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Probieren, probieren, probieren. Es macht richtig Laune, alles Mögliche aus dem Buch Chi Running auszuprobieren. Heute war es das Y’Chi. Der visuelle Fokus auf die Strecke.

Natürlich habe ich heute auch an meiner Haltung und der Körperwahrnehmung gearbeitet. Auch wenn ich dicht dran bin, gibt es immer wieder Details zu entdecken, die jeden Lauf zu etwas Besonderem machen. Ich habe darauf geachtet, nicht zu viel „Chi zu verschütten“ und das Becken waagrecht zu halten, bei gleichzeitiger Beckenrotation in der Schwungphase. Mit erstaunlich wohltuendem Effekt auf meinen unteren Rücken.

Das Y’Chi hat mich aber beim Lesen besonders fasziniert. Um meine Aufmerksamkeit besser auf den Lauf und weg von den fliegenden Gedanken zu lenken, habe ich mich schon auf meine Atmung und die Geräuschkulisse um mich herum konzentriert oder vor meinem geistigen Auge ein trabendes Pferdchen visualisiert. Beides mit ganz interessanten Erfahrungen. Diesmal war der visuelle Fokus auf das Ziel dran. Besser auf immer neue Ziele. Meine Strecke ist kurvig. Ich sollte einen Fixpunkt mit den Augen fokussieren, den Blick unter keinen Umständen davon abwenden und mich davon ziehen lassen.

Also einfach mal ausprobieren. Erst ohne Y’Chi laufen. Dann Fixpunkt aussuchen, fokussieren, konzentrieren, ziehen lassen. Und ich bin wirklich perplex, dass es funktioniert. Das Laufen fühlt sich leichter an. Der Blick geht viel weiter in die Ferne. Die Füße müssen sich den Weg ertasten. Und das können sie besser, als vermutet. In meiner Barefoot Running Literatur wird das „Foot Awareness“ genannt. Dachte nicht, dass das auch mit Schuhen klappt.

Dann lasse ich den Fokus los. Das Laufen wird etwas schwerer und die Haltung muss ich viel bewusster kontrollieren. Zufall? Zurück zum Y’Chi. Volle Konzentration. Und es zieht mich wieder zum Fixpunkt. Faszinierend. Ich könnte mir vorstellen, dass auch Langstreckenläufer mit einem visuellen Fokus arbeiten, um die Strecke zu unterteilen und in einen Flow zu kommen. Ich weiß es aber nicht. Für mich war das Erlebnis auf jeden Fall neu und hat meinen Lauf … und vermutlich nicht nur diesen … bereichert. Nebenbei war er der längste Lauf seit langem. Und das mühelos. Es geht läuferisch wieder aufwärts.

Ich bin gespannt, was Chi Running noch so für mich bereit hält.

3.75
Gesamtwertung: 3.8 (4 Wertungen)

Spannend

Deine Sporterlebnisse finde ich außerordentlich interessant und inspirierend. Deine Haltung, alles mögliche auszuprobieren und zu erkunden gefällt mir richtig gut und hilft mir vor allem, wenn ich selber durch irgendein Aua ausgebremst bin. Da kann ich mir dann gut ein Beispiel nehmen, nicht rumzujammern, sondern Alternativen zum Laufen zu finden. Danke schön.

find ich auch sehr interessant

...."das Ziehen lassen vom Fixpunkt" versuche ich mal
auszuprobieren , danke.

fixpunkt

klingt für mich wie mein " traktorstrahl" - er zieht mich vorwärts, ich fühle ihn fast körperlich , wie ein gespanntes gummiband,
dem ich folgen muss - ein seltsames aber tolles gefühl .
hab das allerdings erst zweimal ( einmal bei einem trainingslauf und einmal bei einem wk - und ja, ich war beidesmal sehr auf das ziel fixiert ) staunenderweise und vollkommend überrascht so erlebt.
und sowas kann man üben ? interessant !
g,c

Faszieninierend

und immer wieder spannend...

Schönen Gruß

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