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2/3 des Buchs Chi Running von Danny Dreyer sind schon durch. Viel ist gelesen, viel probiert, viel durchdacht. Für mich ist Chi Running eine effiziente und verletzungsarme Laufschule. Eine solche Laufschule fühlt sich für mich aber nur dann richtig an, wenn sie auch barfüßig funktioniert. Denn nur dann ist sie möglichst „natürlich“. So wie Danny Dreyer die Mittelfußlandung - gezogen von der Schwerkraft - propagiert, bekam ich genau daran Zweifel. Heute habe ich bei 21 Grad und kräftigem Föhn den Test gemacht.

Im Buch sind Übungen im Sand vorgeschlagen, um gleich mehrere Elemente zu trainieren: Aufsatz mit dem Mittelfuß, keine Betonung der Ferse bei der Landung, kein Abstoßen auf dem Ballen. Der perfekte Chi-Running-Fußabdruck im Sand ist eine Laufsohle ohne Wegrutschen nach vorne oder hinten. Ohne Krater. Eigentlich sieht mein Fußabdruck im Beachvolleyballfeld schon sehr nach Chi Running aus. Aber er „bricht“ zwischen Vor- und Mittelfuß. Das liegt daran, dass ich einen Hauch früher mit dem Vorfuß aufsetze, bevor der ganze Fuß folgt. Wenn ich das Buch richtig verstehe, ist das falsch. Eine Änderung für mich extrem schwierig und unrund. Hmm.

Wie sieht das ganze aus, wenn ich barfüßig die Chi Running Technik probiere? Erster Versuch auf Wiese. Eine Landung auf dem kompletten Fuß geht nur schwierig und fühlt sich im Fußgewölbe anstrengend an. Zweiter Versuch auf Asphalt. Eine „Komplettfußlandung“ geht gar nicht. Ich brauche wesentlich mehr Hebelweg, um den Fuß problemlos abzufedern. Der Rest der Chi Running Technik dagegen geht ganz problemlos. Die Technik lässt sich also auch barfüßig anwenden. Nur das Dogma der reinen Mittelfußlandung muss man dann ganz schnell vergessen.

Mein Weltbild ist wieder gerade gerückt. Bei aller Detailanalyse der Biomechanik hat Danny Dreyer entweder die Federwirkung des Fußes vergessen… oder in seinem Buch einfach nicht beschrieben. Trotzdem funktioniert seine Lauftechnik bei mir recht gut. Heute habe ich es auch… meistens… geschafft, meinen Unterschenkel beim Rückschwung locker und entspannt zu halten. Fühlt sich gut an.

Konzentration und Aufmerksamkeit habe ich heute nicht geübt. Ich habe einfach den Goldrausch des Herbstlaubs, das Knistern der Blätter unter den Füßen, das gigantische Wolkenspiel im Föhn und die ungewöhnlich gekräuselten Wellen am Ufer genossen.

Immer wieder Neues Ausprobieren und neue Schwerpunkte setzen macht Spaß. Den Lauf einfach nur genießen aber auch.

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