dass man den Berg hinauf schweben und runter fließen soll. Jetzt muss man natürlich immer noch im Berg arbeiten, aber ein bisschen was davon ist mit der richtigen Technik schon wahr.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Jetzt reichts ;-)

Ich muss sagen, ich bin ja immer sehr skeptisch was neue Philosophien angeht. Aber nachdem, was du bisher alles über das Chi-Running geschrieben hast, werde ich das Buch wohl doch auf meinen Weihnachtswunschzettel schreiben. Nur schade, dass ich dich nicht irgendwie als "Werberin" angeben kann.
Viele neugierige Grüße sendet
die_alternative

Ups...

Ups, erst erschreckt mich die Überschrift (dachte es wäre ein Platzverweis), dann der Begriff "Werberin" (ich bin kein Jünger von Danny Dreyer...;-).

Eine gewisse kritische Distanz zu dem Buch ist auf jeden Fall nötig. Ich finde nicht alles gut. Und die vielen Beschreibungen von Kursteilnehmern, die jetzt nur noch leicht, schnell und verletzungsfrei laufen ist echt nervig. Ich glaube auch nicht, dass diese Lauftechnik ein "Allheilmittel" für alle Läuferbeschwerden ist, wie es Danny Dreyer gerne verkauft.

Wer aber Lust hat, etwas Neues auszuprobieren und einen gewissen Hang zum Natural Running verspürt, der kann hier einiges lernen. Schön sind die vielen Übungen, die man recht leicht nachmachen kann. Wenn man aber weder die Tai Chi Körperhaltung noch Natural Running kennt, dann braucht man schon etwas Geduld, bis man komplett in der Technik laufen kann. Ich hatte beides bereits als Grundlage.

Falls Du noch 1-2 Wochen Geduld hast, dann bin ich mit dem Buch durch und kann eine Gesamtbewertung machen. Und falls Du bei Deinem Entschluss bleibst, bin ich auf Deine Erfahrungen schon sehr gespannt.

"Ich mach' nix - ich will nur spielen" ;-)

Hallo sarossi, mir klangen die Beschreibungen zu dem Buch, die ich bisher gelesen hatte, zu sehr nach Voodoo, als dass ich Lust bekommen hätte, mir das Buch zu kaufen. Ich bin neuem gegenüber nicht prinzipiell abgeneigt, sehe es aber oft am Anfang sehr kritisch - das war auch mit "natural running" so. Inzwischen stehe ich dem sehr viel offener gegenüber.
Deine Erfahrungsberichte haben jetzt aber doch eine größere Neugier in mir geweckt und da ja Weihnachten vor der Tür steht, kann ich das Buch ja 'mal auf den Wunschzettel setzen.
Auf deinen "großen Abschlussbericht" warte ich natürlich sehnsüchtig und freue mich schon darauf.
Viele neugierige Grüße sendet
die_alternative

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